Ellie und ich

Ellie und ich

Montag, 23. November 2015

AGNES

Es ist zwar noch nicht Weihnachten, aber ich durfte schonmal gucken. Und probieren ;-)


Denkt euch einfach die rote Geschenkschleife drum herum!

Hinterreifen platt, Bautenzug hängt durch, keine Blinker, die Sitzbank hat Risse und der Lack ist unter aller Sau ... ABER beim Ankicken tut sich was im Motor und DAS ist das wichtigste. Den Rest kriegen wir schon hin!


Stooooooooooooolz! Ein Mädchentraum erfüllte sich!



Blink-Wink


Ein Scheunenfund. Baujahr 1974. Gerade mal 4500irgendwas auf dem Tacho. Da der Tacho mit überlackiert wurde, kann man davon ausgehen, dass es reale Kilometer sind! Seit der Wende wurde sie nicht mehr genutzt.

Eine Menge ist dran zu machen. Unter anderem wird der Lack neu. Über die Farbe bin ich mir noch nicht ganz klar.
Ziel ist, nächste Saison damit durch den Osten zu knattern. Das wird klappen.

Zum Glück hat der Zettfahrer ein weitreichendes Netzwerk an Enthusiasten, die mit Feuer bei der Sache sind.

Über eins bin ich mir aber jetzt schon klar - vorne in den Knieraum wird mit Airbrush die DDR-Fahne gesprüht.
Das muß einfach sein ;-).

Ich wollte immer schon mal eine Mofa haben. Eine Schwalbe ist sogar noch besser. Bald schon werde ich wie Schwester Agnes durch die Botanik knattern. Wartet nur ab!


Das Geschenk wurde gleich "befeiert" 
- Standesgemäß im Baumkuchenhaus Wernigerode - eine absolute Empfehlung!


Baum Kuchen!


Nach soviel Kalorienzufuhr ging das Mopped unter mir gleich in die Knie!
 


Fazit:
Seinem Freund zu sagen: "Ach, das klappt ja eh nie mit einem Ost-Mokick - viel zu teuer sind die geworden!" weckt bei so manchem Mann erst recht den Jagdtrieb.

Lange wurde gesucht. Heimlich, im Verborgenen. Und dann kam ein unscharfes Handyfoto und konfrontierte mich mit der Realität.



Sollten wir so gar nicht zusammen passen, Agnes und ich, dann ist sie mit Sicherheit eine Wertanlage, die für ein Vielfaches an Geld weitergegeben werden kann.
Aber soweit mag ich gar nicht denken.



Ossi-Bowling-Party der Vulcanier in Sömmerda/Thüringen
Probesitzen auf einer Polizeischwalbe

Mit Blinker und schönem Lack - so ähnlich wird Agnes dann auch werden!

 
 

20.11.2015 - Noch einmal kurz vor dem ersten Schnee

Freitag Mittag. Mit Argwohn hatte ich seit Tagen den Wetterbericht verfolgt. Angeblich sollte am Wochenende der Winter seine schneekalten Finger nach uns ausstrecken.

Tat er dann auch - aber davon später mehr ...

Ich hatte eine anstrengende Arbeitswoche hinter - und weitere bis Weihnachten noch vor mir. Ein wenig Überarbeitungsmüdigkeit hatte sich breitgemacht, und ich brauchte eine gute Aufmunterung. Sonst würde die 4 Wochen lange Durststrecke bis zum Urlaub nicht zu bewältigen sein.

Ich rammte meine Stempelkarte um viertel vor ein Uhr in den Wandschlitz, registrierte das PIIIEP mit Wohlwollen und fuhr auf Umwegen nach Hause. Meine Antwort auf die ermüdende tägliche Routine: ab und an andere Wege befahren. Hilft gut in der dunkleren Jahreszeit ...

Das Pflegekind Elena war heute gut drauf - sie wartete schon am Gitter darauf, dass ich sie rauslassen würde.
Diesmal fand sie kein Ende. Saß auf ihrem Outside-Fressparcour und futterte sich durch die Angebote, während ich in Motorradklamotten auf der Couch darauf wartete, dass sie fertig war.

Beispielfoto


Die Sonne kam durch und ich fing an zu schwitzen. Aber nein - Pflegeschwein geht vor. Gegen 14 Uhr war sie dann satt und wollte wieder ins Gehege gelassen werden.

Wie ein Blitz war ich aus der Wohnung und unten in der Garage.

Als ich dann mit Ellie vom Hof fuhr, atmete ich tief auf.

DAS hatte mir sehr gefehlt. Ich war sehr froh über meine Windstulpen. Ich hielt den Kopf hoch, aber trotzdem beschlug mir ständig die Brille durch die warme Atemluft. Visier auf, Visier zu - an jedem Halt nutzte ich die Lüftungsmöglichkeiten.
So ist das eben als Brillenträger im Herbst und Winter.

Während ich fuhr, tanzten meine Gedanken mit den letzten welken Blättern auf der Straße um die Wette. Es dauerte eine lange Zeit, bis ich den Zauber des Fahrens richtig genießen konnte. Mit Arbeit kann man sich wirklich das Leben versauen!

Ellies Tank war nur noch zu einem Drittel voll. Also hielt ich auf Semmenstedt zu. Dort gab es Sprit bis unter den Rand.

Grün und rot - Kawasaki's Farben :-)


Bis jetzt sah ich nicht einen anderen Motorradfahrer unterwegs. Und das änderte sich nicht, bis ich wieder zuhause ankam.

In der Tankstelle standen zwei kraftvolle Typen an einem Seitentisch. Auf dem Ärmel stand "Six Pack". Die Statur der beiden war eher griffig und knuddelig, aber ich wollte sie nicht auf das Mißverhältnis aufmerksam machen, zahlte und rödelte mich wieder auf Ellie. Ein Dreh am Gasgriff und ich rauschte wieder vom Hof.
Der Wind war recht frisch, das muß ich zugeben. 12 Grad waren irgendwo angezeigt, aber die Luft war schon deutlich kühler.

Ich drehte meine übliche Runde. Die Straßen waren teilweise sehr siffig und mit Bedauern sah ich später bei einer Rast in Seinstedt, dass die ganze Putzarbeit zum Teufel war. Egal - dafür war das zufriedene Gefühl wieder ins Gehirn eingezogen! 

Die Straßenmeisterei des Landkreises hatte sich schon auf den Winter eingestellt und Vorkehrungen getroffen.
An den Fahrbahn-Leitpfosten waren Schneestangen angebracht.
 


Über dem Harz liegen dicke Wolken - wir kriegen Wetter ...


Ellie vor einer so genannten Schnee-Stange; über Land werden diese Holzstangen überall dort an den Leitpfosten angebracht, wo der Wind ohne Hindernisse die Straßen mit Schneewehen bedecken kann. Diese Stangen sollen anzeigen, wo die Straße zuende ist.


Überall an den Feldrändern lagerten Tonnen von geernteten Zuckerrüben, aufgetürmt zu Bergen, bereit für den Abtransport. Einige Berge waren mit Plane abgedeckt und von Ferne sahen sie aus wie urzeitliche Unfallopfer, die vor Blicken geschützt werden sollten.



Allmählich wurde mir kalt. Die Sonne ging auch langsam unter. Also fuhr ich Richtung Wolfenbüttel und kehrte noch bei meinem Schrauber auf einen heißen Kaffee ein. Dort besprachen wir auch gleich, wann Ellie wieder zur Inspektion sollte. Sie bekam noch Luft auf die Reifen - ein halbes Bar vorne fehlte, aber das ist normal, sie hatte längere Zeit gestanden und ich war schluderig gewesen mit dem Nachfüllen.

Dann ging es gegen halb fünf Richtung zuhause. Es wird jetzt immer recht schnell dämmerig und ich wollte die Rückfahrt nicht gerne im Dunkeln haben.

Einige Gärtnereien hatten schon mit Weihnachtsgedöns-Dekoration angefangen. Tannengirlanden, überdimensionale Rentiere und Weihnachtsmann-Figuren - und da Totensonntag vor der Tür stand, jede Menge Grabgestecke in den Fensterauslagen. Wann genau ist eigentlich dieser Hype und die Panikmache "Hilfe - bald ist Weihnachten" angefangen? 



Bis ich zuhause ankam, begegnete mir nur ein Rollerfahrer. Kein anderer Motorradfahrer war unterwegs gewesen.
Stellenweise fuhren die Dosenterroristen, als hätten sie ihre Scheine im Lotto gewonnen.
Ellie rutschte mir nicht einmal weg. Ich hatte also dazu gelernt. Natürlich juckte es mich und ich wäre gerne mehr Schräglage gefahren. Da die Bodentemperaturen aber deutlich unter 10 Grad lagen, verkniff ich mir das aus Gründen der Sicherheit.
Ein Risiko eingehen, so kurz vor der Winterpause, das wäre zu blöd gewesen!

Also fuhr ich wie gewohnt die Ideallinie, nur halt etwas vorsichtiger.

Knapp 100 Kilometer waren wir unterwegs gewesen und nur die Dunkelheit bremste uns aus.

Am Sonntag kam dann der angekündigte Wintereinbruch. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde sogar schon gestreut. Diese Bekloppten ...

Naja, es soll Mitte der Woche 48 wieder wärmer werden. Dann ordentlich Regen und die Straßen sind wieder sauber. Und weitere Gelegenheiten warten auf uns!

Fazit:
Das Fahren ist immer noch und immer wieder Therapie gegen Frust jedweder Art!
Und Gelegenheiten werden noch kommen, bevor die Saison der anderen wieder beginnt.

Montag, 2. November 2015

31.10. - 1.11.2015 - Das Saisonende der anderen, Familienfeier und grandiose Eröffnung der Wintersaison

31.10.2015
Reformationstag - in einigen Bundesländern Feiertag (nur Niedersachsen nicht, grumpf ...).

Am 31.10. endet für viele die Saison.

Der Tag war grau, nebelig und kühl angefangen. Im Laufe der Stunden hob sich das Ganze etwas, war aber nicht wirklich schön für einen Abschluß.

Der Zettfahrer, Elena und ich fuhren in die Umgegend und feierten in Familie.



Es ist erstaunlich, wie lange "alte Leute" feiern können, wenn der Anlaß dafür ein so seltener ist wie dieser!

Glücklicherweise hatten wir eine Übernachtungsmöglichkeit.
Vor dem Schlafen gab es noch Bespaßung "für's Kind".


Am nächsten Tag Bespaßung für die Erwachsenen!


Und ein Abschiedsspaziergang.


Gespannfahrer hatten dort auf dem Gelände gezeltet. Alljährlich treffen sie sich zum Ende Oktober aus weiten Teilen der Republik und fachsimpeln an dem Wochenende über ihre fahrbaren Untersätze. Ein teilweise ziemlich verschrobenes Völkchen. Und eine offenbar aussterbende Spezies, denn jung war von denen keiner mehr.








Dann folgten auf der Rückfahrt diverse Cachingpunkte. Wobei der eine ziemlich anrüchigen Charakter hatte und für diverse Lachflashes beim Zettfahrer und mir sorgte. Ich sage nur "Bitte Öffnungszeiten beachten!"
Auf was für Punkte die Leute kommen, der Oberhammer ! 


1.11.
Saisonbeginn für uns

Der arme Zettfahrer mußte am Sonntag leider arbeiten. Damit er nicht ganz so allein dastehen würde, klingelte mein Wecker auch um 6 Uhr, und ich stürzte mich so früh ich konnte auf die Reinigung des großen Meerschweingeheges.

Schlag 11 Uhr war ich dann aber unten in der Garage bei Ellie. Das Wetter war ein Traum. Und ich grinste mir in meinen Helm. Neverever Saisonkennzeichen. Am heutigen Tag trällerte ich diesen Song noch mehrfach!

Meine Fell-Einlegesohlen waren überflüssig. Aber gegen Abend sollte es kühl werden, und ich hatte nicht vor, früher als zum Dunkelwerden zuhause zu sein.


Seht ihr? Kein Strich-Kennzeichen!

 
Allerallerbestes Wetterchen und fast keine Motorräder mehr auf der Straße ... 
Was für ein Jammer, was für ein Elend ...






Während ich diesen Beginn der Fahrt genoß, wickelten sich ständig weiße klebrige Gespinste um mich, um das Motorrad und wurden vom Wind über die Felder verteilt. In diesen Fäden hingen kleine Spinnen, die so wohl auf Reisen waren. Altweibersommer kenne ich ja - das hier war aber etwas, was ich so zuvor noch nie gesehen hatte! Die Fäden waren teilweise meterlang und klebten überall dran.

Die Sonne wärmte und die Welt schimmerte in den herrlichsten Tönen. Meine Hausrunde kam mir noch nie so verzaubert vor.

In Seinstedt tankte ich. Einige Grüppchen von Motorradfahrern kamen mir entgegen - zur Asse hin ein Corso mit Transalp und Vollausstattung (Sozia, Koffersystem, farblich passende Kombis und Helme), und dann weiter zum Harz donnerte eine Gruppe Harleyfahrer. Auch sie: spinnenwebenverhangen, allesamt. Es sah teilweise so aus, als wären Mumien unterwegs, bei denen sich die Verbände langsam aufdröselten.
Krass.

Ich ließ mich treiben. Es war kaum Verkehr auf der Strecke, und so tuckerte ich mit gemütlichen 70 km/h durch die Landschaft.

In Osterwieck war das Benzin satte 25 Cent teurer. Das ist wohl der Feiertagszuschlag. In Sachsen-Anhalt ist der 31.10. Feiertag. Gleich danach, der 1.11. ist dann Allerheiligen, und Aral dachte sich wohl: zwei Fliegen mit einer Benzinklappe ...

Es ging an Osterwieck vorbei, Richtung Halberstadt. Kurz vor Zilly kehrte ich um, und bog in einen Agrarweg ein. Es war kein Schild vorhanden, welches mir die Weiterfahrt verbot (das kam erst am Ende des Wegs, aber hinten habe ich ja keine Augen und somit ...).
 















Dieser Halteplatz glänzte durch die völlige Abwesenheit von Geräuschen. Man hörte - nichts. Kein Motorlärm, kein Windgesäusel in den Bäumen, kein Vogelkrächzen. Absolut gar nix.

Staunend stand ich - voller Spinnenweben behangen - da und genoß dieses kleine Abenteuer. Ein Wirtschaftsweg, zugepflastert mit abgebrochenen Ästen der Pappeln, ab und an eine hochgepresste Bodenplatte - ich war hier im zweiten Gang ohne Gasgeben entlang gehopst. Lässig und locker, immer den Weg im Blick und doch voller Aufmerksamkeit für die Landschaft. Dieser Weg war nur ein schmaler grauer Strich auf meiner Motorradkarte. In natura war er aber ein echter Geheimtipp.

Das einzige Trübchen war, dass ich dem Zettfahrer nur Fotos schicken konnte. Er wäre zu gern dabei gewesen.


In Gedanken fährst du mit, Schätzeken :-)


Weiter ging es, das kleine Fahr-Abenteuer. Mittlerweile fuhr ich ohne Handschuhe, denn erstens war es warm genug in den Windpratzen, und zweitens war ich so fixer mit der Digicam. Fotomotive gab es genug, das Licht war der Traum eines jeden Outdoor-Fotografen!


Ein kleines Matsch-Stückchen wurde ohne Probleme von mir gemeistert
Ohne Heidenau-Reifen und ohne Enduro-Motorrad; ist möglich, wenn man aufpaßt, wie man lenkt und mit dem Angasen vorsichtig umgeht
 





Lenkerstulpen-Saison, ab 1.11. - war heute allerdings überdimensioniert gewesen - bei Außentemperaturen von bis zu 18°

In der Ferne sah ich drei Spaziergänger. Auch hier war ich wieder einmal froh über Ellies leisen Sound. Ihr Motorengeräusch störte die Ruhe kaum. Die drei gingen auch weiter, ohne sich nach uns umzudrehen. SO habe ich das gerne!
Ein Auto bog in den Weg ein. Ich hielt am Rand und ließ es passieren. Es bog direkt hinter mir ab. Die kleine Pause nutzte ich für den erneuten Fotostopp.



Idyllisches Wohnen
Schnell über die Schulter fotografierter Schnappschuß - ich wollte hier nicht länger als unbedingt nötig stehen, zumal das Auto ein "Hallo-wir-sind-da-komm-raus-Hupen" von sich gab und somit sicherlich wenige Augenblicke später die Einheimischen aus dem Haus purzeln würden ...


Was für ein traumhaftes Fotolicht - die Blätter leuchteten wie kleine Laternen!


Es gab jetzt auch wieder Anzeichen von Zivilisation ...







Fast wäre ich auf dem Radweg weitergefahren. Ich war so schön im Törn drin, kleine Fahrwege zu entern!

Weiter ging es Richtung Zilly. Ein Riesentraktor mit Anhängern dahinter war vor mir in die Straße eingebogen. Ich hielt Abstand und ließ die Dreckbombe am Horizont in einen Seitenweg verschwinden.
Freie und saubere Fahrt für mich.

Ich fuhr über Heudeber und Danstedt ins Schachdorf Ströbeck, ein Stück über kleine Sträßlein nach Mahndorf und dann ohne rechte Orientierung querfeldein. Wieder über Singeltracks. Als ich an Abzweigungen nicht mehr weiter wußte, befragte ich ein Radfahrpärchen, welches gerade am Äpfel ernten war. 
"Ja, Richtung Derenburg ist da, gucken Se mol - da wo der Schornstein is'. Da drauf zuhalten. Einfach durch die Feldmark wurschteln, det find'n Se schon!"

Ich bedankte mich artig und tuckerte weiter. Während die Frau mir den Weg beschrieben hatte, hatte der Mann Ellie beäugt. Einmal verzog er das Gesicht anerkennend - hach, trotz Spinnenweben sah Ellie wieder blitzend rot in der Sonne aus. Ich war höflich, bedankte mich vernünftig, und war auch noch leise abgefahren. Wieder etwas für das gute Bild getan.

Auf der Weiterfahrt begegnete mir eine Frau mit zwei Schäferhunden. Ich zog die Kupplung und rollte fast geräuschlos an ihr vorbei. Die Hunde hechelten, schauten einmal kurz zu mir und zeigten ansonsten keinerlei Agression.

So ganz legal war ich schließlich nicht unterwegs, und wenn ich mich nicht wie eine wilde Sau verhalte, würde das sicher keinen weiter stören.
Richtig gepokert.



Da vorne der kleine Strich - das ist der Turm der Glasbläserei von Derenburg
 


Ich fuhr am Ende des schönen stillen Weges auf die L82, auf der viele Reisende von Halberstadt aus in die Umgegend fuhren. In Derenburg lockte mich kurzzeitig das Hinweisschild "Indianermuseum - geöffnet".

Da das Wetter aber so perfekt war, hatte ich keine Lust, abzusteigen und in einem Gebäude herumzustapfen. Der Winter ist lang, das kann ich immer noch, wenn kein Fahrwetter ist.

In Heudeber gab es einen weiteren Fotostopp. Erst war ich dran vorbei gefahren, aber nach kurzer Überlegung kehrte ich am Ortsausgang um und nahm diese Gelegenheit noch mit.





Dann ging es nach Wasserleben zum Zettfahrer, der mittlerweile Feierabend hatte und dem es ebenfalls in der Gashand juckte.

Ich bekam ein leckeres verspätetes Mittagessen, und gegen 16 Uhr schwangen wir uns gemeinsam auf unsere Motorräder.

Die Sonne ging langsam zurück, es wurde kühler. Die Spinnenweben hatten sich auch verzogen, glänzten aber in der schrägstehenden Sonne noch über den Feldern. Teilweise sah es aus, als wären die frisch gepflügten Ackerfurchen mit Silber überzogen.

Wir fuhren eine ausgedehnte Heimroute, hielten mal hier, mal dort an für Fotos ... und wurden an diesem Tag auch noch romantisch beglückt.


Abendrot, welches in Natura noch viel viel schöner war - als würde der Himmel brennen!
 





Ellie
 

Jaybee im Abendrot
(die Zett war im Winterlager)


Kurz nach 18 Uhr trafen wir vor der Garage ein. Überall hingen Spinnenweben, und die Fliegenleichen verzierten uns auch reichlich.


Fazit:
Das war der schönste 1.11., den ich bislang erlebt hatte. Kaum Motorradrasende unterwegs, allerbestes Wetter, ein kleines Wegabenteuer, kaum nervende Dosenfahrer und insgesamt einfach ein toller Sonntag!
Das ich keine Streckenkarte poste, ist Absicht.

Im Schatten am Straßenrand waren die welken Blätter übrigens auch am Nachmittag noch nass und glitschig. Ich probierte das einmal aus, indem ich - zu Fuß! - Anlauf nahm und versuchsweise eine Schlitterpartie simmulierte.
Fast hätte ich mich langgemacht. Das Laub ist gefährlich.

Kleine Orientierung für Ortsfremde:

 


Stichwort Saisonkennzeichen/Kosten:

Pro Monat kostet mich Ellie etwas mehr wie 10,- Euronen. Selbst wenn der Januar und Februar winterig werden sollte, bringen mich diese geringen "nicht abgefahrenen" Beträge nicht um. Dafür ein Saisonkennzeichen? Nein. Da spare ich kaum dran. Würde ich in Schweden oder am Nordkap wohnen, würde ich anders darüber denken.
So aber ... bleibt es, wie es ist. Ohne Strich.

Ich bin ungefähr 13000 Kilometer bis jetzt gefahren. Ganz genau weiß ich das nicht, weil ich das obligatorische Tachofoto im Januar vergessen habe.
Kommt aber so ziemlich hin, die Schätzung.