Ellie und ich

Ellie und ich

Mittwoch, 28. August 2013

2.8. - 4.8.2013 - Heike-Ellie-Tours unterwegs mit Freunden aus Hamburg

Freunde von mir wollten mal den Landkreis heimsuchen. Einmal hatte sich der Besuch in der Vergangenheit schon wegen akuter Hitze verschoben.
Leider war auch dieses Wochenende, welches als Ersatz diente, von üblen Temperaturansagen bedroht.
Nichtsdestotrotz kamen am 2.8. gegen 14 Uhr bei ungefähr 32°C unsere Fischköppe angeballert. Zwei große Choppermaschinen, und zwei echt coole Typen oben drauf.

Lederweste, Halbschalenhelme - alles locker und leger. Kein Wunder, dass denen nicht heiß war ;-). Und die Stimmung war ebenfalls allerbest.
Was wollten wir also mehr ;-)!
Beim Begrüßungs-Hitzekäffchen auf der Terrasse kamen wir gleich in Feiertagslaune.




Um uns abzukühlen, ging es danach erstmal ins Freibad. Herrlich :-)! Chillen im kühlen Nass (naja, so kühl nicht, aber immerhin angenehmer). Das Becken war ziemlich überfüllt, weil auch noch andere Menschen auf die glorreiche Idee gekommen waren.
Aber irgendwas ist ja immer ;-).

Später am Abend trieb es uns dann in die Stadt - Freiluftessen beim Griechen, und dabei wurde auch die Tour für morgen besprochen.


Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen wäre rein zufällig und nicht beabsichtigt! Oder doch? ;-)



Die Biker-Dame von Welt, standesgemäß mit Fächer - 
weil's mir mal wieder viel zu warm war ...



3.8.
Da die Hitze an diesem Samstag brutal werden sollte (über 30°C) - und ich in meinem Textilzeug frühmorgens schon am ölen war - hieß die Parole: um 7 Uhr vorbereiten, dann zur Tanke, dann los. 
Ich traf pünktlich, und wurde zunächst einmal zum frühstücken genötigt. Alle Anwesenden ahnten im Voraus, dass ich viel zu aufgeregt gewesen war, um zuhause auch nur einen Krümel runterzukriegen.

Gegen 7.30 Uhr fuhren die Maschinen zur Esso-Tankstelle. Was für ein Sound. Und der Anblick.

Und auch wenn ich mich dabei nicht gerade wohl fühlte - sie hatten mich als "Road Captain" auserkoren. Ich vorneweg, dann Fischköppin "Kampfzwerg" und "Bikerede" als Blocker am Ende. Das bedeutet, dass er uns "den Rücken freihält", die Autofahrer in Schach hält, und wir somit unbehelligt von kopflosen Überholmanövern unsere Tour fahren können. Ede hat jahrelange Gruppenfahrerfahrung und kennt diese Aufgabe.

Für mich war das neu - in den Rückspiegel gucken, Scheinwerfer sehen, und zu wissen: die folgen mir freiwillig. Klar war ich letzte Saison schonmal mit zwei weiteren Motorrädern unterwegs gewesen (Tina und ihre Mam). Aber das hier heute war ein anderer Stiefel. Das war eine "echte" Gruppenausfahrt.
Meine allererste :-).

Zunächst ging es durch den Elm. Schön schattig war es da!

Wir fuhren also als ballernde Kolonne durch das Grün des Waldes. Ich war immer noch aufgeregt, genoß es aber doch, "den Rücken frei" zu haben. Ede machte seinen Job wirklich super!

Und so sah das dann aus:




Nachdem wir den Elm durchquert hatten, ging es zum Schöninger Tagebau.

Einen Teil der Route war tags zuvor ja schon ausprobiert worden. Dieses Ziel hatte gestern beeindruckt, und so wurde es in die Route hinein geholt. Eine gute Wahl. Die Gäste waren ebenso fasziniert und trieben auf den Steinen allerlei Unsinn ;-).


Was guggst du? Ich habe Durst!



Die Moppeds in der Morgenhitze ... tick tick ...



Eindrucksvolle Kulisse für unsere Maschinen ...




 
Unsinn machen ;-)




Es ging weiter - die Wärme nahm nämlich heftig zu ... ein kurzer Schlenker nach Hötensleben:




















Und schnell wieder auf Tour ... den Fahrtwind genießen ...


Blubber blubber - röhr - und vorneweg Ellie - pött pött pött ;-) ...


Nächstes Highlight - Bahnhof Jerxheim, und die Serpentinen vorher. Hui, das beeindruckte die Gäste ebenfalls. Die eine Rechtskurve (von "oben" angefahren) zieht sich nämlich heftig zu, und die 30 km/h, die da angemahnt werden, haben ihren Sinn!

Später folgender Haltepunkt - Mattierzoll, Grenzturm.


 


Die Damen kramen schon wieder nach irgendwas ;-)


Mittlerweile war es nach 11 Uhr, die Sonne stach richtig. Ein bleierner Himmel suggerierte mir eine Gewittergefahr, was sich dann aber doch nicht bewahrheitete. Aber drückend war es. Ich beneidete unsere Gäste um ihr luftiges Outfit.

Ich führte die Truppe dann weiter, über Hessen und bis ... klar - zur Krypta! Sie waren nachhaltig beeindruckt ...





Im Inneren, in einem Bodenloch ... kaum zu lesen, trotz Bildbearbeitung: ein Grabstein? Erinnerungsstein? 

Schlimm, wie hier mit dem Andenken an einen Toten umgegangen wurde ... :-( ... das war mir bei den letzten Besuchen nie aufgefallen, aber heute schien durch ein Seitenfenster die Sonne, und der Strahl traf genau dieses Erdloch ... in dem der Stein dann von Ede entdeckt wurde ...


Na - alles da? Zigaretten, Feuerzeug, Schlüssel?



Ich hocke im Schatten und muß erstmal ausdampfen - puh, war mir warm jetzt ...



Alle noch ziemlich beeindruckt von der Atmosphäre dieses besonderen Ortes ...


Unsere Gäste, ganz entspannt


Und weiter ging es - da sich der Himmel jetzt etwas bezogen hatte, ließ es sich auch gut fahren. Nächster Halt - Eisdiele Vienenburg!


Wir hatten in der Eis-Ecke Vienenburg viiiel zu lachen ;-)


Ausreichend gestärkt, fuhren wir dann am späten Mittag wieder Richtung Heimat. Die Tour lief gemütlich aus, und die Gäste waren hochzufrieden mit dem Erlebten.

Die Hitze war jetzt nicht mehr bikerfreundlich, und so pellten wir uns zuhause angekommen aus den warmen Klamotten, warfen uns die Handtücher über ... und gingen noch einmal ins Freibad!
Gemütlich chillten wir mehrere Stunden auf der grünen Wiese und im stark besuchten Nichtschwimmerbecken, ließen uns von der Gegenstromanlange die Rückenwirbel massieren, warteten auf eine Möglichkeit, auf die Wasserrutsche zu kommen (leider unmöglich, eine zu lange Warteschlange) ... alles in allem ein echt gelungener Tag, der dann abends in einem opulenten Grillfest gipfelte!


Heike, die Grillmeisterin


Damit sich alle gut unterhalten konnten, hatte ich die Grillarbeit übernommen. Etwas, was mir meine Herkunftsfamilie nie zugetraut hatte - und was bis auf eine lächerliche Gartenfackel (Bauchspeck, an einem Holzstab aufgedreht) auch ohne Unfälle abging. Die Bezeichnung "Fackel" paßte dann hier ;-)

Weit nach Mitternacht lag ich mit gut gefülltem Bauch zufrieden im Bett und schnarchte mich dem nächsten Tag entgegen.
Was die Gäste noch so trieben, bekam ich nicht mehr mit - ich war ratzfatz eingepennt, während sie noch auf der Terrasse saßen, irgendwas Alkoholisches leerten, und sich den Mücken zum Fraß zeigten ...


4.8.
Als ich irgendwann so gegen 5 Uhr erwachte, waren bis auf Ede noch alle am pennen. Ich tapste halbblind ins Bad, und überraschte den armen Kerl bei der Morgenpflege. Da ich meine Brille nicht aufhatte und noch ohne Reaktionsvermögen war (mit Ohropax in den Ohren und noch auf Schlafmodus), lief unsere Begegnung recht unspektakulär ab: er erschreckte sich nur, und ich maunzte mir irgendwas durch die ungeputzten Zähne: "HabdichgarnichrichtiggesehenichmussmalPipi...wannbissufertigimBad..?"

Nach weiteren Stunden Schlaf torktelte ich dann erneut - diesmal vorsichtig - an die Tür, klopfte, aber das Bad war nun ohne Gast und somit frei ... eine kalte Dusche tat ihren Dienst, und ich bekam mein Sprachzentrum wieder!
Auf der Terrasse saß Ede und wir tranken erstmal gemütlich Kaffee, bis der Rest der Bande langsam aus dem vorabendlichen Schädel-Koma erwachte.
Freudestrahlend wollte ich die Zwergin begrüßen. Sie aber guckte mich streng an, legte den Finger auf die Lippen und zischte mir zu: "PSCHT - NICHT ANSPRECHEN - ERST KAFFEE!"

Klare Ansage - durchaus verständlich formuliert - und totaaal niedlich :-D.

Kampfzwergin und ich holten dann Brötchen, notwendigen Frauenkram und eine Zeitung. Das gemütliche Frühstück zog sich lang hin, und leider drohte die Abfahrt der beiden. Aber ich hatte noch ein Highlight eingebaut:








 


Dann hieß es Abschied nehmen. Ich fuhr noch ein Stück mit, bis zum Autohof. Und dann fuhren die lieben Fischköppe wieder ab.




Herzlichen Dank ihr Zwei, für euren Besuch, das Feedback über die Tour, und die schöne Zeit!



Anschließend kam noch eine weitere kleine und gemütliche Runde ...


















Abkühlung im Quellwasser ... ich muß mal wieder rumplantschen :-)












 



Ein schönes, ereignisreiches Wochenende ging zuende ... ich konnte viele neue Erfahrungen verbuchen: Gruppenerlebnis, Tourenkameraden, andere Fahrstile und den Sound von "schweren" Maschinen ... und altbekannte Ziele neu entdecken lernen, durch die Augen von Menschen, denen das alles fremd war.


Samstag, 17. August 2013

31.7.2013 - Schöningen und "go ost" - Lost in Ost

31.7.

Da in zwei Tagen Besuch aus Hamburg kommen sollten, fuhr ich einige Tourziele ab.



Goldener Hirsch - ein riesiger Findling im Elm - schönes Ziel, aber wegen der Mücken und des schotterigen Anfahrtsweges wurde dieser Routenpunkt gestrichen ...



Heike auf dem Findling - umschwärmt von Blutsaugern (Mücken)



Nächster Haltepunkt: Tagebau Schöningen. DAS war beeindruckend! Der Punkt wurde in die Route aufgenommen.
 



























Das Event mit dem Grenzmuseum in Hötensleben war etwas zum "drumrum fahren", weil der Grenzturm nur über einen Hügel zu erklimmen war. Nix für Biker - die laufen höchstens zur nächsten Currywurst-Futterstelle ;-).



Immer noch beeindruckend gruselig ... trotz Sonnenstrahlen und der Gewißheit, dass DAS ein Ende hat ...



Panzersperren






Aber im Hinterkopf hatte ich noch Mattierzoll, wo direkt an der Straße ein alter Grenzturm zu sehen war. Da sollte es dran längs.

Also erst einmal in die grobe Richtung "Hessen", über Hötensleben, und landete ... wieder einmal ... in einer umfangreichen Baumaßnahme. 
Umleitungshinweise, Rollsplit fingerdick auf der Straße und verwirrende Schilder. Für Ortskundige sicherlich kein Thema, für Touristen aber war es zum Haare raufen ...

Entnervt hielt ich irgendwann bei einem Pennymarkt in Hornhausen, einen kleinen Ostdorf, an. Ich hatte Kohldampf, es war brütend warm, und ich brauchte eine Pause.
Abendbrot - belegte Sandwiches, kleine Salamis, Eis und Getränke.
Das Personal war super locker drauf, die Kunden sehr hilfsbereit, und zwei Typen erklärten, wo genau ich nun war, und wo der Weiterfahrweg hingeht - alles in allem eine sehr schöne Pause!

Gestärkt ging es weiter - und HIER der Weiterfahrweg:


Hochstehende Betonplatten, die die Autofahrer zu Tempo 10 zwangen, und uns zum Anhalten - denn wohin ausweichen - der Rand war voller Schlaglöcher, die mit Schotter gefüllt waren ... sieht nicht so schlimm aus, aber es WAR übel, isch schwör!







Ein wenig landschaftliche Idylle tröstete nur kurzfristig ...


Unglaublich aber wahr - dieser Weg war eine offizielle Abkürzung, um der Baustelle zu entgehen. Mit einem Off-Road-PKW sicherlich ein Lacher, aber mit de Motorrad eine wirklich beschissene Attacke auf sämtliche Bandscheiben.
Wer noch nicht hatte, bekam hier garantiert "Rücken".





Der Satz "Lost in Ost" wurde ein geflügeltes Wort. Mit zusammengebissenen Zähnen ging es im Halbkreis bis zum Anfang der Baustelle. Nun kam ein Stück schönere Straße, aber im nächsten Ort dann wieder Teerbruch und Karies-Straßen-Belag ...




Ich hatte die Nase voll. Soweit es möglich war, wurde die Route abgekürzt.

Ein Stück ging es eine bekannte Route - nach Jerxheim-Bahnhof. Die Serpentinen ausprobieren.
Ja, DAS war was für unseren Besuch!





Ein kleiner Stopp bei Richy's Grill folgte ...





... und zurück dann weiter auf meiner Hausstrecke Richtung Wolfenbüttel: Groß Vahlberg und Gilzum, dann Richtung Elm und zurück.

Ich hatte jetzt einige Blitzzeichen mehr auf der Straßenkarte - damit kennzeichne ich die absoluten No-Go-Wege dort im Osten: Panzerstraßen, diese Betonplattenroute von heute und noch diverse andere Ätzstrecken. 

Ich war gespannt, wie es den nordischen Gästen bei uns im Ländle gefallen würde ...