Den Weg über die Wiese hatten wir super gemeistert - anfangs war ich zu schnell unterwegs, und da Ellie keine Enduro ist und keine Heidenau Reifen drauf hat, rutschte sie mir unangenehm oft weg ... ich nahm dann Gas runter und danach ging es.
Wäre ja fatal gewesen, durch einen Fahrfehler mitten in der Pampa zu stranden. Wie hätte ich auch den ADAC hierher lotsen sollen? "Am dritten Baum links, dann über den Beton-Wirtschaftsstreifen und hinter den Obstbäumen über den Hügel" ist jetzt KEINE sehr genaue Ortsangabe...
Begegnungen am Feldrand
Eine Kutsche mit zwei PS wackelte gemächlich durch die Felder - ansonsten begegneten uns da nur noch ein bis drei Radler, und ein alter Herr mit Leih-Hund. Hier störte sich keiner daran, dass ein Motorradfahrer über die Wege tuckert, die normalerweise der Landwirtschaft vorbehalten sind.
Eine vorsichtige Rückfrage meinerseits bei einem Einwohner, ob es okay ist, dass ich hier fahre, wurde mit Schulterzucken beantwortet. "Ja, warum denn nicht? Sie stören doch hier keinen!" war die lässige Antwort.
Das es so etwas noch in Deutschland gibt - ich war begeistert. Der Passant verstand meine Freude nicht so wirklich ... aber wie sollte er auch? ER war sicher noch nie angepault worden von einzelnen Wichtigtuern "das ist ein privater Weg, da dürfen Sie nicht fahren, da bezahle ich 3000 Euro Wegegeld im Jahr!" ... so erlebt kurz hinter Rimbeck ... der Z-Fahrer ist mein Zeuge!
Bald sind sie reif, die leckeren Streuobst-Birnen!
Dieser Ort war so schön, das ich nochmal wieder kam. Mit Ausrüstung, mit Begleitung.
Unvergessen der ramontische Abend am Lagerfeuer, und das Herumlagern draußen unter dem Sternenhimmel bis drei Uhr morgens. Erst das herannahende Gewitter trieb uns in die Zelte. Dank einer ordentlichen Portion Rosé nahm ich das Prasseln des Regens und das Gedonner und Geblitze nur im Unterbewußtsein wahr, wach wurde ich davon nicht!
Am Morgen danach hatte ich einen Kater, aber hallo ... unangenehme Übelkeit fühlte ich auch in der Magengegend. Ich kann anderes wesentlich besser - Saufen ist nix, was ich kann. Daran hat sich also auch nach Jahrzehnten nichts geändert. Gut zu wissen. Spare ich Geld und Gewicht!
Zelten auf der Wiese. Kein Strom, kein Wasser, kein Klo - dafür keine Menschenseele in der Nähe, man hört in der Nacht die Füchse bellen, der Wind saust in den Pappeln ... Wild zelten ausprobiert, und für gut befunden.
Der Rosé bleibt das nächste Mal aus dem Gepäck. Cidre geht auch, das macht weniger doof im Gebälk!
Fazit:
Ich glaube, hier oben feiere ich meinen Geburtstag.
Wenn denn der Sommer nochmal wieder kommt. Ansonsten braucht es halt ein größeres Feuerchen ...
Zur Info an alle:
Die Wiesenbenutzung war genehmigt.
Das Feuer fand in einer Feuerschale statt und war höchstens ein Feuerchenchen.
Ich würde in D-land niemals ohne Genehmigung des Bauern irgendwo fremd zelten. Und mir sind die Gefahren von Feuer im Freien (Waldbrand!) durchaus bewußt.
Bislang gab es überall da, wo ich mein Zelt aufschlug (aufschlagen werde) eine freundliche Erlaubnis. Sogar auf einem Sportplatz, der von der Gemeinde in Eigenverwaltung betrieben wird.
Man muß nur wissen, wen man fragt - und für einen Obulus von 5 Euro Aufwandentschädigung (auch wenn man keinen Aufwand macht) ist sogar Zelten hinterm Bauernhaus erlaubt.
Man lernt so total nette Leute kennen, wenn man selber nett ist. Ich hörte bislang immer "Ihr dürft gerne wiederkommen, so sorgsame Gäste sind gerne gesehen".






Das wilde Zelten ist eigentlich kaum ein Problem. Das Feuerchen aber schon. Wenn Du irgendwie den Besitzer des Grundstückes noch überreden kannst, ist die Sache sogar rechtlich wasserdicht. Mach doch das nächste mal Weinschorle...die gehen auch nicht so in die Birne.
AntwortenLöschenUnd bei der gelben Kutsche fiel mir gleich der ADAC ein...gelber Engel mit 2 PS....:)
Ich bin total gebeistert! Elli lernt das scramblen! Und grad bei Euch da oben ist das mit der Einsamkeit nach zwei Mal abbiegen auch so schön einfach machbar. Hier unten menscht es an allen Ecken und Enden. Und wenn man denkt, endlich allein, dann kommt bestimmt im nächsten Moment eine ganze Horde um die Ecke.
AntwortenLöschenDas kleine Abenteuer um die Ecke. Warum in die Ferne schweifen... Leider wird der Toleranz der Duldung auf den Wirtschaftswegen Grenzen dadurch gesetzt, dass Enduro-Ritter auf diesen gern hooligan-artig einfallen - zumindest bei uns. Nur wenn ich mit der Vespa herum gurke, scheint es das Bauernherz schon mal erweichen zu können und ich bekomme ein freundliches Winken statt Schelte ;-)
AntwortenLöschenIch muß nochmal was klarstellen: das "Wildcampen" war zwar wild, aber es war gestattet. Natürlich fragte der Z-Fahrer vorher den Besitzer der Wiese. Ich würde in D-land niemals ohne Genehmigung des Bauern irgendwo zelten, geschweige denn ein Feuer machen.
AntwortenLöschenUnd das Feuer war in einer feuerfesten Tonschale gemacht.
Mir sind die Gefahren von Feuer im Sommer (Waldbrandgefahr) durchaus bewußt :-).
Kinners - ihr traut mir aber auch Sachen zu ...