Ellie und ich

Ellie und ich

Sonntag, 22. Dezember 2013

22.12.2013 - Fröhliche Festtage für meine Leser

22.12.

Das Wetter war prima, Wärme bei 8° und trockene Straßen. So fuhr ich morgens warm eingepackt zum Adventsgottesdienst.




Gemütliche Wärme, Käffchen und Mohnstrudel beim Kirchkaffee - Wohlfühlen für Körper und Seele :-)


Und danach bei Sonne dann ins Umland - die Straßen waren zwar trocken, aber das Salz staubte dann doch an Ellies Korpus.

Nach 150 Kilometern machte ich dann in Sickte bei der Gärtnerei das versprochene Foto :-)


 
Mit diesem Bild wünsche ich Euch alles Liebe und eine friedliche Weihnachtszeit. Schön, das es Euch gibt :-)




Fazit der Tour:
Das Salz puderte den Korpus von Ellie. Ich putzte am Nachmittag akribisch mit Feuchttüchern, damit da keine bleibenden Schäden den Winter über entstehen.

Die Tour hat gut getan - und ich hatte mir den Wunsch vom letzten Jahr erfüllt - Fahren um Weihnachten herum :-)

Herzlichen Dank an Sonja M. für ihr letztes Posting - ich habe jetzt auch eine 365+ Thermoboy Unterhose - und gleich heute ausprobiert! Fazit: warm! Ich war 3 Stunden unterwegs, und mir war nicht kalt.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

17.12.2013 - Eine fast weihnachtliche Gelegenheit

17.12.

Wetter perfekt - 9° und trockene Straßen. Ich nutzte die Gelegenheit und verwandelte mich gegen Mittag in eine Michelinfrau. Ellie hatte leichte Starterschwierigkeiten (vor 6 Wochen das letzte Mal bewegt worden), aber nach dreimaligem Versuch blubberte sie dann doch los. Im Januar werde ich die Batterie mal ausbauen und an den Pro-Charger anschließen. Die braucht mal Wiederbelebung, denke ich!

Und ab ging es zur Tankstelle, vor der Tour Luftdruck prüfen. Ich hatte das letzte Mal vor 2 Monaten geprüft, also war das mal wieder dran!
Bei der Abzweigung auf die Auffahrt zur Tankstelle konnte ich mich erneut über den Fahrstil von Autofahrern weit jenseits der 80 Jahre ereifern ... *hört nix, sieht nix, kriegt nix mit* ... blieb mitten vor der Auffahrt stehen und machte den Motor aus!??
Da half nur das energische Hupe betätigen, bevor Schlimmeres auf mich zukam. Der Asbach-Oldie kapierte dann auch nach dreimaligem Anhupen, dass er da nicht stehen bleiben sollte ...

Wieder einmal war klar: die anderen wollen mich alle töten ...

Vorne 0,4 Bar verloren, hinten 0,2. Das Aufstecken des Luftschlauches war wie immer fummelig und die schwarze Schutzabdeckkappe rollte ebenfalls wieder einmal heimtückisch überall hin. Hat sich also diesbezüglich nix verändert. Ich glaube, ich male mir die mit rotem Nagellack an! Wegen der besseren Sichtbarkeit ...

Aufgepustet (Ellie) und freudig erregt (ich) ging es dann auf kleine Hausrunde.

Ich war knapp 6 Wochen nicht gefahren. Funktionsunterwäsche, Wollunterwäsche, Filzeinlegesohlen in den Stiefeln, Sturmhaube, Winterhandschuhe - alles fühlte sich gewohnt ungewohnt an. Das Gefühl "Einheit mit der Maschine" mußte sich erst wieder einstellen.

Befremdlich ebenfalls das Umfeld: überall hingen diese gruseligen Weihnachtsmannfiguren an Hauswänden, oder standen überdimensionierte Aufblasfiguren vor Geschäften herum. Kurz vor Weihnachten Motorrad fahren - DAS war neu für mich. Letztes Jahr wurde ich ja durch das Saisonkennzeichen zur Pause gezwungen.

In den kleinen ländlichen Ortschaften war um die Mittagszeit meist Rentnerverkehr: zu Aldi, zu Bäckerei Ziebart, zu den Gärtnereien, zu den Weihnachtsbaum-Verkaufskäfigen. Dreifache Vorsicht half mir da ohne Schaden hindurch. Wer Sickte kennt, weiß um die Gefahren ...

Erleichterung bei mir, als ich dann in das einsame Umfeld abbog. Feldrunde, Richtung Asse. Die Sonne kam von vorne, blendete aber nicht. Das Licht war anders, weicher. Die Landschaft überwiegend kahl und fast ohne Farben (monochrom). Meine Leuchtweste sicherlich meilenweit zu erkennen.

Ich genoß diese Wintertour mit jedem Kilometer mehr. Der Kopf wurde endlich frei, und das Einssein mit der Natur, der Maschine und die Freude an diesem genialen Hobby kam mit Kraft hervor. Hurra, ich fahre wieder !

Unten am Visierrand bildete sich Kondenswasser vom Atmen, aber noch waren Hände und Füße warm genug. Die übliche Aufwärm- und Relaxpause in Seinstedt ... kurz unterbrochene Stille von einem Rollerfahrer, der beim Zurückschauen auf mich fast in den Graben fuhr. Sicher wollte er nur gucken, ob bei mir alles in Ordnung ist ... denn außer mir war da niemand auf zwei Rädern unterwegs gewesen ... Motorradfahren im Dezember hat was ganz eigenes!




Allein, allein ... und doch nicht allein - Ellie, ich und irgendwo dahinten ein Rollerfahrer



Grandiose Wolkenbilder



Farbtupfer in eintöniger Landschaft


Meinen ursprünglichen Plan, bis kurz vor den Harz zu fahren, verwarf ich wieder. Es war schon halb zwei durch, und allmählich kühlte ich doch aus. So bog ich kurz vor Hornburg wieder Richtung Wolfenbüttel ab. Die Sonne strahlte, und ich strahlte mit!

Es folgte ein weiterer Rundumguck ins Land.



Oh Tannebaum - oh Tannebaum - mit Ellie :-)


 Und hier, etliche Luftkilometer vom Harz entfernt, ein genialer Blick quer über das Land auf den "Großen" ...



We proudly present - der Brocken; von ganz weit weg



 Und weil er so schön aussah, gleich noch einmal ...



Ziemlich ganz weit weg, was?


Jetzt brauchte ich dringend Wärme von innen, und so fuhr ich nach Wolfenbüttel, zu Fritz. Da kam noch ein Bekannter von ihm dazu, und so kam ich nicht nur zu Kaffee und freundlicher Gesellschaft, sondern auch noch zu einem Mettbrötchen! Danke, Carsten :-)!
Kaffee und Nahrung - sehr wichtig bei Wintertouren. Wer selber Motorrad fährt, weiß das ...

Und weil ich jetzt wieder mit neuen Lebensgeistern erfüllt war, fuhr ich noch über die Stadtautobahn nach Braunschweig zu POLO. Die Auffahrt Klein Schöppenstedt-Sickte mochte ich nie so besonders, heute wollte ich mich aber nicht drücken. Diese so genannte Hundekurve ist mit dem Auto schon nicht ohne.
Alles lief gut, und auf der A39 sauste ich dann mit 115 km/h, tränenden Augen und Laufnase bis zur Abfahrt in die Südstadt.
Im Sommer finde ich das Lüftchen, was trotz geschlossenem Visier unter den Helm geht, ja ganz angenehm - im Winter ist das eher lästig ...

Das gewohnte Verkehrschaos der Innenstadt und bei der Auffahrt zu POLO irritierte mich nur kurz, dann fuhr ich verkehrswidrig einfach ein Stück weiter und bog verkehrt herum in die Einfahrt ein.
Diese Zufahrt ist die Pest - geht über eine Tank- und Waschstelle, und die ist meistens brechend überfüllt, die Autos stehen auf dem Abbieger (gerade mal für 3 PKW Platz) und kommen nicht zu Potte ...

Bei POLO fuhr grad ein Chopper vom Hof - hurra, endlich mal EINER gesichtet, der auch auf zwei Rädern unterwegs blubbert !

Im Laden gab es Wärme, und wieder einen großen Becher Kaffee. Der andere Becher, bei Fritz getrunken, war schon durch die Nieren durch, und ich verbrachte die üblichen gefühlten Stunden mit dem Klogang.
Bis man sich da wieder vernünftig in die vier Lagen Funktionswäsche geplünnt hat ...

Kurz vor dem Dunkelwerden um halb fünf war ich wieder zuhause angekommen. Diese kleine Tour von knapp 120 Kilometern war mein Weihnachtsgeschenk an mich selber :-). 


Fazit:
Schön war es. Und ein wenig exotisch fühlte sich das an, so ganz allein auf zwei Rädern zwischen den ganzen Blechdosen. Sollte sich in meinem Weihnachtsurlaub die Gelegenheit ergeben, werde ich es wiederholen.
Ich möchte noch so gerne ein Foto für den Blog - Ellie vor einer überdimensionalen Weihnachtsmann-Figur ;-)

Montag, 2. Dezember 2013

1. Advent

1.12.

Obwohl der Wetterbericht bestes verhieß, hielt sich das Wetter nicht daran. Es fror zwar nicht mehr, und die 5° waren auch angenehm - aber es war Sprühregen und somit wieder einmal kein Moppedfahrwetter.
Die Straßen sind glitschig, die Reifen werden nicht warm und haften somit nur bedingt am Asphalt. Jetzt habe ich kein Jahreskennzeichen mehr, und nun ist das Wetter "gegen mich".

Aber die Vernunft hatte gesiegt - ich fuhr nicht. Auch wenn es sehr gejuckt hatte ...

So folgte ein Ausflug  - mit dem Auto in den Harz. Die Sonne kam stückweise heraus, und für knapp 15 Minuten waren die Temperaturen perfekt geeignet ... Straße leider immer noch nass, und die hochgeschleuderte Feuchtigkeit machte einen hässlichen Schmoddernebel auf die Windschutzscheibe.

Gut, dass Ellie trocken in der Garage steht.

Die Grane-Talsperre bei Goslar ist nicht so bekannt wie ihre Schwestern Rappbode-, Oker- und Innerste-Talsperre.

Beschreibung
Die Granetalsperre ist mit Baujahr 1969 die jüngste der Harztalsperren und wurde im Granetal errichtet. Der Staudamm ist ein Erddamm mit Asphaltbeton-Außendichtung. Da der Fluss Grane selbst zu wenig Wasser für den 3 km langen See führte, wurde ein ca. 7,4 km langer Stollen zur Oker unterhalb der Okertalsperre angelegt. Dieser nimmt unterwegs auch Wasser aus der Gose auf. Ein weiterer 4,8 km langer Stollen führt von der Radau aus zur Großen Romke und somit auch in den Oker-Grane-Stollen. Ebenfalls besteht eine 4,6 km lange unterirdische Verbindung zur Innerstetalsperre. Betreiber der Granetalsperre wie auch der dazugehörigen Überleitungssysteme und Wasserwerke sind die Harzwasserwerke.
Der Stausee dient der Trinkwasserversorgung, dem Hochwasserschutz, der Wasserregulierung und der Stromerzeugung. Das Wasserkraftwerk hat eine Leistung von 180 kW. Das Wasserwerk für die Trinkwasserversorgung liegt erhöht am nördlichen Hang. Das Wasser aus der Talsperre wird in ein Ausgleichs-Speicherbecken von 60.000 m³ Speicherraum hochgepumpt, von wo es zum Wasserwerk fließt. Die Granetalsperre hat einen mittleren Jahresabfluss von 55 Mio. m³.
Da der Stausee der Trinkwassergewinnung dient, ist Wassersport wie Segeln oder Surfen, auf ihm verboten. Auch der Autoverkehr wird von ihm ferngehalten. Um den See wurde ein Weg für die Unterhaltung des Sees angelegt, der Wanderern und Radfahrern zur Nutzung offen steht und eine Länge von etwa 17 km hat.
(Quelle: Wikipedia)

 
Das Wetter tat ein übriges, dass ich dort so ziemlich allein herumlief.

Am Anfang der Sperre, bei der Staumauer, war das Betreten strengstens untersagt. Weiter hinten ebenfalls - aber ich hatte ja nicht vor, das Wasser zu verunreinigen, und gegen Fotos konnte Onkel Parkranger ja wohl nix sagen!

Lustig - es kamen einige Mountainbiker auf der asphaltierten Rundwanderstraße entlang. Die Rückenpartie dreckverkrustet.
Naturschutzgebiet beinhaltet also die Erlaubnis, sich im Gelände wie eine Wildsau im Dreck zu tummeln? Interessant ...

Insofern hatte ich ein reines Gewissen, als ich da durch ein kurzes Waldstück ans Wasser stiefelte!


Auf der Suche nach Schätzen; Kleidung tarnfarblich angepaßt


Eine Landschaft voller Melancholie, Einsamkeit und fast ohne Farben. Abgeholzte Bäume, deren Stümpfe wie stumme Zeitzeugen aus den Schieferstrecken herausschauten. Stellenweise ragten Schieferplatten wie auf dem Reißbrett gezeichnet aus dem Boden. Schnittstellen verrieten, dass hier Schiefer "geerntet" worden war.

Hier einige geologische Informationen: KLICK

Das Bergmassiv um die Granetalsperre ist geprägt vom Wissenbacher Schiefer, der im Nordharz in verschiedenen Bergwerken abgebaut wurde. Der Schiefer ist unterbrochen von mehreren tiefliegenden Schichten von Diabas. An der Südspitze der Granetalsperre liegt ein Gebiet mit dunkelgrauen Tonschiefern mit Kalkknollen aus dem Oberdevon. Ein schöner Aufschluss ist die Margarethenklippe oberhalb und südlich der Seespitze im Granetal.

Der Untergrund der Talsperre ist ab einer Tiefe von 30-50m nahezu vollständig wasserdicht. Das war eine wesentliche Voraussetzung für die Anlage der Talsperre. (...)...


(Wissenbacher) Schiefer
Schiefer - vom althochdeutschen scivaro (Holz-, Steinsplitter) - ist ein Sammelbegriff für metamorphe Gesteine und tektonisch deformierte Sedimentgesteine, deren gemeinsames Merkmal die ausgezeichnete Spaltbarkeit entlang paralleler Flächen ist.
Petrographisch handelt es sich beim Wissenbacher Schiefer um einen Tonschiefer mit einer gut ausgebildeten Transversalschieferung, die zur Bildung dünnspaltiger Dachschiefer führt. In einigen Partien erhöhen sich die sandigen Bestandteile und teilweise sind dünne Kalklagen sowie Kalkeinschaltungen in Form von Linsen zu beobachten. Die Farbgebung ist dunkel-blaugrau und Dächer in der Stadt Goslar belegen eine durchaus hohe Langlebigkeit des Schiefers.


Über die Harzhügel drumherum krochen jetzt Regenschauer auf mich zu. Ein leichter Nieselregen setzte ein, und hüllte die ganze Umgebung in einen grauen Schleier: der November zuckte noch einmal - Novembertrübheit im Dezember.
Soviel Natur machte hungrig, und so fuhr ich nach Goslar zum Weihnachtsmarkt.

Als ich dann auf die Crowd da auf dem Marktplatz traf, war mein Hunger vergessen. Ich wollte nur noch weg. Zuviel Menschen, zuviel Geschubse.
Ich bahnte mir den Weg durch die Menschenmassen, und irgendwo am Ausgang war dann doch noch eine Bratwurstbude, wo man sich nicht gleich mit den Ellenbogen des Nachbarn verheiratete.
Preis für eine handgedrehte Thüringer 3,- Euro mit einem kleinen Brötchen. Naja ...

Danach war meine Stimmung etwas besser, und es folgte eine Aufwärmphase.
Eine Tüte gebrannte Nussmischung wurde innerhalb weniger Minuten eingeschnabelt. Nun wollte ich aber noch eine Tüte Maronen haben. Dazu gab es einen Eierpunsch - das ist heißer Eierlikör mit heißem Weißwein und Sahne oben drauf.
Mit dieser perfekt abgestimmten Mischung (Marillenglühwein, 200 g Zuckernussmischung, 2 Tüten Maronen und 1 Becher Eierpunsch) streckte ich mich selber nieder. Meine nicht mehr vorhandene Galle protestierte aufs Schärfste und rächte sich mit Übelkeit und einem Blähbauch.
Angeschlagen hing ich später auf der Couch herum und schlürfte mit Leidensmine meinen Magen-Darmtee.

Prost Erster Advent - alles wie immer: Glühwein nix für mich und opulentes Weihnachtsmarkt-Futter wie gehabt schwer verdaulich.

Den nächsten Advent verbringe ich mit anderem Futter.
Vielleicht einem leckeren Eintopfgericht. Bei mir zuhause. Kerzen hab ich da auch, und dudelige Weihnachtsmusik gibt es bei mir ebenfalls ;-)

Fazit:
Mehr Sport machen. Weniger Zuckerkram. KEINEN Glühwein mehr. Rezept für gute Adventstage.

Hoffentlich ist bald Frühling - ohne Mopped mache ich sehr viele ungesunde Dinge ...