Diverse Touren in den letzten Tagen. Unterschiedliche Erlebnisse.
Zweimal war es brenzlig - der Moppedalltag macht sich also jetzt bemerkbar.
Einmal bin ich knapp dem Abschuß entgangen.
Ich wollte nach links abbiegen, war auch schon an der weißen Linie angehalten und wollte gerade rüber über die Gegenfahrbahn in die Seitenstraße, da schießt von rechts ein PKW um die Kurve.
Zum Glück war ich noch langsam genug im Anfahrmodus, konnte Ellie sofort stoppen ohne umzukippen.
Ich setzte mein Abbiegevorhaben dann weiter fort, fuhr aber gleich rechts auf eine Parkbucht, stellte den Motor aus, klappte den Seitenständer runter … und verschnaufte. Das war knapp. Wäre ich nur einen Teil schneller gewesen, hätte mich der Autofahrer frontal erwischt. Salzgitter-Oelber war das gewesen.
Wenn ich mir Ellies Tacho so ansehe, dann werde ich diese Saison wohl mit knapp 6000 km abschließen - und das möchte ich ohne Unfall überstehen, Herrschaften!
Ellie hat seit 2.10. übrigens endlich die Garage im Haus.
Ich habe mehrere Probeläufe gemacht, wie ich sie am schlauesten in die Garage bekomme - und wieder heraus.
Der löchrige und holperige Vorplatz ist leicht schräg. Und die Garage selber hat eine leichte Anfangsneigung.
Der scharfkantige Rahmen beim Rüberfahren in die Garage ist nicht der Hit.
Ich lege jetzt beim Ein- und Ausfahren ein Brett davor, um Ellie‘s Reifen zu schützen. Außerdem komme ich so besser rein- bzw. rausgetippelt.
Unsere Hausmodernisierung, die seit drei Monaten geht, ist eine Nervenbelastung. Um mich von dem ganzen Mist mal abzulenken, hatte ich heute eine schöne Tour gemacht.
Spontan Urlaub genommen, und dann ging es los - Hornburg, Bühne, Lüttgenrode, Wennerode an den Birnenbäumen vorbei, über die B6 drüber, und dann nach Abbenrode Richtung Stapelburg - und Ilsenburg.
Schön war es. Herbstlich.
Das Eckertal - Eckertal ist ein Ortsteil von Bad Harzburg - ging fein zu fahren, es war wenig los.
Eckertal liegt am Nordharz, und dementsprechend gewaltig waren wieder einmal auch die Landschaftseindrücke vom Motorrad aus.
Einsame Feldwege in der Gegend entdeckt, die zum Ausruhen wie geschaffen waren.Vorsichtig mußte ich sein, weil die Zuckerrüben überall aus dem Boden gerodet waren, und die Wirtschaftswege mit Dreck zugekleckst. Bei Regen würde das zu gefährlichem Glitschen ausufern.
Ellie am Feldrand; kein Mensch unterwegs außer uns
Grandioser Weitblick kurz vor Eckertal mit dramatischen Wolkenbildern; Blick rüber über das Flachland, in Richtung Osterwiek
Streuobstwiesenbäume lockten, ganze Alleen voll mit Äpfeln, Zwetschgen, Birnen. Da tat es mir immer leid, so wenig Ladeplatz im Sozius-Rucksack zu haben ... alter Baumbestand, leckeres Obst - und alles vergammelt gratis auf der Straße. Ich werde mir zum Ende der Saison eine größere Soziustasche zulegen und mich hier dann im nächsten Jahr mit frischem Obst eindecken. Besser als HIER geht's wohl nicht!
Ilsenburg war schön anzusehen, aber ich fand es sehr schade, dass es keine Fahrwege rauf in den Harz gab.
Auf der Krugbrücke; Steinbrücke über die Ilse
Blick von der Brücke auf die Ilse
Blick unter der Brücke durch; denn auch das wollte ich mir ansehen, neugierig, wie ich bin
Das schlammigbraune Aussehen des Wassers scheint normal zu sein
Ein herziger Fensterladen an einer Bauruine, in einer Nebengasse
Ellie parkt standesgemäß auf dem kleinen Dorfplatz und wartet geduldig, bis ich mit dem Fotoshooting fertig bin
Ich bin über kaputte Straßen zum Berghotel Ilsenburg hochgeklappert. Einmal Rundumblick - sehr schöner Vorplatz da.
Die Anfahrstraße hingegen war wie gesagt grottig - für Motorradreifen. Da nützt das teuerste Hotelgehabe nix - die Straße muß passabel sein, Leute!
Das können Motels an der B4 eindeutig besser. Den tollen Ausblick denke ich mir dann :-D.
Da Ilsenburg nichts Spektakuläres zu bieten hatte, langweilte ich mich auch recht schnell. Weiter ging's dann durch das Eckertal zurück.
Übliche Hausstrecke mit Latte Macciato in Vienenburg. Geniales Herbstlicht, was bekannte Straßen bei Lüttgenrode, Bühne und Hornburg überirdisch feenhaft ausleuchtete. Herbstmelancholie - bald ist die Saison zuende.
Blick nach Lüttgenrode; unteres Dorf
Traumhafte Kirschbaum-Allee, hier muss ich im Frühling unbedingt mal herfahren!
Lüttgenrode, "Hauptdorf"; Blick auf das Paintball-Castle
Keine besonderen Vorkommnisse auf dem Rückweg.
Freundliche Autofahrer, und so einige Kolonnen von Moppedisten. Lustig finde ich, dass alle Warnwestenträger - egal ob Radler, Roller, Mofa, AOK-Shopper, Motorradfahrer oder sogar Fußgänger - zurückwinken, wenn ich sie "an-nicke". Das macht irgendwie fröhlich :-).
Wir Zitronenfalter unter uns - und nicht ausschließlich auf EIN Fahrzeug reduziert. Schon klasse, so eine gemischte Gruppierung!
Fazit: Saison ausnutzen solange es geht!
Und immer schön die Straße im Blick behalten. Es liegen zur Zeit viele totgefahrene Tiere auf dem Asphalt *würg*.
Als Autofahrer nimmt man die kaum wahr, aber so, auf dem Motorrad, sehe ich die blutigen Schleifspuren überdeutlich. Und die sind ekelhaft glitschig ...

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