Ellie und ich

Ellie und ich

Mittwoch, 6. November 2013

5.11.2013 - Gelegenheit ergriffen

5.11.2013

Der Wetterbericht verhieß für heute ab Mittag bis in den frühen Abend Sonne und Temperaturen über 10°. Ab morgen sollte es wieder novemberisch nass, eklig und unschön werden. Soviele Möglichkeiten würde mir der HerbstWinter nicht mehr schenken!


Punkt 12 Uhr saß ich warm eingepackt auf Ellie. Dieses Mal hatte ich meine Wollstrumpfhose über die Falke-Kniestrümpfe gezogen. Die Funktionsunterhose war mir letztens zu kalt gewesen.
Tchibo hat übrigens gerade die Merino-Wolle-Unterwäsche im Angebot! 69,95 Euro. Beeilt euch, ist schnell weg ...
Klick 


Zuerst ging die Tour über die Stadtautobahn zu POLO. Ich wollte mir Lenkerstulpen ansehen bzw. ausprobieren.

Wie locker sich das schreibt ... ging die Tour über die Stadtautobahn ... Heike auf einer kleinen Autobahn ... die A39 ist die Verbindung Braunschweig-Wolfsburg, gerne genutzt von Heizern aller Coleur - und ich mittendrauf ... und immer im Hinterkopf die Heike vom letzten Jahr, die da bibberte und zitterte ... und Heike 2013 fuhr souverän, sicher und kam auf 110 km/h ... das ist mein persönlicher Triumpf ... einer von vielen im Vergleich zu meinen Fahranfängen!

Der Verkäufer bei POLO war so nett und half beim Anbringen der Pratzen.

Also ... SCHICK ist was anderes ... (Fotos weiter unten).

Ein probeweiser Griff in diese Überzieher zeigte mir aber: meine Hände sind klein genug, dass diese Pfoten nicht stören. Ob die was taugen, würde aber nur eine Testfahrt zeigen.

Nach einem kurzen Rundgang durch den Laden hockte ich mich wieder auf die Maschine. Das Anziehen des Helms ist durch die Windbreakersturmhaube immer etwas tricky ... das Teil ist sehr eng am Kopf, aber die Nähte müssen wirklich perfekt positioniert sein, sonst jucken die nach wenigen Kilometern im Gesicht, und mit Helm auf dem Kopf ist Kratzen ja nicht wirklich möglich ...

Ich fuhr erstmal zur Hinterausfahrt um POLO herum, weil ich das andere Lenkergefühl mit den Lenkerstulpen testen wollte. Okay, anfangs ist es etwas störend, dass man da nicht von vorne reingreifen kann, sondern von der Seite reinschlupft. Aber die Pratzen sind groß genug, dass ich mit meinen Sommerhandschuhen gut an die Griffe kam, und der Eingriff ist auch weit genug, dass meine Winterjacke beim Reingreifen nicht stört.

Es ging auf die Stadtautobahn zurück. Bei 100 km/h schieben sich die Pratzen ein wenig nach unten, aber das ist nicht weiter schlimm. Wenn ich mal nicht daran gedacht hatte, dass ich jetzt mit Stulpen fahre, dann fuhr ich so wie immer.

In Sickte ging es dann runter, ich fuhr meine alte Hausrunde und dann zu Fritz, meinem Schrauber. 
Es gab einen heißen Kaffee für mich, und Fritz bestaunte dann die Stulpen ...

Naja ... schick ist was anderes ...

Sind eigentlich Roller-Stulpen ... wobei ich mich frage, wieso Rollerfahrer sowas brauchen ... die fahren doch nie so schnell!


Chrissi spielt Fotomodel, und Scully, die Berner Sennenhündin, mogelte sich auch noch ins Bild


Ich fahre mit Leuchtweste, und nun habe ich auch noch Lenkerstulpen. Wenn schon skuril, dann aber richtig!
Ich klärte mit Fritz noch fällige Werkstattgeschichten ab. Ellie hat bald die 24.000 Kilometer auf dem Tacho, und die große Inspektion ist fällig. Ölwechsel ist auch wieder dran, aber das kann alles im Dezember/Januar gemacht werden.

Wahnsinn ... gekauft hatte ich Ellie im letzten Jahr Juni mit 9.100 Kilometern! 

Fritz mußte dann wieder was tun - und ich wollte noch eine Runde touren. So fuhr ich gemächlich vom Hof. Die Ausfahrt ist etwas tricky, weil sie direkt an der Ampel liegt. Ich mußte erst alle PKW durchlassen, um dann quer über die Kreuzung nach links abbiegen zu können. Ich hasse solche Kreuzungen, weil ich nie weiß, ob die von vorne kommenden PKW auch wirklich bei Rot anhalten, oder doch noch bei dunkelorange rüberkacheln ... und mich vielleicht auf die Hörner nehmen ...

Mit dementsprechendem Adrenalin im Blut fuhr ich dann aber bei der nächst folgenden Kreuzung links ab, und raus aus der Stadt. Mein Wunsch war, über die Dörfer nach Hornburg, und dann weiter Richtung Vienenburg/Harz zu fahren. Je nachdem, wie fit ich war und wie warm ich blieb. Ausgiebige Testfahrt wegen der Stulpen ...

Aber alles ging super. Die Stulpen hielten mich warm (ich fuhr mit Sommerhandschuhen!), und am Körper war ich ebenfalls warm genug eingepackt.
Die Sonne strahlte, und die Luft war sehr sauber und frisch. Trotz Sturmhaube zog es mir unter das Visier - der Wind frischte nämlich auf.
Letzte Saison hatte mich der Wind immer noch verunsichert, jetzt ritt ich sozusagen mit ihm mit. Wenn ein LKW von vorne kam, drosch der Fahrtwindstrudel auf mich ein. Aber nicht einmal das schmälerte den Fahrspaß!

Und dann war ich kurz vor Vienenburg - eine kleine Pause wurde eingeschoben. Die Glieder strecken, und Fotos machen ...

Der Himmel zeigte ein schönes Phänomen!


Der Blick auf den Harz - dramatische Wetterverhältnisse. Wie gut, dass ich da nicht längs fuhr ...
Da unter der großen schwarzen Wolke hatte sich der Brocken versteckt ...


Ich stand da, bestaunte den Himmel, stapfte hin und her um meine Beine zu strecken und die Durchblutung anzuregen. Den Helm ließ ich auf dem Kopf. Zu aufwändig war mir das spätere Wiedereinplünnen ...

Dann fuhr ich weiter, Richtung Vienenburg, bog aber kurz vorher in eine Seitenstraße ab. Der Kaffee drückte ...
Es ist ein Kunststück, die Jacke anzubehalten, den Helm auf dem Kopf zu lassen, und sich nur untenrum auszuplünnen - dann wieder alles Zeug anzuziehen, den Nierengurt ohne Sichtkontakt so zuzukletten, dass er ohne Falten sitzt und die Moppedhose wieder drüberzustreifen. Da beneide ich die Jungs sehr - die haben es wirklich viel einfacher ...

Die Büsche verlieren jetzt immer mehr Blätter, und meine Leuchtweste konnte man sicherlich meilenweit erkennen. Am Horizont kreiste ein Hubschrauber. Mal sehen, ob demnächst Fotos bei Facebook auftauchen - unbekannter Motorradfahrer beim Wildpinkeln ertappt ... 

Die dramatischen schwarzen Wolken im Blick, fuhr ich jetzt doch wieder zurück. Meinen ursprünglichen Plan, durch Vienenburg durch und am Harzrand entlang zurück zu fahren, verwarf ich. Es war 14 Uhr durch, und ab 18 Uhr hatte der Landwetterbericht Regen angesagt. So ging es zurück auf die Landstraße - in einer Parkbucht sah ich einen Motocrossfahrer um seine Maschine rumgehen. Ich fuhr langsam ran, und brüllte durch die Sturmhaube, ob alles okay wäre bei ihm. Er reckte den Daumen hoch, also gab ich wieder Gas und fuhr weiter.

Der war mir auf der Hinfahrt schon begegnet, hatte wohl auch mal eine PPause gemacht ... denn diesen kleinen Seitenweg befahren sonst wenige Nichteinheimische.
Ich finde es normal, kurz anzuhalten und nachzufragen. Kann ja immer mal sein, dass jemand Hilfe benötigt. 
Ich denke in solchen Fällen daran, wie es bei mir war, als ich im Mai den Umfall-Unfall hatte ... wie glücklich ich da über den heranfahrenden Radfahrer gewesen war ...

Mich plagte nun doch ein kleines Hüngerchen. Zum Mittag hatte ich nur einige Löffel Couscous in einer Gemüsebrühe gehabt - nicht wirklich genug Kalorien für eine Tour. Erfolgreich vergessen hatte ich, dass ich neuerdings immer ein Schächtelchen Studentenfutter bei mir mitführe - für die Energiezufuhr (Nüsse und Rosinen - unschlagbar für kurzzeitigen Kick).
Memo an mich selbst: öfter mal die Hecktasche durchsehen ...

Das gute Wetter war mit uns - um uns herum drohende Wolkenberge, aber wir fuhren in hellem Sonnenlicht.
Ich wollte mein Wetterglück und meine Kondition aber nicht strapazieren, und so ging es an den Rückweg, über Hornburg in einem Ausschwenker nach Seinstedt, meinem Lieblingsplatz.

Dort oben auf dem Hügel machte ich noch eine kleine Pause. Ich merkte jetzt, wie meine Füße kalt wurden (Energieabfall ...). So lief ich also um mein Mopped herum, und schaute zwischendurch wechselweise den Himmel und die Landschaft an.


Blick auf die Asse

Blick Richtung Harz und Brocken (ganz rechts im Bild, kurz vor dem Strommast)


Die Sonne war weiterhin mit uns - es war jetzt kurz nach 15 Uhr.
Und wie ich da stand, und mir die Landschaft ansah, da überkam es mich plötzlich wieder - dieses unbestimmte aber überwältigende Glücksgefühl.

Alles stimmte - das ich die Gelegenheit ergriffen hatte, den Nachmittag noch einmal auszukosten; das Wetter, was mit fantastischen Wolkenbildern aufwartete und die Sonne, die mich auch noch so schön wärmte; der Fahrspaß durch die Lenkerstulpen; den kurzen Augenblick, wo ich kurz vor Rimbeck bei Hornburg in einem Straßengraben den Graureiher stehen sah, ganz unbeweglich und hochkonzentriert auf der Lauer; die knallroten Früchte der Eberesche, die in der Nachmittagssonne leuchteten, als würde der Baum brennen; die beiden Motorradfahrer, die nahezu enthusiastisch mit der linken Hand wedelten im Gruß; die zwei Kinder, die in einem kleinen Ostdorf ihr Fußballspiel auf der Straße abhielten und, als ich angetuckert kam und mein Tempo stark verringerte, mir zuwinkten und DANKE brüllten ...


It's wonderful - it's marvellous - it's the best thing ever ...  
wer das Bild anklickt, sieht unten am Visierrand meine kondensierte Atemluft ... so ist es eben, wenn man im Herbst fährt!


Das Wolkengebiet zog sich zusammen, und die Sonne wurde jetzt mehr und mehr von Wolkenschleiern überdeckt. Ruckzuck wurde es kalt. Ich machte die Griffheizung auf niedrigste Stufe, und fuhr weiter. Über Remlingen und an der Asse vorbei. Noch einmal den Blick: rechts auf den Harz - dunkle Wolken und ein Regengebiet. Links der Elm, noch in der Sonne. Grandiose Fernsicht! Glasklare Luft, und die Dörfer sahen aus wie im Miniaturwunderland.

Die Griffheizung konnte sich jetzt voll austoben, da der Fahrtwind ja blockiert wurde durch die Handpuschen. Auf 50% wurde es richtig mollig in den Handflächen!
Die Füße kühlten dafür leider immer mehr aus. Mein schmerzender rechter Unterschenkel mahnte mich, nicht so verkrampft zu fahren. Aber die Luft/Kondition war nun raus. Ich war knapp 120 Kilometer unterwegs, bei Temperaturen zwischen 12 und 8°. Lufttemperatur weit darunter, als die Sonne weg war. Nur eine Pause im Warmen, bei Fritz.

Es wurde Zeit, zuhause anzukommen ... Auf der Landstraße gab ich nochmal richtig Gas. Die Stulpen saßen auch bei 110 km/h immer noch super, die Hände waren warm. Nur die Nase lief mir in die Sturmhaube ...

Um 16.15 Uhr kam ich zuhause an. Ellie wurde kurz übergeputzt, und die Kette nachgefettet. Ein Nachbar meinte zu mir, als er sein Auto in die Garage neben mir fuhr: "Na Heike, jetzt machst Du sie wohl endlich winterfertig?"
Belustigt antwortete ich: "Nö - ich mache sie fit für weitere Touren - solange es nicht schneit oder die Straßen voller Salz sind, solange fahre ich!"
Was ihn dann doch etwas entsetzte ...

Ich habe Lenkerstulpen - mir frieren jetzt nur noch die Nasenhaare ein oder die Zehen. Also warum sollte ich nicht auch noch im Dezember fahren?
Ich habe ja kein Saisonkennzeichen ;-)!

Anschließend walkte ich noch eine kurze Runde von 4 Kilometern, um meine steifen Beine wieder in Bewegung zu bekommen. Noch in Sportklamotten ging es dann zum Einkaufen, und als ich wieder zuhause ankam und unter der heißen Dusche stand, war mein Adrenalin immer noch so hoch und meine Laune ebenfalls.

Fazit:
Glücklich!

Der Landwetterbericht hatte recht - nach 18 Uhr kam das Geschiss ... und der Sturm ... und heute ist mieses Wetter. Nasskalt, windig und mit einer Stunde Verspätung kam auch Sonne heraus ... das geht noch bis heute 15 Uhr so weiter ... danach dann Wiederholung vom Morgenwetter ...

Wer auch mal ziemlich genaue Voraussagen haben will:
hier: proplanta.de/Agrar-Wetter/Deutschland/ klick: -> http://www.proplanta.de/Agrar-Wetter/Deutschland/

Trefferquote von einem zum anderen Tag immer noch am besten im Vergleich zu Wetteronline oder Wetter.de


Montag, 4. November 2013

November-Biken

Der Wetterbericht verhieß für den Samstag gute Bedingungen. Da ich schon zwei Wochen nicht auf Ellie gefahren bin, war mein Jieper nach Motorradaction dementsprechend riesengroß.

Aber als ich meine Augen Samstag morgens endlich offen hatte und nach draußen schaute, regnete es wie blöde ... Grund genug, die Augen wieder zuzumachen und den Samstag zu verdrömeln. So'n Schiet, ey ...

Tags zuvor gab es ein Spanferkelessen bei einem MC. Leckeres Schwein, doch den Krustennachschlag hätte ich mir ersparen sollen - bzw. meiner nicht mehr vorhandenen Gallenblase ... da reagiere ich seit dem Entfernen der selbigen doch empfindlich ...

Insofern drömelte ich den Samstag mit Frust weil nicht fahren können, Magendarmproblemen und Müdigkeit hinfort.

Sonntag dann miesepeterig aufgewacht, rausgeguckt - hm, ein Stück blauer Himmel. Soll ich es wagen?

Blöde Frage, ey ...

Gegen 12 Uhr hielt mich dann nichts mehr.

Klamotten an, Sturmhaube auf, Ellie raus aus der Garage - und zunächst mal zur Tanke. Ohoh, Luft verloren.
Vorne nur noch 1,6 und hinten 2,1. Das letzte Mal hatte ich vor zwei Monaten Luft kontrolliert, insofern lag der Verlust im tolerierbaren Bereich.

Aufgefüllt auf 2,4 und 2,7 - und dann schrubbte ich regelrecht durch die Gegend. Zunächst die Reifen vorsichtig warm gefahren, aber dann auf geraden Strecken am Hahn gezogen. Jui - der Wind sauste mir kalt um den Helm, und mein Grinsen wurde immer breiter.

Erst ging es über Hordorf und Schandelah Richtung Elm, dann aber doch lieber nur dran längs. Im Waldbereich fahren war mir zu gefährlich. Die Straßen waren nämlich trotz Sonne und Wind noch reichlich feucht in Schattenbereichen, und glitschige Blätterhaufen nebst Rübenernte-Lehmbrocken lauerten. Kaum Motorräder (wie erwähnt: insgesamt Stücker 7!). An den Ampeln und an der Tanke schauten mich Beifahrer manchmal recht intensiv an.
Jaja, wer im Herbst/Winter fährt, gilt schon als Sonderling.
Tschakka - allein das ist Grund genug, zu fahren ;-).

Eine weite Runde bog ich dann über das Land, an die Asse heran ... Ellie schnurrte unter mir, die Sturmhaube schützte meinen Kopf sehr gut, die Sonne schien hell und machte mir gleich doppelt gute Laune, die Fahrt lief flüssig und gemütlich vor sich hin ...

Vereinzelte Vollpfosten überholten mich wie geisteskrank, und mehr als einmal war der Mindestabstand unter einem Meter ...
Hm ... also ich fuhr auf der Landstraße schnell genug, aber offensichtlich gibt es Geländewagen mit Beisitzern und extrem kleinen Extremitäten, die durch ihre Fahrweise ihr Minimum an Potenz und Gehirn (welches Gehirn ...) wettmachen wollen ...

Seufzend zuckte ich gedanklich die Achseln - die lernen es nimmer mehr. Und ließ mir die Tour trotzdem nicht vermiesen.
Auch ein Motorradfahrer hat im Herbst-Winter die Berechtigung, auf der Straße unterwegs zu sein. Selbst wenn diese Minderbemittelten einem das absprechen wollen ... Neid kann solchen Leuten schon arg zusetzen ;-).



Links im Bild - der Elm-Höhenzug - (links, also da, wo das weiß-rote Schild hinzeigt)
Rüben lauern in Bergen am Feldrand im Vorland (hier rechts im Bild, liebe Ursula) bereit, von den Rübenlastern abtransportiert zu werden - Garant für schmierige und glitschige Straßen bei Nässe



Sonne - Wolken - herbstlich kahles Land - aber kein anderes Fahrzeug auf weiter Flur - so mag ich das ...



Auch bei uns gibt es Kurven!



Da vorne geht's fein rechtwinkling nach links rum!
Also am Rübenberg vorbei, liebe Ursula :-) - der Baum am Horizont neigt sich schon passend in die richtige Richtung - links ist da wo die Kupplung sitzt ;-) 


Mir begegneten auf der kleinen, knapp 100 Kilometer langen Runde gerade mal 7 Motorradfahrer. Alle bis auf einen grüßten. Sogar die Chopper.

Die Luft war kühl - 12° plus Außentemperatur heißt gefühlt etwa 8° Grad für mich. Dank Sturmhaube und Griffheizung überstand ich es gemütlich. Die Hände und Füße wurden erst knapp 20 Kilometer vor Zuhause kalt ... am Körper trug ich das Funktionsshirt, darüber das Thermoboy-Shirt, was so schön lang den Rücken-Pobereich runter wärmt, darüber die Windbreakerjacke von Reusch, darüber meine Moppedjacke mit Winterfutter. Der Bereich blieb warm und kuschelig, wenn auch etwas michelinartig vom Gefühl her. Die langen Kniestrümpfe von Falke mit Wollanteil hielten meine Beine und Füße länger warm als die Teile von Vanucci. Darüber war die Funktionsunterhose, die ich im Winter dann gegen eine Wollhose eintauschen werde. Wolle wärmt einfach am besten!

Ich fuhr relativ relaxt durch das Land. Sonne wechselte sich mit Wolkenbergen ab. Die Luft klar und die Fernsicht einmalig schön. Der Blick auf den Harz war durch drohende Wolkentürme versperrt - na, da wollte ich ja eh nicht längs!

Ich verlängerte meine Hausrunde, fuhr an Seinstedt und meinem Lieblingspausenplatz vorbei und bog dann wieder Richtung Wolfenbüttel, Kissenbrück und Neindorf ab.
Auf den bekannten Strecken kam ich nach zwei wöchiger Fahrabstinenz trotzdem gekonnt und souverän auf lockere 100 km/h hoch. Ellie fühlte sich gut an unter mir. 

Trotzdem bekam mein rechter Unterschenkel nach der Hälfte der Strecke wieder Probleme mit dem Kniewinkel und unterbewußter Verkrampfungshaltung meinerseits. Da ich ohne Pause einfach durch die Gegend fuhr, mich nirgendswo aufwärmte, und auch nur eine Tasse Kaffee im Magen hatte, moserte mein Körper und forderte Schonung.

Nach knapp zwei Stunden war ich wieder zuhause. Ich hätte sicherlich noch 30 Minuten länger touren können. Das Wetter war grandios geblieben, die Sonne fast am Dauerscheinen - und trotzdem war es besser, dass ich es nicht übertrieb.

Im Herbst fahren, das bedeutet für mich, kürzere Strecken fahren. Mehr Aufwärmpausen einlegen.
Wenn das nicht gemacht wird, verkürzen sich die Strecken oder ich muß mit Einschränkungen rechnen.

Egal - es war herrlich, für die Seele wunderbar, und ich grinste zuhause mit knallrotem Kopf (Fahrtwind) im Kreis.
Was kann es Schöneres geben? Was für ein wunderbares Hobby!


Fazit:
Ich bin sehr froh, dass ich kein Saisonkennzeichen mehr habe :-)! Heute (Montag) ist mieses Regenwetter - wie gut, dass ich die Gelegenheit gestern wahrnahm.
In der Woche wird Fahren bei Tageslicht nicht mehr möglich sein. Und an den Wochenenden wird es jetzt immer schwieriger, vernünftige Bedingungen zu erwischen. Aber selbst wenn ich so selten Gelegenheit haben werde in den nächsten Wochen, nur eine Tour wie die gestrige, und das ganze Warten auf die nächste Saison (mit vielen Fahrstunden) lohnt sich wieder :-).


Freitag, 1. November 2013

Ein Gruß ... zum Saisonende der Anderen

Ein Gruß ... an alle, die so wie ich ganzjährig unterwegs sein dürfen/können/müssen ...


Ab heute sind wir so ziemlich allein auf den Straßen unterwegs!

Trotzdem - Augen auf. Mehr noch wie im letzten Monat!

Die Autofahrer rechnen nicht mehr mit uns - noch weniger als in den letzten Monaten!

Die Kälte macht nicht nur uns, sondern auch den Reifen zu schaffen. Der Grib wird deutlich schlechter.
Blätter, Nässe und glitschige Bitumenschlangen auf den Straßen lauern überall.
Mit Schmackes in die Kurven legen sollten wir jetzt besser bleiben lassen.

Das unvermeidliche Salz, was demnächst wieder auf die Straßen geworfen wird, frißt an unseren Maschinen.

Aber wer bei schönstem Sonnenschein mal eine Stunde raus kann "mit dem Bock", der wird eine ganz andere Faszination feststellen: so ziemlich jeder andere Motorradfahrer, der uns eingemummelt und verfroren begegnet, grüßt jetzt.

Ich habe meine "normale" Saison bis Oktober mit nahezu 7.500 Kilometern abgeschlossen. Ich wäre gerne noch mehr gefahren, aber mein Beruf, Krankheiten und andere private Aktivitäten ließen mich dieses Jahr nicht so, wie ich wollte.
Macht nix. Der nächste sonnige Tag mit Temperaturen über Null Grad - und wir sind wieder unterwegs - Ellie und ich.





Unterwegs im Herbst/Winter - nicht mehr auf großer und stundenlanger Tour - aber auf Tour.

Die Eisdielen haben jetzt geschlossen, und ein wärmendes Getränk führe ich somit im Gepäck mit mir. Meine neue Alu-Thermoskanne hat sich bewährt - Tee bleibt so heiß, dass ich mir regelmäßig den Mund verbrenne.
Die Finger wärmen sich daran natürlich auch ;-).

Die winddichte Sturmhaube ist unerläßlich geworden. Nach diversen Ohrproblemen und Nebenhöhlenerkältungen habe ich mich mit dem eingezwängten Kopfgefühl unter dem Helm arrangiert.

Meine Campingausrüstung ist komplettiert, und ich kann es kaum abwarten, das Weserbergland zu überfallen! Vielleicht werden meine Nachbarn an meiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln, wenn ich "zur Probe und zum Testen" meiner Ausrüstung mal im Dezember im Garten zelten werde.
Aber was soll's - die sind bestimmt nur neidisch, weil ich mir meine Portion Verrücktheit bewahrt habe ;-).

In diesem Sinne - euch allen eine schöne Saisonpause (die, die ihr nicht mehr fahren dürft) - und die, die fahren - wir sehen uns !
MICH erkennt ihr sicherlich ;-).
Zumindest die hier aus dem Landkreis.



Fazit der Saison 2013:

Die schönste Tour war die ins Weserbergland. Polle, Weserfähre - allein gewuppt, mit Tempo gefahren, und den Traum für die Saison 2014 gefunden: Camping und Motorrad reisen.

2013 - viele schöne Erlebnisse. Neue Fahrpraxis gewonnen. Viel zuwenig große Touren gemacht. Zwischendurch mal die Leidenschaft für's Moppedfahren verloren, aber wiedergefunden. Erstaunlich (für mich): ich putze jetzt nicht mehr so häufig :-). Mag sein, dass sich das im Winter ändert - zum Material erhalten unerläßlich!
Aber wenn ich nächste Saison tatsächlich mehrere Tage unterwegs bin, werde ich zwischendurch wohl nur den Scheinwerfer polieren, damit wieder Licht durchscheint. Jahaa, ich werde langsam zur Tourenmaus! Klar werde ich mein Mopped immer noch so super pflegen, dass es auffällt - ich will ja nun nicht ins andere Extrem abfallen!
Doch ein klein wenig schluderig werden, das gönne ich mir dann mal ;-).

Mein Traum für die nächste Saison - Weserbergland. Elbsandsteingebirge. Schwarzwald.

Mal schauen, was ich schaffe. Das wird sich zeigen. Augen und Herz auf, den Zündschlüssel umdrehen, und vom Hof tuckern - alles andere findet mich!

In diesem Sinne - die Linke zum Gruß, ihr Lieben!