Ellie und ich

Ellie und ich

Freitag, 29. Januar 2016

28.1.2015 - In den Startlöchern - mit Verzweiflungszettel

Nachdem Ellies Gel-Batterie längere Zeit am Lade- und Erhaltungsgerät hing (ich verwende den Pro-Charger), hielt ich den Zeitpunkt des Einbaus für gekommen. Vorher noch schön die Pole mit Bremsenreiniger-auf-Tuch gesäubert, die Batterie schön abgeputzt, strahlte das Herz von Ellie wieder taufrisch vor sich hin.

Im Internet gibt es haufenweise Anleitungen für das Aus- und Einbauen von Motorradbatterien (wenn man denn in der Garage keine Steckdose hat, und somit nicht "am Objekt" aufladen möglich ist). 

So eine Anleitung hatte ich mir dann gleich zweifach ausgedruckt. Ein Exemplar kam in den Karton des Pro-Chargers. Das andere an die Seitenwand der Batterie, also in Ellie hinein.

Hier bei Louis gibt es gut bebilderte Anweisungen - das gleiche auch in "leicht" auf Youtube.

Beim Ausbauen hatte ich es falsch gemacht - ich schraubte zuerst das rote ab. Soll man nicht. Ist bäh.


Zuerst IMMER das schwarze (Minus) abschrauben.
DANN das rote (Plus).

Gut, das bisher nix passiert ist ...

Ausgebaute Batterie an das Ladegerät anschließen: 
  • erst Plus (rot) anklemmen
  • dann Minus (schwarz).

Ab vom Ladegerät: 
  • erst Minus (schwarz) abklemmen, 
  • dann Plus (rot).

Man kann aber auch an das Ladegerät anklemmen, wie man lustig ist - solange das Ladegerät noch nicht mit dem Netzstecker im Stromkreis drin ist!!!


Da ich mir dieses Hin und Her einfach nicht merken kann, habe ich mir das eben ausgedruckt!


Motorrad hat das auch super erklärt: HIER nachzulesen.

Was das Merken von solchen wichtigen Dingen angeht, bin ich Physik-Legastheniker. Da hilft nur, sich überall Zettelchen ranzukleben.
Bazingaaa




Klar zu sehen: Eingebaute Batterie und "Verzweiflungszettel"



Diese kleine Gegenmutter unter dem Batterie-Pol ist auf beiden Seiten wie gewohnt heimtückisch und gemein. Erst als mein Garagennachbar dazu kam - seines Zeichens KFZ-Schlosser bei der Berufsfeuerwehr Braunschweig - konnten wir dem Teil habhaft werden.

Da waren zuviele Finger in zu engem Platz - und trotzdem bekamen wir es irgendwann gebacken. Das hatte schon etwas von Microchirurgie.

Der spannende Moment kam. Ich drehte den Zündschlüssel um. Es orgelte und hustete kurz - und bröbbeldibröööpfffffffffft ... Ellie ging wieder aus. 

Erneutes WiWiWiWiWiWirrrrrrrrrrrrrzbrööööööööööööpppp und sie lief. Ich drehte den Gasgriff etwas hoch, und wartete ein Weilchen. Dann kam der Choke ins Spiel. 

Sie lief hochgetourt, und verzückt schnupperte ich den Duft aus dem Auspuff.
Als blutiger Anfänger hatte ich vor zwei Jahren vor dem Starten nach längerer Pause sofort den Choke gedrückt, und natürlich soff sie mir gleich ab. Zuviel des Guten!

Ich ließ sie einige Minuten vor sich hinlaufen. Drehte den Choke zurück - der Motor lief weiterhin rund und beruhigend.
Eigentlich juckte es mich in den Fingern. Ich wollte nochmal los. Tanken.

Aber da war noch etwas zu richten.


Die rechte Bremsbacke der Vorderradbremse vom Fahrrad zickte herum, ging nach Zugriff nicht wie sonst zurück von der Felge. Aber trotz WD40 und diversen Probiereien ging es nicht so, wie es sollte. Da scheint eine Feder kaputt zu sein.
Den neuen Touren-Gelsattel wollte ich auch noch drauf bauen, hatte dann aber keine Meinung mehr.
Das mache ich am Wochenende. 

Der Anbau der linken Satteltasche ging dafür relativ problemlos. Man erinnert sich: da mußte eine Naht geflickt werden.

Nun ist sie wieder saisonfertig, die gute Ellie.




Diesmal dachte ich an das übliche Tacho-Foto zu Saisonbeginn!

Start am 28.1.2016 mit 45.825,1 Kilometern auf dem Tacho


Heute, 29.1.2016, wollte ich mal eine kleine Runde zum Tanken fahren. Die Straßen sind soweit abgespült, wenn auch der Rollsplit noch in Massen vorhanden ist.

Am Samstag soll dann der Winter erneut einschlagen. Mal schauen. Noch sieht das Wetter nicht so prall aus - es ist sehr windig, wenn auch nicht kalt - um die 5 Grad. Das soll sich heute noch steigern auf 8 Grad.
Reicht für eine Tanktour.

Wir werden sehen!


Fazit:

Doof darf man ruhig sein - mit Verzweiflungszettel kommt man auch über so manche Hürde im Gedächtnis!

Montag, 25. Januar 2016

23.-24.1.2016 Motorradmesse Magdeburg

Letzte Woche Teilemarkt, dieses Wochenende Neuheiten bewundern.
Nun also erneut auf zum Messegelände.  

Recht pünktlich gegen 9 Uhr ging es auf die Bahn. In der Nacht hatte es nochmals ordentlich geschneit, aber die A2 war gut gepökelt. Ein Teilstück hinter Marienborn war auf 40 km/h heruntergedrosselt - Warnanzeige Leuchttafeln - aber dieses Gebot war ein echt teuflisches Stück!
Die LKW Fahrer überholten links, und nochmal links bis auf die für sie absolut verbotene Spur. Sie bretterten einem teilweise fast in den Kofferraum hinein. Wir fuhren schon 75, aber das war den Polen egal. Sie kassieren beim Erwischt werden ja eh nur Geldstrafe, keine Punkte.

Wer auch immer da in der Leitzentrale der A2 gesessen hatte, bekommt nachträglich eine dicke Watschn von mir. So ein Schwachsinn! Mag ja sein, dass die Drosselung berechtigt war - aber sie war für die PKW Fahrer auf der rechten Spur lebensgefährlich!

Dementsprechend mies gelaunt kam ich beim Messegelände an. So ein Verhalten regt mich nachhaltig auf!

Erst beim Rausgehen sah ich dass in Halle 3 noch etwas war ... 
das nennt man wohl selektive Wahrnehmung


So früh war noch nicht viel los - der große Parkplatz war kaum gefüllt. Der kostenpflichtige war mit 3 Euro dabei.
Ein Stück vor der Messe war ein Parkplatz mit Kastenzahlung - aber wozu den nehmen, wo man stündlich löhnen muß ...

Die Schlange vor dem Kassenhaus war schon ganz ordentlich. Vielleicht waren die Ortsansässigen alle mit der Bahn ...? Oder zu Fuß ...?

Drei Kassen geöffnet, aber irgendwie standen alle nur an der rechten an. Ich hatte es eilig - mein Stammtisch war schon in der Halle mit den Motorrädern drinnen, und ich wollte die Jungs endlich knuddeln. 12 Euro Eintritt waren zu berappen.


Freifläche zwischen den Hallen ...
Hier gab es Action zu sehen, zu hören - und auch zu riechen


Es gab neben einer großen Freifläche, auf der Stunts gezeigt wurden, zwei gefüllte Hallen für die Motorradfreunde.
In der linksseitigen gab es Klamotten, Blink-Blink-Schmuckstände, diverse fliegenden Händlern (Brille-Putz-Dienst - sehr hartnäckiges Weib, was mir tierisch auf den Senkel ging - ich lasse an meine Brille keine Fremde heran, und ein NEIN danke heißt auch NEIN! egal wie häufig die Händlerin ihre Ware anpries), Lederfett-Anbieter, ein Weinstand für die Tussies, Patch- und Blechschilder-Ramsch, Lederklamotten die wie echte Markenwaren aussahen (aber der Verkäufer war einer von der Sorte, die sonst jede Menge Plagiate auf den Flohmärkten anbieten und deshalb bezweifelte ich den tatsächlichen Schutzwert der xyz-Markenlederjacke), eine große Bühne für Bike-Wash, Body-Painter, eine Freßmeile und ein Getränkestand, das Fahrzeugmuseum Staßfurt stellte einige Exponate aus und zwei Jawa-Klubs waren Wand an Wand mit ihren Kollegen und den restaurierten Schätzchen da. 

B.A.C.A.A sowie Biker-Union waren auch anwesend. Absolut spaßig: die Bundeswehr war auch dort!



Fahrzeugmuseum Staßfurt - einige Impressionen:








Die rechtsseitige Halle war mit fabrikneuen Motorrädern der großen Hersteller gefüllt. 







Außerdem einige Klamottenanbieter mit Helmen und -Zubehör, Lederwaren von dem Hersteller mit dem Skorpion drauf, ein fünfziger Jahre Kleiderstand (okay, ein Tribute an James Dean), und immer zwischendrin auch Rolleranbieter.
Auch eine (bayrische) Freßmeile war vorhanden, bei der ich mir erstmal einen Fleischkäse im Brötchen holte. Frühstück! Die Preise waren gehobener Standard. Nicht sonderlich günstig, aber nicht so unverschämt wie z.B. in Hamburg oder Düsseldorf.

Die Stammtisch-Jungs wurden gleich gesichtet, und wir schwärmten im Pulk um die ausgestellten Objekte.

Bei BMW schaute ich nach Minyas Gesa. Für mich Knurps viel zu hoch.

Bei Kawasaki schaute ich nach Svenjas Greeny - same procedure as before ...

Bei Harley durfte man nur gucken, nicht antatschen. Und druff hocke schon gleich gar nicht. Da war ein goldglitzerblinkblink-Teil, was von vorne ausschaute wie eine Einbauküche - von der Seite wie ein Quad und von hinten wie ein Unimog.
Der Designer hat alles gegeben ... sehr interessant fand ich das Beobachten der Klientel, die da zwischen den Maschinen herum wanderten. Einige MC und MF waren auch in Gruppen aufgetaucht - einer der Urgesteine hatte ein angeekeltes Schnauben von sich gegeben beim Betrachten a) der anderen Interessenten und b) einiger Maschinen.

Da rechts im Bild - sah in echt noch gruseliger glitzernd aus ...

 
Die Indian waren gleich neben Harley angesiedelt. Ich schaute fasziniert auf die Ausstattung: Nagelneue Satteltaschen mit Fransen bis fast an den Boden - ich fühle mich an das Sitzmöbel meiner Großtante erinnert, da hingen die Frottee-Troddel-Fransen an der Sofa-Unterkante und als Kind flocht ich da immer Zöpfe hinein. Zum Leidwesen meiner Tante Friedel ...

Lenker-Stulpen mit Lederzotteln waren am Lenker ebenfalls dran - ebenso ellenlang.
Der Auftritt eines Asphalt-Cowboys mit "Son of Arthritis" Patch auf der nagelneuen Lederweste gab mir den Rest - ich wäre fast erstickt vor Lachen und rettete mich an den nächsten Stand.

Triumph hatte einige schöne Retrobikes da stehen. Da Minya schon in ihrem Blog darüber berichtet hatte, erspare ich euch meine laienhafte Darstellung.
Sitzen tat ich auf einem Modell (Thruxton) ganz angenehm. Die Jungs probierten mal einiges andere aus - da ich die Kleinste in der Truppe war, brauchte ich es ihnen aber nicht nachzumachen. Ich hätte einen Fußschemel gebraucht, um auf die hochgebeinten Teile zu krabbeln.

Allenfalls auf die kleinere Ausführung der Versys wäre ich gut raufgekommen ...

Ich blieb also wie erwartet beim Kawa-Stand hängen ...  


Hach ja, die W800, schönes Teil ...





VN900 Custom, Baujahr 2016 - leicht zu handhaben, guter Schwerpunkt - der Messepreis mit 7.500 Euronen (plus Überführung/Steuer von knapp 500) war auch okay
Die Mitarbeiter am KAWA Stand gaben sich sehr viel Mühe in bezug auf Informationen und "Kunden fischen" - und durch die Bank waren alle gut bis sehr gut mit Wissen ausgestattet


Die Custom hatte es mir wirklich angetan. Gesamterscheinungsbild fast perfekt. Und Polly berichtet ja regelmäßig über das Fahrverhalten und die Handhabung - insofern warte ich jetzt mal ab, ob sich da nicht irgendwann ein Vorführmodell anbietet.

So schlenderten wir von Maschine zu Maschine. Irgendwann knurrte der Magen, der Kaffeepegel ging auch auf Null - also wurde eine Pause abseits des Trubels eingelegt. Wichtige Stammtisch-Aktionen wurden geplant und abgeklärt, und wir machten lange Zeit in "Kontaktpflege". Da wir alle relativ weit auseinander wohnen und uns nicht so regelmäßig sehen können, ist solch ein Treffen auch gleich wichtige Erneuerung des Gruppenfeelings!
Für die meisten hieß es um 14 Uhr: Abfahrt. Unser Präsi mußte zum Bahnhof, und bei anderen rief der Mittagsschlaf und das Ehegetier.

Einer blieb noch, und so wanderten der Zettfahrer, der Gifhorner und meine Wenigkeit noch etwas herum, bis auch für A. die Abfahrt anstand. Er hatte vorher an einem Schmuckstand noch ein schönes Mitbringsel für seine Ehefrau ergattert. Ich bin gespannt, wie sie das findet :-). Mir gefiel es jedenfalls.
Beim POLO Stand drehten wir alle noch am Glücksrad. Ich gewann einen Luftdruck-Prüfer. Okay, sowas kann man ja immer mal gebrauchen ;-).
Insofern habe ich jetzt auch den aktuellen Katalog im Haus. Den gab es zum Prüfer dazu.
Bei den Jawa-Freunden in der Halle gegenüber blieben der Zettfahrer und ich später hängen. Zwei der durchweg alt und älteren Mitglieder - Zwillinge - erklärten uns die Jawa-Faszination so authentisch, dass ich Dutzende Fotos nur von ihrer Ausstellung machte ...


Lustiges Detail: zu jeder Jawa gehört ein Schraubenzieher dazu




Baujahr 1932 ... der Ölbehälter ist ebenfalls Historie und Original

So ein (allerdings dann unrestaurierter) Anhänger kostet ab 700 Euro aufwärts ...


Ich erfuhr, dass die Jawa das einzige Motorrad ist, wo der Kickstarter gleichzeitig der Schalthebel ist - er wird nach rechts umgelegt und dient so zum Ankicken, wird dann nach vorne zurück gelegt und als Gang-Schalter genutzt

Dieses Modell bekam einen neuen Lampenring, Tacho und diverse Schläuche - ansonsten soll es mit dieser Patina bleiben


Der neue Ölbehälter, in Tschechien zu kaufen, kostet 140 Euro ...
 
Danke an euch Zwei - eure Begeisterung war ansteckend!

Auf der Freifläche gab es einiges an Action zu erleben!


Stunt-Vorführungen - das Schattenbild auf der Plane zeigt an, worum es ging - auch Loopings waren zu sehen


Die Knirpse hatten beachtliche Darbietungen gezeigt - einige von ihnen waren gerade mal acht Jahre alt - durch den Ring springen, den Langsameren ausweichen und natürlich mit der Gashand spielen ... früh übt sich, was später im Gelände herumkrejolen will!







Die Stunt-Darbietung auf dem Quad gefiel mir auch. Erstaunlich, was man mit so einem schwerfälligen Teil so alles hinbekommt! Hier mal ein Ausschnitt ... die eigentliche Show dauerte fast dreissig Minuten, es wurden Mädels aus dem Publikum geholt und später noch mit 5 Personen auf dem Quad (3 Gäste) ordentlich was fürs Auge gezeigt!




Bei einem Sattler schauten wir uns auch noch um.

Frisch bezogene Sitzbank einer Schwalbe, Privatbesitz
Kostenpunkt für die Sitzbank: 130 Euro
Schöne Arbeit, konnte ich mich persönlich von überzeugen

Eine kleine Messe, die mir persönlich aber alles bot, was mich interessierte. Viele Bekannte waren anwesend, ich konnte mich in Ruhe über vieles informieren, mußte mir nicht die Füße wundlaufen und hatte überall Spaß.

Mir hat es dort gefallen.


Kleine Annekdote am Ende: ich lernte am Stand der Biker Union ein nettes Bikerpärchen aus Ballenstedt (das ist bei Aschersleben) kennen. Als wir Telefonnummern austauschten, weil wir in der Saison mal zusammen fahren wollten, und sie mir ihre Namen nannten, mußten wir alle lachen.
Heike und Jens.

Na wenn das mal keine Verwechslung gibt bei den Touren ;-). Gruß an euch, ihr Lieben!

 

Montag, 18. Januar 2016

Erlebnissplitter vom Teilemarkt in Magdeburg, 16.1.2016

16.1.2016
Oldtimer-Teilemesse in Magdeburg.

Agnes brauchte noch diverses Kleinzeugs, und so fuhren der Zettfahrer und ich mit dem Wintergolf in die Stadt. Mein erster Teilemarkt. Ich war gespannt.




Das Messegelände war schnell gefunden, und bei der Auswahl des Parkplatzes gewann der Zettfahrer.
Er fuhr an das Kassenhäuschen heran, verwies auf seine Geh-Hilfe im Kofferraum und parkte kurz darauf kackfrech fast direkt am Messe-Eingang.
Jungejunge, von dem Kerl kann ich echt noch was lernen!

Am Eingang entdeckten wir dieses Schild hier:


Auf meine Nachfrage, warum die Preise so unterschiedlich waren, kam die Erklärung der Kassenfrau: "Weil sich die Frauen den Schrott hier antun müssen, wenn sie ihre Männer begleiten müssen!"

Okaaay ... da gab es wohl wenige Frauen so wie mich, die an solchem Schrott (Ersatzteile) Gefallen finden ...

Die Hallen waren gut gefüllt, warm geheizt, und überall in den Bück-Ware-Kisten schlummerten die teilweise verschmierten Schätze vor sich hin.
Die Verkäufer hinter den Tapeziertischen waren urige Typen. Meistens Schrauber-Urgesteine, die mit teilweise herbem Charme den oftmals ziemlich blöden Fragen der Kundschaft begegneten.

Der Zettfahrer reagierte auf die Masse der angebotenen Teile wie ein Hundebaby im Ballgeschäft - mit glänzenden Augen und schmierigen Fingern wurde jede Kiste akribisch durchforstet, aussortiert, begutachtet und sich über Schnäppchen gefreut.

Meine Mutter und er im Team - sie hätten jeden Händler in den Wahnsinn getrieben mit ihrem Feilschen!

Innerhalb kürzester Zeit trafen wir etliche Kuttenbekannte, wichtige Teile für Agnes wurden in meinen Einkaufsbeutel gestopft, Visitenkarten gebunkert, sich gemeinsam mit dem Verkäufer über die Masse an Motorrad- und Mopedteilen gewundert (wenn man bedenkt, was in der DDR alles Mangelware war, die jetzt unschuldig zuhauf aus der Versenkung aufgetaucht war) - und außerdem fasste ich den Entschluß: beim nächsten Mal komme ich AUCH mit einem Hackenporsche hierher ... weil der Beutel immer schwerer und schwerer wurde, und sogar ich fündig wurde!

In einer Grabbelkiste schlummerten andere echte alte DDR-Waren! Seifen, Deo-Roller, Handwasch-Paste, Haarnetze und weiteres diverses altes Zeug.



Die Seifen rochen auch nach 28 Jahren noch wie am ersten Herstellungstag! VEB-Kombinat, Konsum-Ware, EVP-Preisangaben und weitere Beschreibungen ließen mich Westkind staunen. Im nachhinein könnte ich mich darüber ärgern, nicht genügend Bargeld dabei gehabt zu haben. Diesen Wäschekorb voll mit Ostprodukten hätte ich zu gerne auf ein Minimum runtergehandelt. Wo doch derzeit das Internet mit Ostalgie-Artikeln geradezu boomt. Und nur ein Bruchteil der ebay-Waren wirklich echte Ostartikel sind!

Die Sockenhalter aus dem Strumpfwerk in ??? wären doch der totale Partygag gewesen! Grumpf ... Gelegenheit verpaßt!
Ein Stand mit DDR Spielwaren hatte sogar noch die so beliebten Tramper Schuhe im Restbestand. Leider nur in den Größen 36 und 45. Von dem netten Verkäufer haben wir jetzt auch einen Flyer. Er versendet auch.

Die ausgestellten amerikanischen Automobile waren wie erwartet ... amerikanisch. Groß, mit weit ausladenden Heckflossen, und einem Benzinverbrauch weit jenseits meiner Gehaltsklasse.

Diese Teilemesse war für mich hochinteressant, und beim nächsten Mal werde ich besser ausgerüstet sein.
Zum Ende der Ausstellung gab es die Bratwurst im Brötchen dann für 1,50 Euronen. Ursprünglicher Preis 2,50 Euro. Das geht aber immer noch im Vergleich zu den Ausstellungen in Hamburg oder Hannover. Da ist man locker bei 4 Euro für eine magere Wurst und ein Viertel labbriges Toastbrot.

Später, als wir das Gelände verließen, sahen und hörten wir von Abschlepp-Aktionen der Ordnungshüter. Da waren die 3 Euro Parkgebühr gut investiert. Dieser Punkt geht an den Zettfahrer ...

Es hatte gegen 15 Uhr zu schneien angefangen, dicke Flocken dicht an dicht, und die Rückfahrt über die A2 war ziemlich höllenmäßig. Von Autobahnräumung war nichts zu sehen. Wir krochen hinter LKW hinterher, die mit ihren breiten Reifen zumindest die rechte Spur einigermaßen frei hielten.

Als wir endlich zuhause ankamen, waren die Gehsteige schon dick eingepudert. So ein Mist ... ich hatte Kehrwoche und somit fröhnten der Zettfahrer und ich zu später Stunde noch einem gemeinsamen Event:

WIR PA(A)R-SCHIPPTEN

 

Freitag, 15. Januar 2016

Nun ist er da, der Winter ...

Der Winter sollte laut Wetter-Online heute, 15.1.2016, beginnen.

Was er leider auch tat - mit fetten Schneeflocken und einem Tiefdruckgebiet namens "Emma" (die Schwester von Tüte im Wetterbericht, cool) - vertraute ich mal den Wetterfutzis und kümmerte mich gestern um Ellie.

Winterfein machen, ihr kennt das ...

Kette säubern, neu einfetten. Da die aber neu ist und keine 3000 Kilometer runter hat, war sie nach der Säuberung wieder wie aus der Werkstatt.

Reifenkontrolle: alles paletti. In der letzten Saison hatte ich drei Mäntel verbraucht. Nicht wegen Abnutzung, nein ... Schrauben, und eine Krampe. Ihr kennt das ... 

Ich bin mit den Avon sehr zufrieden. Kostengünstig und selbst bei ungünstigen Wetterverhältnissen - Regen, und Temperaturen unter 5 Grad - kann ich mittlerweile gut mit ihnen umgehen. Vorbei die Zeit, wo ich bei jedem Regentropfen eine spontane Gastritis bekam vor Angst, das ich gleich auszurutschen und in den Straßengraben schliddern werde.

Eine der Satteltaschen war an einer Naht aufgegangen. Ich reparierte das ohne Mühe. Zu kurz eingenäht, wie üblich. Meine Mutter nennt das "mit heißer Nadel gepfuscht". 

Als die Tasche runter war, konnte ich auch gleich den Jahresdreck an unzugänglicher Stelle abputzen. Magic Wonder von POLO leistete hier auch wieder wunderbare Ergebnisse.

Ein Startversuch ergab zunächst erbärmliches Orgeln. Ellie stand ja seit dem 25.12. in der Garage. Einige weitere Versuche ließen sie dann aber wieder erwachen. Der Motor durfte einige Zeit vor sich hin blubbern, während ich überall hineinguckte, leuchtete, betatschte. Alle Kabel noch dran. Die abgenommene Sitzbank zeigte mir auch keinerlei Beschädigungen an den Batterie-Zuleitungen.

Die Sonne schien, ich war warm eingemummelt und so hatte ich Muße genug, die Batterie ohne Schraubenverlust auszubauen. Diese zwei kleinen Muttern neigen jedes Jahr aufs Neue dazu, mir tückisch eins auszuwischen - indem sie entweder mit einem hämischen "Klackediklick" irgendwo im Korpus verschwanden, oder mit einem stumpfen "Plumpf" irgendwo auf der Straße landeten. Obwohl ich dafür jedesmal ein helles Tuch unter Ellie lege. Diesmal ging aber alles gut.

Ich reinigte das Batteriefach, schaute nach dem sonst unzugänglichen Innenleben und fand wie ich erwartet hatte: keine Beanstandung.

Ich leuchtete in den halbvollen Tank: auch hier, keine Rostkrümel, kein Garnix. Ich werde dann demnächst mit dem Reservekanister zur Tanke und Ellie später wieder komplett abfüllen.

Jetzt fehlt noch das Foto vom Kilometerstand. Das hatte ich letzte Saison vergessen, aber die grobe Schätzung ergab: ungefähr 12-13.000 Kilometer waren das gewesen, die Saison 2015.

Ellie wurde noch einmal gewienert, und alle zugänglichen Teile mit Wachskonservierung behandelt.

Dann schob ich sie zurück in die Garage, auf ihren Stellplatz. Die Versicherung für sie beläuft sich auf momentan 97 Euro im Jahr, das sind knapp 8 Euro im Monat. Da habe ich keinen Schmerz mit, wenn sie jetzt den Januar über mal pausiert.

Später hing ich die Batterie an den Pro Charger, und es wurden mir 50% angezeigt. Nach nur wenigen Minuten dann 75%. Und zum Schlafen gehen dann 100%. Jetzt steht das Gerät auf "Pflege und Erhaltung".
Da ich leider keine Steckdose in der Garage habe, und nur einen Stellplatz und keinen eigenen, abgetrennten Raum, ist ein Verbleiben der Batterie in Ellie und ein Laden über Kabelklemmer leider nicht möglich. Aber das Ausbauen macht mir keine Angst mehr.

Jetzt hoffe ich sehr darauf, dass der weiße Dreck da draußen nicht zu heftig wird. Ich habe nämlich ab Sonntag Kehrwoche und das beinhaltet leider auch das Schneeschippen. Im schlimmsten Fall bis Samstag nächster Woche, tagtäglich. Und morgens gleich nach dem Aufstehen.

Und nun: warten, dass das weiße Zeug wegtaut, und die Straßen salzfrei sind ...


 Oder trotzdem fahren ... und auf den Freund und Helfer vertrauen, Mädels ;-)



Und so sieht "Emma" normalerweise aus:


;-)


Und so sieht Winter im Harz dann aus - hier am 17. Januar 2016:



Radauer Wasserfall
 

Torfhaus, Harz

Der Zettfahrer und ich waren am 17.1. mal "in Schnee" gefahren. Torfhaus war overcrowded, wie zu erwarten gewesen war. Aber wir fanden trotzdem abseits der breiig getretenen Schneewege Möglichkeiten, bis zum Oberschenkel in Neuschnee-Wehen zu pflügen. Kinderspaß, und der unserige!

 DAS macht Laune, hihihi!



Und hiiier noch einen Blogartikel - Volker T. sei gedankt - zum Tränenlachen ... kommt mir alles SO bekannt vor!

http://www.fraro.net/pages/posts/die-fuenf-stufen-des-frierens-auf-dem-motorrad.17.php