Auf dem Hinweg machte ich noch bei meiner Freundin eine Pause. Sie hatte ein Gastgeschenk fertig graviert, welches ich demnächst überreichen werde.
Handgraviert - ein Unikat und daher etwas ganz besonderes!
Gegen Abend fuhr ich dann in mein zur Hälfte mir gehörendes Haus, zog mich schnell um, machte mich standesgemäß fertig, nahm noch die dicke Steppjacke unter den Arm und los ging die Reise.
Abfahrt Heimfeld/Hamburg war natürlich noch eine Baustelle. Aber kein Problem, nahm ich die nächste.
Immer schön den gelben U-Schildern hinterher. Wenn die denn immer so fix erkennbar wären im Dustern. Es regnete, unheimlich viel Verkehr auf den Straßen (hier merkte ich deutlich, nicht mehr in meinem Landkreis zu sein ... das war hier normal so!), und ich nachtblinder Fisch verfuhr mich mehrere Male gekonnt.
Schließlich kam ich in die Nähe des Clubhauses. Dachte ich zumindest. Es folgte - nichts - nur Dunkelheit am Wegesrand.
Im nächsten Ort hielt ich am Straßenrand an, und rief meinen Buddy in Salzgitter zur Hilfe. Er hängte sich ans Internet und suchte per Google Maps heraus, wo ich stecken könnte, und wo genau der Club wäre. Zwischendurch kam die unvermeidliche Frage, mit der er mich seit Wochen nervt: "Hast Du IMMER noch kein Smartphone???"
Nein, habe ich nicht, sonst hätte ich ihn ja wohl nicht angerufen.
Er findet mich ein wenig doof, weil ich das immer noch nicht erledigt habe.
Pah. Doof darf ich ruhig sein, ich wußte mir ja zu helfen, oder nicht?
Es kam heraus, das ich nur ein kleines Stück zu weit gefahren war. Ich drehte also rasant über zwei Fahrspuren um, und fuhr zurück. Vor mir schlingerte ein alter Passat Kombi, und fuhr irgendwann in einen kleinen Waldweg ein. Keine Ahnung, warum ich dem folgte - aber plötzlich sah ich an einem alten Holzschuppen die Hausnummer 130. Hurra - das war das Clubhaus!
Es stellte sich heraus, das der Typ aus dem Auto derjenige war, der das Haus für die Party öffnen sollte.
Sprich - ich war der erste Gast.
Daher auch die Dunkelheit - noch keine Positionslampen rausgehängt. Und die Ortskundigen wußten ja, wo sie hinmußten.
Man, man, man - in Hamburg ticken die Uhren echt anders. Um die Uhrzeit wäre bei uns schon die Post durchgeritten, die Hälfte der Gäste breit wie ein Holzfäller im Frühling, und die andere Hälfte gerade auf dem Weg dahin!
Während der tapfere Geselle also seinen Pflichten nachkam, lungerte ich auf dem Gelände herum und bekam als erster Gast ein Bier ausgegeben. Prost, Kamerad - das war eine feine Geste von Dir!
Nach und nach trudelten weitere Mitglieder ein. Alle freundlich und wie gewohnt nordisch zurückhaltend. Ich war in der alten Heimat - hier sind die etwas gesetzter.
Ein Bier ausgeben heißt soviel wie tausend Küsse bei den Franzosen.
An der Feier - bzw. Feuertonne kamen später am Abend noch schöne Gespräche zustande. Schicksale wurden begossen, und Verstorbenen gedacht ...
Ich machte ein Foto für den Blog.
Eingangsbereich vom Gelände - verschnörkelt und durch die Dunkelheit nur schlecht erkennbar, trotzdem das spezielle Merkmal vom Clubhaus und deshalb ohne Bearbeitung
Ich lernte einige interessante Typen kennen, bekam Infos und Flyer in die Tasche gepackt, verlor irgendwo auf dem Gelände meine warme Mütze (stellte ich aber erst zuhause fest ...), und weit weit nach Mitternacht - als meine immer noch nicht ausgeheilte Halsentzündung mir das Sprechen und Wohlfühlen ganz unmöglich machte - fuhr ich stockheiser geredet heimwärts.
Durch die Baustelle auf der A7 mußte ich Umleitungen folgen. Gleiches Spiel wie auf der Hinfahrt - nur in die andere Richtung.
Ich irrte im Stadtrandgebiet herum, verließ mich auf Erinnerungen, die 20 Jahre alt waren. Fand letztendlich doch die A1 und beschloß in dem Augenblick: mir reicht es! Ohne Helferlein geht es nicht mehr.
Ich irrte im Stadtrandgebiet herum, verließ mich auf Erinnerungen, die 20 Jahre alt waren. Fand letztendlich doch die A1 und beschloß in dem Augenblick: mir reicht es! Ohne Helferlein geht es nicht mehr.
Ich bin zu oft unterwegs, und auf die Papierkarte kann ich mich dann nur begrenzt verlassen. Außerdem nervt das - immer wieder irgendwo rechts ran fahren, und genervt auf einer Karte herumsuchen, aussteigen und Straßennamen suchen ...
Und so kam es, dass es jetzt anders kommen wird in der Zukunft.
Nämlich so:
Mein neuer automatischer Hans - ein Garmin NÜVi - was ganz schickes, feines und hochintelligentes ... und bezahlbar!
Schon zuhause ausprobiert auf einer bekannten Strecke. Okay, das Teil kann viel, aber nicht alles. Trotzdem bin ich sehr zufrieden. Auch mit dem 5 Zoll großen Monitor. Man wird ja nicht jünger, und gut gucken können ist was feines.
Das lebenslange kostenlose Kartenupdate ist prima. Muß man beim TomTom ja alles extra zahlen.
Auch die gute Bewertung der Software, der Kundenservice von Garmin und die Zubehörteile haben mich angesprochen.
Nun bin ich nicht mehr ganz so planlos in der Botanik unterwegs. Das Teil hat sogar eine "Wo bin ich?"-Funktion!
Sehr wichtig, finde ich - denn oft genug fragte ich mich das ja bei meinen Touren mitten im Osten Deutschlands "... wo zur Hölle bin ich jetzt wieder durch die ganzen Umleitungen gelandet???"
Ich habe mir erzählen lassen, dass man diese Navis auch auf dem Motorrad nutzen kann. Da sie nicht wasserdicht sind, sollte man entweder nicht bei Regen fahren, oder den Tankrucksack mit einer Regenhaube schützen. Oder eben weiter nach laminierter Karte fahren, und den Navi als Rettungs-Hans im Gepäck haben.
Fazit:
Man darf ruhig doof sein, man muß sich nur zu helfen wissen.
Mal schauen, wie das mit dem Kartenupdate für Gesamteuropa aussieht. Ich habe so einige Reisepläne im nächsten Jahr ;-) !!!
P.S. Ob es wirklich ein alter Passat Kombi gewesen ist, dem ich da nachgefahren bin, bleibt mein Autorengeheimnis. Es war ja dunkel, und erkennbare Attribute schlecht zu sehen.
















