Ellie und ich

Ellie und ich

Mittwoch, 20. März 2013

20. März - offizieller Frühlingsanfang

20.3.

Das Bild spricht für sich ...




Beim Draufklicken wird es besser lesbar - die miesen Werte verändern sich leider nicht.

Es ist doch zum Mäusemelken dieses Jahr, oder? 

Heute morgen krakeelten die Vögel bei uns im Garten herum - sie wissen, dass es Frühling ist. Einige Schneeglöckchen entdeckte ich auch schon (Fotos folgen, damit zumindest etwas vom Frühlingsanfang zu posten ist). An geschützten Stellen wächst sogar schon frischer Löwenzahn (gerade sehr wichtig, weil ich ein Patientenschweinchen habe).

Aber sonst?

Impressionen ...


Zaghafte Holunderbusch-Triebe; das einzige Grünzeug, was sich vermehrt raustraute


Vogelmiere


 
irgendein Ziergehölz-Buschtrieb; der Hintergrund einheitstrist


Die Natur steht also in den Startlöchern - den Allergikern graust es. Bei den ersten warmen Tagen werden sich die Pollenproduzenten geradezu explosionsartig ausbreiten. Aber wie wir auf dem ersten Temperaturbild sehen, hat sich's noch mit "warmen Tagen" ...



Immerhin geht es Tini-Krankschwein im Rentnerkäfig saugut. Sie schrotet das teure Heu und die Fenchelknollen weg wie nix, und Mama freut sich wie verrückt über jeden Halm, der in ihrem Maul verschwindet ...


Und zu guter Letzt noch das, was Sheepworld so perfekt darstellt:



 Und JA! Ich habe die Erlaubnis, das Bild hier zu posten :-p ... ätsch!



Nachtrag: 21. März 2013, 6 Uhr morgens ... der Winter gibt einfach nicht auf ...









Und es schneit und schneit ... Winterwonderland. Sieht schön aus ... und trotzdem ist in mir diese latente Agressivität bei jeder bemerkten Schneeflocke ...
 

16. März 2013 - Drachenfest bei Kawasaki

16.3.

Kawasaki in Braunschweig hatte eingeladen, und das wollte ich mir ansehen. Gegen Mittag fuhr ich hin, aber mit dem Auto. Obwohl die Temperaturen doch nicht so fies waren (immerhin um 6°C), waren mir die winterliche Anplünnerei und die rollsplitgeschwängerten Straßen ein Graus.

Ich hatte mich mit einem Kumpel vom Braunschweig-Stammtisch verabredet. Draußen vor der Halle war ein Grillstand aufgebaut, und was noch wichtiger war - eine Feuertonne. Einige verfrorene Gestalten standen schon mit kaltem Bier ( ... ) und heißer Bratwurst am qualmenden Ofen. Da ich noch nicht gefrühstückt hatte, bestellte ich mir auch so eine Bratwurst. Lecker war sie! Bratwurst mit Senf als Frühstück - huh, ich fühlte mich total bikercool ;-).






Einige tapfere Besucher ließen sich auf der Außenterrasse den eisigen Wind um die Nase wehen; aber immerhin kam die Sonne für einige Zeit hervor und gab dem Fest einen weiteren freundlichen Ausdruck!

Dann traf mein Kumpel ein, und wir gönnten uns in der warmen "Boxengasse" heißen Kaffee. Glühwein gab's auch, aber Alk so früh am Tag ... never.
Bratwurst, ok, aber Alk --- nö!








  Osterdekoration draußen - schöner Blickfang - die Bananenpflanze fror drinnen schon aus Solidarität zu den Gästen mit ... alles wartet sehnsüchtig auf den Frühling!



Das wächst nicht mehr - das muß so :-)



Nach dem kaffeemäßigen Aufwärmen ging es in die Verkaufs- und Präsentationshalle. Da ich am 14.3. schonmal hier war (der aufmerksame Leser weiß das - Stichwort after-work-herumlungern), wußte ich so ungefähr, was mir gefällt.



Das war neu - ein Renngespann zum Selberschrauben :-)


 Das Kind bekam einen grünen Luftballon - Kawasakigrün - rot gab es nicht, deshalb versteckte ich den Ballon später in der Wohnung, damit Ellie nicht traurig wird



 
Auf der entengelben Maschine mußte ich natürlich auch Probesitzen; bitte steinigt mich nicht wegen meiner warmen Strümpfe, ich weiß, dass die furchtbar aussehen, aber mir war so kalt an den Beinen; also achtet gefälligst auf die GELBE MASCHINE!



 Das Cockpit der gelben Gefahr; jungejunge, was für eine schlampige Lackierung :-(




 So Jungs - spätestens jetzt habt ihr den gruseligen Anblick meiner Wollstrümpfe vergessen, stimmt's? :-D
Tankpad an einer Choppermaschine




 Draußen stand diese schicke private Marauder herum. Fein gepflegt.




 Schickes Teil, echt ...


Ich traf noch drei Leute vom Wittmar-Stammtisch, wir flanierten wieder durch die Halle (ich da schon zum dritten Mal, aber es wurde trotzdem nicht langweilig, bekam ich doch jetzt weitere fachliche Schrauberhinweise über Vor- und Nachteile von bestimmten Maschinen). Ich saß einmal Probe auf einer Harley. Was für eine ... interessante ... Körperhaltung. Ich fühlte mich wie auf einem Stehklo. Als mein Bikerkumpel mir dann dezent das Preisschild vor die Nase hielt (sechsundzwanzigtausendirgendwas Euronen), wurde mir schwummerig und ich krallte mich in den Arm meines Kumpels: "Los - hilf mir hier mal runter - aber vooorsichtig!!!"

Ich bin definitiv kein Harleytyp. Genauso wie mein Schädel kein Schuberth-Schädel ist. Glück gehabt. Erspart mir eine Menge Geld!

Bescheiden wie ich bin, gönnte ich mir und Bikerkumpel dann noch zwei Kaffee. Großzügig gab ich "die Runde" aus.
Ich zählte etwa ein Dutzend mit dem Motorrad angereisten Gäste. Einen davon kannten wir auch aus der Bikerszene und von dem Treffen in Garbsen. Er kam mit seiner Enduro. Gegen 17 Uhr verabschiedeten wir uns voneinander, und ich fuhr zufrieden nach Hause.


Zuhause kam dann eine Meerschweinproblematik - aber das gehört hier nicht hin. Nur soviel - Tini Krankschwein geht es wieder besser, sie ist jetzt mit ihrer besten Kumpeline Julchen im Rentnerkäfig und genießt ihr Altwerden. Die restliche Truppe randaliert nun nur noch zu fünft im Cavie-Hilton.
Dank auch an meine Tierärztin, die ich Sonntag morgen um halb sieben aus dem Bett klingelte. Bei "Gefahr im Verzug" gibt es keine Rücksicht. Trotzdem und gerade deshalb ganz herzlichen Dank für den lebensrettenden Einsatz, Sonja!!!

 Kranktini und ihre Freundin Julchen beim Mama-Verwöhn-Programm ...

Freitag, 15. März 2013

14. März 2013 - After-Work-Herumlungern

14.3.

Da es leider immer noch SO aussieht bei uns ...



... oder SO ....



... und ich auch HIERZU nicht jeden Tag Lust habe ...




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Huch - was macht das Bild denn hier? Das kam doch erst am Abend! Chorprobe, 18 Uhr! Und dazu habe ich zu 99% immer Lust !!! Na gut, lass ich es hier mal drin verewigt .... Chorsingen zu erwähnen gibt dem Blog einen seriösen Anstrich, muahaharrr ...



Also nochmal zurück zum Thema - weil ich zu meiner Standardablenkung - SPORT - nicht jeden Tag Lust habe ... dachte ich mir für meine Stimmungsaufhellung heute etwas anderes aus, wo ich nach meinem Büro-Feierabend mal herumlungern könnte.


Nämlich HIER!


Also dieses Froschgrün des Bademantels harmoniert doch GRANDIOS mit der entengelben Lakierung, findet ihr nicht???


Und hier ...


 Die perfekte Sitzbank für Breitärsche mich, wenn der Winter noch länger so weitergeht und die Schokolade mein Trostmittel wird ...


Die guckt so traurig - findet ihr nicht??? So gucken auch die Hunde im Tierheim, in ihren Käfigen, hinter Gittern ...


 Breitarschsitzbank Bequeme Sitzgelegenheit-Chopper ...


 Breite Ablageflächen auch für Menschen mit großen Füßen; oder einem großen Ego ... ganz bestimmt aber mit einem großen Hintern!

 
Ein absolutes MUSS für die Adam's meiner Leserschaft!



 Auf dem Maschinchen hatte ich Probegesessen; die Feuerzeichen-Lakierung hatte mich magisch angezogen; leider klebte meine rechte Wade ungesund am Doppelrohr des Auspuffs und ich stelle mir so etwas extrem uncool vor, wenn der Auspuff heiß gefahren ist ... aber die Lakierung sieht trotzdem affengeil aus !


Orange ist eine gute Farbe gegen Depressionen, und man sieht es nicht so häufig ...



Alle diese kunstvollen Schönheiten sind käuflich zu erwerben. Ich schaute in mein Portemonnaie (korrekte Schreibweise: Google sei Dank). Nach einer andächtigen Schweigeminute klappte ich es wieder zu. Es wird Zeit, dass ich reich heirate/Lotto spiele/Verwandte in den USA beerbe anfange, wie jede normale Frau nach Feierabend einfach nur Schuhe zu kaufen ...

Und nachdem die Dame von Welt sich in der "Kunsthalle" so anregend unterhalten hatte, belohnte sie sich mit einem köstlichen Mahl in einer exquisiten Lokalität:






Hier zu sehen: andere After-Work-Herumlungerer ... die Mädchen wahlweise mit oder ohne (leider viel zuviele MIT) Kopfsocke, auch "Beanie" genannt; sieht aus wie der gehäkelte Kaffeewärmer meiner Großmutter, oder wie ein Abbild der Mode der Sieben-Zwerge; auf jeden Fall eine furchtbare Geschmacksverirrung im Punkt "gutes Aussehen" ...


Fazit:

So allmählich geht mir meine positive Energie aus; ich entdecke sarkastische Tendenzen. Der mir wohlgesonnene Blogleser möge es mir verzeihen.
Der kleine Ausflug war aber ein Erfolg gewesen. Ich war abgelenkt, und mein Junkfood-Hunger ist erstmal eingedämmt. Und Samstag/Sonntag ist dort in der "Kunsthalle" Drachenfest. Mit Bratwurst, und Glühwein - und Moppeds gucken: Moppeds draußen, Gäste drinnen. Weitere Ablenkung :-)!
Diskrete Beweis-Fotos folgen sicher ;-)!

Memo an mich: die sarkastischen Bemerkungen über die Sitzbänke sind etwas übertrieben dargelegt. Hoffentlich gibt es keine Beweisfotos davon, wie saubequem ich diese breiten Sessel beim illegalen (?) Round-about-Probesitzen fand ... hüstel ...

Montag, 11. März 2013

11. März 2013 - der Winter ist zurück

11.3.

Seufz ... das heißt dann wohl erst einmal pausieren ... und die Prognosen sagen, so geht das noch zwei Wochen weiter ...





Winter spielte sich für mich bislang in den Monaten Dezember und Januar ab. Im März rechne ich mit Märzenbechern, Winterlingen und Krokussen, Tulpen, grünen Knospen an den Bäumen und Wärme.

Nun denn - ausharren. Tapfer sein! 








Morgens 6 Uhr in Deutschland; und es schneit immer noch ...

Donnerstag, 7. März 2013

6. März 2013 - Erneuter Versuch, und es lief

6.3.2013

Das Wetter war immer noch wunderbar und frühlingshaft, die Temperaturen mittlerweile auf 14° angestiegen. So hielt mich am Nachmittag nichts mehr. Obwohl ich müde und genervt von der Arbeit kam, wollte ich zumindest eine kurze Hausrunde drehen.

Diesesmal war ich so schlau, und nahm meine zweite Sonnenbrille mit. Eigentlich ist die zu dunkel getönt, und war auch nur ganz schwer unter die Sturmmaske zu friemeln. Aber als ich dann Richtung Sonne fuhr, war ich doch froh, sie aufgesetzt zu haben!

Das Fahren lief heute viel besser, obwohl ich doch müde und genervt gewesen war ... ich fuhr wieder Richtung Hornburg, weil ich einen Fotoauftrag hatte ;-) ...


 Für die Uwe`s in meiner Leserschaft ;-)


Gesehen auf der Straße nach Neindorf, von Wolfenbüttel aus, L620. Das war mir schon im letzten Jahr aufgefallen, und ich wollte meinem Fahrlehrer dieses Foto nicht vorenthalten ;-).

Ich bog kurz vor Hornburg links ab und fuhr auf meinen Lieblingsplatz, der Anhöhe bei Seinstedt. Ellie gekonnt geparkt - ja, das geht mittlerweile klasse - Helm ab, kleine Mädchenpause inne Büsche ... und dann Rundumblick und Feierabendchillen.


Stille - Weite - Abendlicht ... hier in die Landschaft zu gucken, das Mopped neben sich - allerbeste Feierabendentspannung für mich!




Einfach mal zugucken, wie sich ein Windrad dreht ... runterkommen vom Alltagsgenerve ... Entschleunigung der Gedanken ...





Strahlekeks-Gesicht zum Feierabend


Heute lief auch die Rückfahrt - über Groß Biewenden zurück nach Wolfenbüttel über die Dörfer Ohrum und Halchter bis zu Fritz Moto, meinem und Ellie's Haus- und Hofschrauber - gut.
Bei Fritz war ich einfach nur angehalten, um Hallo zu sagen. Es standen einige Moppedfreunde mit ihren Partnern dort, und ich blieb dann doch noch etwas länger. Zu faul, den Helm abzunehmen, in voller Moppedmontur, quasselte ich mich fest. Ich wollte ja eigentlich nur "ganz kurz" ...
Unhöflich, das mit dem Helm - aber bis ich diese Sturmhaube wieder zurechtgezuppelt habe, das dauert ...

Beim Abfahren war ich wie immer etwas nervös - bezüglich absaufen lassen oder doofe Fehler machen vor den Augen der Kunden von Fritz - aber alles lief bestens. 
Der Weg zurück war schon im Dämmerlicht, und als ich um 18.30 Uhr zuhause ankam, war es fast dunkel.

Fazit: heute war ein guter Feierabend-Tripp gewesen. Obwohl ich bei Antritt der Fahrt mit so etwas positivem nicht gerechnet hatte! Kilometermäßig nicht viel, ca. 50 km, aber wieder etwas neues gelernt, und er-fahren, im wahrsten Sinne des Wortes!

Und als ich dann im Nachhinein erfuhr, dass Ellie wieder einmal, als sie dort bei Fritz vor der Garage stand, von einem Kunden als "neu" eingestuft wurde, freute ich mich noch einmal :-).

Vielleicht würde ich anders mit einem Motorrad umgehen, welches vollverkleidet ist. Wo man nicht soviel sehen kann, außer Verkleidung. 
Aber mein Herz schlägt nun einmal für die alten Schätzekens. Für die Maschinen, die nackt daher kommen. Die, wo man noch sehen kann: es sind Motorräder. Die "unmodern gewordenen" - weil sie Macken haben, weniger Komfort. An der Leistung kann es nicht liegen - es gibt ganz viele Oldtimer, die brezeln einem die Falten aus dem Gesicht, wenn man sie losbrausen läßt! 
Diese "alten nackten" Maschinen faszinieren mich einfach. Und sind, wenn man sie herzeigen möchte, putzaufwendig. Pflegeintensiver.
Das ganze Drumherum ist eine eigene Philosophie - die Leidenschaft für das Motorradfahren ansich. Die Vorliebe für eine bestimmte Gruppierung von Maschinen. 

Also ICH habe ein grandioses Gefühl von "happyness", wenn ich bei einer Tourenpause im Gras vor meiner Maschine sitze, und sie blinkt und blitzt da in der Sonne vor sich hin. 

Eigentlich steht da nur Blech, Chrom, Farbe und Schmiermittel auf dem Parkplatz herum. Andererseits ... seitdem ich mich an das Hobby herangetraut habe, stelle ich immer wieder und immer wieder neu fest, das diese Faszination MICH gesucht hat. Nicht ich SIE.

So definiere ich den Begriff "Schicksal" ... mir geht es nicht ums Herumrasen. Oder Angeben. Oder profilieren wollen. Von wegen "mein Haus, mein Auto, mein Motorrad - schaut her, wie cool ich bin - ich krieg zwar sonst mein Leben absolut nicht auf' Reihe, aber ich fahre Motorrad ...".
Nein danke!
So nicht ...

2013 - immer schneller, immer besser, immer neuer, immer weiter ... so tickt doch die Welt momentan! Wer nicht mitkommt, hat Pech gehabt. Wird abgeschrieben.

Diesem Sog entziehe ich mich bewußt, wenn ich mich auf Ellie setze. Ich lege im Kopf einen Schalter um, wenn ich den Helm aufsetze. Wenn ich den Zündschlüssel umdrehe. Ab dem Moment hat Hektik oder Streß in meinem Handeln nichts, absolut gar nichts mehr zu suchen! Das muß ich mir vor jeder Fahrt neu und ganz deutlich klar machen.
Leider muß ich mir das klarmachen ...

Warum leider? Nun, weil auf den Straßen (zumindest in Deutschland) eben KEINE Gemütlichkeit mehr regiert. Weil am Steuer telefoniert wird. Vorfahrt mißachtet. Gedrängelt wird. Wildwest-Alüren all überall. Auch in der eigenen Riege - Motorradfahrer sind keine Heiligen, beileibe nicht.

Das alles ist der Grund, warum ich am liebsten ganz früh morgens auf Strecken unterwegs bin, die von anderen meist gemieden werden: keine Kurven, keine High-Lights, viel zuviele Geschwindigkeitsbeschränkungen etc.
Hätte ich etwas zu bestimmen, dann dieses: jeder Autofahrer wird verpflichtet, ein bis drei Fahrstunden auf dem Motorrad zu absolvieren. Damit er mal ein Gefühl dafür bekommt, was Zweiräder sind. Was die Fahrer von Motorrädern plagt.

Es gibt einen schönen Spruch bei den Native's: "Wenn du wissen willst, wie es deinem Nachbarn geht, dann wandere ein Stück des Weges in SEINEN Mokkassins".
Soll heißen: erst, wenn man selber mal in der Situation steckt, bekommt man ein Gespür.

Nun denn ... träumen darf ich ja mal, gelle? :-)

5. März 2013 - Umlandtour im Vorfrühling; hart an der Grenze der eigenen Kraft

5.3.2013

Endlich Sonne. Endlich wärmere Temperaturen. Die Wetterfrösche unkten allerdings, dass es am Wochenende bereits wieder winterlich werden sollte. Also hockte ich mich gleich nach Feierabend auf Ellie, und fuhr eine große Runde. Erst zur Tanke nach Braunschweig, Ellies Tanknadel war gefährlich im roten Bereich. Der Stadtverkehr war sehr wuselig, und ich kam damit mental nicht so gut klar. Na, das konnte ja noch was werden ...

Eigentlich wollte ich bis Vienenburg fahren. Mal gucken, ob die Eisdiele schon geöffnet hatte.

Die Sonne stand tief, und war sehr hell. Das erinnerte mich daran, dass ich schon lange eine Motorradsonnenbrille kaufen wollte. Da ich aber eine in meiner Brillenstärke brauche, ist das nicht so einfach wie "von der Stange" zu kaufen. Die Brille, die ich im Auto habe, paßt nicht unter das Helmpolster. Die Bügel drücken nach wenigen Kilometern so heftig an den Kopf, dass ich davon Kopfschmerzen bekomme.

Mein Helm hat nämlich leiderleider keine herunterklappbare Sonnenblende. X-Lite X-701 - Sondermodell ... Blöd, lieber Hersteller. Ich hätte gerne noch 50,- Euro draufgepackt und eine gehabt! Nachrüsten läßt dieses Modell sich leider auch nicht.

So fuhr ich also stellenweise halbblind und mir liefen die Tränen herunter durch die Helligkeit. Das Fahren selber war ruckelig und unrund - was aber nicht an Ellie lag. Ich war einfach nicht gut drauf heute.

Obwohl 12° angesagt waren, war ich nach einer Stunde etwas ausgepowert. Meinen Plan, bis Vienenburg zu fahren, hielt ich nicht durch. 7 km vor Vienenburg, außerhalb der Ortschaft Stötterlingen, fuhr ich rechts ran, und machte eine Pause - bevor ich dann wieder zurück fuhr.

Ellie blickt zum Brocken; der sich aber verschämt im Abenddunst versteckte. Und noch ganz viel Schnee an den Hängen hatte!


Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus ;-). Heike-Langbein in der Abendsonne


 Ellie in voller Schönheit - so schön, dass ein Kollegen erstaunt fragte, als er das Foto sah: "Warum glänzt die denn so toll?"
 Tja, gute Pflege, Herr Doktor!


Nachdem ich mich gereckt, gestreckt und etwas entfaltet hatte durch sinnloses Herumlaufen, den Brocken anstarren und in-der-Gegend-herumfotografieren, ging es wieder über die Dörfer zurück nach Hornburg. 
Die Sonne war schon fast untergegangen, und es war zu merken, dass es noch kein echter Frühling war. Mir war schweinemäßig kalt. 
Durch Heiningen durch, und um die Asse herum ging der Rückweg. Durch den Asse-Höhenzug traute ich mich nicht. Wer weiß, wie glitschig da die Straßen waren ...

Kurz vor Groß Vahlberg war ein Traktor am beackern des Feldes. Seine Stollenreifen hatten meine Fahrbahn so mit Lehmerde verschmutzt, dass ich auf die Gegenfahrbahn ausweichen mußte. Zum Glück war um die Uhrzeit kein Fahrzeug unterwegs. So holperte ich also total verkrampft über das Kopfsteinpflaster in Groß Vahlberg, und machte innerlich drei Kreuze, als ich den Ort hinter mir ließ. Kopfsteinpflaster ist immer ein Risiko, und nasses oder mit Lehmerde verschmiertes hätte mich dazu gezwungen, im Schritttempo auf dem nicht vorhandenen Fußgängerstreifen weiterzuhoppeln ... So gerne ich da längs fahre (die Aussicht oberhalb von Klein Vahlberg ist grandioses Kopfkino!!!) - diese Ortsdurchfahrt ist nichts für unsichere Fahrer ...

Auf einem kleinen Halteplatz gegenüber der Asse hielt ich an und zog mir unter die Kuhfußhandschuhe die Seidenhandschuhe an. Trotzdem waren die Heizgriffe für mich jetzt dringend nötig ...

 Ellie vor der Asse
Verfrorene Papparazza - und es sind noch etliche Kilometer bis nach Hause ...


Endlich war ich in Gilzum angekommen. Meine geliebte Hausstrecke bereitete mir heute echte Probleme. Ich war so innerlich kalt, dass meine Gashand total verkrampft ein ungesundes Eigenleben führte. Ellie bockte und hopste, sobald wir über holperige Straßen fuhren. Dieses Phänomen kannte ich noch aus der Fahrschule - aber was sollte ich tun? Ich mußte ja nach Hause.

Die letzten Kilometer zogen sich wie Kaugummi, während ich zähneklappernd auf dem Motorrad hing und hoffte, dass ich gesund zuhause ankommen würde.

Als ich dann vor der Garage abstieg und den Helm abnahm, fühlte sich die Luft gar nicht kalt an! Offenbar war ich unterzuckert gewesen, oder hatte sonstwelche Frauenproblemchen gehabt.

16 Uhr losgefahren, 18.30 Uhr wieder zuhause gewesen. Gerademal 100 km geschafft.

Fazit: Es gibt Tage, da sollte man besser Walking machen, anstatt sich aufs Motorrad zu setzen. Das blöde an solchen Erkenntnissen - man weiß das immer erst hinterher :-).
Wie gut, dass ich auf mein Bauchgefühl gehört hatte, und nicht bis Vienenburg weitergefahren bin. Ich vermute, der Rückweg wäre sehr ungesund geworden für meinen Fahrstil.

Was mir im Auto nichts ausmacht, hat auf dem Motorrad seine eigenen Gesetze. Das oberste Prinzip: Wie gut geht es mir - kann ich noch weitermachen - und wenn ich weitermache, muß ich daran denken, dass ich noch einen Rückfahrweg zu bewältigen habe!

Ich war an der Grenze meiner Kräfte längs geschrabbelt. Das Schwierige an solchen Weisheiten ist, genau auf der Hälfte zu erkennen (und dann hochzurechnen), wann es genug ist. Denn den Rückweg zu unterschätzen, kann böse enden ... 


 Hinweg
Durch Draufklicken wird die Tour größer angezeigt


 Rückweg
Klick mich ... dann wird der Weg deutlicher ...