Ellie und ich

Ellie und ich

Montag, 1. Juli 2013

30.7.2013 - Tour von Wolfenbüttel über Osterwiek nach Hessen

30.7.

Da das Wetter morgens mehr als bescheiden aussah, plünnte ich mich in meine Winterkombi (jaha, auch mit Jackeninnenfutter - Juni 2013, danke, haha ...) und fuhr tapfer drauf los, die blitzende Ellie unter mir. Erstmal ging es nach Linden zum GoDi.

Das Winterfutter aus der Büx hatte ich dummerweise weggelassen - die Luft war zunächst noch sehr frisch und ich ärgerte mich darüber, nicht wenigstens eine Funktionsunterhose angezogen zu haben. Ich hätte sie ja wenigstens mitnehmen können! Nachlässiges Ich ... So hieß es heroisch frieren. Immerhin hatte ich die Kuhfuß-Handschuhe an, und somit keine kalten Fingers!

Die neuen Daytonastiefel sind nicht wirklich flauschig kuschelig von innen - und auch beim Raufschalten hatte ich den Eindruck, dass sie den Hebel nicht ganz richtig erwischen.

Da werde ich mich dran gewöhnen müssen. Die alten Botten sind zwar nett, warm und kuschelig, taugen aber bei Regen nix. Dafür kam ich mit ihnen besser an die Schaltrasten ran ... aber irgendwas ist ja immer !

Ich  genehmigte mir ein Käffchen beim Kirchkaffee, quatschte gemütlich locker mit meinen Freunden, und fuhr gegen halb eins gestärkt weiter.
Erstmal zur Tanke. Die Preise mal wieder (Ferienbeginn ...) explodiert, mußte ich mit 1,589 Euro pro Liter zähneknirschend Ellies Tank füllen. Das geht mittlerweile ganz locker im Sitzen. Der Tankrüssel ist für Autotanks konzipiert - wenn ich den in Ellies Tank stecke, spritzt der Sprit sofort oben aus. Dämlich!
Also verbiege ich mir die Hand, um a) nicht zu klecksen und b) genug Sprit rauszudrücken, dass die Autofahrer hinter mir nicht Schimmel ansetzen vom langen Warten. 
Trotzdem wische ich hinterher immer noch den Tank um die Öffnung herum ab, für den Fall, dass doch was auf den Lack getropft ist.

Tankvorgang - beim Auto lächerlich einfach, beim Mopped eine Herausforderung.

Weiter ging es, Richtung Osterwiek. Wetter immer noch bewölkt und irgendwie GARNICHT sommerlich.

Ich fuhr gut an diesem Sonntag - entspannt und für meine Verhältnisse doch recht fix. Mit 120 km/h auf der Landstraße, das mache ich nicht so oft.
Nun sollte es gemütlich weitergehen. Nach Hessen. Ich wollte mir das dortige Schloß mal anschauen. Bislang bin ich da immer dran vorbeigedüst - diesesmal wollte ich es angucken!

An der alten Abtei vorbei, durch die Kirschbaumalleen, den Ausblick in die schöne Landschaft genießen - ja, da kam dann doch etwas Freiheits-Sommer-Feeling in mir hoch :-). Schönes Gefühl war das!

Dann also Hessen.

Ein Polizeiwagen mit HSK Kennzeichen lauerte in einer kleinen Gasse. Der Blick des Fahrers auf mich war sabbernd. ICH hatte alle Papiere dabei, mir wäre das also egal gewesen. Aber der wollte uns nicht ...

Ich fuhr an das Schloß bzw. die Mauern heran. Direkt gegenüber war eine Straße, und ich sah nur: guter befestigter Belag - und wollte Ellie direkt unter einem "eingeschränktes Halteverbot"-Schild parken. Dann kam mir die Erkenntnis, ich sollte dann DOCH lieber einige Schritte weiter auf einem offiziellen Parkplatz anhalten.
Hüstel ...

Na guuut - und kaum das ich aus der Straße herausfahren wollte, tuckerte der Sherif an uns vorbei und guckte dabei bedröppelt - wohl weil er uns nicht bei einem Vergehen erwischt hatte ... Jungejunge, die Sonntage da im Landkreis müssen irre langweilig sein für die Ordnungshüter ;-)



 Yo - hier waren wir also ...
Klickt auf das Bild, dann wird es deutlicher ...


Ich stopfte meine Jackentaschen voll, und wanderte langsam zum Schloßgelände. Hier stellte ich fest, dass meine Leuchtweste DER Magnet für Rapskäfer war. Genervt plünnte ich das Teil also aus. Umschwärmt zu werden ist was feines, aber müssen es unbedingt Käfer sein? 

Das Schloßgelände war sehr schön angelegt - Gärten, und interessiert restauriertes Gemäuer ... 




Blick von der Straße auf Gebäude auf dem Schloßgelände



Ein Teil das neu angelegten Gartens











Freilichtbühne im historischen Burghof; sehr ansprechend eingebaut


Ehemalige Schloßkapelle, Eingang


















An einem Wirtschaftsgebäude ... was das wohl mal für eine Pflanze gewesen ist ...



 
Aufgang zur Ausstellung im Turm



Schön ausgearbeitet - im Turmhaus war eine Ausstellung zur Schloßgeschichte, und im Nebenzimmer tagte der Heimatverein



Offenbar notwendiges Schild an einem alten Schrank mit Prospektmaterial im Inneren


Das Wetter blieb ungemütlich. Windig, wolkig und grau zeigte sich der Himmel. Regnet es noch oder nicht?
Es plagte ein kleines Hüngerchen, und es ging zu einem kleinen Kiosk, direkt gegenüber vom Schloß. Angenehme Preise - hier wird pausiert!

Es gab eine Thüringer Bratworscht mit Brot für mich (ich hatte sogar die Wahl zwischen weißem und Schwarzbrot gehabt).
Lecker war das, netter Kioskwirt, skurile Dorfbewohner im Kiosk bei Käffchen und Ziggies.

Ich saß draußen und schmauste vergnügt. Der Wind und das Wetter störte nicht so, ich war ja warm eingeplünnt.



 
Eine Gestalt in Kutte wankte wenige Schritte gegenüber vom Kiosk aus einer Seitengasse heraus, tappte ziemlich unsicher über die Hauptstraße, und ging Richtung Schloßpark. Wir vermuteten einen von einer Bikerparty Übriggebliebenen. Da zieht der sich auf einmal die Kutte aus, dreht die um, und zieht sich die nun labellose wieder über.

HÄ?
("Hä?" - Kurzform für 'na sowas na sowas, das ist mir ja noch nie begegnet, oh hilfe, was ist das jetzt für eine Zwischenwelt, in der wir da gelandet sind; hoffentlich bleibt der friedlich und zieht nicht gleich eine Pumpgun unter seinem Shirt hervor; und überhaupt und sowieso' ..").

Wenige Augenblicke später verschwand der Typ hinter einer Mauer und begoß mit seinem Blaseninhalt die Umgebung.

Hm - was sollte mir diese Begegnung sagen? 
Ich war jetzt doch etwas unruhig, wenn ich an Ellie und ihre gefüllten Packtaschen dachte. Einer, der sich die Kutte umdreht - sowas hatte ich auch noch nie erlebt.

Ellie war unangetastet, und ich dann doch etwas erleichtert. Hessen am Sonntag nachmittag - da sag nochmal einer, hier wäre nichts los!

Weiter ging es über Mattierzoll, Winningstedt, Gevensleben, Beierstedt bis nach Jerxheim - die gleiche Route, die ich letzten Sonntag gefahren bin. Es sah nun nach Regen aus, und ich wollte jetzt wieder zur Heimat zurückzufahren. Da die Hauptstraße bei Schöppenstedt gesperrt war, mußten Ellie und ich über die Dörfer tuckern.

Ich hatte 100 Kilometer auf dem Tageskilometerzähler.





Fazit:
Ein schöner Ausflug mit Besichtigung. Hessen - ein Ort, wo viele einfach durchfahren, auf dem Weg in den Harz. Das Schloßgelände zu besuchen lohnt sich.

Der Imbiß/Kiosk ist für den kleinen Hunger zu empfehlen, Thüringer Bratwurst mit Brot für 2.20 Euro ist moderat. Saubere Klos gibt es dort auch. Für Nicht-Gäste kostet es 0,50 Cent Gebühr.




2 Kommentare:

  1. Wieder eine schöne Runde. Danke für die Ruinenbilder, da steh' ich drauf ;-)

    Der gewendete Kuttenträger ist ein eigenartiges Phänomen, hab' ich noch nie gehört oder gesehen.

    Ach ja, ein Klo-Führer für weibliche Biker wäre doch mal was ;-)

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  2. @ Sonja - Klo-Führer - DER Hinweis überhaupt :-o
    Ich und meine Konfirmandenblase, mit meiner Zeckenphobie - somit scheidet ja Waldpippiplatz derzeit absolut aus! Ich werde Deinen Tipp mal überdenken :-)! Was ich schon alles für Örtlichkeiten hatte ... allein DARÜBER könnte ich ein weiteres Blog schreiben ;-) ;-)

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