Ellie und ich

Ellie und ich

Donnerstag, 6. August 2015

Teil 3: 31.7. - 2.8.2015 - Kurzurlaub im Harz; lästiges Hörnergetier, eine Geburt, eine Rückfahrt unter Feuer, und das Fazit

Teil 3 - der Sonntag, 2.8.2015

In der Nacht fror ich in meinem Salewa Denali 2 Zelt. Unglaublich, wie unterschiedlich die dünnen Zeltstoffe sein können.
Das billige Fähnchen vom Zettfahrer hält warm, es war innen nicht feucht vom Atem, und ebenso schnell aufzubauen wie das teure, ausgeklügelte Salewa Denali!


Beispielfoto vom Zett-Zelt
Ausgewiesen für zwei!!! Personen, ist es auch mit drei Bewohnern immer noch komfortabel


Dank meines Funktionsinlets - so eine Art zusätzlicher Schlafsack im Schlafsack - hob ich die Komforttemperatur ein Stück weit an. Trotzdem ... ich war nicht mehr so überzeugt von dem teueren Zeltheim-auf-Zeit.
Da, wo meine Füße den Schlafsack an die Zeltwand gebracht hatten, war der Stoff (vom Zelt UND vom Schlafsack) klatsch nass.
Und dabei schlafe ich schon immer quer, wegen der zusätzlichen Beinfreiheit.

Auch die geringe Sitzhöhe beim Aufrichten nervte mich mittlerweile. Für die kürzere Reise mit Motorrad ist das Denali 2 genau für EINE Person und Gepäck geeignet. Für längere Touren sollte es schon ein Drei-Personenzelt sein.

Wie schrieb Svenja noch so treffend?
Ein Dreipersonenzelt ist 1x Person, 1x Gepäck - und die dritte Person ist ein Marketing-Gag des Herstellers! 

Mein Gepäck in der Apsis unterbringen, damit IM Zelt mehr Platz ist? Das mache ich nur mit der geschlossenen Packtasche. Ansonsten werden die Sachen nämlich feucht.
Schuhe in der Apsis hinstellen? Prima - die Ohrenkneifer, Spinnen und anderes Getier (Nacktschnecken!) finden so eine dunkle Unterschlupfmöglichkeit superklasse!
Wenn, dann Schuhe in Plastiktüte einknoten!
Helm draußen abstellen? Prima. Das Insektenvolk hat weitere Handlungsmöglichkeiten ... wer schon einmal den Helm aufsetzte und unbedarft losfuhr und DANN bemerkte, dass eine Familie von Kellerasseln und Ohrenkneifern im Helmpolster mit Energie ihr neues Zuhause verteidigte, der weiß, was ich meine ...

Bei der nächsten Outdoor-Messe in der Gegend werde ich mit Sicherheit die ausgestellten Zelte nach Innenhöhe, Vernunft und Funktionalität durchchecken!



Da grinst sich die Ortliebtasche eins - danke an Volker für den Hinweis!

 
Gegen 9 Uhr rappelte ich mich aus dem Zelt. Gähnen und Strecken an der frischen Luft - und der Blick zum Himmel: strahlend blau. Urlaubsfeeling - ich liebe es!

Ich lüftete das Zelt, hing den fußnassen Schlafsack über einen Stuhl und packte schon die überzähligen Sachen in die Ortliebtasche, die offenmaulig grinsende.
Die Luftmatratze hatte ein großes Ventil - da brauchte ich nur den Stopfen abziehen und innerhalb weniger Sekunden war die Schlafstätte nur noch ein grauer schlaffer Haufen.




Es ging ein herrlicher Wind, der die nervenden Gewittertierchen vertrieb. Später kamen sie dafür wieder angekrochen, als der Wind weniger wurde.
Hochsommer im Oberharz - alles duftet nach frischem Heu, die Grillen zirpen lautstark, ein grandioser Fernblick auf den Brocken ... Urlaubsfeeling pur!

Ein kurzer Besuch im Waschraum ließ meine Morgenmüdigkeit verfliegen. Kaltes Waschwasser wirkt Wunder.

Dann befüllte ich den kleinen Wasserkessel, stellte ihn auf den Campinggas-Kocher und wartete im Stuhl daneben auf das Teewasser.


Ellie als Wäscheständer - ein Hoch auf das Gepäcksystem

Ich saß da im Schatten, knabberte mein Frühstücks-Wasa, doppelt dick belegt mit Ziegenkäse (...), denn noch einen Transport würde der Aufschnitt nicht unbeschadet überstehen. Das Lebensmittel mußte unbedingt aufgegessen werden.
Auch eine Packung Schinken wurde so ohne Brot vertilgt. In der Not ... schmeckt der Schinken auch ohne Brot.
Ein Rest Wassermelone rundete das Frühstück ab.

Während ich dann später das Geschirr abwusch, klaute die weiße Ziege meinen Frühstücksapfel und das letzte Knäckebrot. Ich hatte beides unbedarft in der Brotdose auf dem Stuhl liegen gelassen. Das sollte eigentlich mein Wegproviant zum Nachmittag sein ...

Als ich wieder vor Ort war, konnte ich die Ziege nur mit Schlägen auf den Ziegenhintern - mit dem nassen Handtuch - davon abbringen, die Brotdose loszulassen.
Sie suchte sich dann den Stoffbeutel, der an Ellies Rückblinker hing, und kaute auf dem herum.
Das Vieh war wirklich lästig, und nur ihre Schwangerschaft hielt mich davon ab, ihr einen Topf mit Wasser überzukippen!

Sie zog mit scheelem Blick in den klugen Augen ab, zum Nachbarn. Dort nahm sie sich deren Abfalltüte vor. Anhand der lautstarken Kommentare und Rufe konnte ich erahnen, dass die beiden Kerls weniger erfolgreich im Verscheuchen waren. Ziege fraß sich in aller Ruhe durch die Tüte an die Speisereste vom Vorabend. Mjammi, kalter Kaffeesatz und durchgesabschte Teebeutel - lecker!


Mein Abfallbeutel hing über den Zaunpfahl - da kam die Ziege zwar ran, aber sie konnte nicht in die Tüte rein und somit war der Müll uninteressant

Stück für Stück rödelte ich die Sachen zusammen, packte die Satteltaschen voll, wischte und fegte das Zelt von innen aus ... ich ließ mir Zeit dabei, denn so schnell würde ich das Denali nicht wieder aufbauen, und da das Wetter so gut war, verpackte ich es ordentlich in den Beutel. Startklar für das nächste Mal.
Die verbogenen Zeltheringe kamen in ihren Sack, und den packte ich mir in den Tankrucksack. Der Zettfahrer würde sie im Schraubstock wieder gerade biegen.

Ein seltsames Geräusch ließ mich aufhorchen. Moment - eine Ziege meckert so komisch!!!

Ich ging zum kleinen Pferch gleich hinter den Holzhütten, in dem das schwarze Hörnertier untergebracht war. Tatsächlich, die Fruchtblase war geplatzt, und Käthe sah ziemlich gebeutelt aus!

Suchend schlappte ich zum Haus der Campingplatzpächter und riß Petra aus dem Mittagsschlaf. "Die Ziege kriegt ihre Babys!" Petra schoß vom Liegestuhl hoch, und mit Hilfe eines Stricks schafften wir Käthe dann in den für die Geburt eingestreuten Stall. Die Ziege wehrte sich mit allen noch verbliebenen Kräften. Was für ein stures Ding!!!

Nassgeschwitzt standen Petra und ich und gefühlte dreihundert Campingkinder am Holzzaun. Die Stalltür war geschlossen, denn Käthe sollte in Ruhe das erledigen, was sie alleine hinkriegen würde.
Eine Stunde später maunzte und muckerte es aus der Box. Zwei kleine schwarze Zicklein torkelten durch das Stroh.
Keine Fotos - ich wollte die Kinderstube nicht stören!

Ich zahlte die Campinggebühren für meine Übernachtungen und die eine zusätzliche vom Zettfahrer. Mitsamt Personengebühr, Kurabgabe, Essen vom Freitag abend, einer Cola, einem Eis und zwei Duschmarken kam ich bei 35 Euro raus. Urlaub von Freitag bis Sonntag - ohne Hektik beim Abbauen, kein "bis 11 Uhr vom Platz weg sein" ... 

Gegen 13 Uhr fuhr ich dann in praller Hitze wieder kurz bei Mario vorbei, gönnte mir einen Latte Macciato. Diesmal wurde ich nicht eingeparkt, ich stellte Ellie nämlich ganz weit nach hinten.

Ein kurzes Telefonat mit dem Zettfahrer, und ich plante meinen Nachmittagsstopp bei ihm zuhause ein.
Jetzt hieß es, erst einmal unbeschadet aus dem Harz herauszukommen. Ein Verkehr war da wie beim Jahrmarkt - Auto an Auto, Motorrad auf Motorrad ... zum Glück war auf meiner Spur - raus aus dem Harz - weniger los.
Trotzdem - schön war das nicht. Rückreise durch Blankenburg, bei Affenhitze. Tanken mußte ich auch noch. An der Aral machte ich soviel in den Tank wie möglich. Eine freundliche Verkäuferin an der Kasse gab mir die Information, ich könne um die Waschhalle herum und dann wieder auf die Hauptverkehrsstraße abbiegen.
Eigentlich war nämlich Einbahnstraßen-Regelung an der Tankstelle: stadteinwärts anfahren, und dann auch stadteinwärts wieder ausfahren.

Gesagt, getan. Als ich dann links abbiegen wollte (stadtauswärts), sah ich die anderen Motorradfahrer, die sich nicht an das Abbiegeverbot (links rum) von der Tankstelle hielten ...

Hm ...

Als ich die Harzautobahn erreicht hatte, atmete ich durch. Kühlung durch Fahrtwind!
Ellie schaukelte bei 100 km/h gemächlich vor sich hin, während ich meine Schwierigkeiten hatte, mit dem verschobenen Kupplungsschalter klarzukommen.

Die Pause beim Zettfahrer wurde genutzt, um abzudampfen. Jungejunge, da ölt man ganz schön, wenn der Fahrtwind fehlt ...

Zuhause angekommen, schmiss ich alle Taschen vom Motorrad, und fuhr Ellie in die kühle Garage. Aufräumen und putzen mach ich später ...


Fazit:
Es muß nicht immer eine Reise in das Land "Weitweitweg" sein!

Der Kurzurlaub hat gut getan.
Die Ausrüstung bekam mal wieder ein Update. Mit jeder Tour optimiere ich das Gepäck und habe trotzdem das Gefühl, gegen Windmühlen zu kämpfen. Immer noch soviel!
Nun, meine "must have"s sind raumfressend. Das Zelt kann ich nicht kleiner schrumpfen. Der Schlafsack sieht auch MIT Kompressionssack immer noch wie ein schwarzer Troll in Lauerstellung aus. Der Regenkombi, die Isomatte - zusammengerollt füllen sie beide eine Satteltasche zur Hälfte!

Die Alternative: nur das Wäschezeugs, und ansonsten im Hotel nächtigen.

Äh ... nein, nicht wirklich. Mal kann man das tun, ja.
Aber preislich gesehen ist Campen/Zelten einfach unschlagbar.
NOCH ...

Es kommt hier aber auch wesentlich auf das eigene Bedürfnis an!
Naturcamping bedeutet: Natur! Inklusive Ameisen, Ohrenkneifer, Nacktschnecken, manchmal recht hohem Wiesegras, nicht immer steril sauberen Waschhäusern (weil zitierte Ameisen, Ohrenkneifer und Kellerasseln in der Nacht auch gerne irgendwo unterkriechen) ... Davon abgesehen haben die Spinnen mehr Angst vor den Gästen und erfüllen außerdem noch ihren Zweck: Insekten fressen!

Ein Naturcampingplatz mit einem Basic-Waschraum und WC reicht mir aus. Wenn noch ein Küchenraum und eine Steckdose mit Gratisstrom dabei ist ... perfekt bzw. Luxus.

Ausreichend warmes Duschwasser? Luxus. Es geht auch mit warmem Wasser aus der Leitung, einer 5 Liter Ortlieb-Faltschüssel, einem Alubecher als Duschkopf/Wasserschöpfer.

Ein überdachter Treffpunkt? Auch noch windgeschützt? Absolut genial.

Animation? Wasserrutsche? Lebensgroßes Schachbrett-Spiel? Pommesbude und Restaurant? Nö.

Wellness-Oase? Sauna? Disco am Abend? Nööö ...

Gartenzaun um den Wohnwagen? Gartenzwerge im Vorgarten, und der familieneigene Fersenkläffer-Hund? Nöööööö!

Ich werde das Campen genießen, solange ich das noch hinkriege. Vom Rücken her, und vom Enthusiasmus.
Wie das ganze Reisen bei Dauerregen aussieht, steht natürlich unter ganz anderen Bedürfnissen. In so einem Fall auf Blockhütten oder Pensionszimmer auszuweichen, um nicht krank zu werden, hat etwas mit Vernunft zu tun!




Campen? Ja bitte!

Mittwoch, 5. August 2015

Teil 2: 31.7. - 2.8.2015 - Kurzurlaub im Harz; nächtlich eiskalte Camping-Idylle, Tourenfahren ins heiße Tiefland, und ramontisches am Abend

Teil 2 - der Samstag, 1.8.2015 - Hurra es ist August, MEIN Monat!


Nachts im Oberharz übernachten - kein Vergleich zu den Temperaturen meiner Heimschlafstätte. 

Der Zettfahrer hatte klugerweise eine dicke Wolldecke unter die Isomatten gelegt. Da hielt sich die Bodenkälte und Feuchtigkeit im Zelt in erträglichen Bahnen.

Die Nachttemperaturen gingen auf sechs Grad herunter - trotzdem fror ich nicht. Im Schlafsack trug ich Funktionswäsche - die FLM-Longjohns und das langärmelige Untershirt von FLM. Zusätzlich Wollsocken.

Wer sagt, man sollte mit sowenig Zeug wie möglich in den Schlafsack, litt höchstwahrscheinlich an aufsteigender Hitze.
Bei mir ist der Kreislauf in der Nacht auf Halbmast - wenn da kein anständiges Zeugs wie z.B. Wollsocken an mir dran ist, wache ich morgens mit Gefrierbrand auf! 
Mit meinen Händen kann man sowieso Drinks kühlen! Andere Frauen haben eiskalte Füße - bei mir sind es die Hände. Immer wieder schön für mich anzuhören: das erschreckte Gejuchze, wenn ich die eiskalten Pfoten unter das T-Shirt meines Gegenübers schiebe ... Gefrierbrandwarnung ...

Gegen acht Uhr fiepte das Handy unbarmherzig. Der Zettfahrer mußte abbauen und zusammen packen - der Job rief und er konnte nicht mehr weghören.
Zerknautscht und verknittert pellte ich mich aus dem Schlafsack. Geschlafen hatte ich gut, für meine erste Zeltübernachtung. Aber normalerweise brauche ich mehr wie 3-4 Stunden am Stück!
Misstrauisch schlich ich um das Zelt herum auf der Suche nach Wolfsspuren. Nichts zu entdecken, zum Glück ...

Die Kaffeemaschine vom Zettfahrer blubberte leise vor sich hin, und mit einem energischen Zischen zeigte das Teil an: KAFFEE FERTIG!




Gemütlich hockten wir in der Morgensonne, tranken Kaffee aus dem Südafrika-Blechbecher und genossen die letzten Minuten. Ich war noch so müde, und würde später noch einmal auf die Matratze krabbeln. MEIN Zelt stand ja noch!

Ein strahlend blauer Himmel verkündete: es wird warm! Mit einem deutlichen Frustgesicht fuhr der Zettfahrer seiner Arbeit hinterher - arbeiten am Wochenende ist echt ätzend.
Aber da ich schon groß bin, und auch gut allein klar komme, war ich nicht hilfos. Außerdem war Ellie noch da, und das Schlafschwein.
Die Ameisen zählen nicht, das sind Nutznießer und nur bedingt als Haustiere geeignet ...

Blauer Himmel, beste Temperaturen - und in der Ferne hörte ich sie brüllen: die ersten Knieschleifer, die in den Harz einfielen ...


Nach dem Zähneputzen verkroch ich mich noch für einige Nickerchen in mein Zelt, und wachte dann gegen 11 Uhr so langsam in den Normalzustand auf.


Wie - jetzt schon wieder allein gelassen werden?


Das Schlafschwein konnte gar nicht verstehen, warum es allein gelassen wurde ... aber die anderen Schweins zuhause brauchten Futter. Wir wollen ja mal gerecht sein, gell?


Die Reste vom Frühstück
Wassermelone sieht in der Sonne wirklich malerisch aus, oder?
Für mich persönlich ein Highlight beim Sommerfrühstück!


Den leeren Becher lieber umgekehrt aufstellen - da fliegt nix rein, was nicht rein soll
 


Der Platz erwachte langsam aber sicher. Die Ziegen meckerten lautstark, die Kinder krakeelten und spielten schon auf der Rutsche herum, und ein kleines, blasses und überbehütetes Stadtkind radelte ungeschickt und quengelnd über den Hof. 

Die Abfahrt der Knieschleiferfraktion hatte ich dank der Ohropax nur mit drei Gehirnsynapsen wahrgenommen, sprich: schlichtweg verschlafen!

Allmählich mußte ich an die Abfahrt denken. Ich machte den Reißverschluß am Zelt sorgsam zu. Zuvor hatte ich die überzähligen Lebensmittel in den Innenraum gerettet.
Ziegen, Ameisen, Wölfe - hier trieb sich einfach zuviel gefräßiges Volk herum!

Ich plünnte mich in die Motorradsachen, verstaute die nicht mehr benötigten Ausrüstungsgegenstände auf dem Gepäckträger, und fuhr gemächlich die Schotterabfahrt herunter bis zur Straße. Hier sicherte ich erst einmal in aller Ruhe nach allen Seiten. Der Touristenverkehr war im Vergleich zu gestern imens.
In Hasselfelde an der Ampel hieß es, das Fahrkönnen zu beweisen, weil die Straße anstieg. Der Harleyfahrer vor mir ließ sein Gefährt erst einmal absaufen ... irgendwie machte es mir Freude, als ich ohne Hektik rechts an ihm vorbei ziehen konnte. Anfahren am Hang - das hatte ich schon öfter "auf dem Trockenen" geübt.

Durch Hasselfelde hindurch, hinter Touristen-PKW aus Cuxhaven, Lüneburg und Oldenburg hinterher, mußte ich zunächst einmal tanken. Ellie säuft auf Autobahnstrecken mehr als sonst, und ihre Tanknadel hatte sich schon seit Wernigerode nicht mehr wirklich bewegt - hing fest im roten Randbereit. Normalerweise komme ich ohne Probleme 250 Kilometer weg.

Ortsausgang von Hasselfelde, rauf auf die Total. Eine leere Red-Bull-Dose kullerte durch die Gegend - ich schnappte sie mir und brachte sie an die Kasse.
"Tja, typisch Motorradfahrer!" tönte der Kassierer, worauf ich mit einem deutlichen "HE! ICH FAHRE AUCH!!!" antwortete. Ich war lieb zu ihm und habe ihn nicht gehauen!

Der Kassierer erzählte, das er Montags immer lauter leere Pfanddosen im Müll findet - offenbar hat die Zweirad-Fraktion zuviel Kohle, war sein resignierter Kommentar.
Wir wissen nicht, was der arme Kerl da sonst noch für Repressalien durchmachen muß, mit den Motorradfahrern ... aber wer gleich alle über einen Kamm schert, muß schon reichlich was erlebt haben ...

Ich zahlte und stiefelte wieder zu Ellie. Am Rande versammelten sich einige Horden an Harzjägern. Bunt, laut, jung ...
Ab und an sogar ein Mädel dabei.

Ich tuckerte an die Straße und ließ mir Zeit beim Abbiegen. Der Touristenstrom hatte wieder zugelegt. Es ging zurück nach Hasselfelde, und dann wurde rechts abgebogen, und bei Mario und Carmen einen Zwischenstopp eingelegt. An der Total wollte ich keinen Kaffee, da war es mir irgendwie unbehaglich ...

Mario ist der Pächter vom Biker-Treff, bei Pullmann City.

Ich parkte Ellie an der Blockhütte, im Schatten, rödelte ab und ging auf die kühle schattige Holzterrasse.
Kurze Zeit später war Ellie total eingeparkt. Hinter mir, und auch neben mir, aber sehr weit nach vorne abgestellt, einige BMW GS Tourer.
Bei der Abfahrt würde ich vorne über den Schotterrandstreifen fahren müssen. Schotter und rangieren auf selbigem ist nicht grad mein Liebstes, und ich fluchte leise in mich hinein, als ich die Pfeifen bei ihrem Parkmanöver beobachtete.

Im Bikertreff waren noch andere Bekannte anwesend, allesamt Freunde vom Zettfahrer. Schön, da zu sitzen, gemütlich den zweiten Kaffee zu schlürfen und einfach in totaler Kurzurlaubslaune zu schwelgen!
Auch immer wieder herrlich für mich zu beobachten: als Frau ist man bei einem gewissen Klientel unsichtbar. Es wurde auf die Einweihung des neuen Clubhauses hingewiesen, mit deutlichen Gesten und Gehabe - na, wer mich als Person nicht wahrnimmt, der wird mit Sicherheit nicht meine Anwesenheit ertragen müssen.

Wie gut, das ich so etwas nicht persönlich nehme und mich allenfalls innerlich darüber amüsiere. Der weiß ja nicht, was ihm wunderbares entgeht, ist dann mein geschmunzelter Gedanke.

Gegen 14 Uhr packte ich mich wieder in das warme Zeugs, und buxierte Ellie mit Vorsicht aus der Parklücke.
Am liebsten hätte ich ja die GS neben/vor mir ein wenig angestupst ... wer parkt nur sowas von egoistisch ...

Hier paßt meine Heckfigur total!


Stoisch resigniert-genervter Blick ;-)


Es ging zurück über die öde B81, runter nach Blankenburg. Allein zwei Pannen-PKW mit Warnblinker zwischen Ortsausgang Hasselfelde und der Köhlerhütte, und beide halb auf der Fahrspur parkend. 
Und in Wendefurth direkt hinter dem Ortsschild ein kleiner Stau durch einen Linksabbieger.
Gut, das ich am Ortseingang eh nur noch 50 km/h drauf hatte. Eine kräftige Bremsung war trotzdem notwendig.
Der Golf hinter mir fuhr mir fast drauf.
Schnarchnase ...
Samstag, Hauptreisetag im Harz. Auf der Gegenspur etliche Langsamfahrer, die dann von PKW-Fahrern überholt wurden, die dann von Rennmaschinen überholt wurden.
Einmal sah ich - wie schon anderswo erwähnt - vier entgegenkommende Lichter auf MEINER Fahrspurt.
Ruhe bewahren, langsamer werden, die Vollpfosten an meiner linken Seite vorbeizischen lassen ... wäre ich noch Fahranfänger, hätte ich mir spätestens jetzt in die Hose gemacht!
Aber auch so war ich froh, als ich endlich raus war aus dem Gehügel!

So ohne Gepäck fuhr es sich auch besser. Die Kurven hatte ich ohne das übliche Gezitter gemeistert. Bergab Kurven fahren mit Dränglern im Genick nervt mich allerdings auch heute noch, auch nach drei Jahren Fahrerfahrung ...

Im Tiefland war es deutlich wärmer gewesen! Ich nahm ein Stück die Harzautobahn, fuhr dann über Vienenburg bis nach Wolfenbüttel Linden, quälte mich mit Cabrio-Fahrern herum und traf am Nachmittag zuhause vor der Tür ein.
Schon einige Zeit vorher bekam ich die ersten vier Gänge nicht gut eingelegt. Das Schalten gestaltete sich sehr hakelig. Ich trat stärker, als es gut war, und hatte dann wohl den Schalthebel malträtiert.
Zum Glück gibt es ja Schraubstöcke und Fachpersonal ... der Zettfahrer bekam es allerdings mit der Angst zu tun, als er am Montag in der Werkstatt das verbogene Metall in der Hand hielt.
Sollte er jemals jemanden benötigen, der anderen in den Hintern tritt, würde er auf mich zurückkommen - ich hätte wohl genug Kraft in meinen Beinen, um den Kontrahenten bis zum Mond zu schießen, war sein trockener Kommentar!

Ich fütterte die Schweinchen, betüddelte das Krankschwein, duschte, schmierte mir eine Mittagsstulle, chillte noch ein wenig - und fuhr gegen 18 Uhr über die Dörfer zurück hoch in den Harz. 
Zunächst fuhr ich zur Arbeitsstelle vom Zettfahrer, wo er den Schaden am Schalthebel begutachtete, und mich mit hochgezogenen Augenbrauen ansah: "Du machst mir jetzt Angst!"
Nach einer Beruhigungs-Sprite und einer kleinen Schale Pommes ärgerte ich mich auch nicht mehr so doll über mich selber.

Ich fuhr gegen 20 Uhr über Elbingerode und Hüttenrode zurück zum Campingplatz.




Die Temperaturen waren mittlerweile angenehm, kaum noch Touristenverkehr unterwegs und insgesamt eine deutlich entspannte Stimmung auf den Straßen!

Das Zelt stand noch da, wo es stehen sollte, und ich parkte Ellie gekonnt davor am Holzzaun.

Auf dem Platz waren neue Motorradfahrer angekommen, und neue weiße Ware mit einem irren Equipment wurde gerade aufgebaut.
Unschön, dass zwei unangeleinte Hunde auf dem Platz herumwuselten und die hochschwangeren Ziegen jagten. Der Pächter vom Campingplatz sprach ein höfliches aber deutliches Wort zum Thema "Hunde auf dem Platz AN DIE LEINE", und danach war dann Ruhe.

Die Kinder kamen angelaufen und erzählten mir von den Babyziegen, was sie heute alles erwandert hätten, ob ich gut gefahren war, wie es meinem Krankschwein ging etc.
Das Holländerpärchen hockte Rücken an Rücken und grüßte zurückhaltend lächelnd in meine Richtung.
Es war wie ein Nachhause-kommen ...

Nachdem ich Ellie abgepackt und mich umgezogen hatte, ging ich nach vorne zum Grillplatz und genoß ein unglaublich schönes farbenprächtiges Spiel der Natur!


Die letzten Touristen verließen den Harz - ich konnte ihre Rückscheinwerfer auf der kurvenreichen Straße Richtung Hasselfelde erkennen. Wenn sie über den Hügel gefahren waren, hörte man nur noch die Grillen zirpen. Einfach herrlich, diese Abendruhe. Ein Rotkehlchen kam angeflattert, dann noch ein Rotschwänzchen. Sie ließen sich auf einem nahegelegenen Zaunpfahl nieder, guckten mich mit ihren schwarzen Kugelaugen an und pickten einige Insekten vom Holz. Meine Anwesenheit war zur Kenntnis genommen, und nicht als Bedrohung deklariert.

Ich saß da, ließ den Blick zum Brocken und den Tierchen wandern, und dachte noch einmal über den Tag nach.

Als zwei Campinggäste dazu kamen und sich mit ihren Handys und lautstarken Telefonaten mit der Ehegattin beschäftigten, war die ramontische Atmosphäre beendet.
Ruhe und Stille in der Natur genießen ist eben nichts für Weicheier, sondern für Kenner!

Ich hatte vorher dort auch mit meinem Handy gehockt, hatte aber den Ton ausgestellt. In den Sonnenuntergang quatschen, das kam mir irgendwie falsch vor ...
Ich schnappte mir das Handy und meine Kamera, und schlappe gemächlich zurück zum Zelt. Zeit zum Schlafengehen!

Montag, 3. August 2015

31.7. - 2.8.2015 - Kurzurlaub im Harz; Teil 1: Anreise, und einige Infos zur Ausrüstung

Teil 1: Anreise, Ausrüstungsinfos

Am Freitag überkam es mich. Ich mußte mal wieder zelten. Ein Hauch von Abenteuer war erwünscht. Dieses Mal wollte ich aber etwas mehr Komfort dabei haben. Mein Rücken ...

Ich machte mittags Feierabend und belud Ellie mit dem, was ich für notwendig hielt. Und mit dem, was neu in meiner Ausrüstung war.
Am Samstag war eine kleine Tour geplant - vom Harz zurück nach Hause, weil die Tiere gefüttert und begutachtet werden mußten. Da konnte ich dann wieder mit zurücknehmen, was sich nicht bewährt hatte in der Nacht vorher.
Soweit der Plan.

Ich packte diesmal einen kleinen Teil meiner Campingküche mit ein. Brutzeln über offener Flamme, das hatte ich lange nicht.
 

Fotostopp am Straßenrand - links im Bild der Asse-Höhenzug


Was hier völlig überdimensioniert aussieht, ist nur ohne Größenvergleich fotografiert. Es sah real  weniger schlimm und nicht so überladen aus.
Der schwarze Klumpen hinten drauf ist z.B. mein Schlafsack. Normale Größe, in einen Kompressionssack gestopft.
In der blauen Tasche ist das Zelt und das Groundsheet. Ungefähr 45 Zentimeter Länge.
Oben auf mein Campingstuhl (der fuhr Samstag wieder zurück, weil es genug Sitzmöglichkeiten gab).
Und die gelbe Tasche ist die Ortlieb Rackpack, Größe M. Inhalt: diverses an Wäsche, Handtuch, Waschzeug, aufblasbares Kopfkissen, Schlafschwein.

In den Satteltaschen befanden sich der Regenkombi, ein Paar Ersatzschuhe (Turnschuhe), Badeschlappen, ein dicker Pulli, die Luftmatratze, Akkupumpe, einiges Obst und drei PET Getränkeflaschen. Füllmenge pro Seite 30 Liter. Also eher klein, und nicht so wuchtig wie die normalen Hartschalenkoffer.
Ellie mit silbernen Alukoffern - das sähe wirklich total albern aus!
Kosten für die Satteltaschen ungefähr bei 70 Euronen. Von Polo.

Im Tankrucksack befand sich der restliche, vorgekochte Proviant, die Kamera, etwas Süßkram, der HANDFEGER (ja, der wird extra erwähnt, für jemanden, der sich jedesmal kringelig lacht, wenn er davon liest) und Ersatzhandschuhe. Fertig.

Hier mal ein Größenvergleich-Foto. Man sieht: die Satteltaschen sind nicht wirklich riesig. Der Schwerpunkt ist durch das Gepäcksystem ziemlich nach hinten gerutscht, so dass ich bei Touren die Mineralwasserflaschen und anderes schwere Zeugs gerne im Tankrucksack lagere!

Mini-Gepäcksystem für Tages-Überland-Touren: kleiner Tankrucksack, und tragbare Hecktasche von Pharao; kaum größer als ein kleiner Rucksack; kann um ein kleines Stückchen erweitert werden, wenn man den Reißverschluß weiter auf macht; perfekte kleine Tagestasche; sie kann per Reißverschluß abgestrapst werden und die Bodenplatte verbleibt auf dem Sitz; die ist per Gurtsystem unter die Sitzbank geschnallt


Ich ließ mir Zeit mit der Anfahrt, fuhr gemütlich über die Dörfer und merkte doch deutlich das veränderte Fahrverhalten. Auf der Harzautobahn schwankte ich teilweise ganz schön herum. Da das Gepäck wie immer gut gesichert war, machte ich mir keine Sorgen.

Auch die Anfahrt hoch in den Harz gestaltete sich gemütlich. Ich hing hinter einem Versorgungs-LKW und kam nicht vorbei. So tuckerten wir mit 30 km/h hinter dem Stinker und selbst meine Langsamfahrkünste wurden hier fast überfordert!

Auf dem Campingplatz suchte ich mir eine gemütliche Ecke - und wußte doch schon lange vorher, wo ich hinwollte...




Eine Empfehlung an die Camper: diese Frontscheibenschutzmatten für PKW sind eine hervorragende, wärmende und superleichte Unterlage! Man kann sie vor das Zelt legen und bekommt keine nassen Füße/Knie, wenn man ins Zelt will oder raus, man kann die Unterlagen aber auch unter die Isomatten legen - das schützt zusätzlich vor der Bodenfeuchtigkeit und Bodenkälte!
Außerdem sind sie extrem günstig. Für 2 Euro bekommt man die schmaleren, für 5 Euro die für Bulli-Frontscheiben. Die reichen dann auch im Zelt als Unterlage für 2 Isomatten!

Und sollten diese Matten mal kaputt gehen, dann sind 2 Euro leicht zu verschmerzen!
Das kleine graue Sitzkissen von Tante Louise (4,90 Euronen) ist ein muß-nicht-sein - es ist definitiv zu klein dimensioniert, und auch aufgepustet ohne wirklichen Effekt. Der Luftstopfen zwackt einen in den Hintern - er ist zu hoch, und die Matte zu niedrig.

Da kann man lieber eine zweite PKW-Scheibenmatte nehmen, die mehrfach knicken und sich draufsetzen.
Sitzkissen fliegt also wieder raus aus dem Reisegepäck.

Blick über die Abendlandschaft - Pferdekoppeln, ein Seerosenteich und sehr viel Natur drumherum!




Es geht noch nichts über einen Becher heißen Tee nach einem langen Tag ...
Hier zu sehen auch mein kleiner, genial klein zusammenfaltbarer Alu-Tisch; nix fällt mehr im Gras um, das Feuer steht auch fest auf drei Beinen, und die Ameisen haben es schwerer mit dem Anstieg!
Kostenpunkt aus dem Internetshop: zu Saisonende für 15 Euro geschossen!


Wasserkesselchen von Primus - Inhalt 0,9 Liter
Winziges Teil, gute Wärmeleistung, kostengünstig bei www.campz.de geschossen


Auf dem Platz war eine Horde Motorradfahrer, die am nächsten Tag schon wieder abreisen wollten. Ihnen zuliebe gab es am Freitag abend das Grill-Buffet, was sonst Samstags angeboten wird, in welches man sich für 13 Euro einkaufen konnte: all you can eat-meat ...
Mein Hunger hielt sich aber in Grenzen, weil ICH mein Mampf schon vorgekocht mitgenommen hatte!
Dort oben wird in der Saison am Wochenende eine kleine Speisekarte angeboten - aber auch nur dann, wenn klar ist, dass viele Essen ausgegeben werden. Ich wußte nicht, ob die Küche etwas zauberte, wollte nicht verhungern und knabberte deshalb mein leckeres CousCous in mich rein.



Viel totes Tier auf dem Grill


Meine Portion - hier fehlt noch ein kleines Putensteak, das war schon vertilgt, bevor ich das Foto machte
Die beiden Salate hausgemacht und wirklich gut abgeschmeckt, das Fleisch vom ortsansässigen Anbieter, zart und sehr gut gewürzt


Auf der Abrechnung am Sonntag war mein kleines Essen mit 5 Euro ausgewiesen. Freundschaftspreis, wie ich vermute ... 

Die anderen Fahrer saßen am Nebentisch. Sie waren ein eingeschworener Haufen - viel buntes Leder, viele zotige Sprüche und grüßen taten sie auch nicht. Je mehr Bier auf dem Tisch stand, umso schmutziger wurde das Niveau.
Ein Wochenende Harz ballern, ohne die Ehegezieferinnen - ha, Kurven haschen, mit Tempoangaben protzen - wie ich dieses Gelaber mittlerweile leid war.

Ohne Bedauern ging ich wieder zu meinem Zelt. Vorbei am Ziegengehege, bewunderte ich den Nachwuchs, der zwei Tage vorher zur Welt gekommen war.

Hallo Niedlich! Zwei gefleckte Ziegenböckchen, die noch etwas ungeschickt auf ihren vier Beinchen herumtobten ... die Kinder vom Campingplatz waren total verrückt nach ihnen!

Ihre Kumpanin, die schwarze Käthe, war eigentlich auch dran. Die wartete mit der Geburt ihrer zwei schwarzen Babys aber bis zum Sonntag - aber dazu später mehr. Auch später: der Mundraub der dritten, weißen Ziege. Das Viech klaute mir meinen Frühstücksapfel vom Teller und das restliche Knäckebrot aus der Frühstücksdose! Die Ziegen sind dort lebende Rasenmäher, und alles, was ihnen vor die Schnauze kommt und nicht in Dosen eingepackt ist, gehört ihnen. Manchmal auch der Tabak, der da so leichtgläubig auf dem Campingstuhl abgelegt wurde, während der Besitzer auf der Toilette weilt ...

Ich schaute noch nach den Hühnern, den Kaninchen und dem restlichen Viehzeug dort. Der Platz war mit weißer Ware gut gefüllt, aber vereinzelt gab es auch Zelter. Ein Wanderpärchen aus Holland war auch dort, mit einer Leichenhülle - anders kann ich dieses Zeltdings nicht bezeichnen. Okay, wenn man wandert, muß man auf Gewicht achten - aber das ... für mich wäre das nix!
Leider kein Foto. Stellt euch aber einfach zwei große Müllsäcke (120 Liter) nebeneinander vor. So ungefähr!

Langsam geht der Tag in die Abendruhe ...

Der Zett-Fahrer traf nach getaner Arbeit beim Dunkelwerden ein, baute das größere Zelt auf, und wir saßen noch bis weit in die Nacht davor.

Rundgang über den Platz ... Ramontisch mit Käuzchenrufen!


Der Vollmond beschien den Platz fast taghell. Krass!


So sehen die Männerwaschräume aus. Die Mädels haben rosa Garderobenablagen!


Da irgendwo duschte der Zettfahrer ... 


Ich genoß ein mitgebrachtes alkoholfreies Zitronenweizen - und mußte in der Nacht viermal raus. Weizen - auch das vertrage ich immer noch nicht. Seufz ... aber lecker war das gewesen! Sehr süffig und machte überhaupt nicht ballerig im Schädel!

Das billiges Zelt vom Zettfahrer war für zwei Personen ausgewiesen - so wie meines - aber wir hatten definitiv mehr Platz, es war höher und insgesamt auch viel besser isoliert. In der Nacht ging die Temperatur auf 6 Grad herunter, doch ich fror nicht! Womit beschlossen war, dass sein Zelt mit nach Dänemark in den Zelturlaub kommt, und mein kleines Klappzelt als Ersatz für überzähliges Gepäck, oder für ein Krankschwein. Das wird sich noch herausstellen ...

Einmal sah ich einen großen Schatten am Zelt vorbeihuschen. Ein Luchs? Ein Hund?

Der Kommentar vom Zettfahrer, das es im Harz wieder Wölfe gibt, war wenig hilfreich ...
Am Sonntag erfuhr ich dann, dass der Fuchs sein Unwesen auf dem Platz treibt. Von der Größe her kam das hin!

Auf meiner neuen Luftmatratze von Tante Louise schlief ich wesentlich ruhiger als auf der NeoAir - allerdings ist das Teil von Louis auch wesentlich schwerer und vom Packmaß her größer, wenn sie aufgerollt ist. Also eher nur bedingt für das Motorradreisen geeignet, wenn man auf Gewicht achtet.
Nun, irgendwo muß man Kompromisse eingehen. Wenn ich nach einem langen Tourentag eine unbequeme Schlafstätte habe, kann ich den nächsten Tag vergessen! Ein Feldbett mitznehmen ist dann aber eine Nummer zuviel.


Nachtrag:
Da er hier öfter erwähnt wird, bekommt der aufmerksame Leser auch mal ein Foto vom Zettfahrer präsentiert. Bitteschön, der einjährige Zettfahrer und sein Vater!

Schutzkleidung: festes Schuhwerk, Windel-Airbag und eine gepolsterte Kopfbedeckung
Sein erster Kontakt mit dem Zweirad!
Da die Ähnlichkeit mit seinem Vater so groß ist, stellt euch den Vater einfach mal mit 6 mm Haarlänge vor - Voilá, so sieht dann der erwachsene Zettfahrer aus

NACHTRAG ZU Unterwegs im Umland, Anzelten im Gewittersturm, und ein Update in bezug auf "Vertrage ich Alkohol?"

Eine Information an die Leser vom letzten Posting:

Ich muß nochmal ganz deutlich etwas klarstellen!

Das "Wildcampen" war zwar wild, aber es war gestattet. Natürlich fragte der Z-Fahrer vorher den Besitzer der Wiese. Dessen Antwort: "Mach doch. Räum hinterher auf und gut is'!"

Ich würde in D-land niemals ohne Genehmigung des Bauern irgendwo zelten, geschweige denn ein Feuer machen.

Das Feuer war in einer feuerfesten Tonschale gemacht, und war eher ein Feuerchenchen. Ich war mit einem erfahrenen Feuermacher unterwegs. Es stand ein 10 Liter Kanister Wasser daneben.



Mir selbst sind die Gefahren von Feuer im Sommer (Waldbrandgefahr) durchaus bewußt :-).


Ich habe durch Nachfragen diverse Adressen von privaten Flächen, wo wir zelten dürften. Sogar auf einem Sportplatz.
Wer einen kennt, der einen kennt, der einen kennt ... befindet sich schnell in einem Netzwerk von Menschen, die sorgsame Camper zu schätzen wissen. Eine Hand wäscht die andere - die Gegenleistung ist eventuell die Mithilfe beim Weidezaun aufbauen!

Das Anbieten einer Aufwandentschädigung von 5 Euro für die Sportkasse oder "Partykasse" wird sicher gern angenommen. Es kann aber auch geschehen, dass der Besitzer der Wiese mit Unverständnis reagiert: "Hä? Was soll das denn? Wollt ihr mich beleidigen?"

Alles klar?



Schöne Grüße!