Ellie und ich

Ellie und ich

Montag, 2. Dezember 2013

1. Advent

1.12.

Obwohl der Wetterbericht bestes verhieß, hielt sich das Wetter nicht daran. Es fror zwar nicht mehr, und die 5° waren auch angenehm - aber es war Sprühregen und somit wieder einmal kein Moppedfahrwetter.
Die Straßen sind glitschig, die Reifen werden nicht warm und haften somit nur bedingt am Asphalt. Jetzt habe ich kein Jahreskennzeichen mehr, und nun ist das Wetter "gegen mich".

Aber die Vernunft hatte gesiegt - ich fuhr nicht. Auch wenn es sehr gejuckt hatte ...

So folgte ein Ausflug  - mit dem Auto in den Harz. Die Sonne kam stückweise heraus, und für knapp 15 Minuten waren die Temperaturen perfekt geeignet ... Straße leider immer noch nass, und die hochgeschleuderte Feuchtigkeit machte einen hässlichen Schmoddernebel auf die Windschutzscheibe.

Gut, dass Ellie trocken in der Garage steht.

Die Grane-Talsperre bei Goslar ist nicht so bekannt wie ihre Schwestern Rappbode-, Oker- und Innerste-Talsperre.

Beschreibung
Die Granetalsperre ist mit Baujahr 1969 die jüngste der Harztalsperren und wurde im Granetal errichtet. Der Staudamm ist ein Erddamm mit Asphaltbeton-Außendichtung. Da der Fluss Grane selbst zu wenig Wasser für den 3 km langen See führte, wurde ein ca. 7,4 km langer Stollen zur Oker unterhalb der Okertalsperre angelegt. Dieser nimmt unterwegs auch Wasser aus der Gose auf. Ein weiterer 4,8 km langer Stollen führt von der Radau aus zur Großen Romke und somit auch in den Oker-Grane-Stollen. Ebenfalls besteht eine 4,6 km lange unterirdische Verbindung zur Innerstetalsperre. Betreiber der Granetalsperre wie auch der dazugehörigen Überleitungssysteme und Wasserwerke sind die Harzwasserwerke.
Der Stausee dient der Trinkwasserversorgung, dem Hochwasserschutz, der Wasserregulierung und der Stromerzeugung. Das Wasserkraftwerk hat eine Leistung von 180 kW. Das Wasserwerk für die Trinkwasserversorgung liegt erhöht am nördlichen Hang. Das Wasser aus der Talsperre wird in ein Ausgleichs-Speicherbecken von 60.000 m³ Speicherraum hochgepumpt, von wo es zum Wasserwerk fließt. Die Granetalsperre hat einen mittleren Jahresabfluss von 55 Mio. m³.
Da der Stausee der Trinkwassergewinnung dient, ist Wassersport wie Segeln oder Surfen, auf ihm verboten. Auch der Autoverkehr wird von ihm ferngehalten. Um den See wurde ein Weg für die Unterhaltung des Sees angelegt, der Wanderern und Radfahrern zur Nutzung offen steht und eine Länge von etwa 17 km hat.
(Quelle: Wikipedia)

 
Das Wetter tat ein übriges, dass ich dort so ziemlich allein herumlief.

Am Anfang der Sperre, bei der Staumauer, war das Betreten strengstens untersagt. Weiter hinten ebenfalls - aber ich hatte ja nicht vor, das Wasser zu verunreinigen, und gegen Fotos konnte Onkel Parkranger ja wohl nix sagen!

Lustig - es kamen einige Mountainbiker auf der asphaltierten Rundwanderstraße entlang. Die Rückenpartie dreckverkrustet.
Naturschutzgebiet beinhaltet also die Erlaubnis, sich im Gelände wie eine Wildsau im Dreck zu tummeln? Interessant ...

Insofern hatte ich ein reines Gewissen, als ich da durch ein kurzes Waldstück ans Wasser stiefelte!


Auf der Suche nach Schätzen; Kleidung tarnfarblich angepaßt


Eine Landschaft voller Melancholie, Einsamkeit und fast ohne Farben. Abgeholzte Bäume, deren Stümpfe wie stumme Zeitzeugen aus den Schieferstrecken herausschauten. Stellenweise ragten Schieferplatten wie auf dem Reißbrett gezeichnet aus dem Boden. Schnittstellen verrieten, dass hier Schiefer "geerntet" worden war.

Hier einige geologische Informationen: KLICK

Das Bergmassiv um die Granetalsperre ist geprägt vom Wissenbacher Schiefer, der im Nordharz in verschiedenen Bergwerken abgebaut wurde. Der Schiefer ist unterbrochen von mehreren tiefliegenden Schichten von Diabas. An der Südspitze der Granetalsperre liegt ein Gebiet mit dunkelgrauen Tonschiefern mit Kalkknollen aus dem Oberdevon. Ein schöner Aufschluss ist die Margarethenklippe oberhalb und südlich der Seespitze im Granetal.

Der Untergrund der Talsperre ist ab einer Tiefe von 30-50m nahezu vollständig wasserdicht. Das war eine wesentliche Voraussetzung für die Anlage der Talsperre. (...)...


(Wissenbacher) Schiefer
Schiefer - vom althochdeutschen scivaro (Holz-, Steinsplitter) - ist ein Sammelbegriff für metamorphe Gesteine und tektonisch deformierte Sedimentgesteine, deren gemeinsames Merkmal die ausgezeichnete Spaltbarkeit entlang paralleler Flächen ist.
Petrographisch handelt es sich beim Wissenbacher Schiefer um einen Tonschiefer mit einer gut ausgebildeten Transversalschieferung, die zur Bildung dünnspaltiger Dachschiefer führt. In einigen Partien erhöhen sich die sandigen Bestandteile und teilweise sind dünne Kalklagen sowie Kalkeinschaltungen in Form von Linsen zu beobachten. Die Farbgebung ist dunkel-blaugrau und Dächer in der Stadt Goslar belegen eine durchaus hohe Langlebigkeit des Schiefers.


Über die Harzhügel drumherum krochen jetzt Regenschauer auf mich zu. Ein leichter Nieselregen setzte ein, und hüllte die ganze Umgebung in einen grauen Schleier: der November zuckte noch einmal - Novembertrübheit im Dezember.
Soviel Natur machte hungrig, und so fuhr ich nach Goslar zum Weihnachtsmarkt.

Als ich dann auf die Crowd da auf dem Marktplatz traf, war mein Hunger vergessen. Ich wollte nur noch weg. Zuviel Menschen, zuviel Geschubse.
Ich bahnte mir den Weg durch die Menschenmassen, und irgendwo am Ausgang war dann doch noch eine Bratwurstbude, wo man sich nicht gleich mit den Ellenbogen des Nachbarn verheiratete.
Preis für eine handgedrehte Thüringer 3,- Euro mit einem kleinen Brötchen. Naja ...

Danach war meine Stimmung etwas besser, und es folgte eine Aufwärmphase.
Eine Tüte gebrannte Nussmischung wurde innerhalb weniger Minuten eingeschnabelt. Nun wollte ich aber noch eine Tüte Maronen haben. Dazu gab es einen Eierpunsch - das ist heißer Eierlikör mit heißem Weißwein und Sahne oben drauf.
Mit dieser perfekt abgestimmten Mischung (Marillenglühwein, 200 g Zuckernussmischung, 2 Tüten Maronen und 1 Becher Eierpunsch) streckte ich mich selber nieder. Meine nicht mehr vorhandene Galle protestierte aufs Schärfste und rächte sich mit Übelkeit und einem Blähbauch.
Angeschlagen hing ich später auf der Couch herum und schlürfte mit Leidensmine meinen Magen-Darmtee.

Prost Erster Advent - alles wie immer: Glühwein nix für mich und opulentes Weihnachtsmarkt-Futter wie gehabt schwer verdaulich.

Den nächsten Advent verbringe ich mit anderem Futter.
Vielleicht einem leckeren Eintopfgericht. Bei mir zuhause. Kerzen hab ich da auch, und dudelige Weihnachtsmusik gibt es bei mir ebenfalls ;-)

Fazit:
Mehr Sport machen. Weniger Zuckerkram. KEINEN Glühwein mehr. Rezept für gute Adventstage.

Hoffentlich ist bald Frühling - ohne Mopped mache ich sehr viele ungesunde Dinge ...

2 Kommentare:

  1. Ich war da ein wenig unvernünftiger als Du, und bin am Samstag noch mal 'raus bevor die Versicherung aus lief. Trotz Kälte und leichtem Nieselregen habe ich es genossen, obwohl die Fahrerei auf dem kalten, nassen Untergrund nicht ganz trivial war, besonders wenn er sich mit dem Matsch von den Feldern vereinigte…

    Wichtig ist ja, dass man (Frau) mal 'raus kommt, mit Moped oder ohne. Die etwas tristen Bilder von der Talsperre werden ja durch die Fotos vom Weihnachtsmarkt "erhellt". Sorry, dass Dir das Ess-/Trinkgelage nicht bekommen ist. Mich hätte die Kombination auch hingeschmissen...

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  2. Hallo Sonja - einmal im Jahr gebe ich mir das unvernünftigerweise ;-). Um mitreden zu können.
    Hier ist jetzt Glatteiswetter - und trotzdem man auch mit vier Rädern böse herumglitscht, sehe ich morgens auf dem Weg zur Arbeit Rollerfahrer auf den Zufahrtsstraßen.
    Finde ich schon reichlich leichtsinnig ...

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