Ellie und ich

Ellie und ich

Freitag, 31. Juli 2015

Unterwegs im Umland, Anzelten im Gewittersturm, und ein Update in bezug auf "Vertrage ich Alkohol?"

Arbeitsbedingt fahre ich seit längerem immer nur am Wochenende. Ein Zustand, der mich ankotzt, weil da viel zuviel los ist auf den Straßen. Aber dank Insidern fand ich einsame Wege, die noch nie zuvor eine Kawasaki ER5 befahren hatte ...











Den Weg über die Wiese hatten wir super gemeistert - anfangs war ich zu schnell unterwegs, und da Ellie keine Enduro ist und keine Heidenau Reifen drauf hat, rutschte sie mir unangenehm oft weg ... ich nahm dann Gas runter und danach ging es. 

Wäre ja fatal gewesen, durch einen Fahrfehler mitten in der Pampa zu stranden. Wie hätte ich auch den ADAC hierher lotsen sollen? "Am dritten Baum links, dann über den Beton-Wirtschaftsstreifen und hinter den Obstbäumen über den Hügel" ist jetzt KEINE sehr genaue Ortsangabe...




Begegnungen am Feldrand


Eine Kutsche mit zwei PS wackelte gemächlich durch die Felder - ansonsten begegneten uns da nur noch ein bis drei Radler, und ein alter Herr mit Leih-Hund. Hier störte sich keiner daran, dass ein Motorradfahrer über die Wege tuckert, die normalerweise der Landwirtschaft vorbehalten sind.
Eine vorsichtige Rückfrage meinerseits bei einem Einwohner, ob es okay ist, dass ich hier fahre, wurde mit Schulterzucken beantwortet. "Ja, warum denn nicht? Sie stören doch hier keinen!" war die lässige Antwort.
Das es so etwas noch in Deutschland gibt - ich war begeistert. Der Passant verstand meine Freude nicht so wirklich ... aber wie sollte er auch? ER war sicher noch nie angepault worden von einzelnen Wichtigtuern "das ist ein privater Weg, da dürfen Sie nicht fahren, da bezahle ich 3000 Euro Wegegeld im Jahr!" ... so erlebt kurz hinter Rimbeck ... der Z-Fahrer ist mein Zeuge!


Bald sind sie reif, die leckeren Streuobst-Birnen!


Dieser Ort war so schön, das ich nochmal wieder kam. Mit Ausrüstung, mit Begleitung.

Unvergessen der ramontische Abend am Lagerfeuer, und das Herumlagern draußen unter dem Sternenhimmel bis drei Uhr morgens. Erst das herannahende Gewitter trieb uns in die Zelte. Dank einer ordentlichen Portion Rosé nahm ich das Prasseln des Regens und das Gedonner und Geblitze nur im Unterbewußtsein wahr, wach wurde ich davon nicht!

Am Morgen danach hatte ich einen Kater, aber hallo ... unangenehme Übelkeit fühlte ich auch in der Magengegend. Ich kann anderes wesentlich besser - Saufen ist nix, was ich kann. Daran hat sich also auch nach Jahrzehnten nichts geändert. Gut zu wissen. Spare ich Geld und Gewicht!





Zelten auf der Wiese. Kein Strom, kein Wasser, kein Klo - dafür keine Menschenseele in der Nähe, man hört in der Nacht die Füchse bellen, der Wind saust in den Pappeln ... Wild zelten ausprobiert, und für gut befunden.
Der Rosé bleibt das nächste Mal aus dem Gepäck. Cidre geht auch, das macht weniger doof im Gebälk!

Fazit:
Ich glaube, hier oben feiere ich meinen Geburtstag.
Wenn denn der Sommer nochmal wieder kommt. Ansonsten braucht es halt ein größeres Feuerchen ... 


Zur Info an alle:

Die Wiesenbenutzung war genehmigt.
Das Feuer fand in einer Feuerschale statt und war höchstens ein Feuerchenchen.
Ich würde in D-land niemals ohne Genehmigung des Bauern irgendwo fremd zelten. Und mir sind die Gefahren von Feuer im Freien (Waldbrand!) durchaus bewußt.
Bislang gab es überall da, wo ich mein Zelt aufschlug (aufschlagen werde) eine freundliche Erlaubnis. Sogar auf einem Sportplatz, der von der Gemeinde in Eigenverwaltung betrieben wird.
Man muß nur wissen, wen man fragt - und für einen Obulus von 5 Euro Aufwandentschädigung (auch wenn man keinen Aufwand macht) ist sogar Zelten hinterm Bauernhaus erlaubt.

Man lernt so total nette Leute kennen, wenn man selber nett ist. Ich hörte bislang immer "Ihr dürft gerne wiederkommen, so sorgsame Gäste sind gerne gesehen".
 

Grün, grün, grün ist zwar nicht ganz unsere Farbe, aber ...

... ist halt Kawasaki Grün


Verfrühtes Geburtstagsgeschenk - trotzdem hochwillkommen



Auf dem Motorrad eher nicht zu transportieren, weil zu sperrig - aber schick ist er trotzdem. Und macht auch gleich etwas Werbung für den Blog.


Ein großer Dank dem edlen Spender!

Montag, 27. Juli 2015

11. - 12.7.2015 - Heidetouring ... Teil 2 : zurück durch die Landschaft, und ein völlig neues Fahrgefühl

12.7.2015

Ich erwachte ziemlich früh. Ein Blick aus dem Zelt: blauer Himmel, Schleierwolken. Ein Blick auf das Regenradar: au weia ... da kommt Wetter!

Ich machte mich auf in das Badezimmer, legte einen Blitzstart hin und war nach wenigen Minuten draußen beim Zelt. Routiniert klappte ich den Faltmechanismus zusammen. Dank meines Handfegers lernten Tausende von kleinen schwarzen Ameisen das unfreiwillige Fliegen. Jungejunge, die hatten schon richtig Gänge unter die Zeltplane gefräst, die Viecher ...

Gegen neun Uhr hörte ich einen Wagen. Der Gastgeber fuhr los, Brötchen holen.

Ich packte alles Zeug in die Garage zu Ellie, schnallte das Gepäck fest - und vergaß später erfolgreich meine Badeschlappen. Die bekam ich dann aber auf dem Harztreffen wieder.

Unser Frühstück im Freien wurde später rüde unterbrochen - es fing an zu regnen. Das Regenradar versprach wenig Besserung, aber etwas wollte ich noch abwarten.

Mal hörte es auf, mal tröpfelte es wieder - kurzum: es regnete sich so richtig ein. Okay - Plan B: Seitentasche aufzuppeln und die ladenfrische Regenkombi ausgepackt. Bis ich mich eingepackt hatte, war ich nass. Und zwar von innen!

Um 14 Uhr schwang ich mich auf Ellie, und tuckerte gemächlich vom Hof. 

Was soll ich schreiben? Meine allererste Regenfahrt! Es wurde mehr und mehr und immer mehr. Glücklicherweise war wenig los auf den Straßen. Die Regenkombi hielt dicht, und die frisch eingefetteten Stiefel wurden nur äußerlich nass. Mehr wie 70 km/h waren nicht drin, zu doll prasselte es auf Ellie und mich ein. Fluchend dachte ich daran, was das Saubermachen wieder für eine Arbeit werden würde ...

Die Regenhaube vom Tankrucksack hielt dicht, und ich konnte trotzdem noch erkennen, wo ich hinfahren mußte. Wenn ich mir unsicher war, wo es weiterging, hielt ich an Bushaltestellen an. Während Ellies Motor beruhigend vor sich hin tuckerte, prägte ich mir die nächsten Kilometer ein. Die Handschuhe waren patschenass und meine Finger schwarz gefärbt vom Leder. Aber das war auch alles, was nass wurde.

Irgendwann ließ der Regen nach, der Himmel hatte wohl ein Einsehen. Ich öffnete das beschlagene Visier und genoß die frische Luft. Irgendwo in einem Waldstück hielt ich dann mal an, tüddelte mich aus der Kombi und brauchte meinen Frühstückskaffee weg. Wenn man sich nicht zu blöd anstellt, ist das trotz Ganzkörperkondom kein schwieriger Akt ... 

Während mir die Bäume auf den Kopf tropften, sog ich die Waldluft ein. Es duftete nach frischer Erde, Waldpilzen und Heidelbeeren.

Eine Kontrolle vom Motorrad und den Gepäckstücken ergab: keine Verluste, keine Beschädigungen, außer das Ellie ziemlich eingesaut war.

Weiter ging die Fahrt, und kurz zur Zuhause erwischte es uns noch einmal richtig.

Gegen 17 Uhr kamen wir vor der Garage an. Ich holte zwei Eimer heißes Wasser und duschte Ellie erst einmal vom gröbsten Straßenschmutz ab. Weitere Feinarbeiten würden die nächsten Tage folgen.

Ihre Kette war ziemlich freigelaufen, also kam nach dem Trocknen noch ordentlich Kettenfett drauf.

Ich packte alle Taschen ab, wischte sie noch trocken und dann gab es für mich erst einmal ein schönes heißes Vollbad!

Von der Rückfahrt gibt es keine Fotos - die Kamera war wasserdicht eingepackt und sicher kennt ihr alle Regenfahrten.

Bei mir war es die erste - und ich bin zufrieden mit meiner Leistung!




Fazit:
Regenfahrten kann ich also auch. Gut zu wissen, das die Regenkombi dicht hält. Und das Gepäcksystem mit Regenhaube ebenfalls trocken blieb.

Dienstag, 14. Juli 2015

11. - 12.7.2015 - Heidetouring ... Teil 1: auf gehts zu Freunden, auf einsamen Wegen, bei traumhaftem Wetter

Teil 1 - Die Anreise

11.7.2015

Ein netter Trip in die Uelzener Gegend stand am Wochenende an ... Vulcanier Freunde hatten zum freiluftigen Geburtstags-Stammtisch eingeladen. Das Wetter paßte - zumindest auf der Hinfahrt.

Ich fuhr mit mäßig bestückten Satteltaschen (Ersatzschuhe, Regenkombi, Zelt-Groundsheet, Handfeger), kleiner Ortlieb-Tasche (in der war mein Kleinkram wie Luftmatte, Kissen, Waschkrams, Wäsche und so weiter), dem Klappzelt und dem Winterschlafsack bewaffnet in Richtung Uelzen los.
Der Winterschlafsack ist bei über 10° wirklich zu warm, aber das können wir jetzt noch nicht wissen ...

Im Tankrucksack befand sich meine neue Akku-Luftpumpe. Das Teil ist für Leichtgepäck-Liebhaber nichts. Es wiegt schon ganz ordentlich, weil es auch ordentlich Leistung hat. Ich wollte aber eine mit Akkubetankung haben, denn andauernd Batterien nachkaufen muß auch nicht sein. Ich hatte die Pumpe vorgeladen erhalten, sie seitdem 3x benutzt und die Leistung ist immer noch da. Strom würde ich auf jedem Campingplatz bekommen, insofern ist die Versorgung der Akkus auch gewährleistet.
Sollte ich jemals in die echte Botanik reisen, muß es halt wieder Luft aus der eigenen Lunge sein. Eine selbst aufpustende Schlafunterlage reicht mir nicht aus - und die, die meinem Rücken von der Höhe her gut tun, sind indiskutabel vom Packmaß her. Meine jetzige ist federleicht, kaum größer als eine Handtuchrolle, muß aber eben aufgepustet werden.

Das Gepäcksystem war wie vorher schon festgestellt perfekt geeignet, um überall Spanngurte anzubringen. Lieber einer mehr als einer zuwenig, ist mein Motto ...nichts ist ätzender als wenn man unterwegs das Gepäck verliert.

Über nette Seitenwege ging es am Mittag geruhsam aus dem Speckkreis von Braunschweig heraus, ins Gifhorner Land, und fast ohne Autoverkehr konnte ich mich ganz auf das Fahren konzentrieren.

Das tat auch not. Ich war etwas eingerostet, was das längere Tourenfahren anging.
Auch das auf-sich-allein-gestellt-sein war in der letzten Zeit zu kurz gekommen - ich war schlichtweg faul geworden! Immer nur im direkten Umfeld herumgefahren, und keine kleinen eigenen Abenteuer mehr wahrgenommen. Das hat mich eben faul und ein Stück weit auch nachlässig werden lassen. Eine lästige Unzufriedenheit hatte sich ebenfalls eingeschlichen.
Diese Tour von knapp 145 Kilometern war eine gute Übung, mal wieder die alte Einheit Ellie-Heike zu trainieren, und die innere Mitte wiederzufinden. Möge das Abenteuer beginnen.

Wir fuhren, genossen den Weg, die Fahrt durch die blühende Sommerlandschaft. Ich saugte die Eindrücke geradezu in mich hinein. Kilometer für Kilometer wurde meine Seele wieder lebendiger. Das alte freudige Fieber stellte sich wieder ein!




Irgendwo in der Landschaft machte ich eine Pause, "damit die Seele hinterher kommen konnte". Ein Schluck aus der Wasserflasche, ein Müsliriegel, einige Fotos schießen ...


Kleine Pause in einem Seitenweg ...

Düker ... was das ist, könnt ihr HIER nachlesen: KLICKKLICK


Ich fuhr wie üblich nach Papier-Karte. Einen Navi habe ich zwar, aber nur für die Orange. Notfalls würde mein Smartfone über Google Maps auch helfen, wenn ich überhaupt nicht weiter wissen würde.
Ein Stück weit kam ich mir schon ziemlich vorsintflutlich vor. Heutzutage hat doch so ziemlich jeder Zweiradfahrer einen Garmin oder Tomtom oder wasauchimmer ...

Ohne Streß und total entspannt hielt ich an Bushalte-Buchten, wenn ich mir nicht mehr sicher war über den Verlauf der Route. So tuckerte ich gemächlich von einem Heidedorf zum nächsten. Und entdeckte Routen, die ich in Deutschland nicht mehr vermutet hätte: Singel-Tracks, mittenmang durch die Landschaft - rechter Hand endlose Kartoffelfelder, linker Hand Nadelwald. Bei Svenjas Tour zum Nordkap war eine Passage zu finden, wo sie durch Finnland fährt. Genau an diese Beschreibung und die Fotos davon erinnerte ich mich, als ich diese kleinen Wege befuhr.
Und das beste daran: gleich bei mir um die Ecke, und auch noch legal zu befahren!


Erst lange geradeaus, dann mitten im Wald eine scharfe Kurvensequenz, rechts und links im Wald folgten Teiche, mit blühenden Seerosenfeldern bedeckt ... hier erwartete mich auf jedem Kilometer eine andere kleine Nettigkeit!


Kartoffeln im natürlichen Wuchsgebiet - Heidekartoffeln aus dem Heideboden ... welche Sorte das hier war, konnte ich nicht herausfinden


Fasziniert beobachtete ich den Belagwechsel bei Räderloh (das Dorf, wo meine Kollegin mit ihrem Pferd Urlaub macht - Räderloh ist Pferdeparadies - was man auch an den zahlreichen  Hinterlassenschaften auf der Straße erkennen konnte). Asphalt auf Kopfsteinpflaster geklatscht, stellenweise heruntergefahren, und bei Regen sicherlich keine wahre Freude. Aber da ich im Osten Deutschlands schon sooo oft solche Beläge gekapert hatte, machte mir das keine Sorgen mehr.

In Unkenntnis eines schöneren Weges nahm ich von Sprakensehl bis Uelzen-Nord die B4. Himmel hilf, war DAS ätzend nach der schönen Tuckerei über die Dorfstraßen! Auf dem Rückweg würde ich definitiv andere Wege nehmen, grummelte ich in den Helm hinein.
Es war Samstag, es war nachmittags, schönes Wetter - warum waren die Menschen nur alle so epicht darauf, mit Überschallgeschwindigkeit irgendwohin zu rasen ...

Gegen halb vier am Nachmittag, knapp 3 Stunden nach Aufbruch von zuhause, kam ich bei den Freunden an.


Frech wie ich war, fuhr ich Ellie in die vorhandene Garage. Hier war sie geschützt vor der Natur. Erst am nächsten Tag merkte ich die Weisheit meiner Entscheidung ... aber dazu später!

Es folgte die Begrüßung der schon Anwesenden, Kaffee, Kuchen, Schwätzen, und dann kam der Zeltaufbau. Da im eigentlichen Garten ein riesiges Festzelt aufgebaut war, schwante mir Übles in bezug auf Nachtruhe. Also bat ich um ein Plätzchen im Vorgarten. Und bekam die Erlaubnis. 

Das Klappzelt von Louis ist perfekt geeignet für kurze Reisen - es geht wunderbar schnell aufzubauen, ist für eine Person plus Gepäck genau richtig dimensioniert und hält sogar etwas Regen ab. Bei Dauerregen würde ich gnadenlos darin absaufen - das ist einem Bekannten mal so passiert.

Eine herrliche weiche Rasenfläche bot sich mir ebenfalls, die Heringe gingen wie durch Butter in den Boden. Das sich hier ganze Völkerscharen von schwarzen, nicht beißenden, aber trotzdem lästigen Ameisen herumtrieben, würde ich erst später bemerken.


Unterlage: eine Bundeswehr-Plane, günstig bei Ebay erstanden
Die anwesenden Rasenbewohner wunderten sich über die Dunkelheit über ihren Köpfen und schauten recht bald nach der Ursache - weil sie sich keinen Reim daraus machen konnten, riefen sie ihre gesamte Verwandtschaft zur Beratung dazu ...


Blick aus dem Zelt - auf einen kleinen Abflußgraben und den Dorfteich - Idylle für die Augen, und morgentlicher Schattenplatz zum geruhsamen Ausschlafen - so war mein Plan ...


Direkt hinter dem Gartenzaun, außerhalb vom Foto, lag eine Dorfstraße, die in der Nacht stärker befahren war als mir lieb war - die Scheinwerfer glitten ständig über das Zelt und weckten mich wegen der Flut-Beleuchtung/Fernlicht - dank Schlafmaske konnte ich dann aber doch einige Ruhestunden finden


Was für ein schönes Fleckchen war das hier!






Ist das nicht ramontisch?


Fast alle waren jetzt angekommen




Der Geburtstagsfrau wurde eine Ballonfahrt geschenkt. Ein Bollerwagen bestückt mit lauter Luftballons wurde ihr Fahrzeug. Sie mußte sich zunächst in Wintersachen plünnen, denn "oben in der Luft ist es ja bekanntlich sehr kühl!"




Lauthals Happy-Birthday singend begleiteten wir die warm eingepackte Probandin um den Dorfplatz herum.
Verrückt? Nein - einfach eine herrlich komische und liebevoll neckende Idee von ihren Stammtisch-Freunden!

Der Grill wurde angefeuert, und die Gäste futterten sich durch die Leckereien: Unmengen an Fleisch, Würstchen, Salate und Kuchen. Das Partyzelt füllte sich, und an den Tischen klönte jeder mit jedem. Es folgte ein Gruppenfoto von der großen Truppe mitsamt den anwesenden Gästen und Neuzugängen. Ein Besucher kam aus Korbach bei Kassel angereist, nur für den Abend! Das hat uns alle nachhaltig beeindruckt! Er wollte nicht über Nacht bleiben, sondern fuhr am gleichen Abend wieder heim. Noch einmal: wir waren beeindruckt!

Gegen 22 Uhr waren die meisten wieder abgedüst. Ein kleiner Trupp gruppierte sich noch auf der Terrasse und konnte kein Ende finden. So langsam wurde ich müde, und gegen Mitternacht verzog ich mich dann in das Zelt. 

Bis ich mich zurechtgewurschtelt hatte, verging einige Zeit. Ich liebe diesen Moment, in dem mir bewußt wird: ich liege weitab von zuhause in dem kleinen Haus-auf-Zeit, mit einem Minimum an Sachen um mich herum. Mit wie wenig man auskommen kann, sinnierte ich vor mich hin. Eigentlich belastet Besitz einen mehr, als man sich vorstellen kann. Mal eine Zeitlang raus aus allem Komfort (okay, Akkuluftpumpe ist jetzt nicht unbedingt Nicht-Komfortig ...). Mal eine Auszeit nehmen, ganz bewußt.
Wo das Zubereiten einer Mahlzeit nicht auf einem E-Herd gemacht wird, sondern in einer kleinen Bratpfanne. Auf einem kleinen Gaskocher. Irgendwo auf einer Wiese.

Aussteiger auf Zeit. Das wird zunehmend schwieriger in unserer hochmodernisierten Zeit. Aussteigen mit Google Maps Abfrage, mit Check des Regenradars ... eigentlich schon wieder viel zuviel Technikschnickschnack dabei!

Die Luftmatratze hatte etwas nachgelassen. Ich pustete sie wieder straff auf, und hoffte darauf, am nächsten Morgen nicht auf dem nackten Boden aufzuwachen ...
Kaputt konnte sie nicht sein. Vielleicht hatte ich den Stöpsel nicht richtig geschlossen ...

Irgendwann nach all der Grübelei war ich dann endlich in einen unruhigen Schlaf gefallen - also alles so wie immer, wenn ich die erste Nacht in der Natur bin. Ich brauche immer etwas, um mich auf Neues einzustellen ... da hilft dann, es öfter zu probieren!


Fazit:
So eine Aktion unbedingt wiederholen!
Der Augusturlaub ist wie geschaffen, diese Art von kleinen Abenteuern neu zu beleben. Mal eine oder drei Nächte irgendwohin fahren, wo ich noch nie war.
Sollte etwas brauchbares dabei herauskommen, werde ich im Blog berichten.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Sommer, Sonne, Reisezeit, Taubenhaucher und andere Tierchen

Der Sommer ist da. Würde die schnöde Arbeit nicht den größten Teil meines Tages versauen, wäre ich mit Sicherheit gar nicht mehr zuhause. Aber der Urlaub ist ja bald erreicht. Die Unterkünfte sind gebucht, das gute Wetter ist bestellt. Noch fünf Wochen durchhalten ...

Diverse Touren und Abwechslungen gab es trotzdem in der letzten Zeit ... 

Am schönsten ist momentan diese: nach Feierabend mit Badetuch im Gepäck an einen Kiesteich fahren, sich ein schattiges Plätzchen suchen, die Motorradsachen und die Wäsche in den Baum hängen (Ameisen in der Motorradhose oder im Helmfutter sind echt fiese blinde Passagiere, aber in den Baum trauen sie sich nicht) - und dann ab in den Teich hüpfen ...

Dafür nehme ich gern in Kauf, dass ich jeden Abend als Fliegengrab nach Hause komme. Tags drauf wird Ellie von dem zermatschten Volk befreit, um dann abends gleich wieder so auszusehen wie am Tag vorher ...

Da muß ich durch. Denn abends im Teich schwimmen, wenn außer mir nur die Taubenhaucher, zwei quietschrosa Badelatschen und noch ein bis drei andere Schwimmer auf oder im Wasser dümpeln, die Sonne langsam untergeht und die Teichfrösche anfangen mit dem Konzert ... das ist Feierabend-Chillen pur. Da kommt keine Couch, keine Chipstüte und kein noch so guter Film im Fernsehen mit.



Weitere Fotos vom Teich gibt's keine - das ist privat und geht euch gar nix an. Ätsch.


Sonstige Impressionen der letzten Tage ...







Echte Oberharzer Walderdbeeren

 
Blauer See bei Rübeland


Typisierung für die Knochenmark-Datenbank in Hasselfelde auf der Biker Ranch, Pullman City; 27.6.2015 




Gemütliches Garten-Café in Ilsenburg


Hüftgold pur bei Ritchys Imbiß, Jerxheim 

Domäne Stiege bei Hasselfelde 

Stiege - Dorfteich





Talsperre Wendefurth
Urlaubsfeeling beim Anblick beabsichtigt ;-) 











Mattierzoll - rekonstruierte Grenzanlage bei Winningstedt










Immer wieder erstaunlich, was meine Hausrunde noch für nicht entdeckte Diamanten für mich bereit hält. Baden, wo man eigentlich nicht darf. Zelten, wo man ebenfalls absolut nicht darf, aber nach Absprache geduldet wird - weil man wen kennt, der wen kennt, der einen Berechtigungsschein hat ... ja, das ostdeutsche Netzwerk funktioniert auch heutzutage noch.

Jungejunge, bin ICH froh über die persönliche deutsch-deutsche Vereinigung.

Jo ...

Fazit:
Sommer ist toll, wenn man weiß, wann und wohin - und vor allem, wenn jemand dabei ist, der einen immer wieder positiv überrascht mit verrückten spontanen Einfällen. Da braucht es dann manchmal auch nur einen Eimer mit Wasser, um sich wie am Meer zu fühlen ... aber das mit dem Meer, das folgt auch noch.

Ich werde berichten!