Ellie und ich

Ellie und ich

Dienstag, 18. Dezember 2012

18. Oktober 2012 - Wasserbaum Ockensen, Hemmendorf und ein wenig mehr Weserbergland-Feeling



18.10.

Mir war langweilig mit den alten, kleinen Hausrunden. Ich wollte neue Abenteuer.
Da der Wetterbericht für die nächsten Tage einen goldenen Oktober versprochen hatte, trug ich vier Tage Urlaub ein – was ich im Nachhinein als genialen Einfall verbuche – ich hatte tatsächlich vier wundervolle Oktoberfahrtage!

Meine Freundin Nicole erzählte mir gestern, dass der Wasserbaum in Ockensen bei Salzhemmendorf ein Besuch wert sei. So ging also meine Fahrplanung in diese Richtung. Zum Abschluß würde ich dann „zum Kaffee“ vorbeikommen. 
So mein Plan.
Ich stand um 8 Uhr auf (und das im Urlaub, und das wo ich so gerne lange schlafe – Ellie =  totale Lebensveränderung), frühstückte herzhaft und viel (auch wenn ich sonst nie frühstücke – wieder eine Veränderung - da mußte ich mich komplett umstellen, denn mit leerem Magen kann ich einfach nicht gut durchhalten – mir fehlt dann die wichtige Konzentration), versorgte die Schweinies mit einer reichhaltigen Portion schlechtes-Gewissen-Futter, und ging dann runter in die Garage, Ellie abdecken, Grundcheck machen.

Das hat schon was – eine Garage am Haus, die man mit Hausschuhen und Joggingklamotten betreten kann ;-). Auch das Wissen, dass Ellie nur eine Etage tiefer steht und wartet! 

Ich habe es schon gut im Griff, sie rückwärts aus der Garage zu bugsieren. Am Anfang war das ein mieses Geeier, weil der Fußboden ein kurzes Stück abschüssig gegossen ist. Reinfahren ging ja noch, aber rückwärts rausschieben … 
Nun habe ich den Dreh aber raus, lege ein Brett vor den Garagenabsatz, und beim Rausschieben geht es jetzt besser. Alles eine Frage der Übung, des Trainings. 

Einmal ging Ellie’s Schwerpunkt bedrohlich nach rechts rüber, ich konnte aber ein Kippen gerade noch verhindern. Seitdem sitze ich immer drauf, und schiebe mich mit den Füßen rückwärts. Dauert zwar länger, sieht auch bescheuert aus, ist mir aber egal. Diese Art des Bewegens, Handhabens, ist für mich persönlich viel sicherer. Umkippen wär sowas von uncool!

Das Raustippeln geht dann aber nur und ausschließlich mit den Motorradstiefeln. Mit Schlappen an den Füßen rutschte ich wie auf Glatteis weg. Aus Erfahrung … und so weiter …

Die Frage, ob ich das Richtige angezogen hatte, ist jedes Mal vor einer Tour wieder aktuell. Meist merkte ich das erst unterwegs, war da jetzt aber schon abgeklärter. Was zuviel ist, wird unterwegs ausgezogen! Die Plünnen dann also hinten an die Sozius-Tasche geschnallt. Fertig! 

Unterwegs umziehen geht natürlich auch und ist oft abenteuerlich. Im Gebüsch oder Maisfeld, auch gerne mal in einem Tankstellenklo, wobei die Dinger vielfach sehr klein geraten sind, und einen siffigen Fußboden haben – dann lieber in freier Natur! 
Und was sich da an Murphie-Situationen ergibt – ich staune jedesmal :-D. Tagelang ist keine Sau unterwegs, aber kaum lass ich die Hosen runter, sausen Landwirte oder Touristen an. Alles schon erlebt. Auch irgendwie eine Form der Kontaktaufnahme, hihi!

Um halb elf saß ich endlich im Sattel, und bei der Fahrt zur Tanke (Reifendruck kontrollieren, der blöde Vorderreifen zickt ja immer noch und verliert peu a peu Luft – Ellie bekommt also vielleicht doch neue Schuhe in der nächsten Saison!) fühlte ich schon, wie gut der Tag werden wird: die Luft war erfrischend, und die Sonne einfach herrlich – nicht zu warm, nicht zu kalt. Straße trocken! Wenig Autos. Perfekte Bedingungen also! 

Ich war total hibbelig und voller Neugierde auf den Tag!

Damit ich nicht zu lange anfahren müßte, fuhr ich über Wolfenbüttel (Hauptstraße L615), in Werlaburgdorf Richtung Salzgitter-Bad, und dann eine Strecke über die B6. Nicht mein Liebstes, weil die sehr viel befahren wird, und eher öde ist, was den Fahranreiz angeht. Zum Glück ist die B6 an vielen Stellen zweispurig. Es war auch nicht soviel Verkehr, so dass ich in aller Ruhe mein Tempo steigern konnte. 110 km/h erreichte ich schon, und ich saß trotzdem noch locker drauf. Das dann einige Kilometer durchzuhalten, war mal wieder eine Erfahrung … 

Ellie kann auch noch schneller, das hatte ich ja schon mal ausprobiert, aber mir wäre das zu nervig gewesen. Ich hatte keinen behindert, fuhr brav rechts, also auch mit 100 km/h alles supi.

Bei Binder (Salzgitter/Watenstedt) reichte es mir dann aber – ich bin wirklich lieber auf den Nebenstrecken unterwegs und benutze Bundesstraße nur, wenn es schneller gehen soll -  und ich fuhr ab. Ein Kiesteich lud zu einer Rast ein. Ellie parkte ich am Rand, wo ein Stück Betonstraße war. Der Teich selber hatte keinen Wanderweg, es gab nur ein Stück aufgeweichten, schlammigen Pfad. War auch kein echter Rastplatz, trotzdem schön! Brot ausgepackt, kleine Futterpause – immer gut! Da ich ja keine Raucherin bin, nutze ich die Pausen halt anders ;-).

 Direkt neben der B6; ein Kiesteich-Rastplatz zum pausieren


Angesiedelte Gartenblume; herrlicher Farbklecks!



 Ellie parkt brav vor der Absperrkette

Danach ging es dann an Holle, Sottrum und Henneckenrode vorbei, Richtung Nette, Upstedt (der Ort mit der 1000-jährigen Buche, da war ich schonmal am 3.10. gefahren!) und in Richtung Bodenburg. 
Weiter über Almstedt, Segeste, Petze, Sibesse. Schön hügelig, traumhafte Fernsicht links rüber auf die Sieben Berge (die Zwerge waren grad nicht zu sehen) und zur anderen Seite lag der Hildesheimer Wald. Auch hier: alles schön herbstlich gefärbt.

Dann über Gronau (groß ausgebaute Agravis-Tanke nach dem ersten Kreisel, Ladestraße, nettes Personal) und Eime, die B240 längs. In Marienhagen ging es ganz schön hügelanwärts – ich überquerte den Thüster Berg. Rechts abgebogen auf die L462, weiter nach Thüste, und ein Dorf weiter war Ockensen erreicht.

Der Wasserbaum liegt direkt am Ith, bzw. im Ith. Man muß durch den ganzen kleinen Ort Ockensen hindurch, bis es so aussieht, als fahre man gleich ins Niemandland! 

Sehr schöner und naturbelassener Platz am Wasserbaum, mit vielen Möglichkeiten, Dämme zu bauen, oder einfach dort in dem Waldstück herumzutoben. Der Wasserbaum selber war eine Attraktion! Danke an Nicole für diesen tollen Insidertipp. Ich freue mich schon auf die nächste Saison! Mit den Kids herumtoben, Dämme bauen, im Wasser pantschen …



Der "Wasserbaum" in Ockensen/Salzhemmendorf





Begeistert stapfte ich da durch die Botanik, fotografierte alles und jedes, und konnte mich kaum sattsehen an den herbstlichen Farben.

Baumrelikt - zerfressen, verwittert und doch noch schön auf eigene Art und Weise!


Elektrifizierter Strahlekeks-Himmel


 Blick ins Hildesheimer Ländle; oberhalb vom Wasserbaum

Teich oberhalb vom Wasserbaum; eiskaltes und klares Wasser aus dem Ith



Ellie und ich am Wasserbaum!
Und ich stolz wie Oskar, strahlekeksig-glücklich über die schöne Tour und das geniale Wetter!


Während ich später gegenüber vom Wasserbaum eine gemütliche Cappupause einlegte, kam ein Ehepaar auf Fahrrädern angeradelt. Echte Biker also :-D.

Nachdem sie ihren Beagle aus dem Fahrradkorb gewuchtet, den Wasserbaum inspiziert und fotografiert hatten, lud ich sie an meinen Rastplatztisch ein. Sie machten dort in Salzhemmendorf (ein Ort hinter Ockensen) Urlaub mit dem Wohnmobil, kamen aus dem Münsterland zur Stadtgrenze vom Ruhrpott, hatten ihre Tochter besucht … er hatte auch mal Motorrad gefahren (also die übliche Story – von Mopped über Auto, Eigenheim, Familie, und im Rentenalter hin zum Wohnmobil; und Mopped in wehmütiger Erinnerung wegen der wilden Jugendzeiten).

Wir gingen noch einige Schritte einen Rundweg hoch zum Ith hin, den ich aber nicht weiter mitging. Meine Motorradstiefel eignen sich nicht so wirklich zum Wandern. Sie sind bequem, ja, aber das Profil ist eben nicht für Wandern ausgelegt, sondern für Fahren ;-).

Kurz oberhalb des zweiten Zulaufteiches für den Wasserbaum war auch rechter Hand eine Minipfütze im Gestrüpp: die Quelle! Hatte ich vorher bei meinem Rundgang gar nicht wahrgenommen. 

Wie gut, dass ich Touris an meiner Seite hatte, deren Handy-Reiseführer besser Auskunft gab als meine popelige Wanderkarte!

Das Wasser war wirklich lecker, schmeckte total erfrischend. Die beiden plus Hund gingen weiter, und ich fotografierte noch ein wenig. Als ich wieder unten am Wasserbaum ankam, vermißte ich mein Handy! Schreck!

Tja, als ich die Quelle fotografiert hatte, hatte ich das Handy ins Gras gelegt, um beide Hände für die Cam freizuhaben. Da lag das Handy auch noch ganz brav. Ouhman, ich Töffelkopf …

Die Marienkäfer waren an dem Tag erst eine Niedlichkeit, und dann eine wahre Plage. Sie krabbelten überall herum. So trollte ich mich dann also, in der stillen Hoffnung, dem Gekrabbel zu entgehen. Gelbe Klecke auf dem Visier belehrten mich eines Besseren. Durch die Wärme bekamen sie wohl einen Schub, und waren zu Tausenden unterwegs. Wohin auch immer … Betriebsausflug der Krabbelkäfer ;-)!

 Helmbesetzer!


Naja, es wurde erträglicher mit den Käfern, als ich dann am Kanstein vorbeifuhr (sehr interessanter Seitenweg, den ich mal wieder neugierig durch Zufall gefunden hatte; voller Schlaglöcher und mäßig geflickt, aber die Aussicht auf den Ith linksseitig und wie gesagt, den Kantstein und den Thüster Berg rechts, war mal wieder grandios!). Nächste Pause also! Gegend staunen, fotografieren, sich des Lebens und der großen Tour freuen!


Blick auf Salzhemmendorf; interessanter Seitenweg - fernab von der geteerten Route!

 Blick zum Ith; mit herbstlichem Farbkleid

 Blick über den Thüster Berg

Bei Hemmendorf - ich bin querfeldein gefahren, und das sogar legal, kein Verbotschild! - entdeckte ich eine kleine „Arche Noah“, ein Hof mit Eseln, Shettlandpony, Lamas und größeren Ponys. 


 Die Tierbande vom "Schäferhof" - Hemmendorf


Und wieder eine Pause. Anhalten, Fotos machen, „ihr seid sooo niedlich“-Ansabbelei – der dort arbeitende Bauer guckte erstaunt herüber - sah bestimmt lustig aus, denn ich hatte für die Aktion den Helm nicht wieder abgenommen - und dann ging es endlich weiter, zum geplanten Zielort.

Mit mehrstündiger Verspätung trudelte ich bei meiner Freundin ein. War aber nicht schlimm. Wir lachten und erzählten, ich noch randvoll mit meinen Erlebnissen, und genossen die Zeit. 

Gegen 17.30 Uhr fuhr ich dann über die B1 nach Hause.
Sonne hatte ich jetzt im Rücken. Somit fuhr ich mit doppelter Aufmerksamkeit. Mich blendete die Sonne nur im Rückspiegel, aber die anderen … Die entgegenkommenden Autofahrer hatten alle die Sonnenblenden runter, fuhren auch mit zusammengekniffenen Augen durch die Gegend – Alarmsignal – Aufmerksamkeit erhöhen kann in dieser Situation lebenswichtig sein (Gruß an die Fahrschule; ja, ich habe diese Warnung nicht vergessen!!!) … haben sich aber alle brav verhalten. 
Die entgegenkommenden Motorradfahrer hatten es schwerer. Sonnenbrille oder Sonnenblende am Visier, trotzdem ist diese tiefstehende Sonne ein gefährlicher Faktor. Wir werden schneller übersehen, wegen unserer schmalen Silhouette.

Weil ich, in Braunschweig angekommen, schon recht müde war, fuhr ich lieber durch die Stadt heim. Gute Entscheidung, war genau richtig. Sonne blendete nicht mehr, Hauptverkehr war auch schon durch, an den Ampeln bekam ich kleine Verschnaufpausen – ich kam gegen 19 Uhr zuhause an. Es war schon dunkel geworden, aber ich wußte ja, wo es längs geht ;-). 

Dunkelfahrten mag ich immer noch nicht so, aber ich habe auch keine Angst mehr. Wieder eine Veränderung!

 Die Route; auch hier wieder: wenn ihr auf das Bild klickt, wird es deutlicher, wo Ellie und ich herumgetuckert sind!


Fazit: wenn ich erstmal mit dem Motorrad unterwegs bin, kann ich keine genauen Zeitzusagen machen! Wenn ich zum Kaffee kommen will, kann es gut sein, dass sich der Zeitrahmen um zwei Stunden verschiebt. Das ist eben so!

Marienkäfermatsch auf dem Visier geht nur mit langem Einweichen ab – nasses Küchentuch aufs Helmvisier legen, und eine Stunde warten. Dann am besten noch vorsichtig mit einem Brillenputztuch hinterher wischen, weil diese Schmiere des Chitinpanzers hartnäckig ist. Und ich dachte, diese Marienkäferschwärme gibt es nur an der Ostsee. Wieder was dazugelernt ;-).

13. Oktober 2012 - östliches Umland mit Anfängerübungskurve

13.10.

Einfach mal wieder ein wenig herumtouren :-) - genauer kann ich nicht werden. Ich bin eben ... getourt - im Osten. 





 In dem Bereich findet man noch die alten Beton-Feldwege - siehe nächstes Foto!
Auch Einheimische nutzen diese Abkürzungen zwischen den Feldern!


Rast im Schatten eines alten Apfelbaumes; Äpfel sahen toll aus, waren aber ähnlich geschmacklos wie die grünen aus dem Supermarkt; oder ich war einfach nicht hungrig genug - das kann auch sein :-)


Übungsbereich "Kurve für Anfänger"
Außerdem ein klasse Obstbaumgebiet - lecker saftige Birnen am Straßenrand! Ein Hoch auf die alten Obstbaum-Alleen


Diese kleine Kurve geht über einen Hügel - wenn man sie mit 30 km/h nimmt, fand ich das immer noch schnell genug
(Klick auf das Bild macht die Ansicht größer )

 
Und dann wieder Eisdiele Vienenburg :-).

Touren-"Alltag" eben.

Fazit: ich brauche etwas längeres - und neue Abenteuer. Die alten Hausrunden nutzen allmählich ab!

Montag, 17. Dezember 2012

11. Oktober 2012 - Mal mit dem Motorrad zur Arbeit fahren

11.10.

Nun wollte ich es wissen: wie fühlt sich das an, wenn ich mit Ellie zur Arbeit fahre?

Ich packte am Abend vorher meine Helmtasche auf den Sozia-Platz, stopfte Ersatzklamotten und ein Paar Büroschuhe hinein, mein Mittagessen in Tupperdosen und klipste den winzigen Tankrucksack per Magnet an den Tank ran.
Morgens um 6:30 Uhr stampfte ich dann die Treppe runter bis in die Garage, öffnete das sperrige Garagentor (sorry, Frau P., leiser ging es wirklich nicht!) und schwang mich mit weit ausholendem rechten Bein auf Ellie.
Die Helmtasche war höher als mein kleiner Soziusrucksack, dementsprechend schwierig war das Rüberwuchten meines Beines. Zumal Ellie auch noch auf dem Hauptständer stand, also noch höher war als sonst.

Wie das wohl zu packen ist, wenn ich mit großer Backtasche auf Reisen gehe? Da muß ich wohl von rechts aufsteigen, indem ich das linke Bein über den Sitz schiebe - während Ellie auf dem Seitenständer parkt.
Von rechts nach links deshalb, falls ich so ungeschickt bin und gegen Ellie trete - dann fängt der Seitenständer das ab.
Andersrum würde ich sie nämlich zum Umkippen treten. Grauenvolle Vorstellung! Das werde ich im Winter mal üben!
Trockenübung: Auf- und Absteigen bei Heckgepäck.

Drauf sitzend, wuchtete ich Ellie vom Hauptständer, und tippelte uns rückwärts aus der Garage. Tor zugemacht, Helm und Handschuhe an.
Erst jetzt startete ich den Motor.

Die Garagen liegen direkt über der Wohnung einer Mieterin. Das unnötige Laufenlassen des Motors muss ja nun nicht sein. Vor allem nicht um halb sieben Uhr morgens!

Der Himmel war sternenklar, und bis auf die Straßenbeleuchtung war alles zappenduster. So fuhr ich also mit offenem Visier (so konnte ich einfach besser gucken!) durch den Ort, und dann auf altbekannter Strecke zur Firma. Was für ein Erlebnis.

Am Werkstor zuppelte ich den Ausweis aus der Brusttasche der Jacke, wurde aber ohne Verzögerung durchgewunken.
Klasse, Jungs!

Stolz wie dreimal Oskar parkte ich Ellie neben dem Gebäude, Helm ab und über den Arm gezogen, holte das Gepäck aus der Tasche, und trampelte als Motorradsekretärin ins Gebäude rein.

Im Büro umgezogen, saß ich wenig später mit rotem Gesicht (vom kalten Fahrtwind) und kreisgrinsend da. Bei den täglichen Postgängen wurde ich von Kollegen angesprochen, die Ellie vor dem Gebäude gesehen hatten. Zwei ließen sich Ellie auch genauer zeigen. Erzählten von ihren Maschinen (die sie jetzt doch mal wieder flott machen wollten, neu aktivieren und so weiter).




Besucherstuhl mit Moppedklamotten - vernünftige Besetzung also ;-)


Fazit : das könnte ich öfter machen. Wenn ich Routine habe, dann ist das bestimmt mal eine angenehme Abwechslung! Und günstiger vom Spritverbrauch her ist es auch auf der kurzen Strecke von 9 km.

7. Oktober 2012 - Besuch im Klostergut Wöltingerode

7.10.

Kleine Runde - wie gehabt; Wolfenbütteler Umland, Liebenburg, Vienenburg, und weil ich mal etwas Kultur wollte - Klostergut Wöltingerode

Nichts spektakuläres von der Tour zu berichten, einfach mal gemütlich rumgefahren. Wie Motorradfahrer das am Sonntag halt so tun ;-)




 Burggraben

 Lachs-Ausstellung - junge Lachse im Aquarium

 Ein größeres Exemplar


 Beim Klostergarten; herbstliche Idylle mit herrlichen Farben!

Damwild genießt das Herbstwetter und ist gelangweilt über die Besucher hinter dem Zaun


Fazit: ich benehme mich jetzt schon wie ein routinierter Sonntagsfahrer. Grase touristische Besichtigungsmöglichkeiten ab (und sehe trotzdem noch cool dabei aus, weil ich Moppedklamotten trage und ohne Busgesellschaft unterwegs bin!), lege Kaffeepausen an schönen Plätzen ein - fernab der üblichen Crowd - und freue mich trotz der Routine auch nach einer kleineren Tour immer wieder aufs Neue über die Easy-Rider-Möglichkeiten vom Motorrad aus.

 Knapp drei Monate nach dem Führerschein von "Routine" zu schreiben ist schon stark ;-).

3. Oktober 2012 - Bundesstraßen und erste Eindrücke vom Weserbergland-Rand



3.10.

Wetter sah trotz gegenteiliger Meldung gut aus. 
Meine Planung sah so aus, dass ich meine Patenfamilie besuchen wollte. Das mache ich öfter, aber noch nie war ich mit Ellie dort gewesen. Es wurde also mal Zeit für ein Update!

Um 9:30 Uhr eine kurze SMS an meine Freundin geschickt "Ich fahr dann mal los"

Ellie wurde ordnungsgemäß und ohne Probleme aus der Garage bugsiert (oh war ich stooolz). Choke war nicht nötig, sie lief gleich rund. 

Und dann ging es also los - erstmal durch die Stadt Braunschweig durch. Wegen des Feiertags war echt wenig los, das war auch so gewünscht von mir. Schön, wenn sich Wünsche mal SO erfüllen!

Bei Braunschweig-Lehndorf fuhr ich dann weiter auf der B1 Richtung Hildesheim.
Auf der Bundesstraße dann unerwartet heftiger Wind, je weiter ich nach Hildesheim kam. Aber irgendwas ist doch immer (wie gut, dass es keine Schlange war ... so wie im Paradies ...).

Ungewohnte höhere Geschwindigkeit, für mich jedenfalls ungewohnt. Mit 90 - 100 km/h kam ich gut rum im Verkehr, aber mit 80 war es einfacher, wegen der Böen. In dem Fall freute ich mich über jede Ortschaft, weil ich da mal entspannen konnte. Sonst lag ich nämlich immer relativ schräg gegen den Wind an.

Kurz vor Bettmar drückte mich die Bikerblase. Ich sah einen kleinen Weg, Blick in den Rückspiegel, Blinker raus, und recht scharf gebremst und eingebogen. Ohne Wegrutschen kam ich ums Eck. Die Straße war zwar absolut verboten für alles, was nicht Landwirtschaft war, aber gegen eine nötige Pause wird ja wohl keiner was einzuwenden haben!
Ich bin ein Mädchen - ich darf das. Ich kann mich auch an den Baum stellen, klar ... aber mit Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer dann doch lieber die Feldwegvariante :-D.

Ellie wurde am Seitenrand abgestellt, ich plünnte mich aus der Jacke (mal wieder drei Schichten Funktionssachen an, hilfreich gegen Kälte, aber nervig bei solchen Stopps), und das übliche ... durch 'nen Zaun ins Gebüsch. Kaum war ich fertig, halb angezogen, hält da ein PKW, genau beim Durchschlupf. 
Nun bin ich, was sowas angeht, mittlerweile echt abgeklärt. Wäre da was Gemecker gekommen, hätte ich in aller Ruhe mitten auf dem Feldweg meine Büx hochgezogen mit der Bemerkung: " ... na, sonst noch was zu nölen, Meister?"

Aber kam nix. Der Rentner hielt zwar, hatte mich aber nicht wahrgenommen. Guckte stur zur anderen Seite, während ich da wie ein Elefant durchs Gebüsch brach. Taub schien er also auch zu sein!?

Bei Ellie angekommen, kurz Händewaschen mit dem feuchten Tuch (immer an Bord), folgte eine kleine Frühstückspause - mit Blick über das Land. Herrlich. Sonne schien, klare Luft, der Wind pustete meine Helmfrisur wieder auf Stand ... ich stand still da, kaute vergnügt mein Brot und freute mich wie ein Schneekönig darüber, wie tapfer ich bislang die B1 gemeistert hatte!

Der Rentner fuhr los. Ich winkte ihm hinterher, aber er kapierte wieder nix. Kaum war der eine weg, kam der nächste PKW die Straße hoch. Der war dann grußfreundlich, mitteilsam und mit Hund. War 'ne nette Begegnung!

Frisch gestärkt fuhr ich dann weiter. 
Als ich den Kreisel bei Hildesheim erreicht hatte, kam Triumphgefühl in mir hoch: Tschakka - die B1 ist von mir und Ellie siegreich bewältigt worden! 

Durchfahrt durch Hi-heim - überall Feiertagsruhe, kaum Leute da. Gemütlich durchfuhr ich einen Ort, den ich bislang nur und ausschließlich vom PKW aus kannte. Grandios, wie verschieden das Straßengefühl sein kann!

Bei Heyersum's Blitzeranlage fuhr ich links ab Richtung Betheln/Gronau. Diese Straße wird von vielen als Abkürzung zur B3 genommen - dementsprechend viel befahren war sie. Erzählte mir meine Freundin später. Das wußte ich dann aber auch, als ich es selber erlebt hatte.

Weil mir jetzt nach Kaffee war, machte ich eine weitere kleine Wald-Parkpause. Ein betonierter Parkplatzstreifen lud dazu ein. Mehrere PKW standen verlassen da, aber für eine schlanke Ellie ist immer Platz!

Während ich genüsslich den mitgenommenen TrinkCappu aus dem Plastikbecher schlürfte, hielten in kurzen Abständen gleich drei PKW zusätzlich dort an. Es schien Pilzezeit zu sein, denn die Leute aus zwei PKW's staffierten sich mit Gummistiefeln und Körben aus, und verschwanden im Wald. 
Die Leute aus dem dritten PKW lächelten mich etwas verzagt an, dann traute sich die Frau doch auf ein Gespräch heran. Woher, wohin, ach wie interessant, so frisch den Führerschein und so schönes rotes Motorrad und wie schnell ist die denn, und wie alt, ach SO alt und sieht noch so neu aus?

Sehr nette, freundliche Naturliebhaber, die beiden Eheleute. Er mit Fernglas und lustig und humorvoll, und ich bekam einen Fahrhinweis, wie ich am besten zu meinem Zielort (bei meiner Freundin) anlangen würde.

Dann gingen sie einen Weg hinein, und als ich vorbeifuhr, winkte die Frau noch ganz freudig aus der Entfernung. Das war süß :-)!

Die weitere Strecke über Gronau, Esbeck und bis ans Ziel bei Salzhemmendorf fand ich ohne Probleme. Auch hier war starker Wind, aber ebenfalls wenig Verkehr. 

Es war eine landschaftlich wirklich schöne Gegend dort, und das Fahren in dieser hügeligen Landschaft machte einen Riesenspaß. Schöne sanfte Kurven, wie für mich gefräst :-D.

Großes Hallo, als ich am Zielort eintraf. Die Kids waren begeistert und konnten nur mit Mühe von Ellie's heißen Rohren ferngehalten werden.

 Ellie bei meiner zweiten Familie auf dem Hof, mit Blick auf den Außenstall


Nach dem schönen Besuch mit leckerem frischen Caramel-Cappu, Brötchen, Ei, Schinken, Käse und Familienanschluß obendrauf ging es für mich um 14 Uhr wieder Richtung Heimat. 

Ich wählte eine andere Route. Es ging wieder bis Gronau, aber dann Richtung Bodenburg. Kleine niedliche Orte, wenig los, gemütliches Fahren also inklusive. Überall in den Vorgärten Herbstblumen, und auf den Straßen tanzte das Laub. Einmal knallte mir eine Kastanie ans Visier. Boah ey, Schock ! DAS macht einen Knall, ich dachte, das Visier war zersprungen!

Bei Upstedt fiel mir ein Schild auf - Zur eintausendjährigen Linde. Klang nett, also drehte ich kurz vor Ortsausgang um und fuhr dem Hinweis nach. 

Jungejunge, wat'n Baum. Der war in der Mitte gesprungen, da passen laut Hinweistafel 5 Menschen in den Stamm. Könnte auch ungefähr hinkommen.




Bis Grasdorf kannte ich mich dann wieder aus. Da ich die Strecke dort schon öfter gefahren war, hatte ich dieses Mal Lust auf Veränderung - und fuhr die B6. Heike wieder auf einer Bundesstraße ... uiui ...

Mir kamen viele Motorradgruppen entgegen, alle wohl in Richtung Harz. Auf meiner Fahrseite war auch hier, in Stadtnähe, allerdings wenig los. Spontan und weil ich noch Kondition hatte, entschloß ich mich, dann doch über Liebenburg nach Vienenburg zur Eisdiele zu fahren. 

Zwischendurch sah es nach miesem Wetter aus, aber ich hätte Glück: kein Regen, und in Vienenburg verzogen sich die dunklen Wolken wieder.

Die Rückfahrt auf altbekannten Wegen: Stötterlingen, Hornburg, durchs Wolfenbüttler Ländle und zurück. Gegen 18 Uhr war ich wieder zuhause.

Das Putzen vor der Garage war ein Reinfall. Da fängt sich der Wind, und der Dreck kreiselt einem um die Ohren. Auch das Putzen IN der Garage war ein Flopp, zu dunkel, trotz zusätzlicher Klemmlampe. Also wieder Garagentor auf, und in Kauf genommen, dass ich später den Dreck wieder rausfegen mußte.

 Die Route; durch Anklicken wird's deutlicher, wo ich rumgetuckert bin


Fazit: das war ein toller freier Tag, sehr schöne Erlebnisse, schöne Fotos, nette Begegnungen, Herausforderungen gekonnt gemeistert - und wenn ich meine Fahrkarte (siehe oben) so ansehe, war das ein echt ordentliches Stück, was ich da gefahren hatte ;-)!

Die B1 ist streckenweise nervig, wenn die Blechlinge hinter mir unruhig und hibbelig werden, weil vor vor vor mir ein LKW fährt, und weil ich - da ich die Strecke und die Blitzanlagen gut kenne - nicht überhole.

Ich bin kein Selbstmörder. Ich überhole keine drei PKW UND einen LKW, nur weil sie sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, und dementsprechend eine Fahrzeugschlange hinter sich haben.
Das können andere machen. Tun ja auch schon genug, wie man an den Kreuzen am Wegesrand erkennen kann.

Auch hier galt das, was ich mir immer wieder neu ins Gedächtnis rufe: GEDULD und vorausschauendes / hinterschauendes Verhalten. Wenn ein PKW ZU sehr drängelt, dann setze ich den rechten Blinker und fahre bei der nächsten Gelegenheit rechts ran. Lasse den Typen vorbei. Mein Hintern ist mir wertvoll, und den riskiere ich nicht dadurch, dass ich auf mein Recht beharre, auch dort fahren zu dürfen.

Was mich im PKW absolut nicht stört - lass sie doch drängeln! - ist für mich auf dem Motorrad etwas anderes. Wenn sie mich da schneiden, kann das schnell böse enden. Beim Auto nur Blechschaden - beim Motorradfahren Knochenschaden. Einfache Formel.

Wenn man das alles bedenkt, dann ist die B1 mit dem Motorrad recht entspannend zu fahren. Genügend Ortschaften, wo man pausieren kann. Zum Entspannen, Gegend gucken, tanken und Klönschnack halten.
Mit dem Auto fahre ich lieber über die A7 nach Hildesheim. Mit dem Motorrad vermeide ich Autobahnen - denn so eilig kann ich es nicht haben, dass ich mich freiwillig da drauf setzen würde!