Ellie und ich

Ellie und ich

Freitag, 26. Juli 2013

25.7.2013 - Stechender Abendausflug in den Harz

25.7.

Wegen der wüstenähnlichen Temperaturen wollte ich heute einen Spontan-Kurzurlaub nach Feierabend in den Harz unternehmen, um Abkühlung zu bekommen.
Badesachen eingepackt, Teichkarten geschnappt und los ging es um 17 Uhr. War ja nicht weit weg von uns, eine knappe Fahrstunde mit dem Auto.

Erster Halt - Okertalsperre.

Auto am Vorlaufbecken geparkt, Decke, Taschen und Badezeug unter den Arm und ab an's Wasser.
Millionen niedlicher kleiner Erdkrötenbabys wuselten mir um die Füße. Unten am Wasser säumte ein Moddergürtel aus verwesenden Pflanzenteilen das Ufer.
In diesem Gürtel waren ideale Brutbedingungen ... für Bremsen

Das Wasser fühlte sich angenehm warm an, der Modergeruch verhieß mir allerdings nichts gutes. Und leider behielt ich recht ...

Ich trat innerhalb weniger Minuten den Rückzug ans Auto an. Die Bremsen-Biester verfolgten mich auch dahin.

Okay - DAS war nix.
Rein ins Auto, ab in den Oberharz - nach Clausthal-Zellerfeld. Eine bei Google ausgedruckte Karte von den Oberharzer Teichen versprach Natur pur. Ohne Navi war der Teich meiner Wahl aber nicht auffindbar. Ich fuhr also zweimal falsch ... bis ich dann wieder auf der anderen Seite der Okertalsperre - über Altenau (weil die Brücke IMMER noch Baustelle ist) - landete.

Hier das gleiche Spiel - Millionen von Erdkrötenbabys auf den Wegen, und weitere blutrünstige Populationen von Bremsen.

Even the nicest people have their limits ... Meine Freundlichkeit der Natur gegenüber löste sich spontan in Luft auf - weg hier!

Ohne gebadet zu haben, mit Hunger und Frust im Bauch, fuhr ich jetzt hoch zum Torfhaus.

Hm ...




Der PKW-Parkplatz war nur noch durch eine Schranke zu befahren. Es standen auch PKW auf dem MOTORRADPARKPLATZ, der kostenlos ist ... legastenische Ignoranzarschlöcher also ... offensichtlich Menschen mit Lese- und Intelligenzschwäche ...


Im Vordergrund der Motorradparkplatz - zugemüllt mit Bauschutt und Gerätschaften ...



Das neu erbaute Torfhaus-Harzresort - Klein-Sylt am Brocken ...



Die Preise der Alm-Hütte, die Restauration für Gäste des Harz-Lodge-Resorts ... oder für gut betuchte Touristen ...


Meine ehrliche Meinung zur Neuentwicklung Torfhaus: verschlimmbessert - hier ist jetzt Klein-Sylt entstanden. Überteuert und Schicki-Micki, überflüssig, dort länger zu verweilen. Der urige Bikertreff ist verkommen zu einer touristischen Massenabfertigung.

Ich hockte mich noch auf die Bavaria-Alm.






Abendgäste der Alm



Blick auf die Baustelle - nur wenige Motorradgäste um die Uhrzeit


Im Hintergrund der Brocken


Tja, was soll ich schreiben - dieser Abendausflug war gut gemeint, aber dumm gelaufen.
Ich löffelte meinen überteuerten Milchreis in mich hinein und war so frustriert, dass ich noch nicht einmal ein Foto davon machte.
Sah eh aus wie Blubberlutsch.

Obelix hat seine Hinkelsteine verloren - wer kann es ihm verdenken - er wollte sicherlich auch ganz schnell weg von diesem durchgestylten neuen Torfhaus-Wahn
Ach ja - einen Jack-Wolfskin-Outdoorshop gibt es dort jetzt auch ... fehlt nur noch der Fischonkel von Sylt, und ein Juwelierladen, dann ist die Illusion von der Nordsee-Insel perfekt ...




 Zur Erinnerung: 23.4.2013 - Tour in den Harz mit Seppel - damals war Torfhaus noch schön



Als ich das Auto freikaufen wollte, fehlte die Parkkarte. Während ich noch herumsuchte, wunderte ich mich über ein Kind, welches eine Parkkarte in den Automaten reinschob, den Betrag ablas, seinen Eltern zurief und wieder aus dem Schlitz rauszog.

Wie sich dann kurze Zeit später herausstellte, war das meine Parkkarte. Das Kind war so neugierig gewesen und hatte sie aufgehoben und die Eltern aus Rotenburg-Wümme hatten es gewähren lassen.
Nette Leute, die Leute da aus ROW!

Verlorene Parkkarte hätte 10,- Euro gekostet.

Meinereiner hatte sich nämlich schon ausgerechnet, wieviel Rücken das gegeben hätte, die Blockiersteine zur Seite zu schieben, damit das Auto hindurchpaßt ...

Weil der Abend so frustrierend gelaufen war, dachte sich die Natur für mich dann doch noch ein Schmankerl als Versöhnung aus:




Gegen 21.30 Uhr war ich wieder zuhause angekommen. Kurzurlaub im Harz, Badeurlaub-Ersatz zu Dänemark - diese Idee kann ich derzeit also begraben.

Muß ich mir etwas anderes einfallen lassen für den ab nächste Woche folgenden vierwöchigen Urlaub!


Fazit:

Torfhaus lohnt sich nicht mehr.
Insekten, vor allem Bremsen, sind derzeit eine Plage im Harz. Na hoffentlich wird das besser.

Mittwoch, 24. Juli 2013

21.7.2013 - Kurzausflug nach Uehrde, zum Hoffest

21.7.

Nach einer durchgeröchelten Nacht erwachte ich ziemlich knautschig.
Ich wollte trotz Erkältung etwas schönes er-fahren ... weit sollte es nicht weg sein, ich war doch etwas zittrig ...

Die Wahl fiel auf ein Hof-Fest in Uehrde. Mit Oldtimer-Fahrzeugen angucken.




Das klang nett! Nicht weit weg, und eine kleine Runde Mopped fahren wollte ich ja trotz Erkältung doch irgendwie! 
He - geht wohl niemand wirklich davon aus, dass ich vernünftig werde, oder???

Der Wetterbericht klang brutal. Gegen 15 Uhr sollten über 30° erreicht sein!
Blauäugig dachte ich: "Och, bis DAHIN bin ich lange wieder zuhause im Kühlen". 

Mittlerweile war es 9 Uhr geworden. Da ich heute absolut keinen Frühstücksappetit hatte, packte ich nur schnell einen halben Liter Wasser, zwei Brötchenpakete und Gemüse in die Hecktasche. Dazu kamen eine Stofftasche, ein dünner Minirock und Flip-Flops. Egal wo, ich würde mich vor dem Betreten vom Hof-Fest auf jeden Fall umziehen. In den dicken Motorradsachen wollte ich nicht auf dem Feld herumstiefeln!

Unmöglich viele Rennradfahrer waren unterwegs. Ich fuhr um 10.45 Uhr, und es waren schon an die 28° Außentemperatur. Diese Bekloppten radelten die meiste Zeit in Schlangenlinien Hügelanwärts! Viele ohne Wasserflasche im Gepäck, dafür aber mit hochroter Birne und weit jenseits der Intelligenz - und sehr sehr weit Ü50 !


Erstmal über und durch den Elm. Das war schön! Grünes Dämmerlicht, angenehme Temperaturen. Dann kamich ins freie Ländle. Die Luft war heiß. Durch meine Bikersonnenbrille nahm ich die Landschaft nur gedämpft wahr, das gleißende Licht war anders aber nicht auszuhalten.
Mein Helm hat keine Sonnenblende - X-Lite-Team, das ist mistimist!

Nach einiger Unsicherheit fand ich dann auch das Hof-Fest. Ich suchte genau wie andere Besucher einen Parkplatz. Plötzlich schießt so ein Altenpflege-Mini-Mobil an mir vorbei, und die Schnepfe darin schimpft und zetert.
Rechte Spur Autoschlange, linke Spur Autoschlange, und diese Schranze mitten durch. Da bin ich verbal aber ziemlich unflätig geworden, mhm ! Höflich war was anderes, aber das hatte seinen Grund ...

Ich war jetzt doch groggy. Es gab keine vernünftigen Parkplätze, also nutzte ich einen Randstreifen im Schatten - wo Gott sei's gedankt - gerade ein PKW wegfuhr.
Im Schatten einer Hauswand stand Ellie und kühlte erstmal ab.

Und damit ich runterkühle, zog ich mich erstmal aus ...



Nasse Socken über die Außenspiegel, die Motorradstiefel in die Stofftasche, die Hose und die Jacke irgendwie drübergelegt ... Diebstahlsicherung auf Heike-Art


Als ich dann im Sommerlook war, die Füße endlich von den warmen Stiefeln befreit, trank ich auf ex fast 400 ml Wasser aus meiner Reisepulle in mich rein. Ich war hier - ich bin gefahren - und ich war genauso däppert wie im letzten Jahr: bei Höchsthitze gefahren und festgestellt, dass das schon für gesunde Menschen sehr heftig belastend ist ... 

Es ging zum Hof. Erste Ernüchterung: 3,50 Euro Eintritt.
Wofür, bitteschön? Ein Fest mit Eintritt?
Hm ... na gut, gezahlt und reingegangen. Immerhin war der WC-Wagen kostenlos zu benutzen, was ich reichlich ausnutzte.
Tschakka! Rumgeplantsche mit dem Wasser aus dem Waschbecken - lange über die Unterarme laufen lassen - ich hab bezahlt und nun verbrauche ich auch was dafür!

Was für ein Kontrast zu gestern.
Gestern Bikerparty - heute Familienfest im Spießerkleid ...

Der Hof war auf Gartenbau spezialisiert, hatte einen kleinen Laden, in dem allerlei Tüddelkram verkauft wurde, auf dem Gelände standen viele kleine Buden herum - und auf der Wiese nebenan tummelten sich dann die Oldtimer.
Alte Motorräder war gestern, teilte mir der Eingangskassierer mit. 


Gleißende Helligkeit, die Wärme nahm zu, die Sonne knallte brutal 
- High Noon in Uehrde -











Allerlei Blechgetüddel - für die Hauswand oder so ...



Plümschä und Tisch und Deko - alles käuflich


Auf zur Wiese. Alles, was an Fahrzeugen unter 30 Jahren alt war, hatte hier keinen Platz.


























Mittlerweile war es so heiß, dass mein Kreislauf endgültig kapitulierte. Ich wankte nur noch so in der Hitze herum, und mußte unbedingt in den Schatten.
Während andere Oldtimer-Fahrzeuge auf den Platz tuckerten - von Staubwolken begleitet, der Boden war furztrocken - hockte ich mich unter einen Baum in den Schatten und verschnaufte erst einmal.

Nebenan gab es einen Stand mit Erdbeer-Caipirinha. Das klang lecker, und ich wollte den mal probieren.
Erdbeeren aus der Dose, gequirlt und mit gecrushtem Eis und Limettenstücken - sehr schlecht aufzutrinken (ich machte mit dem Strohhalm Geräusche, die sehr undamenhaft klangen), aber ohne Ende lecker und total erfrischend! Der stolze Preis von 4,- Euro tat dem Geschmack keinen Abbruch.


Leise und betont damenhaft wurde der Drink genossen ...



Keine Nahaufnahme bitte - ich habe Erdbeeren pfiffen den Pfähnen !!!

Mir gegenüber saß ein älteres Pärchen, die ebenfalls in den Schatten geflüchtet waren. Sie war sehr damenhaft, und hatte strahlende blaue Augen - auf dessen Farbe sie ihr komplettes Outfit abgestimmt hatte: Blümchensommerkleid mit hellblauen Blumen, Handtasche, Nagellack an Händen und Füßen, Halskette, Ohrringe ... ihr Anblick wirkte so erfrischend auf den Betrachter, das es eine Wohltat für meine Augen war.
Das ewige Beige-braun der alten Herrschaften drumherum starb hingegen nicht aus ... alte Menschen und beige - das paßt einfach nicht!

Während ich also mit meinem Drink obszöne Geräusche von mir gab, lächelte sie mich freundlich an und meinte: "Damit kann man nicht geräuschlos umgehen!" und ließ sich von ihrem Begleiter auch so einen Drink mitbringen. Allerdings MIT Alk drin. Erkennbar an der frischen Erdbeere am Glasrand.

So schlorzten wir beiden also, während ihr Mann gemütlich neben ihr saß, rauchte und wir uns die Fahrzeuge und die anderen Besucher ansahen.
Bikerheike trifft "englische Aristokratie" - ich fand diesen Kontrast herrlich. Leider kein Foto, vielleicht sollte ich das Fotografieren "aus der Hüfte heraus" mal üben ...

Die Limette wurde herausgefischt und abgenagt - uah - Schweppesgesicht - ich verzog meine Schnute. Ich schleckte die Eisstückchen aus dem Glas heraus, und zur Abkühlung wischte mir mit dem Rest die Unterarme.  Das tat gut!

Das Pärchen gegenüber schmunzelte belustigt, aber bei der Hitze darf man sich ja sicherlich ein wenig bluna benehmen ...

Ich gönnte mir noch einen Kaffee und sehr leckeren Kuchen beim Landfrauenstand einige Meter weiter. Auch hier: alle Bänke waren in den Schatten gezerrt, die Tischdekoration welkte in der Sonne vor sich hin, und mitgebrachte Kleinkinder in ihren Karren kreischten vor Wut und Frustration - zu warm!
Unter den Bänken hechelten die Fußhupen (Dackel, Pudel und Co. - Begleitpartner der Rentnerfraktion), und auf Holzpalettensesseln schwadronierten die Dorfalkis lautstark über Politik, Fußball und Straßenbau.

Es ging bedrohlich auf 13.30 Uhr zu - so allmählich mußte ich an die Heimfahrt denken. Eine kleine Verschnaufpause gab es für mich noch - ich wollte in den Hofladen. Das übliche - eine Weinecke mit erlesenen Tröpfchen (erkannte ich fachfrauisch am Preis der einzelnen Pullen - und daran, dass sie in angestaubten Glasflaschen herumstanden, nix Tetrapack!), eine Ecke mit Schinken und Dosenwurst, viel Landhaus-Getüddel ... und eine Seifenecke!



Ich stecke meine Nase natürlich mal wieder überall hinein ... mhm - Olivenseife und Sandelholz!


Die Preise waren dem Laden angemessen - das günstigste Stück für 2,- Euro, das teuerste für 7,- Euro - da ich mich aber stets "seifen- und alkalifrei" von Rossmann wasche, wäre die Seife ohnehin nur im Wäscheschrank gelandet - und dafür war mir das dann doch zu teuer!



Deko-Tüddelkram










Knoblauchwerbung - örks ...



Niedliches Kindchenschema - appellierte an die Kauflust der Tussiefraktion - ein Foto war mir das wert, gekauft hatte ich diese zwei Plüschies nicht - falsche Spezies!


Nun wurde es Zeit - ich wollte fahren. Außerdem drohte eine Jazz-Band mit ihrem Auftritt - in schwarzen Nylonhosen und insgesamt sehr plastiktütenhafter Bekleidung ...

Am Ausgang vom Hof standen zwei Jungs und boten den Besuchern eine Tüte Kirschen, 500 Gramm, für 1,- Euro an. Zwei Tüten hatten sie noch im Bollerwagen liegen.
Ich wollte welche haben - eine sehr gute Wahl! Hellrot und dunkelrot gemustert, und zuckersüß!

Endlich mal bezahlbare Waren! Highlight des Tages!

Jetzt ging es ans Einplünnen: raus aus dem Rock, Dubs mit Unnerbüx zur Wand gedreht, Moppedhose an, Socken an, Stiefel an - Ellie über die Straße geschoben ... Während wir also rangierten, kam ein anderer Biker und stellte sich zu uns. Seine Maschine war 29 Jahre alt. Ich gab ihm den Hinweis, er solle sich mit seiner Maschine auf die Wiese begeben - vielleicht würden sie ihn als "Oldtimer" reinnehmen, und er könnte sich dann die 3,50 Euro Eintrittsgeld sparen. Dankend nahm der BMW-Kollege an.

Mir kochte während des kurzen Gesprächs schon wieder der Körper, und ich wollte jetzt einfach da weg.
Hals hochgereckt, damit möglichst viel Fahrtwind in die Jacke dringt, fuhr ich also los. Um Uehrde herum, über sanftkurvige Landstraßen - und wüstentrockener Luft. 
So schnell es mir möglich war, fuhr ich also eine altbekannte Heim-Hausstrecke. Nach einer halben Stunde - Rekordzeit! - kamen Ellie und ich um 15 Uhr zuhause an, ich parkte sie vor der Garage, während der Lüfter auf Hochtouren lief.


Dann fuhr ich Ellie in die Garage, ging hoch in die kühle Wohnung (ich Schlau hatte alle Fenster zu gelassen, und drinnen waren angenehme 23°) und duschte erstmal kalt ab.

Später ging es noch für anderthalb Stunden in die Badeanstalt. Abkühlung um 19 Uhr - was war DAS herrlich!

Drei Vollhonks, die ein Bassradio von der Größe einer Klappbox zwischen sich aufgestellt hatten, strapazierten unser beider Nerven. Ich war so geschlaucht, dass ich mir überlegte, die Box "durch Zufall" im Becken zu versenken ... viel zu anstrengend, beschloss ich dann und verzog mich mit meinen Handtüchern ans andere Ende des Geländes. Gegen 19.30 Uhr verließen die Spackos das Freibad, und ich eroberte die Wasserrutsche! Früher hatte ich mich nie auf solche Objekte getraut - an dem Tag war ich mutig und rutschte ein dutzend Mal. Das hat SO Laune gemacht :-)!

Da ich jetzt doch ein wenig Kohldampf hatten, fuhr ich anschließend noch in die Stadt und gönnte mir noch einen Döner und eine Kugel Eis.


Fazit:
Hochsommer.
Da eine Erkältung zu haben ist lästig, nervig und die Heilung dauert länger, weil die Hitze den Kreislauf zusätzlich belastet.
Ich habe aus dem Wochenende das Beste herausgeholt. Schon um 14 Uhr waren allerdings keine Wohlfühltemperaturen mehr und man läßt das Motorradfahren besser bleiben. Wenn der Kreislauf beim Fahren zusammenbricht, kann und wird das böse enden.

Für die nächste Zeit sind Temperaturen bis zu 36° angesagt. Ich werde mich dann bei Bedarf ins Hochgebirge verziehen - mit dem Auto, einer Decke und Picknickkorb an die Oberharzer Teiche.


Bei den Temperaturen darf Ellie Pause machen.

P.S. Die Kirschen waren superlecker und die Tüte am Abend dann innerhalb weniger Minuten restlos aufgegessen :-). Kein Foto - ihr wißt sicherlich alle, wie Kirschen aussehen!

Dienstag, 23. Juli 2013

20.7.2013 - Zytanien - Kawasaki-Z-Treffen Hannover-Lehrte

20.7.

Dieses Jahr ist kein gutes Jahr, was mein Imunsystem angeht: ich war schon wieder erkältet. Das hatte ich mir offensichtlich letzten Sonntag geholt, als der kalte Fahrtwind auf meine Nebenhöhlen zog. Obwohl das Visier herunter geklappt war, zog es wohl doch zu kalt um mein Gesicht.

Donnerstag fing das Krächzen an, Freitag lag ich dann flach. Damit ich nicht total ramdösig in der Stimmung wurde - Stichwort "Budenkoller" - plante ich eine kleine Tour gegen Abend mit dem Auto. 

In "Zytanien" war ein Kawasaki-Z-Treffen des Z-Stammtisch Hannover. Viele alte Motorräder anzugucken, Bratwurstbuden und Campground.

Campen war für mich nicht möglich, dazu fühlte ich mich noch zu schlapp. Anreise mit Mopped war ebenfalls unmöglich für mich. Schadeschade, da freue ich mich tagelang, und dann haut mich die nicht vorhandene Gesundheit mal wieder um. Wäre nicht so wild, wenn es nicht das x-te Mal in Wiederholung gewesen wäre!
So knallte ich mir Aspirin, Meditonsin, Sinupret und diverse Kräutertees in den Körper. Viel hilft viel!?
Naja, ich habe ab nächste Woche 4 Wochen Urlaub am Stück - da werde ich mich dann ausruhen und regenerieren. Habe ich mir zumindest fest vorgenommen!

Um meine Spontanheilungs-Kondition zu testen, fuhr ich gegen Mittag erst einmal zu POLO. Ein wenig herumstöbern, Angebote angucken, Preise vergleichen.
Naja - bissel komisch war mir schon. Schwindelig und nicht gerade in Top-Form, wankte ich da im Laden herum. 

Nachmittags hieß es deshalb auch: ausruhen, Mittagsschläfchen. Es war warm, richtig Sommer in Deutschland. Doppelt gemein, bei so einem Wetter UND noch dazu am Wochenende krank zu sein :-(. Alle Welt hängt im Freibad herum, nur meinereiner wälzt sich mit einer Stimme wie Amanda Lear im Bett und verbreitet Bazillen um sich.

Gegen 18 Uhr fuhr ich dann Richtung Hannover. Der Veranstaltungsort lag versteckt in den Feldern - bester Platz für richtig viel Motorradkrach :-).
Ich parkte an einem Maisfeld (und die Schweinchen freuten sich später über das beliebte Zusatzfutter!).
Maisfelder mag ich - die Blätter sind gut zu verfüttern, und außerdem hat frau dort mehr als genug Möglichkeiten, "auszutreten". Wenn ich die Wahl habe: Dixiklo oder Maisfeld, bevorzuge ich letzteres ... Man muß nur aufpassen auf die Insekten, die einem da von oben auf den Kopf bzw. in die Hose rieseln. Marienkäferlarven zwicken!


Eindrücke beim Betreten des Zytanien-Geländes ...







 Viele Zelte, viele überwiegend ältere Biker. Vorne am Festplatz eine große Bühne.




Bei bestem Sommerwetter kamen die Getränkestände und die Brutzelbude kaum hinterher mit dem Versorgen.


Rollende Verstärkung der Getränkeversorgung



Alles ging sehr friedlich ab, die Leute waren total entspannt, viele waren gestern schon angereist. Einige hatten sich seit gestern Abend schon gut zugeschädelt, was aber wohl dazugehört :-).



Schattenplätze waren begehrt ...



Dicht an Dicht direkt vor der Bühne geparkt - zum Bestaunen


Alles unter 30 Jahren hatte dort keinen Platz und wurde höchstens freundlich belächelt.

 




Ich versorgte mich zunächst einmal mit Bratwurst-im-Brötchen. Wie üblich, per Bon-Bezahlung.
Das ist eine feine Sache - man kauft sich an einer Ausgabestelle eine Bon-Karte, und je nachdem, was man ißt oder trinkt, wird der jeweilige Geldbetrag einfach durchgestrichen. Fertig!
Kein Geschiss mit Geld zählen, oder wechseln. Einfach anstellen, Essen abgreifen, futtern. 

Die Preise bei solchen Events sind moderat: Becher Kaffee für 50 Cent. Bratwurst im Brötchen 2,- Euro. Fleisch im Brötchen 3,- Euro.
Cola, Fanta etc. 1,- Euro.
Bier 2,- Euro (oder doch 1,50? ich weiß nicht genau, ich hab's nicht getrunken).

Das Fleisch ist qualitativ super, gut durchgegrillt und vernünftig groß geschnitten. Ja, wer mal gut essen möchte in lockerer Atmosphäre ... ;-) ... ich empfehle solche Events!

Ich hockte mich in den Schatten auf eine Bank und futterte etwas lustlos meine Bratwurst. Appetit hatte ich nicht wirklich, die Hitze und die Erkältung schlauchten mich. Meine mitgebrachte Wasserflasche war eher leer, als ich gedacht hatte - später gab es dann Nachschub in Form von Cola (kurzfristiger Energielieferant), Kaffee und Fanta.

Ich beäugte die mir fremde Welt - Festivals oder Campground-Events waren schon zu meiner Jugendzeit nicht so der Renner auf meiner Beliebtheitsskala - zuviel Krach, zuwenig Komfort - und bei einem späteren Rundgang erinnerte ich mich auch an mein No-Go-Highlight: AMEISEN.
Durch die anhaltende Trockenheit waren diese kleinen Viecher im Schlaraffenland. Nun wuselten sie überall herum und bevölkerten in Abermillionenpopulation sämtliche abgestellte Motorräder, krochen in Zelten und Bierbechern herum, liefen über im Schatten auf LuMa schlafende Moppedfahrer (hoffentlich nicht in den Mund - Eaten by Ants) ... Mich schauderte es.
Die Biker störte das nicht. Glückliche, die.
 
Camping in Dänemark (mit eigenem Wohnwagen) ist das eine - Campen auf Sandboden im Zelt, in praller Hitze, ohne Dusche und umschwadert von Staubwolken (wenn Motorradfahrer auf dem Gelände herumfuhren) - das ist dann das andere, das tolle Männer-Bikerleben. Man muß es halt mögen.

Ich bewunderte die Leute, denen das nichts ausmachte. Vielleicht lag es auch ein KLEIN wenig am Bier ;-).

Es gab sogar einen Toilettenwagen (Ladies/Man) mit Waschbecken.

Da die Türen offen standen, bekam ich einen guten Einblick in die körperlichen Atribute der anwesenden Herr-schaften ;-). Ansonsten gab es vorne an den Brutzelbuden eine lange Wasserleitung mit mehreren Wasserhähnen - der "Waschplatz" für den Mann oder die "harte" Biker-Frau. Es gibt wohl auch Bikerfeten, wo die Kerls im nahegelegenen Teich gebadet hatten, weil es eben nicht üblich ist, auch noch Duschgelegenheiten zur Verfügung zu stellen.

Die Fische in der Umgebung müssen echt abgehärtet sein!

Waschen - wozu das denn - kaltes Wasser über den Schädel reicht - duschen nur wegen der Ehefrauen zuhause, die nörgeln sonst so rum - echte Kerls können auch mal drei Tage ohne!


Weitere Eindrücke vom Gelände ....

Garantiert Standsicher - und auch als Frühstücksplatz geeignet ;-)



Die hier hatten beide "Rücken" -  und "Schädel"? - wegen Eckes Edelkirsch ....



Mit dem Mopped zur Getränkebude - hier auf dem Gelände war alles möglich


Ich trieb mich mit der Cam ein wenig hinter den Buden herum ...




















Zytanien 2013 - Make Love also !!


Gegen 20 Uhr ging die Siegerehrung los - wer hat das schönste Mopped, oder wer das lauteste, wer war am weitesten angereist etc.
Vor der Bühne stand ein verlängertes Mopped, von dem mir leider ein Foto fehlt - aber es war aus zweien zusammengesetzt und durfte mit roter Nummer gefahren werden ;-).

Ein kleiner Scheißer von vielleicht 24 Jahren heizte ständig mit seinem Minimotorrad über das Gelände - das Motorrad war zwar klein, machte aber einen Riesenkrach und da der Typ das ohne Rücksicht nutzte, waren die Mitzelter um seine Unterkunft herum tierisch genervt von dem Kerl.

Tja, Zeltwände sind keine Hauswände. Augen auf bei der Zeltplatzwahl ...

Gegen 21 Uhr legte eine Coverband los, die viel guten Willen an den Tag legte. 

Meine Kondition war am Boden, und so versorgte ich mich noch fix mit einer Bratwurst und einem Becher Fanta (die letzten Bons verfressen), und dann ging es gegen 22 Uhr nach Hause.

Schneller Abstecher im Maisfeld, Blätter für die Schweinis einpacken, und dann war es auch gut mit dem Tag ...


Fazit:
Ein schöner Abend. Eine ätzende Erkältung. Eine komatös geschlafene Nacht. Leider keine Spontanheilung, aber immerhin war die Laune mit neuen Bildern gefüttert.


Fotos von anderer Stelle: hier (klick!)



Dienstag, 16. Juli 2013

16.7.2013 - JUBILÄUM



Erinnert ihr euch noch?

SO (klick!) ging es los ...

Und es ging weiter - und weiter - und weiter ...

Im letzten Jahr wurde viel gefahren. Viel ERfahren. Die Saison endete am 31. Oktober. Und weil mir die Wartezeit zu lang war, änderte ich meinen Status - hier (klick!) nachzulesen. 

Und bin dann auch bei -11° gefahren (klick!)

Anfangs fuhr ich ja allein durch die Weltgeschichte. Ab und an klinkten sich Mitfahrer/Mitfahrerinnen ein (klick!). Und klick!

Auch im Jahr 2013 war der eine oder andere Fahrerfahrene mal bei Ellie-Heike-Tours mitgefahren - alle, ALLE meinten hinterher das gleiche: "Das hat Spaß gemacht! Bei Deinem Tempo SEHE ich wenigstens mal was von der Gegend!" Und das war nicht sarkastisch, sondern anerkennend gemeint.

Ich kämpfe auch nach einem Jahr und mit mittlerweile knapp 12.000 km Fahrerfahrung noch mit meinen Ängsten beim Fahren. 
Allerdings sind manche ehemalige "Horrorstrecken" (aufgrund des Straßenbelages) heute nur noch eine popometerreizende Herausforderung - und kein Grund mehr, die Straße zu meiden!

Für meine Leser, die sich auskennen: der Weg von Lüttgenrode nach Vienenburg - der Straßenbelag und die 70 km/h Begrenzung. Vormals war ich schweißnass am Rücken, wenn das Hinterrad mal wegdriftete - heutzutage registriere ich das gerademal am Rande!

Den Respekt vor dem Hobby mache ich mir jedesmal neu bewußt, wenn ich auf das Motorrad steige. Ich habe festgestellt, dass von 10 Autofahrern 8 die Leuchtweste registrieren, 2 sehen mich, bremsen kurz und fahren dann doch los - obwohl ich Vorfahrt habe. Ich trage die Leuchtweste trotzdem freiwillig weiter. Ab und an erhalte ich positives Feedback von Autofahrern, was mich dann in meiner Haltung bestätigt. Auf Bikertreffen bin ich meist die Einzige, die leuchtet - mir ist das egal, ob ich "uncool" bin in deren Augen. Wer sind schon "die anderen" ;-). Ich bin ich - mich gibt es mit Weste - basta fertig aus.

Wenn ich auf Ellie steige, sage ich mir: "Heike - die wollen dich alle töten, denk daran!" - ich verlasse mich NIEMALS darauf, dass ich Vorfahrt habe - oder das sie mich trotz Leuchtweste besser erkennen würden.

Ich weiß mittlerweile ohne Hinzugucken, wo Ellies Hupe ist. 

Ich achte so gut ich es kann auf mein Bauchgefühl.

Ich hasse es, bei Regen zu fahren. Ellie wird schmutzig, und gucken kann ich auch nicht wirklich was, wenn das Visier zugeschifft wird ... Regenfahrten zeigten mir allerdings, wie mies meine Erstausrüstung (Hose, Jacke, Stiefel) ist - insofern war auch DAS lehrreich - ich bin jetzt mal dankbar dafür :-).

Ich schaffe es nun locker, mit 80 bis 90 km/h auf den ruhigen Nebenstraßen unterwegs zu sein. 110 km/h wurden auch schon gefahren. Das Höchste, was ich mal an einem guten Tag packte, waren 145 km/h. Auf einer Autobahn war ich seit meiner Fahrschulzeit niemals wieder gefahren.
Nächste Herausforderung - ein Kurzurlaub im Ostharz Anfang August, Anreise ein Stück auf der B6 - da werde ich mal wieder versuchen, mit mehr als 100 km/h unterwegs zu sein. B6 deshalb, weil ich NULL BOCK auf das Verwirrspiel in Wernigerode habe! Bislang war ich dreimal dort und hatte mich dreimal verfahren - obwohl ich den Umleitungsschildern gefolgt war! Die Stadt ist einfach unmöglich!

Meine körperliche Kraft ist in dieser Saison meiner Auffassung nach nicht mehr so gut wie im letzten Jahr. Mein rechtes Bein - Unterschenkel - muckt nach längerer Strecke, was vielleicht am Winkel liegt (also wie ich da auf Ellie draufhocke).

Ich mute mir immer noch ab und an zuviel zu - meist, wenn ich mit einer anderen Person unterwegs bin - ich lasse mich von meinen persönlichen Teufeln drängen - und merke meist erst kurz vor Schluß, wie ungesund ich mich verhalten hatte ... aber verstehen tut man das Leben ja meist nur rückwärts gesehen.

Ein großer Traum von mir ist, in Dänemark Motorrad zu fahren.
Die Dänen sind wesentlich gelassener drauf - die Autofahrer respektieren die Motorradfahrer anders, und drängeln oder schneiden habe ich da nie erlebt.

Dänemark ist "hyggeligt" - gemütlich. Und ich fühle mich da irgendwie sicherer - vielleicht, weil ich das Land seit 32 Jahren bereise und Land, Leute und Mentalität doch schon ein wenig kenne.


Gute Teerstraßen, lässige Autofahrer, gemütliche einsehbare Kurven, angenehmes Tempo - 90 km/h - und nicht überfüllt - das sind die Straßenverhältnisse da oben in Südjütland - für mein Fahrgefühl absolut perfekt!


Mal schauen, ob ich das realisieren kann :-).

Ich danke all meinen Bloglesern sehr herzlich für eure Kommentare und Anrufe, für kleine nette Gesten und Anregungen - mein besonderer Dank gilt Svenja, die mit ihrem Blog soviel Lehrreiches und Mutmachendes in mein Motorrad-ER-Leben gebracht hat.






Ich habe vor, diese Saison lebend und gesund zu überstehen. Insofern könnt ihr euch auch auf weitere Berichte freuen :-).

Bekommen habe ich Ellie mit 9.100 km auf dem Tacho. Momentan liegt sie bei 20.300 km ;-)

Vielleicht schaffe ich dieses Jahr meine 10.000 Fahrkilometer.
Spaß macht es immer noch. Aber dieses hektische Fieber ("ich muß die Saison ausnutzen!") ist vorbei. Ich darf das ganze Jahr über fahren und das entspannt doch ungemein :-)

Die Linke zum Gruß und allen Selberfahrern allzeit Gute Fahrt. Macht mir keinen Kummer, ihr Lieben - die Welt braucht uns !



26.8.2013 - mit nahezu 13.000 Fahrkilometern hinter uns -
das Team "Ellie und Heike" beim Chillen in Seinstedt, 
letzter Urlaubstag des vierwöchigen Sommerurlaubs



 Kleine Annekdote am Rande - was ich so zusammenträume (heute morgen ca. 5 Uhr): 

Ich bin in einem Motorradtraining, auf einer bereitgestellten Choppermaschine (Harley?). Beim zweiten Lauf / der zweiten Fahrrunde vor versammeltem Publikum kriegt der Trainer von einer anderen Trainerin gepetzt: "Die Frau hat vorhin bei der ersten Fahrübung ihren EIGENEN Helm aufgehabt!" 
Trainer 2 ist total pikiert: "DAS geht hier aber nicht - wie sieht DAS denn aus - Du nimmst gefälligst den Jet-Helm, wie alle anderen auch!"
Ich, energisch und stur: "Ich DENKE ja gar nicht dran - der Jet-Helm paßt mir nicht, außerdem sieht der scheiße aus, und rutscht mir beim Fahren immer über die Augen - ich trage meinen eigenen Helm, und basta!"
Daraufhin schickt mich Trainer 2 in die Box, zitiert mich in sein Büro, gibt mir mein Kursgeld (von 2 Euro irgendwas) in die Hand und stempelt mein Papier mit dem Text "Ungeeignet" - und schickt mich wutentbrannt aus der Tür.
Draußen sitzen die anderen Schüler und gucken ganz verschreckt. Ich grinse sie böse an und sage: "Ich bin raus - hier stehts - Ungeeignet!"
Mit Triumpf in der Stimme und höchstzufrieden (unter anderem weil ich das Kursgeld wieder habe; hätte ICH "gekündigt", wäre es verfallen!) verlasse ich den arroganten Spielplatz der Eitelkeiten.

Was sagen die Traumdeuter zu so einem Quark? ;-)