Ellie und ich

Ellie und ich

Montag, 3. August 2015

31.7. - 2.8.2015 - Kurzurlaub im Harz; Teil 1: Anreise, und einige Infos zur Ausrüstung

Teil 1: Anreise, Ausrüstungsinfos

Am Freitag überkam es mich. Ich mußte mal wieder zelten. Ein Hauch von Abenteuer war erwünscht. Dieses Mal wollte ich aber etwas mehr Komfort dabei haben. Mein Rücken ...

Ich machte mittags Feierabend und belud Ellie mit dem, was ich für notwendig hielt. Und mit dem, was neu in meiner Ausrüstung war.
Am Samstag war eine kleine Tour geplant - vom Harz zurück nach Hause, weil die Tiere gefüttert und begutachtet werden mußten. Da konnte ich dann wieder mit zurücknehmen, was sich nicht bewährt hatte in der Nacht vorher.
Soweit der Plan.

Ich packte diesmal einen kleinen Teil meiner Campingküche mit ein. Brutzeln über offener Flamme, das hatte ich lange nicht.
 

Fotostopp am Straßenrand - links im Bild der Asse-Höhenzug


Was hier völlig überdimensioniert aussieht, ist nur ohne Größenvergleich fotografiert. Es sah real  weniger schlimm und nicht so überladen aus.
Der schwarze Klumpen hinten drauf ist z.B. mein Schlafsack. Normale Größe, in einen Kompressionssack gestopft.
In der blauen Tasche ist das Zelt und das Groundsheet. Ungefähr 45 Zentimeter Länge.
Oben auf mein Campingstuhl (der fuhr Samstag wieder zurück, weil es genug Sitzmöglichkeiten gab).
Und die gelbe Tasche ist die Ortlieb Rackpack, Größe M. Inhalt: diverses an Wäsche, Handtuch, Waschzeug, aufblasbares Kopfkissen, Schlafschwein.

In den Satteltaschen befanden sich der Regenkombi, ein Paar Ersatzschuhe (Turnschuhe), Badeschlappen, ein dicker Pulli, die Luftmatratze, Akkupumpe, einiges Obst und drei PET Getränkeflaschen. Füllmenge pro Seite 30 Liter. Also eher klein, und nicht so wuchtig wie die normalen Hartschalenkoffer.
Ellie mit silbernen Alukoffern - das sähe wirklich total albern aus!
Kosten für die Satteltaschen ungefähr bei 70 Euronen. Von Polo.

Im Tankrucksack befand sich der restliche, vorgekochte Proviant, die Kamera, etwas Süßkram, der HANDFEGER (ja, der wird extra erwähnt, für jemanden, der sich jedesmal kringelig lacht, wenn er davon liest) und Ersatzhandschuhe. Fertig.

Hier mal ein Größenvergleich-Foto. Man sieht: die Satteltaschen sind nicht wirklich riesig. Der Schwerpunkt ist durch das Gepäcksystem ziemlich nach hinten gerutscht, so dass ich bei Touren die Mineralwasserflaschen und anderes schwere Zeugs gerne im Tankrucksack lagere!

Mini-Gepäcksystem für Tages-Überland-Touren: kleiner Tankrucksack, und tragbare Hecktasche von Pharao; kaum größer als ein kleiner Rucksack; kann um ein kleines Stückchen erweitert werden, wenn man den Reißverschluß weiter auf macht; perfekte kleine Tagestasche; sie kann per Reißverschluß abgestrapst werden und die Bodenplatte verbleibt auf dem Sitz; die ist per Gurtsystem unter die Sitzbank geschnallt


Ich ließ mir Zeit mit der Anfahrt, fuhr gemütlich über die Dörfer und merkte doch deutlich das veränderte Fahrverhalten. Auf der Harzautobahn schwankte ich teilweise ganz schön herum. Da das Gepäck wie immer gut gesichert war, machte ich mir keine Sorgen.

Auch die Anfahrt hoch in den Harz gestaltete sich gemütlich. Ich hing hinter einem Versorgungs-LKW und kam nicht vorbei. So tuckerten wir mit 30 km/h hinter dem Stinker und selbst meine Langsamfahrkünste wurden hier fast überfordert!

Auf dem Campingplatz suchte ich mir eine gemütliche Ecke - und wußte doch schon lange vorher, wo ich hinwollte...




Eine Empfehlung an die Camper: diese Frontscheibenschutzmatten für PKW sind eine hervorragende, wärmende und superleichte Unterlage! Man kann sie vor das Zelt legen und bekommt keine nassen Füße/Knie, wenn man ins Zelt will oder raus, man kann die Unterlagen aber auch unter die Isomatten legen - das schützt zusätzlich vor der Bodenfeuchtigkeit und Bodenkälte!
Außerdem sind sie extrem günstig. Für 2 Euro bekommt man die schmaleren, für 5 Euro die für Bulli-Frontscheiben. Die reichen dann auch im Zelt als Unterlage für 2 Isomatten!

Und sollten diese Matten mal kaputt gehen, dann sind 2 Euro leicht zu verschmerzen!
Das kleine graue Sitzkissen von Tante Louise (4,90 Euronen) ist ein muß-nicht-sein - es ist definitiv zu klein dimensioniert, und auch aufgepustet ohne wirklichen Effekt. Der Luftstopfen zwackt einen in den Hintern - er ist zu hoch, und die Matte zu niedrig.

Da kann man lieber eine zweite PKW-Scheibenmatte nehmen, die mehrfach knicken und sich draufsetzen.
Sitzkissen fliegt also wieder raus aus dem Reisegepäck.

Blick über die Abendlandschaft - Pferdekoppeln, ein Seerosenteich und sehr viel Natur drumherum!




Es geht noch nichts über einen Becher heißen Tee nach einem langen Tag ...
Hier zu sehen auch mein kleiner, genial klein zusammenfaltbarer Alu-Tisch; nix fällt mehr im Gras um, das Feuer steht auch fest auf drei Beinen, und die Ameisen haben es schwerer mit dem Anstieg!
Kostenpunkt aus dem Internetshop: zu Saisonende für 15 Euro geschossen!


Wasserkesselchen von Primus - Inhalt 0,9 Liter
Winziges Teil, gute Wärmeleistung, kostengünstig bei www.campz.de geschossen


Auf dem Platz war eine Horde Motorradfahrer, die am nächsten Tag schon wieder abreisen wollten. Ihnen zuliebe gab es am Freitag abend das Grill-Buffet, was sonst Samstags angeboten wird, in welches man sich für 13 Euro einkaufen konnte: all you can eat-meat ...
Mein Hunger hielt sich aber in Grenzen, weil ICH mein Mampf schon vorgekocht mitgenommen hatte!
Dort oben wird in der Saison am Wochenende eine kleine Speisekarte angeboten - aber auch nur dann, wenn klar ist, dass viele Essen ausgegeben werden. Ich wußte nicht, ob die Küche etwas zauberte, wollte nicht verhungern und knabberte deshalb mein leckeres CousCous in mich rein.



Viel totes Tier auf dem Grill


Meine Portion - hier fehlt noch ein kleines Putensteak, das war schon vertilgt, bevor ich das Foto machte
Die beiden Salate hausgemacht und wirklich gut abgeschmeckt, das Fleisch vom ortsansässigen Anbieter, zart und sehr gut gewürzt


Auf der Abrechnung am Sonntag war mein kleines Essen mit 5 Euro ausgewiesen. Freundschaftspreis, wie ich vermute ... 

Die anderen Fahrer saßen am Nebentisch. Sie waren ein eingeschworener Haufen - viel buntes Leder, viele zotige Sprüche und grüßen taten sie auch nicht. Je mehr Bier auf dem Tisch stand, umso schmutziger wurde das Niveau.
Ein Wochenende Harz ballern, ohne die Ehegezieferinnen - ha, Kurven haschen, mit Tempoangaben protzen - wie ich dieses Gelaber mittlerweile leid war.

Ohne Bedauern ging ich wieder zu meinem Zelt. Vorbei am Ziegengehege, bewunderte ich den Nachwuchs, der zwei Tage vorher zur Welt gekommen war.

Hallo Niedlich! Zwei gefleckte Ziegenböckchen, die noch etwas ungeschickt auf ihren vier Beinchen herumtobten ... die Kinder vom Campingplatz waren total verrückt nach ihnen!

Ihre Kumpanin, die schwarze Käthe, war eigentlich auch dran. Die wartete mit der Geburt ihrer zwei schwarzen Babys aber bis zum Sonntag - aber dazu später mehr. Auch später: der Mundraub der dritten, weißen Ziege. Das Viech klaute mir meinen Frühstücksapfel vom Teller und das restliche Knäckebrot aus der Frühstücksdose! Die Ziegen sind dort lebende Rasenmäher, und alles, was ihnen vor die Schnauze kommt und nicht in Dosen eingepackt ist, gehört ihnen. Manchmal auch der Tabak, der da so leichtgläubig auf dem Campingstuhl abgelegt wurde, während der Besitzer auf der Toilette weilt ...

Ich schaute noch nach den Hühnern, den Kaninchen und dem restlichen Viehzeug dort. Der Platz war mit weißer Ware gut gefüllt, aber vereinzelt gab es auch Zelter. Ein Wanderpärchen aus Holland war auch dort, mit einer Leichenhülle - anders kann ich dieses Zeltdings nicht bezeichnen. Okay, wenn man wandert, muß man auf Gewicht achten - aber das ... für mich wäre das nix!
Leider kein Foto. Stellt euch aber einfach zwei große Müllsäcke (120 Liter) nebeneinander vor. So ungefähr!

Langsam geht der Tag in die Abendruhe ...

Der Zett-Fahrer traf nach getaner Arbeit beim Dunkelwerden ein, baute das größere Zelt auf, und wir saßen noch bis weit in die Nacht davor.

Rundgang über den Platz ... Ramontisch mit Käuzchenrufen!


Der Vollmond beschien den Platz fast taghell. Krass!


So sehen die Männerwaschräume aus. Die Mädels haben rosa Garderobenablagen!


Da irgendwo duschte der Zettfahrer ... 


Ich genoß ein mitgebrachtes alkoholfreies Zitronenweizen - und mußte in der Nacht viermal raus. Weizen - auch das vertrage ich immer noch nicht. Seufz ... aber lecker war das gewesen! Sehr süffig und machte überhaupt nicht ballerig im Schädel!

Das billiges Zelt vom Zettfahrer war für zwei Personen ausgewiesen - so wie meines - aber wir hatten definitiv mehr Platz, es war höher und insgesamt auch viel besser isoliert. In der Nacht ging die Temperatur auf 6 Grad herunter, doch ich fror nicht! Womit beschlossen war, dass sein Zelt mit nach Dänemark in den Zelturlaub kommt, und mein kleines Klappzelt als Ersatz für überzähliges Gepäck, oder für ein Krankschwein. Das wird sich noch herausstellen ...

Einmal sah ich einen großen Schatten am Zelt vorbeihuschen. Ein Luchs? Ein Hund?

Der Kommentar vom Zettfahrer, das es im Harz wieder Wölfe gibt, war wenig hilfreich ...
Am Sonntag erfuhr ich dann, dass der Fuchs sein Unwesen auf dem Platz treibt. Von der Größe her kam das hin!

Auf meiner neuen Luftmatratze von Tante Louise schlief ich wesentlich ruhiger als auf der NeoAir - allerdings ist das Teil von Louis auch wesentlich schwerer und vom Packmaß her größer, wenn sie aufgerollt ist. Also eher nur bedingt für das Motorradreisen geeignet, wenn man auf Gewicht achtet.
Nun, irgendwo muß man Kompromisse eingehen. Wenn ich nach einem langen Tourentag eine unbequeme Schlafstätte habe, kann ich den nächsten Tag vergessen! Ein Feldbett mitznehmen ist dann aber eine Nummer zuviel.


Nachtrag:
Da er hier öfter erwähnt wird, bekommt der aufmerksame Leser auch mal ein Foto vom Zettfahrer präsentiert. Bitteschön, der einjährige Zettfahrer und sein Vater!

Schutzkleidung: festes Schuhwerk, Windel-Airbag und eine gepolsterte Kopfbedeckung
Sein erster Kontakt mit dem Zweirad!
Da die Ähnlichkeit mit seinem Vater so groß ist, stellt euch den Vater einfach mal mit 6 mm Haarlänge vor - Voilá, so sieht dann der erwachsene Zettfahrer aus

6 Kommentare:

  1. Das ist doch komisch, daß die Buntledernen so schlecht Anschluss an andere Motorradfahrer finden. Wer nicht im Dunstkreis ihres eigenen Auspuffs unterwegs ist, zählt anscheinend nicht. Da habe ich bisher mit Nicht - Motorradfahrern unterwegs viel nettere Kontakte und Gespräche gehabt, als mit vermeintlich gleichgesinnten.

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    1. Sind nicht alle so, ich kenne auch zwei Nette. Wobei auch bei ihnen ein Schalter umfliegt, wenn sie sich ins Leder zwängen, und dann Richtung Harz/im Harz auf der Semmel unterwegs sind.
      Bei mir ist das genau umgekehrt: in dem Moment, wo ich auf Ellie aufsteige, achte ich intensiver auf das Fahren, und bin deutlich defensiver als mit dem Auto ... Hektik ist für mich ein No Go auf dem Motorrad. Da gibt es zuviele Fahrfehler, die sich entweder an mir und/oder an Ellie rächen ...

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  2. Also die mit dem bunten Leder und den Buckeln am Rücken, mit denen kann ich nix anfangen. Sicher ist es auch eine Art des Motorradfahrens, aber mit Knieschleifern komme ich nicht konform...

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    1. Mein Schräglagentrainer gehört ja auch zu der Fraktion. Seine Ansichten fand ich allerdings mehr als vernünftig - er sagt, die selbsternannte Heizertruppe gehört auf die Renne und NICHT auf öffentliche Straßen. Spaß am Fahren hin oder her - im Harz ist einfach zuviel los, egal, ob in der Woche oder am Wochenende.
      Freie Fahrt für freie Bürger-Denken ist in dem Fall wirklich fehl am Platz :-( ...

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  3. Hey Heike !
    Ein interessanter Einblick in deine Ausrüstung. Erst dachte ich wirklich, Ellie ist bereit für die Weltumrundung (!)
    Aber du hast schon recht, Komfort braucht Packmass. Wenn ich dann das Foto von deinem total aufgeräumten, gemütlichen Zelt mit dem fertig gemachten Bett samt Schwein sehe, weiss ich, es hat sich gelohnt soviel mitzuschleppen.
    Machst du mal wieder so ein Foto im nächsten Bericht ? Ich liebe das :-)
    Viele Grüsse, Michael
    PS: Wär ein Windschutz für deinen Gaskocher eine gute Idee ?

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    1. Hei Mic!
      Wir wissen ja nicht, ob am Ende des Berichts nicht doch noch ein Foto auftaucht vom Inneren der Einrichtung ;-).
      Windschutz wäre sicherlich eine gute Idee. Ich hatte bei Wind sonst in der Apsis gefeuert - das ging prima. Ansonsten kann man den kleinen Alutisch ja soweit auseinanderbauen, dass er ohne die durchgeschobenen Stabilisierungsstangen wie eine Art Wall aufgestellt werden kann. Mal sehen, wie sich das an der Ostsee gestaltet, da probiere ich noch einiges aus (der arme Zettfahrer, der weiß noch gar nicht, was ich da alles aufbauen werde *hihi*).

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