Ellie und ich

Ellie und ich

Montag, 27. Juli 2015

11. - 12.7.2015 - Heidetouring ... Teil 2 : zurück durch die Landschaft, und ein völlig neues Fahrgefühl

12.7.2015

Ich erwachte ziemlich früh. Ein Blick aus dem Zelt: blauer Himmel, Schleierwolken. Ein Blick auf das Regenradar: au weia ... da kommt Wetter!

Ich machte mich auf in das Badezimmer, legte einen Blitzstart hin und war nach wenigen Minuten draußen beim Zelt. Routiniert klappte ich den Faltmechanismus zusammen. Dank meines Handfegers lernten Tausende von kleinen schwarzen Ameisen das unfreiwillige Fliegen. Jungejunge, die hatten schon richtig Gänge unter die Zeltplane gefräst, die Viecher ...

Gegen neun Uhr hörte ich einen Wagen. Der Gastgeber fuhr los, Brötchen holen.

Ich packte alles Zeug in die Garage zu Ellie, schnallte das Gepäck fest - und vergaß später erfolgreich meine Badeschlappen. Die bekam ich dann aber auf dem Harztreffen wieder.

Unser Frühstück im Freien wurde später rüde unterbrochen - es fing an zu regnen. Das Regenradar versprach wenig Besserung, aber etwas wollte ich noch abwarten.

Mal hörte es auf, mal tröpfelte es wieder - kurzum: es regnete sich so richtig ein. Okay - Plan B: Seitentasche aufzuppeln und die ladenfrische Regenkombi ausgepackt. Bis ich mich eingepackt hatte, war ich nass. Und zwar von innen!

Um 14 Uhr schwang ich mich auf Ellie, und tuckerte gemächlich vom Hof. 

Was soll ich schreiben? Meine allererste Regenfahrt! Es wurde mehr und mehr und immer mehr. Glücklicherweise war wenig los auf den Straßen. Die Regenkombi hielt dicht, und die frisch eingefetteten Stiefel wurden nur äußerlich nass. Mehr wie 70 km/h waren nicht drin, zu doll prasselte es auf Ellie und mich ein. Fluchend dachte ich daran, was das Saubermachen wieder für eine Arbeit werden würde ...

Die Regenhaube vom Tankrucksack hielt dicht, und ich konnte trotzdem noch erkennen, wo ich hinfahren mußte. Wenn ich mir unsicher war, wo es weiterging, hielt ich an Bushaltestellen an. Während Ellies Motor beruhigend vor sich hin tuckerte, prägte ich mir die nächsten Kilometer ein. Die Handschuhe waren patschenass und meine Finger schwarz gefärbt vom Leder. Aber das war auch alles, was nass wurde.

Irgendwann ließ der Regen nach, der Himmel hatte wohl ein Einsehen. Ich öffnete das beschlagene Visier und genoß die frische Luft. Irgendwo in einem Waldstück hielt ich dann mal an, tüddelte mich aus der Kombi und brauchte meinen Frühstückskaffee weg. Wenn man sich nicht zu blöd anstellt, ist das trotz Ganzkörperkondom kein schwieriger Akt ... 

Während mir die Bäume auf den Kopf tropften, sog ich die Waldluft ein. Es duftete nach frischer Erde, Waldpilzen und Heidelbeeren.

Eine Kontrolle vom Motorrad und den Gepäckstücken ergab: keine Verluste, keine Beschädigungen, außer das Ellie ziemlich eingesaut war.

Weiter ging die Fahrt, und kurz zur Zuhause erwischte es uns noch einmal richtig.

Gegen 17 Uhr kamen wir vor der Garage an. Ich holte zwei Eimer heißes Wasser und duschte Ellie erst einmal vom gröbsten Straßenschmutz ab. Weitere Feinarbeiten würden die nächsten Tage folgen.

Ihre Kette war ziemlich freigelaufen, also kam nach dem Trocknen noch ordentlich Kettenfett drauf.

Ich packte alle Taschen ab, wischte sie noch trocken und dann gab es für mich erst einmal ein schönes heißes Vollbad!

Von der Rückfahrt gibt es keine Fotos - die Kamera war wasserdicht eingepackt und sicher kennt ihr alle Regenfahrten.

Bei mir war es die erste - und ich bin zufrieden mit meiner Leistung!




Fazit:
Regenfahrten kann ich also auch. Gut zu wissen, das die Regenkombi dicht hält. Und das Gepäcksystem mit Regenhaube ebenfalls trocken blieb.

10 Kommentare:

  1. Ja Regenkombi such ich auch einen vernünftigen. Mein 2 Teiler zieht sich zwar relativ leicht an, braucht aber gefühlt doppelt so viel Platz im Gepäck. Und die Hose geht ohne Schuhstrip gar nicht...

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    1. Ich habe den Kombi von Louis. Zusammengerollt ist er kaum größer als ein Paar Schuhe übereinander. Mein Kombi hat von innen Netzfutter, da läßt er sich leichter anziehen. Und 2 Nummern größer als normal ist er auch - kommt man relativ gut rein. Schnell fahren ist bei Regen eh nicht gegeben, also flattert da nix.

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  2. Hey Heike,
    schön, dass du es ohne grosse Probleme überstanden hast !
    Für die (Sommer-)Handschuhe habe ich nochmal solche Überhandschuhe aus Gummi von Louis, die in der richtigen Grösse perfekt drüberpassen. Ehrlich gesagt aber noch nie ausprobiert, weil ich bisher nur Nieselregen oder Kurzregen hatte.
    Hat es mit der Brille und dem Beschlag funktioniert ? Wir Brillenträger sind da ziemlich gebeutelt.
    Viele Grüsse, Michael

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    1. Hei Mic! Die Handschuhe habe ich auch. Die lagen warm und trocken zuhause ;-).
      Die Brille war ständig, der Visier von unten beschlagen. Da half nur ab und an das Visier ein wenig aus der Arretierung zu heben ... dann tränten meine Augen zwar, aber ich konnte wieder etwas gucken ...

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  3. Du bist vorher echt noch nie bei richtigem Regen gefahren? Ich mag das ja wesentlich lieber, als so Pissels-Regen :-)

    Hihi ... was nützt eine äußerlich dichte Regenkombi, wenn es inwendig nass ist ... *duck und weg* ...

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    1. Das man unter so einer Plastikhaut vermehrt schwitzt ist ja nicht neu. Aber vielleicht war es auch der Angstschweiß, der mich so zum Einnässen brachte *grins*

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  4. Na, dann gratuliere ich erst mal zur ersten Regenfahrt! Wenn nicht die Putzerei danach immer währe, dann fände ich das gar nicht so schlimm.

    Wie es aussieht, bist Du bei meinem Verwandten in Ebstorf vorbeigekommen. :)

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    1. Ach tatsächlich? Na, bei dem Regen konnte ich sie nicht erkennen ;-).
      Schöne Gegend da, wirklich schön. Und ab und an auch Kürvchen. Bin die Strecke über die B4 schon so oft gefahren, aber das es nebenan so ansprechend ist, war mir neu!

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    2. Vermutlich bist Du die kleine Straße von Altenebstorf nach Wittenwater gefahren. Da bist Du an einer Essigfabrik vorbeigekommen, direkt vor einem Bahnübergang. :)
      Ich bin auf dem Weg nach Süden auf der anderen Seite der B4 gefahren, über Hankensbüttel. Das ist auch sehr angenehm und entspannt dort. Und ein paar Kilometer weiter brandet der Verkehr...

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  5. Bei "Unterlüss" muss ich immer an meine Tante denken: "Es regnet ohne Unterlüss...!"

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