Ellie und ich

Ellie und ich

Montag, 23. November 2015

20.11.2015 - Noch einmal kurz vor dem ersten Schnee

Freitag Mittag. Mit Argwohn hatte ich seit Tagen den Wetterbericht verfolgt. Angeblich sollte am Wochenende der Winter seine schneekalten Finger nach uns ausstrecken.

Tat er dann auch - aber davon später mehr ...

Ich hatte eine anstrengende Arbeitswoche hinter - und weitere bis Weihnachten noch vor mir. Ein wenig Überarbeitungsmüdigkeit hatte sich breitgemacht, und ich brauchte eine gute Aufmunterung. Sonst würde die 4 Wochen lange Durststrecke bis zum Urlaub nicht zu bewältigen sein.

Ich rammte meine Stempelkarte um viertel vor ein Uhr in den Wandschlitz, registrierte das PIIIEP mit Wohlwollen und fuhr auf Umwegen nach Hause. Meine Antwort auf die ermüdende tägliche Routine: ab und an andere Wege befahren. Hilft gut in der dunkleren Jahreszeit ...

Das Pflegekind Elena war heute gut drauf - sie wartete schon am Gitter darauf, dass ich sie rauslassen würde.
Diesmal fand sie kein Ende. Saß auf ihrem Outside-Fressparcour und futterte sich durch die Angebote, während ich in Motorradklamotten auf der Couch darauf wartete, dass sie fertig war.

Beispielfoto


Die Sonne kam durch und ich fing an zu schwitzen. Aber nein - Pflegeschwein geht vor. Gegen 14 Uhr war sie dann satt und wollte wieder ins Gehege gelassen werden.

Wie ein Blitz war ich aus der Wohnung und unten in der Garage.

Als ich dann mit Ellie vom Hof fuhr, atmete ich tief auf.

DAS hatte mir sehr gefehlt. Ich war sehr froh über meine Windstulpen. Ich hielt den Kopf hoch, aber trotzdem beschlug mir ständig die Brille durch die warme Atemluft. Visier auf, Visier zu - an jedem Halt nutzte ich die Lüftungsmöglichkeiten.
So ist das eben als Brillenträger im Herbst und Winter.

Während ich fuhr, tanzten meine Gedanken mit den letzten welken Blättern auf der Straße um die Wette. Es dauerte eine lange Zeit, bis ich den Zauber des Fahrens richtig genießen konnte. Mit Arbeit kann man sich wirklich das Leben versauen!

Ellies Tank war nur noch zu einem Drittel voll. Also hielt ich auf Semmenstedt zu. Dort gab es Sprit bis unter den Rand.

Grün und rot - Kawasaki's Farben :-)


Bis jetzt sah ich nicht einen anderen Motorradfahrer unterwegs. Und das änderte sich nicht, bis ich wieder zuhause ankam.

In der Tankstelle standen zwei kraftvolle Typen an einem Seitentisch. Auf dem Ärmel stand "Six Pack". Die Statur der beiden war eher griffig und knuddelig, aber ich wollte sie nicht auf das Mißverhältnis aufmerksam machen, zahlte und rödelte mich wieder auf Ellie. Ein Dreh am Gasgriff und ich rauschte wieder vom Hof.
Der Wind war recht frisch, das muß ich zugeben. 12 Grad waren irgendwo angezeigt, aber die Luft war schon deutlich kühler.

Ich drehte meine übliche Runde. Die Straßen waren teilweise sehr siffig und mit Bedauern sah ich später bei einer Rast in Seinstedt, dass die ganze Putzarbeit zum Teufel war. Egal - dafür war das zufriedene Gefühl wieder ins Gehirn eingezogen! 

Die Straßenmeisterei des Landkreises hatte sich schon auf den Winter eingestellt und Vorkehrungen getroffen.
An den Fahrbahn-Leitpfosten waren Schneestangen angebracht.
 


Über dem Harz liegen dicke Wolken - wir kriegen Wetter ...


Ellie vor einer so genannten Schnee-Stange; über Land werden diese Holzstangen überall dort an den Leitpfosten angebracht, wo der Wind ohne Hindernisse die Straßen mit Schneewehen bedecken kann. Diese Stangen sollen anzeigen, wo die Straße zuende ist.


Überall an den Feldrändern lagerten Tonnen von geernteten Zuckerrüben, aufgetürmt zu Bergen, bereit für den Abtransport. Einige Berge waren mit Plane abgedeckt und von Ferne sahen sie aus wie urzeitliche Unfallopfer, die vor Blicken geschützt werden sollten.



Allmählich wurde mir kalt. Die Sonne ging auch langsam unter. Also fuhr ich Richtung Wolfenbüttel und kehrte noch bei meinem Schrauber auf einen heißen Kaffee ein. Dort besprachen wir auch gleich, wann Ellie wieder zur Inspektion sollte. Sie bekam noch Luft auf die Reifen - ein halbes Bar vorne fehlte, aber das ist normal, sie hatte längere Zeit gestanden und ich war schluderig gewesen mit dem Nachfüllen.

Dann ging es gegen halb fünf Richtung zuhause. Es wird jetzt immer recht schnell dämmerig und ich wollte die Rückfahrt nicht gerne im Dunkeln haben.

Einige Gärtnereien hatten schon mit Weihnachtsgedöns-Dekoration angefangen. Tannengirlanden, überdimensionale Rentiere und Weihnachtsmann-Figuren - und da Totensonntag vor der Tür stand, jede Menge Grabgestecke in den Fensterauslagen. Wann genau ist eigentlich dieser Hype und die Panikmache "Hilfe - bald ist Weihnachten" angefangen? 



Bis ich zuhause ankam, begegnete mir nur ein Rollerfahrer. Kein anderer Motorradfahrer war unterwegs gewesen.
Stellenweise fuhren die Dosenterroristen, als hätten sie ihre Scheine im Lotto gewonnen.
Ellie rutschte mir nicht einmal weg. Ich hatte also dazu gelernt. Natürlich juckte es mich und ich wäre gerne mehr Schräglage gefahren. Da die Bodentemperaturen aber deutlich unter 10 Grad lagen, verkniff ich mir das aus Gründen der Sicherheit.
Ein Risiko eingehen, so kurz vor der Winterpause, das wäre zu blöd gewesen!

Also fuhr ich wie gewohnt die Ideallinie, nur halt etwas vorsichtiger.

Knapp 100 Kilometer waren wir unterwegs gewesen und nur die Dunkelheit bremste uns aus.

Am Sonntag kam dann der angekündigte Wintereinbruch. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde sogar schon gestreut. Diese Bekloppten ...

Naja, es soll Mitte der Woche 48 wieder wärmer werden. Dann ordentlich Regen und die Straßen sind wieder sauber. Und weitere Gelegenheiten warten auf uns!

Fazit:
Das Fahren ist immer noch und immer wieder Therapie gegen Frust jedweder Art!
Und Gelegenheiten werden noch kommen, bevor die Saison der anderen wieder beginnt.

3 Kommentare:

  1. Seehr gut! Das ist doch wirklich eine Wohltat für die Seele, wenn man so für sich zwischen Wäldern und Feldern dahinzieht und kein anderer ist zu sehen! Auch wenn es kalt sein mag, man hat ja was zum Anziehen!
    So was habe ich gestern auch gemacht, nachdem der blöde Dauerregen endlich weg war. War zwar echt kühl und zeitweise sehr schattig, aber sehr OK.
    Gestreut haben sie bei uns auch schon wie die doofen, die Reifen waren an der Tanke ganz weiß gewesen. Dafür sind mir aber drei Motorradfahrer begegnet, bis ich wieder zu Hause war.

    Die Linke zum Gruß!

    :)

    AntwortenLöschen
  2. Jepp - DU grüßt wenigstens!
    Wie bekommst Du Gesa salzfrei - mit Kärcher oder per Handwäsche? Salzfraß schaut hässlich aus auf den Armaturen unterwärts ...

    AntwortenLöschen
  3. Bitte die Mopeten nicht voll mit dem Kärcher ablecken. Ein normaler Gartenschlauch oder eine "Gießpistole" tut es völlig. Der Kärcher hat einfach zu viel Druck, welche das Wasser dann ordentlich in Steckverbindungen, Schalter und Lager presst... Salzfraß verhindert man am besten mit - gar nicht fahren...
    Es ist halt jetzt vorbei mit der schönen Zeit...*seufz*

    AntwortenLöschen

Danke für Deinen Kommentar. Er wird so schnell wie möglich von mir freigeschaltet, wenn er den Datenrichtlinien entspricht. Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Das war vor der neuen Datenschutzverordnung auch so, nur interessierte das sehr viele einfach nicht. Nun müssen wir Blogger euch aber davor warnen. Tue ich hiermit. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung -siehe: Impressum