Ellie und ich

Ellie und ich

Mittwoch, 23. Januar 2013

23. Januar - Und der Winter nimmt kein Ende!

Weil der Wintereinbruch zunehmend an meinem Gemüt zerrte, beschloß ich am Samstag (19.1.) ganz spontan, einen Ausflug in den Harz zu wagen. Wetter sah klasse aus, die Sonne kam auch raus, und meine Hausarbeit konnte ich immer noch am Sonntag erledigen.

Weil allein Reisen mit Auto doof ist, simste ich gegen Mittag meine Moppedfreundin Tina an. Obwohl gesundheitlich ein wenig derangiert (sie hatte kurz vorher eine Zahn-OP gehabt, uah, mein Beileid war ihr sicher!), sagte sie begeistert zu.

Um 14 Uhr fuhren wir in meiner Rennsemmel-Blechdose also erst einmal nach Bad Harzburg, und dann quälte sich mein Dreizylinder die Hügel anwärts - nach Torfhaus.
Der Parkplatz an der Bavaria-Alm war rappeldickevoll. Und kein einziger Motorradfahrer zu sehen. Meine Begeisterung über den altvertrauten Platz - wo sonst nur Zweiräder stehen und Hausrecht genießen! - hielt sich somit in Grenzen. 
In der Saison kaum ein Stück Blech zu sehen, war jetzt ein Angebot vorhanden wie bei der Verschiffung nach Afrika.
Blech an Blech. Mittendrin noch eine Kühlbox (Wohnmobil). Kennzeichen aus aller Herren Bundesländern. Von Flensburg bis Süddeutschland, alles vertreten. Einige echte Ausländer waren auch zu hören.



Blech an Blech auf dem Torfhaus-Arreal


Boah - da oben war/ist RICHTIG VIEL echter Winter! Mit meterhohen Schneebergen, reinweiß und nicht so ein großstädtisches Ekelgematsche!



 Echte Harzer Schneetanne


 Echte Harzer B4-Winterstraße, mit Schneestangen, die hier auch wirklich Sinn machen!


Dutzende Touris mit Schlitten und Kindern im Anhang tapsten mehr oder weniger elegant planlos in der Gegend herum.
Wollte man so einen Pulk von Schneeverrückten überholen, mußte man gehörig auf die herumdriftenden Plastikschlitten oder ihre Pendants, die berühmten Davos-Holzschlitten, aufpassen.
Das ging da zu wie bei Aldi morgens um 8 Uhr, wenn Aktionstag ist!

Viele der Touris wollten an den Rodelberg, der kurz unterhalb der Bavaria Alm mit guten Rodelbedingungen lockte. Der Brocken verhüllte sich im Schneesturm.


 Rodelverrückte und Schneesüchtige aus aller Herren Bundesländer; plus Russland! 
Wobei ich DAS nun nicht verstanden hatte, denn die Russen haben ja nun wirklich genug eigenen Winter!
Irgendwo rechts oben im Bild ist sonst übrigens der Brocken zu sehen!


Tina und ich hatten uns warm eingeplünnt, aber trotzdem ging der eisige Wind recht schnell durch und durch!


Echt eisiges Kunstwerk: ein Lattenzaun.
Sch... ey, war DAS ein eisekalter Wind da oben !!!


Tina und mir war nach Kaffee, heißem Kaffee und Gemütlichkeit am Feuer der Bavaria Alm, die da so verlockend aus der eisigen Natur heraus zu winken schien.


 Wärme, Zivilisation, ein beheiztes Klo, schönes Kaminfeuer, heiße Getränke - die Bavaria Alm, Retterin in höchster Kältenot!


Aber als wir in die Bavaria Alm rein wollten, sahen wir eine lange Schlange von Leuten in unförmigen Skiklamotten vor der Tür stehen. Die Stimmung bei ihnen war grandios, die Nasen knallrot, nur: wieso ging's nicht weiter?

Ganz einfach: die Alm war ausgebucht. Es kamen nur noch soviele Leute rein, wie Gäste das Haus verlassen würden.

Tina und ich schauten uns befremdet an. Was war das denn fürn Mist? Unsere Nasen sahen allmählich ebenfalls wie die von Rudolph, dem dumpfbackigen rotnasigen Rentier aus.

Einheitliche Meinung: WEG HIER!

Wir verließen so schnell es ging diesen Ort des Kältegrauens. Schade um die 2,- Euro Parkgebühr, die wir nur knapp 15 Minuten nutzen.
Diese Gebühren sind eine Frechheit - pah, die sehen mich da oben erst wieder, wenn ich mit Ellie wieder hinfahre!

Wir fuhren also wieder ins Tal hinunter. Und da ich auf dem Hinweg schon einen Blick neben den Radau-Wasserfall geworfen hatte (Raaadau, mit langgezogenem A - hat nix mit Radau/Krawall zu tun!), wußte ich auch eine Möglichkeit zum Aufwärmen. Eine urige Waldgaststätte am verzaubert zugefrorenen Radau-Wasserfall!

Drinnen erwartete uns ein Kanonenofen (Bullerjan), der mich begeisterte und die Gaststube wohlig und gemütlich einheizte. Die ganzen toten Tiere an den Wänden und an der Decke gehören wohl zum Charme dazu. Ich mag die ja lieber lebend und im Wald, und habe mit Jagdtrophäen-Wahn absolut nichts am Hut. Hier möchte ich jedenfalls nicht im Dunkeln sitzen, ich würde eine Gänsehaut bekommen!



Echte tote Tiere aus dem Harz; also mir waren die Skelette der hölzernen Kleiderbügel lieber als die Schädelplatten der armen Viecher ...



 Armes Viech. Ob das hier der Vater vom berühmten Bambi gewesen ist ???



Edle Speisekarte aus Kunstleder (Foto: Tina)


Der Cappucino schmeckte gut, und der Apfelkuchen war saftig und lecker. Die Preise waren okay. Hier werden wir im Sommer sicher noch einmal herkommen, denn der Parkplatz ist mit dem Mopped gut zu erreichen, kaum abschüssig, und mit Sicherheit ist hier nicht so ein Hype wie oben auf Torfhaus! Und draußen gibt es einen Biergarten, so kann ich dem Gruselkabinett der ausgestopften Tiere entgehen.

Die Bedienung wirkte etwas fahrig und ihrem Gesicht nach zu urteilen schien ihr der Winter genauso auf die Nerven zu fallen wie Tina und mir. Oder die Geister der toten Tiere bedrängen allmählich ihr Gemüt - kann alles möglich sein!

Tina und ich futterten, saßen dabei gemütlich an der warmen Heizung, und schwelgten in Erinnerungen an vergangene Touren im Harz. 
Die "Wahnsinnige" hatte sich sogar schon an den Kyffhäuser getraut. Also das ist absolut nicht meine Welt, muß ich zugeben. Was sie berichtete, klang spannend, und trotzdem werde ich lieber in gemäßigteren Gebieten bleiben.
Wir schmiedeten Pläne für die Saison, schauten ab und an grimmig raus in das Winterwonderland, und zählten schon die Tage bis zum Frühling.

Aufgewärmt und satt fotografierten wir noch den Wasserfall.
Das Dings macht echt was her! Auch wenn es "nur" eine Touristenattraktion ist!



 Echter zugefrorener Touristenwasserfall - Radau, an der B4, im Harz


Am späten Nachmittag truddelten wir wieder bei mir zuhause vor der Tür ein. Mitbringsel vom Harz: ein salzverkrustetes und schweinemäßig dreckiges Auto.
Der Preis für griffige Winterstraßen im Harz!


Fazit: Winter im Harz ist was feines. Ausreichend warme Kleidung, vor allem Skihose, ist notwendig, um da oben längere Zeit gemütlich zu überleben.
Einkehr am Wochenende - wenn Schnee liegt - auf der Bavaria Alm erschwert möglich. Der Touristenandrang ist enorm.
Ausweichmöglichkeit wäre Sonnenberg, aber auch dort gibt es Rodelmöglichkeiten und die  Gaststätte ist mit Schneewahnsinnigen überfüllt.
Forstgasthaus Radau ist eine Alternative.


Montag, 7. Januar 2013

5. Januar 2013 - Ellie ist startklar, und ich verbessere meine Ausrüstung

5.1.

Gestern brachte Fritz mir Ellie - das Ganzjahrkennzeichen druckfrisch und blitzeblank. Hach, welch herrliche Ansicht!
Anschließend putzte ich sie noch einmal über, schaute mit der Stirnlampe überall hin und hinein. Eine winzig kleine Roststelle am Rahmen wurde erkannt, gleich mit Schmirgelpapier blank gerieben und mit Klarlack vorkonserviert. Ich muß mir noch eine Dose Mattlack-schwarz kaufen.

Ansonsten war alles paletti. Peinlich - als ich den Lichttest machte, durchfuhr mich der Schreck: Ellie halbblind. Eine SMS zu Fritz brachte aber Klarheit - ich hatte nicht daran gedacht, den Lichtschalter auf "Dauer" umzustellen. Seufz ... elende peinliche Anfängerfehler !

Heute war es ein Wetter zum Drinnenbleiben: grau und fieser Nieselsprühregen. Obwohl es mich tierisch in den Fingern juckte, ließ ich Ellie in der Garage. Nee, so frisch gesäubert und schick jage ich sie nicht auf die nasse und verdreckte Straße raus!

Also mußte ich mir ein Methadonprogramm einfallen lassen. Ich zauberte schnell einen Moppedkuchen (mit halber Menge Teig, weil meine Zutaten nicht mehr hergaben - dafür war das Geschirrchaos genauso heftig wie mit der ganzen Menge an Zutaten ... doofe Formel!), pinselte die Oberfläche wirkungsvoll zweifarbig an (wobei das Kawasaki-Grün für die Verkleidung nicht mit Wackelpuddingpulver herzustellen ist; die Glasur sah eher nach schimmelig aus mit den grünen Krümeln!), ließ den Kuchen etwas abkühlen, packte ihn dann auf ein Silbertablett ... und fuhr mit dem Auto zu POLO.

Ja mei mei, wie ich mich darauf freue, da mal wieder GANZ VORNE zu stehen, auf bevorzugtem Parkplatz - mit Ellie unterm Hintern!

Mit Riesengrinsen im Gesicht trabte ich in den Laden und stellte den Kuchen auf den Tresen. Der Crew gefiel die Idee, dass ich mit ihnen mein Ganzjahreskennzeichen feiern wollte, und der Kuchen duftete wirklich herrlich "feierlich". Während im Hinterzimmer der Kaffee durchlief, kümmerten sich die beiden Mitarbeiter um die andere Kundschaft, die da etwas gelangweilt im Laden herumdümpelte. Schienen wohl alle ihre Zeit irgendwie totschlagen zu wollen, bis das Wetter endlich wieder halbwegs motorradtauglich wird.  

Da ich die meiste Ausrüstung schon kannte (und einige Artikelnummern sogar halbwegs aus dem Kopf weiss), probierte ich noch einmal die Rev'it Motorradjacke aus dem Winterschlußverkauf an. Am 3.1. hatte ich sie schon einmal anprobiert, aber da gefiel sie mir nicht so gut.
Heute aber ... da fand ich sie viel besser, und auch warm und funktionell genug.


Macht 'nen schlanken Fuß, oder? :-)
Fällt gar nicht auf, dass das eine Herrenjacke ist!
Der Rock ist ein klasse Blick-Ablenkungsmanöver, hihihi - dank Svenja weiß ich, dass beim Kauf von Motorradklamotten die Wahl der Unterklamotten, mit denen man in den Laden stiefelt, durchaus wichtig sein kann!

Ein passender Rückenprotektor und ein flammenfarbenes Halstuch ergänzten dann meinen Einkauf.
Dank des Winterschlußverkaufes konnte ich 200,- Euro einsparen, hatte eine geniale und sehr gut durchdachte Motorradjacke, die mir in der momentan kühleren Jahreszeit bestimmt super Dienste erweisen wird.
Die Arm- und Schulterprotektoren sind in der Grundausstattung der Jacke mit dabei gewesen, und ein ganz anderes Kaliber als in meiner alten "Sommer"-Cycle-Spiritjacke. Da merkt man den Preisunterschied! Alte Jacke: 99,- Euro. Neue Jacke: Originalpreis 389,- Euro. Auch das Eigengewicht der Jacke (ohne den Rückenpanzer) ist beachtlich. Hoffen wir mal, dass Goretex nicht nur den Zustand des Nicht-Nass-werdens verlängert, sondern mir wirkliches Wohlbefinden vermittelt.
Materialbericht folgt!

Der Kuchen schmeckte lecker, beim nächsten Mal werde ich in den Teig noch Äpfel hineinreiben - dann wird er saftiger. Und ich werde die echten künstlichen (was für ein Wortspiel) Speisefarben ausprobieren - für das Kawasaki-Grün. Wobei Ellie ja zum Glück rot lackiert ist - Fire-Cracker-Red, um genau zu sein :-).


Die neue Rev'it Jacke - ein tolles Schnäppchen; 200,- gespart dank Winterschlußverkauf!



Und hier mal ein Foto mit Blitzlicht, um zu demonstrieren, dass so ein "Papageiengürtel" durchaus für Sichtbarkeit sorgt! Und die Sichtbarkeitsmuffel vielleicht doch noch überzeugt ... Leute, Leute, immer nur schwarz und somit im Dunkeln oder Halbdunkeln nahezu unsichtbar ... muß doch nicht sein!

Da im Damenjackenbereich ja mal wieder nichts vernünftig Passendes für mich dabei gewesen war, trage ich (wieder einmal! ... denn meine Cycle-Spirit-Jacke von Louis war ja auch eine Herrenjacke) eine Männerjacke.
Die Damenjacken sind mir meist in den Ärmeln zu kurz, vom teilweise merkwürdigen Gesamtschnitt mal abgesehen! Und was die Materialien angeht ... also ein Straß-Emblem auf einer Chopper-Lederjacke ist fast genauso cool wie eine 500 km Fahrt durch Deutschlands nordischer Tiefebene bei Dauerregen ... ohne Goretex-Klamotten bzw. ohne Regenkombi. Oder doch - mit Regenkombi, aber dann schweinchenrosa und die Maschine ist eine Harley mit CB-Funk und Klapphelm-Pflicht!

Allein die Vorstellung davon ... Kopfkino!

Außerdem sind die Damenjacken für mich insgesamt ebenfalls viel zu kurz geschnitten. Ich mag es nicht, wenn meine Nieren halb frei liegen ... 
Irgendwann kaufe ich mir später dann noch eine neue Hose dazu - mit Lederbesätzen (mit ohne Straß!) - aber momentan bin ich erstmal auf die nächsten Monate pleite ;-).

 Jetzt bin ich gerüstet - und nun muß nur noch das Wetter mitspielen, dann geht's ab!

Donnerstag, 3. Januar 2013

3. Januar 2013 - Grenzenlos - und Tschüss, Saisonkennzeichen

3. 1.

Nachdem es die letzten Wochen so herrlich warm und herbstlich gewesen war, wuchs meine Moppedsehnsucht doch mehr als ich mir erlauben wollte. Das Rangieren mit Ellie in der Garage war zwar nett, aber irgendwann an Silvester überlegte ich mir: irgendwie bescheuert - da steht ein Wundermittel in der Garage, aber ich darf es nicht bewegen.

Am 2.1. hatte ich dann bei der Versicherung angefragt und postwendend eine eVB-Nummer erhalten. Ein Anruf von meinem Werkstatt-Fritz brachte weitere Hilfestellung - und so wurde Ellie gestern abend von Fritz abgeholt, und wird jetzt aus dem Winterschlaf geholt. Inklusive Ganzjahreskennzeichen!

Ab da habe ich dann unbegrenzte Fahrmöglichkeiten, setze mich selber nicht unter Druck, fahren "zu müssen", weil die Saison ja so schnell zuende ist. Die Mehrkosten (von 75,- auf 110,- Euro) sind tragbar, und außerdem sinkt ja hoffentlich der Prozentsatz bald. Beim Mopped fahre ich im Versicherungsstatus höher prozentual gesehen im Vergleich zum Auto! Logisch - bin ja erst seit 16.7.2012 dabei!

Nun bin ich gespannt, wann Ellie gesäubert, startklar und mit druckfrischem Ganzjahrkennzeichen bei mir eintrifft!

Das sieht dann wohl ungefähr SO aus:

 Ich weiß: das Ortskennzeichen fehlt noch ;-)


Horrido - ich habe immerhin ganze zwei Monate OHNE Moppedfahren ausgehalten - hihihi!

Trotzdem werde ich jetzt nicht völlig abheben - ich werde die Straßenverhältnisse und das Wetter noch genauer prüfen, denn gerade im Winter ist ja noch mehr Vorsicht geboten! Rollsplit, seifige und salzige Straßen, und dann die Autofahrer, die noch nicht auf Motorräder "eingenordet" sind ...

Meine gestrige Errungenschaft ist dann auch etwas Sinnvolles für den Winter: ein Regenkombi in Neongelb/Schwarz. Zusammengerollt paßt der in einen kleinen Schuhsack und kann ohne Aufwand hinten an die Heckflosse geschnallt werden. Das hatte ich gleich ausprobiert. So ein Kombi dient nicht nur bei Regen, sondern ist eine sehr gute Hilfe bei KÄLTE! Auf diesem Wege ein Dank an Svenja für ihre Reisetagebücher, wo ich so manch guten Hinweis gefunden hatte!
Da ich das Fahren im Winter nicht gewohnt bin, und mich ja auch in der Saison doch so einige Male etwas verschätzt hatte, was Kälte anging, habe ich jetzt ein weiteres Detail in meiner Ausstattung "Wohlfühlen auf dem Motorrad".

Das Anziehen gestaltete sich etwas schwierig - die fummeligen Reißverschlüsse, die eigene Unbeweglichkeit, weil ich die Hülle ja ÜBER die Moppedklamotten streife - trotzdem! Mithaben und NICHT brauchen ist immer besser als frieren und/oder klitschnass werden - und noch Dutzende von Kilometern für den Heimweg vor sich zu haben!

Was das Aussehen in dieser Neonpelle angeht - no comment! Dabei hatte ich schon die teurere Version genommen, die mit Gummizug in der Taille und schwarzem Grundkorpus!

Für die Hände kamen schon im November diese komischen schwarzen Melkerhandschuhe aus Gummi zu meiner Winterausrüstung dazu. 

Nun bin ich gut gerüstet "für alle Fälle". 

Jetzt sollte ich nur noch daran denken, das ganze Zeug auch mitzunehmen ;-) !

Mittwoch, 2. Januar 2013

Winter - Kleine Verrücktheiten an und um Ellie

11.11.2012 - Martinstag in der Garage


Erster Advent in der Garage


Ellie, das Weihnachtsbäumchen und ich, erster Advent


Zweiter Advent in der Garage: Der frostige Schnee-Rocker-Mopped-Besetzer

5. Dezember 2012 - Wintertagebuch - Der Moppedkuchen

5.12.




Der Mopped-Kuchen

Verkleidung vanilleweiß – die Figur dann mit Kakaopulver-Glasur hellbraun angepinselt.

Das Visier ist eigene Kreation, sonst sah der Kopf so unfertig aus!



Die Form (bei Louis gekauft) hatte ich akribisch gut mit Butter eingepinselt, und mit Mehl bestäubt – der fertige Kuchen ließ sich supergut aus der Form lösen. Kleinere Löcher im Kuchenteig ließen sich aber leider nicht verhindern. Naja, für den Prototyp ist er schon gut geworden. Ich kann das ja noch perfektionieren ;-)



Grundteig: Marmorkuchen.

Backzeit: 55 Minuten auf 180°, und dann nochmal 15 Min. bei 160°. Auskühlen im Backofen.



Das nächste Mal werde ich bei 160° und 1 Std. 15 Min. backen, dann ist die Oberfläche heller. Marmorkuchenteig eignet sich nur bedingt – ich denke, ein normaler Rührteig mit Zitronenaroma bzw. Orangenschale, fein gerieben, eignet sich besser. Der Teig könnte saftiger sein!


Anstatt normaler Milch hatte ich laktosefreie Milch genommen. Dafür 250g Butter – wow, was für ein Fettbatzen ;-)


Und anstelle von 200g Zucker nur 170g. Das langt dicke hin. Die Glasur ist ja so widerlich süß … das reißt sicher alles wieder raus!

Das Ganze geht übrigens auch mit grünem Wackelpudding zu fertigen. 4 Tütchen Wackelpuddingpulver, knapp 2 Liter Wasser (etwas weniger als angegeben, damit der Pudding steifer wird zum Stürzen), 400 g Zucker. Den Pudding nach Anweisung herstellen, abkühlen lassen, und über Nacht in den Kühlschrank. Die Form kurz! in heißes Wasser tauchen, dann ein Tablett über die Form und umstürzen - fertig.

Je nachdem, wie geschickt man sich anstellt, schlabbert man sich und die Küche NICHT voll. Ich muß da noch ein wenig üben ;-).

28. November 2012 - Wintertagebuch - Kettenreinigung


28.11.
 
Heute war Kettenreinigung auf dem Plan.

Ich packte Einmalhandschuhe (vom Haarefärben waren noch genug übrig), Zahnbürste, zwei alte T-Shirts, einen alten Handtuchlappen, meine Stirnlampe, das Körnerkissen und meine Digicam und natürlich die Dose Kettenreiniger (von POLO) in einen Korb und trug das ganze runter in die Garage.

Schön den Teppich ausgelegt, damit ich es auch bequem hatte. Ellie abgedeckt – boah, sah sie klebrig aus. Aber das ist halt das Konservierspray. Kommt ja wieder runter, tröstete ich mich.

Stirnlampe angelegt, eingeschaltet – bestes Licht für Detailarbeit! Es konnte losgehen. 

Auf geht's - Material liegt schon bereit

Beide Handschuhe angezogen, und dann mit der linken Hand den Handtuchfetzen hinten an die Kette gehalten (Reifenschutz, Kleckerschutz) und mit der rechten Hand die Kette mit dem Reiniger angesprüht. 
Hui – das Zeug war ja wie Wasser. Schnell einen der Putzlappen untergelegt, weil es schon tropfte. Und die Dämpfe waren nicht ohne. Ich hätte mir wohl doch besser den Mund- und Nasenschutz mitnehmen sollen, dachte ich mir. Aber dann war ich zu faul, nochmal hochzugehen. So sprühte ich also vorsichtig einen erreichbaren Teil der Kette ein, wartete kurz, und rieb dann mit einem alten T-Shirt nach.

Für’s Foto nahm ich die Stirnlampe mal ab; ansonsten arbeitete ich die ganze Zeit MIT.

 Also einen großartigen Unterschied zu vorher konnte ich so erst mal nicht feststellen. Vielleicht war die Kette vorher schon sauber genug gewesen? Sandig war sie jedenfalls nicht!

Ich verballerte eine halbe Dose Kettenreiniger, und säuberte dabei akribisch auch die äußeren Zwischenflächen der Kette. Wie gut, das ich so kleine Finger habe. Die Handschuhe (Latex) waren auch klasse – gefühlsecht! ;-) Auch das Zahnrad, was die Kette transportiert, wurde abgewischt. Die Ritzel sahen alle noch fein intakt aus, und nicht zu spitz abgenutzt. Gut!

Dann schnappte ich mir die alte Zahnbürste (für sensible Zahnhälse – aha!) , und versprühte noch einmal eine Viertelflasche des Kettenreinigers, währenddessen ich mit der Bürste vorsichtig auch die erreichbaren engeren Flächen bearbeitete.
Diese Dosiernase der Sprühflasche ist übrigens wirklich klasse konzipiert, da kann man sehr gut mit agieren und vernünftig dosieren!

Die Kettenglieder von hinten abzuwischen, erforderte nochmaliges Fingerspitzengefühl. Da eignete sich das alte Unterhemd, denn die Schulterträger-Nähte waren genau richtig proportioniert, um zwischen die engen Räume zu kommen. 

Fotos mit Selbstauslöser – Körnerkissen auf dem Auto des Garagennachbarn - den linken Handschuh hatte ich nur für die Fotos ausgezogen, um die Cam richtig einstellen zu können!
  
Meine Nachbarin kam zwischendurch mal in die Garage und meinte, ich sollte mal lüften – die Dämpfe waren wohl gut riechbar. Da aber beide Klappfenster geöffnet waren, und es auch durch das Garagentor unten durch zog, machte ich mir keine Sorgen.

Hei, ich bin eine 64-er Generation – ich hatte in meiner Schulzeit an den Fotokopien geschnüffelt, die damals noch durch Alkohol gezogen waren, als sie verfielfältigt wurden :-D. Seelige Schulzeit :-D

Ich putzte die Kette dann mit dem sauberen Teil des alten Unterhemdes so gut es ging trocken. Da kam auch nochmal eine Menge Dreck mit runter.
Zahnbürste schwarz! Aber nicht nur die! Das Hemd und das T-Shirt sahen nun tatsächlich so aus, als hätte sich die Aktion wirklich gelohnt … schwarze Schmiere auf weißem Stoff – dramatisch :-D

Beweise – Hemd, T-Shirt, Zahnbürste weisen deutliche Gebrauchsspuren auf !


Die Kette – einige Stellen waren noch altfettig, aber besser bekam ich es mit meiner Ausrüstung nicht hin.


Hier nochmal eine Makroaufnahme – man sieht deutlich, dass da noch Stellen zwischen den Gliedern sind, die nicht sauber wurden. Und ein, zwei kleine „rostige“ Stellen. Aber vielleicht bin ich einfach zu pingelig?
  
Dann kam Stück für Stück, kettengliedweise, neues sauberes Kettenfett drauf. Auch hier hielt ich wieder einen Lappen von hinten gegen die Kette. Fett auf den Reifen aufsprühen, das muß nun nicht sein! 

Fertig.   

Die ganze Aktion hatte ungefähr 1 ½ Stunden gedauert. Ich hoffe, ich habe es richtig gemacht. Mit einem Profi-Kettenreiniger-Gerät, wie es bei POLO zu kaufen ist, wäre es vielleicht noch sauberer geworden? Auch in den Zwischenräumen?

In den Foren las ich immer von „sauber wie geleckt geworden“ – hm … noch sauberer wäre es vielleicht geworden, wenn ich mit einer Art nicht-fusselndem Wattestäbchen zwischengegangen wäre? So ganz zufrieden war ich mit meiner Arbeit nicht. Ich habe ja keinen gehabt, der mir hätte sagen können: „reicht hin bzw. geht noch besser“. Nun muß das so reichen …

Wenn ich als Vergleich dazu allerdings meine Fahrradkette nehme, schäme ich mich – die Fahrradkette ist so siffig, da könnte ich glatt den halben Kontinent mit verseuchen, sollte da was ins Grundwasser laufen … ;-). Mal gucken, wann die Fahrradkette dran ist!