Um 8:10 Uhr ging's wieder los. Diesmal eine kleine Morgenrunde Richtung Asse. Es war um die Uhrzeit schon bedrohlich warm – über 25° ... weia. So früh am Morgen schon so heiß. Wie würde sich DAS wohl entwickeln? Ich ignorierte mein Bauchgefühl, und wollte meine Tour genießen. Verschwindet, Miesmachergedanken!
Kurz darauf hielt ich nach Gilzum an einem Maisfeld an, Pippipause und Landschaft einsaugen.
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Rechts in der Bildmitte seht ihr die Asse, den "Haus-Höhenzug" hier bei mir in der Gegend
Die Asse erlangte traurige Berühmtheit durch ihre Aufgabe, schwach radioaktiven Müll in einer Tiefe von 900 Metern im Salzstock zu lagern; und dieser Salzstock ist jetzt leider undicht ...
Was für ein Weitblick – von der Seite aus gesehen kannte ich meine Hausrunde noch gar nicht. Stahlblauer Himmel, Greifvögel zogen ihre Kreise (die Geier warten schon? uuurgs...) ... eine Stimmung, zum Kotzen idyllisch, wie mir ein Bekannter mal schnoddrig sagte ...
Ein freundlicher Radfahrer zischte vorbei und bölkte „GUTEN MORGEN!“. Erschreckt zuckte ich zusammen, so versunken war ich in den Anblick der Gegend.
Wow – das war ja mal nett, so ein fröhlicher Morgengruß!
Und so laut ...
Ebenso nett war ich dann retour. Ich fuhr später ganz gemütlich an ihm vorbei, und ließ ihm in der Kurve den Vortritt. Er lachte und wollte sich dann an Ellie dranhängen. Spaßeshalber. Ich winkte und wünschte „Viel Rückenwind!“, was er mit dem Victory-Zeichen kommentierte. Smile ...
Eine wirklich zauberhafte Strecke hatte ich mir da ausgeguckt, allerdings ist bei Weferlingen bis nach Dettum die Straßendecke neu gemacht gewesen, und diese Splitsteinchen nervten. Sie verklebten sich in die Reifenrillen, klackerten an das Schutzblech, fegten durch den Motorradkorpus ... Nachdem ich die kurze Strecke hinter mir hatte, fuhr ich rechts ran und polkte so gut es ging die kleinen Störenfriede aus dem Profil und strubbelte sie aus Ellie's "Gebälk" heraus.
Dettum, Mönche-Valberg, Groß Valberg – sehr nette und hübsch zurechtgemachte Kleckerdörfer. Die Luft flirrte schon mit den Grillen um die Wette. Mir wurde langsam ungemütlich in der Kombi. Ich öffnete alle Reissverschlüsse, die ich hatte ...
Es ging durch das Assegebiet durch, dann später über meine tuckerige Hausstrecke bei Remlingen, Semmenstedt und Biewenden. Wie immer eine Gemütlichkeitspause vor Seinstedt – auf dem Windrad-Berg.
Blick ins Land - traumhafter Bildschirmschoner übrigens ;-)
Blick ins Gelände. Flirrende Hitze, und Ellie tickerte schon lauter vor sich hin in der Ruhepause. Huch, sie wird doch nicht schlappmachen ???
Ich trank vorsichtshalber doch noch die Hälfte meiner Apfelschorle, wegen meines Flüssigkeitshaushaltes!
Naja, so eine Hitze ist für ein Mopped auch nicht so toll. Also doch lieber weiter. Der Auspuff strahlte eine Wärme ab ... pfffffffffft ...
Pünktlich um 10:30 Uhr war ich zum Gottesdienst in Wolfenbüttel-Linden. Angefüllt mit Landschaftsbildern, zufrieden und glücklich.
Der Gottesdienst ... war wie immer toll, klasse Predigt, gute Impulse. Meine Seele war erfrischt!
Aber in dem klebrigen Moppedzeug zu sitzen, wo die anderen alle in kurzen Kleidern da saßen, mit Schlappen an den Füßen, und meiner einer mit Moppedstiefeln ... seufz, kann ich da nur sagen.
Und dann die niedliche Frage einer FB-Freundin: „Ist dir nicht warm in dem Zeug?“ ... Äh – JA – sowas von definitiv JA, IST MIR ... ;-)
Tapfer hielt ich durch, aber ich merkte: ich fange an zu schwächeln, hatte wohl zuwenig getrunken? Mir war schwummerig im Kopf.
Anschließender Kirchkaffee im Garten, barfuß im Gras gelegen, die Moppedschuhe neben mir ... wieder einen Liter Selter in mich reingekippt – da im Schatten bei leichtem Wind war es dann fein erträglich.
Die Rückfahrt nach Hause, in der prallen Mittagssonne, durch die Stadt durch ... no comment.
Die Konzentration nahm ab, und das ist beim Mopped fahren gefährlich.
An der Ampel - in der Stadt! - in der Sonne vor sich hin brüten, und sich dann später im Wind „trocken fahren“ ... was habe ich für Verrenkungen mit meinem Kinn gemacht, damit ein wenig Zugluft in meine Jacke am Hals reinkommt !!!
Als ich später zuhause war, war ich ECHT froh, endlich aus der Sonne raus zu sein.
Fazit: bei über 30° C Mopped zu fahren ist in voller Montur nur was für Wüstenbewohner. Die kennen das, die stört das nicht.
Ich als geborene Fischköppin konnte damit nicht gut umgehen. Ich war fix und alle. Der anschließende Mittagsschlaf dehnte sich demzufolge auch auf 2 ½ Stunden aus – ich war echt geschafft.Trotzdem – morgen um 7 Uhr ... ihr wißt schon ...
To be continued, solange der Urlaub dauert ...... ;-)
Meine erste Saison – am 16.7. angefangen, und bis heute hatte ich 1.700 km gefahren. Davon waren übrigens zwei Wochen Zwangspause wegen „Urlaub in Dänemark“ gewesen.
Mal nachgezählt: 20 Tage – 1.700 km gemacht.
Hammer, oder?
Nachtrag: im Nachhinein erfuhr ich, dass ich an den zwei heissesten Tagen im Sommer 2012 auf dem Motorrad unterwegs gewesen war - und zwar zu Zeiten, wo jeder kluge Moppedfahrer zuhause im Garten sitzt, die Füße in Eiswasser packt und sich an einem kühlen Getränk festhält ...
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