Ellie und ich

Ellie und ich

Sonntag, 22. Dezember 2013

22.12.2013 - Fröhliche Festtage für meine Leser

22.12.

Das Wetter war prima, Wärme bei 8° und trockene Straßen. So fuhr ich morgens warm eingepackt zum Adventsgottesdienst.




Gemütliche Wärme, Käffchen und Mohnstrudel beim Kirchkaffee - Wohlfühlen für Körper und Seele :-)


Und danach bei Sonne dann ins Umland - die Straßen waren zwar trocken, aber das Salz staubte dann doch an Ellies Korpus.

Nach 150 Kilometern machte ich dann in Sickte bei der Gärtnerei das versprochene Foto :-)


 
Mit diesem Bild wünsche ich Euch alles Liebe und eine friedliche Weihnachtszeit. Schön, das es Euch gibt :-)




Fazit der Tour:
Das Salz puderte den Korpus von Ellie. Ich putzte am Nachmittag akribisch mit Feuchttüchern, damit da keine bleibenden Schäden den Winter über entstehen.

Die Tour hat gut getan - und ich hatte mir den Wunsch vom letzten Jahr erfüllt - Fahren um Weihnachten herum :-)

Herzlichen Dank an Sonja M. für ihr letztes Posting - ich habe jetzt auch eine 365+ Thermoboy Unterhose - und gleich heute ausprobiert! Fazit: warm! Ich war 3 Stunden unterwegs, und mir war nicht kalt.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

17.12.2013 - Eine fast weihnachtliche Gelegenheit

17.12.

Wetter perfekt - 9° und trockene Straßen. Ich nutzte die Gelegenheit und verwandelte mich gegen Mittag in eine Michelinfrau. Ellie hatte leichte Starterschwierigkeiten (vor 6 Wochen das letzte Mal bewegt worden), aber nach dreimaligem Versuch blubberte sie dann doch los. Im Januar werde ich die Batterie mal ausbauen und an den Pro-Charger anschließen. Die braucht mal Wiederbelebung, denke ich!

Und ab ging es zur Tankstelle, vor der Tour Luftdruck prüfen. Ich hatte das letzte Mal vor 2 Monaten geprüft, also war das mal wieder dran!
Bei der Abzweigung auf die Auffahrt zur Tankstelle konnte ich mich erneut über den Fahrstil von Autofahrern weit jenseits der 80 Jahre ereifern ... *hört nix, sieht nix, kriegt nix mit* ... blieb mitten vor der Auffahrt stehen und machte den Motor aus!??
Da half nur das energische Hupe betätigen, bevor Schlimmeres auf mich zukam. Der Asbach-Oldie kapierte dann auch nach dreimaligem Anhupen, dass er da nicht stehen bleiben sollte ...

Wieder einmal war klar: die anderen wollen mich alle töten ...

Vorne 0,4 Bar verloren, hinten 0,2. Das Aufstecken des Luftschlauches war wie immer fummelig und die schwarze Schutzabdeckkappe rollte ebenfalls wieder einmal heimtückisch überall hin. Hat sich also diesbezüglich nix verändert. Ich glaube, ich male mir die mit rotem Nagellack an! Wegen der besseren Sichtbarkeit ...

Aufgepustet (Ellie) und freudig erregt (ich) ging es dann auf kleine Hausrunde.

Ich war knapp 6 Wochen nicht gefahren. Funktionsunterwäsche, Wollunterwäsche, Filzeinlegesohlen in den Stiefeln, Sturmhaube, Winterhandschuhe - alles fühlte sich gewohnt ungewohnt an. Das Gefühl "Einheit mit der Maschine" mußte sich erst wieder einstellen.

Befremdlich ebenfalls das Umfeld: überall hingen diese gruseligen Weihnachtsmannfiguren an Hauswänden, oder standen überdimensionierte Aufblasfiguren vor Geschäften herum. Kurz vor Weihnachten Motorrad fahren - DAS war neu für mich. Letztes Jahr wurde ich ja durch das Saisonkennzeichen zur Pause gezwungen.

In den kleinen ländlichen Ortschaften war um die Mittagszeit meist Rentnerverkehr: zu Aldi, zu Bäckerei Ziebart, zu den Gärtnereien, zu den Weihnachtsbaum-Verkaufskäfigen. Dreifache Vorsicht half mir da ohne Schaden hindurch. Wer Sickte kennt, weiß um die Gefahren ...

Erleichterung bei mir, als ich dann in das einsame Umfeld abbog. Feldrunde, Richtung Asse. Die Sonne kam von vorne, blendete aber nicht. Das Licht war anders, weicher. Die Landschaft überwiegend kahl und fast ohne Farben (monochrom). Meine Leuchtweste sicherlich meilenweit zu erkennen.

Ich genoß diese Wintertour mit jedem Kilometer mehr. Der Kopf wurde endlich frei, und das Einssein mit der Natur, der Maschine und die Freude an diesem genialen Hobby kam mit Kraft hervor. Hurra, ich fahre wieder !

Unten am Visierrand bildete sich Kondenswasser vom Atmen, aber noch waren Hände und Füße warm genug. Die übliche Aufwärm- und Relaxpause in Seinstedt ... kurz unterbrochene Stille von einem Rollerfahrer, der beim Zurückschauen auf mich fast in den Graben fuhr. Sicher wollte er nur gucken, ob bei mir alles in Ordnung ist ... denn außer mir war da niemand auf zwei Rädern unterwegs gewesen ... Motorradfahren im Dezember hat was ganz eigenes!




Allein, allein ... und doch nicht allein - Ellie, ich und irgendwo dahinten ein Rollerfahrer



Grandiose Wolkenbilder



Farbtupfer in eintöniger Landschaft


Meinen ursprünglichen Plan, bis kurz vor den Harz zu fahren, verwarf ich wieder. Es war schon halb zwei durch, und allmählich kühlte ich doch aus. So bog ich kurz vor Hornburg wieder Richtung Wolfenbüttel ab. Die Sonne strahlte, und ich strahlte mit!

Es folgte ein weiterer Rundumguck ins Land.



Oh Tannebaum - oh Tannebaum - mit Ellie :-)


 Und hier, etliche Luftkilometer vom Harz entfernt, ein genialer Blick quer über das Land auf den "Großen" ...



We proudly present - der Brocken; von ganz weit weg



 Und weil er so schön aussah, gleich noch einmal ...



Ziemlich ganz weit weg, was?


Jetzt brauchte ich dringend Wärme von innen, und so fuhr ich nach Wolfenbüttel, zu Fritz. Da kam noch ein Bekannter von ihm dazu, und so kam ich nicht nur zu Kaffee und freundlicher Gesellschaft, sondern auch noch zu einem Mettbrötchen! Danke, Carsten :-)!
Kaffee und Nahrung - sehr wichtig bei Wintertouren. Wer selber Motorrad fährt, weiß das ...

Und weil ich jetzt wieder mit neuen Lebensgeistern erfüllt war, fuhr ich noch über die Stadtautobahn nach Braunschweig zu POLO. Die Auffahrt Klein Schöppenstedt-Sickte mochte ich nie so besonders, heute wollte ich mich aber nicht drücken. Diese so genannte Hundekurve ist mit dem Auto schon nicht ohne.
Alles lief gut, und auf der A39 sauste ich dann mit 115 km/h, tränenden Augen und Laufnase bis zur Abfahrt in die Südstadt.
Im Sommer finde ich das Lüftchen, was trotz geschlossenem Visier unter den Helm geht, ja ganz angenehm - im Winter ist das eher lästig ...

Das gewohnte Verkehrschaos der Innenstadt und bei der Auffahrt zu POLO irritierte mich nur kurz, dann fuhr ich verkehrswidrig einfach ein Stück weiter und bog verkehrt herum in die Einfahrt ein.
Diese Zufahrt ist die Pest - geht über eine Tank- und Waschstelle, und die ist meistens brechend überfüllt, die Autos stehen auf dem Abbieger (gerade mal für 3 PKW Platz) und kommen nicht zu Potte ...

Bei POLO fuhr grad ein Chopper vom Hof - hurra, endlich mal EINER gesichtet, der auch auf zwei Rädern unterwegs blubbert !

Im Laden gab es Wärme, und wieder einen großen Becher Kaffee. Der andere Becher, bei Fritz getrunken, war schon durch die Nieren durch, und ich verbrachte die üblichen gefühlten Stunden mit dem Klogang.
Bis man sich da wieder vernünftig in die vier Lagen Funktionswäsche geplünnt hat ...

Kurz vor dem Dunkelwerden um halb fünf war ich wieder zuhause angekommen. Diese kleine Tour von knapp 120 Kilometern war mein Weihnachtsgeschenk an mich selber :-). 


Fazit:
Schön war es. Und ein wenig exotisch fühlte sich das an, so ganz allein auf zwei Rädern zwischen den ganzen Blechdosen. Sollte sich in meinem Weihnachtsurlaub die Gelegenheit ergeben, werde ich es wiederholen.
Ich möchte noch so gerne ein Foto für den Blog - Ellie vor einer überdimensionalen Weihnachtsmann-Figur ;-)

Montag, 2. Dezember 2013

1. Advent

1.12.

Obwohl der Wetterbericht bestes verhieß, hielt sich das Wetter nicht daran. Es fror zwar nicht mehr, und die 5° waren auch angenehm - aber es war Sprühregen und somit wieder einmal kein Moppedfahrwetter.
Die Straßen sind glitschig, die Reifen werden nicht warm und haften somit nur bedingt am Asphalt. Jetzt habe ich kein Jahreskennzeichen mehr, und nun ist das Wetter "gegen mich".

Aber die Vernunft hatte gesiegt - ich fuhr nicht. Auch wenn es sehr gejuckt hatte ...

So folgte ein Ausflug  - mit dem Auto in den Harz. Die Sonne kam stückweise heraus, und für knapp 15 Minuten waren die Temperaturen perfekt geeignet ... Straße leider immer noch nass, und die hochgeschleuderte Feuchtigkeit machte einen hässlichen Schmoddernebel auf die Windschutzscheibe.

Gut, dass Ellie trocken in der Garage steht.

Die Grane-Talsperre bei Goslar ist nicht so bekannt wie ihre Schwestern Rappbode-, Oker- und Innerste-Talsperre.

Beschreibung
Die Granetalsperre ist mit Baujahr 1969 die jüngste der Harztalsperren und wurde im Granetal errichtet. Der Staudamm ist ein Erddamm mit Asphaltbeton-Außendichtung. Da der Fluss Grane selbst zu wenig Wasser für den 3 km langen See führte, wurde ein ca. 7,4 km langer Stollen zur Oker unterhalb der Okertalsperre angelegt. Dieser nimmt unterwegs auch Wasser aus der Gose auf. Ein weiterer 4,8 km langer Stollen führt von der Radau aus zur Großen Romke und somit auch in den Oker-Grane-Stollen. Ebenfalls besteht eine 4,6 km lange unterirdische Verbindung zur Innerstetalsperre. Betreiber der Granetalsperre wie auch der dazugehörigen Überleitungssysteme und Wasserwerke sind die Harzwasserwerke.
Der Stausee dient der Trinkwasserversorgung, dem Hochwasserschutz, der Wasserregulierung und der Stromerzeugung. Das Wasserkraftwerk hat eine Leistung von 180 kW. Das Wasserwerk für die Trinkwasserversorgung liegt erhöht am nördlichen Hang. Das Wasser aus der Talsperre wird in ein Ausgleichs-Speicherbecken von 60.000 m³ Speicherraum hochgepumpt, von wo es zum Wasserwerk fließt. Die Granetalsperre hat einen mittleren Jahresabfluss von 55 Mio. m³.
Da der Stausee der Trinkwassergewinnung dient, ist Wassersport wie Segeln oder Surfen, auf ihm verboten. Auch der Autoverkehr wird von ihm ferngehalten. Um den See wurde ein Weg für die Unterhaltung des Sees angelegt, der Wanderern und Radfahrern zur Nutzung offen steht und eine Länge von etwa 17 km hat.
(Quelle: Wikipedia)

 
Das Wetter tat ein übriges, dass ich dort so ziemlich allein herumlief.

Am Anfang der Sperre, bei der Staumauer, war das Betreten strengstens untersagt. Weiter hinten ebenfalls - aber ich hatte ja nicht vor, das Wasser zu verunreinigen, und gegen Fotos konnte Onkel Parkranger ja wohl nix sagen!

Lustig - es kamen einige Mountainbiker auf der asphaltierten Rundwanderstraße entlang. Die Rückenpartie dreckverkrustet.
Naturschutzgebiet beinhaltet also die Erlaubnis, sich im Gelände wie eine Wildsau im Dreck zu tummeln? Interessant ...

Insofern hatte ich ein reines Gewissen, als ich da durch ein kurzes Waldstück ans Wasser stiefelte!


Auf der Suche nach Schätzen; Kleidung tarnfarblich angepaßt


Eine Landschaft voller Melancholie, Einsamkeit und fast ohne Farben. Abgeholzte Bäume, deren Stümpfe wie stumme Zeitzeugen aus den Schieferstrecken herausschauten. Stellenweise ragten Schieferplatten wie auf dem Reißbrett gezeichnet aus dem Boden. Schnittstellen verrieten, dass hier Schiefer "geerntet" worden war.

Hier einige geologische Informationen: KLICK

Das Bergmassiv um die Granetalsperre ist geprägt vom Wissenbacher Schiefer, der im Nordharz in verschiedenen Bergwerken abgebaut wurde. Der Schiefer ist unterbrochen von mehreren tiefliegenden Schichten von Diabas. An der Südspitze der Granetalsperre liegt ein Gebiet mit dunkelgrauen Tonschiefern mit Kalkknollen aus dem Oberdevon. Ein schöner Aufschluss ist die Margarethenklippe oberhalb und südlich der Seespitze im Granetal.

Der Untergrund der Talsperre ist ab einer Tiefe von 30-50m nahezu vollständig wasserdicht. Das war eine wesentliche Voraussetzung für die Anlage der Talsperre. (...)...


(Wissenbacher) Schiefer
Schiefer - vom althochdeutschen scivaro (Holz-, Steinsplitter) - ist ein Sammelbegriff für metamorphe Gesteine und tektonisch deformierte Sedimentgesteine, deren gemeinsames Merkmal die ausgezeichnete Spaltbarkeit entlang paralleler Flächen ist.
Petrographisch handelt es sich beim Wissenbacher Schiefer um einen Tonschiefer mit einer gut ausgebildeten Transversalschieferung, die zur Bildung dünnspaltiger Dachschiefer führt. In einigen Partien erhöhen sich die sandigen Bestandteile und teilweise sind dünne Kalklagen sowie Kalkeinschaltungen in Form von Linsen zu beobachten. Die Farbgebung ist dunkel-blaugrau und Dächer in der Stadt Goslar belegen eine durchaus hohe Langlebigkeit des Schiefers.


Über die Harzhügel drumherum krochen jetzt Regenschauer auf mich zu. Ein leichter Nieselregen setzte ein, und hüllte die ganze Umgebung in einen grauen Schleier: der November zuckte noch einmal - Novembertrübheit im Dezember.
Soviel Natur machte hungrig, und so fuhr ich nach Goslar zum Weihnachtsmarkt.

Als ich dann auf die Crowd da auf dem Marktplatz traf, war mein Hunger vergessen. Ich wollte nur noch weg. Zuviel Menschen, zuviel Geschubse.
Ich bahnte mir den Weg durch die Menschenmassen, und irgendwo am Ausgang war dann doch noch eine Bratwurstbude, wo man sich nicht gleich mit den Ellenbogen des Nachbarn verheiratete.
Preis für eine handgedrehte Thüringer 3,- Euro mit einem kleinen Brötchen. Naja ...

Danach war meine Stimmung etwas besser, und es folgte eine Aufwärmphase.
Eine Tüte gebrannte Nussmischung wurde innerhalb weniger Minuten eingeschnabelt. Nun wollte ich aber noch eine Tüte Maronen haben. Dazu gab es einen Eierpunsch - das ist heißer Eierlikör mit heißem Weißwein und Sahne oben drauf.
Mit dieser perfekt abgestimmten Mischung (Marillenglühwein, 200 g Zuckernussmischung, 2 Tüten Maronen und 1 Becher Eierpunsch) streckte ich mich selber nieder. Meine nicht mehr vorhandene Galle protestierte aufs Schärfste und rächte sich mit Übelkeit und einem Blähbauch.
Angeschlagen hing ich später auf der Couch herum und schlürfte mit Leidensmine meinen Magen-Darmtee.

Prost Erster Advent - alles wie immer: Glühwein nix für mich und opulentes Weihnachtsmarkt-Futter wie gehabt schwer verdaulich.

Den nächsten Advent verbringe ich mit anderem Futter.
Vielleicht einem leckeren Eintopfgericht. Bei mir zuhause. Kerzen hab ich da auch, und dudelige Weihnachtsmusik gibt es bei mir ebenfalls ;-)

Fazit:
Mehr Sport machen. Weniger Zuckerkram. KEINEN Glühwein mehr. Rezept für gute Adventstage.

Hoffentlich ist bald Frühling - ohne Mopped mache ich sehr viele ungesunde Dinge ...

Mittwoch, 6. November 2013

5.11.2013 - Gelegenheit ergriffen

5.11.2013

Der Wetterbericht verhieß für heute ab Mittag bis in den frühen Abend Sonne und Temperaturen über 10°. Ab morgen sollte es wieder novemberisch nass, eklig und unschön werden. Soviele Möglichkeiten würde mir der HerbstWinter nicht mehr schenken!


Punkt 12 Uhr saß ich warm eingepackt auf Ellie. Dieses Mal hatte ich meine Wollstrumpfhose über die Falke-Kniestrümpfe gezogen. Die Funktionsunterhose war mir letztens zu kalt gewesen.
Tchibo hat übrigens gerade die Merino-Wolle-Unterwäsche im Angebot! 69,95 Euro. Beeilt euch, ist schnell weg ...
Klick 


Zuerst ging die Tour über die Stadtautobahn zu POLO. Ich wollte mir Lenkerstulpen ansehen bzw. ausprobieren.

Wie locker sich das schreibt ... ging die Tour über die Stadtautobahn ... Heike auf einer kleinen Autobahn ... die A39 ist die Verbindung Braunschweig-Wolfsburg, gerne genutzt von Heizern aller Coleur - und ich mittendrauf ... und immer im Hinterkopf die Heike vom letzten Jahr, die da bibberte und zitterte ... und Heike 2013 fuhr souverän, sicher und kam auf 110 km/h ... das ist mein persönlicher Triumpf ... einer von vielen im Vergleich zu meinen Fahranfängen!

Der Verkäufer bei POLO war so nett und half beim Anbringen der Pratzen.

Also ... SCHICK ist was anderes ... (Fotos weiter unten).

Ein probeweiser Griff in diese Überzieher zeigte mir aber: meine Hände sind klein genug, dass diese Pfoten nicht stören. Ob die was taugen, würde aber nur eine Testfahrt zeigen.

Nach einem kurzen Rundgang durch den Laden hockte ich mich wieder auf die Maschine. Das Anziehen des Helms ist durch die Windbreakersturmhaube immer etwas tricky ... das Teil ist sehr eng am Kopf, aber die Nähte müssen wirklich perfekt positioniert sein, sonst jucken die nach wenigen Kilometern im Gesicht, und mit Helm auf dem Kopf ist Kratzen ja nicht wirklich möglich ...

Ich fuhr erstmal zur Hinterausfahrt um POLO herum, weil ich das andere Lenkergefühl mit den Lenkerstulpen testen wollte. Okay, anfangs ist es etwas störend, dass man da nicht von vorne reingreifen kann, sondern von der Seite reinschlupft. Aber die Pratzen sind groß genug, dass ich mit meinen Sommerhandschuhen gut an die Griffe kam, und der Eingriff ist auch weit genug, dass meine Winterjacke beim Reingreifen nicht stört.

Es ging auf die Stadtautobahn zurück. Bei 100 km/h schieben sich die Pratzen ein wenig nach unten, aber das ist nicht weiter schlimm. Wenn ich mal nicht daran gedacht hatte, dass ich jetzt mit Stulpen fahre, dann fuhr ich so wie immer.

In Sickte ging es dann runter, ich fuhr meine alte Hausrunde und dann zu Fritz, meinem Schrauber. 
Es gab einen heißen Kaffee für mich, und Fritz bestaunte dann die Stulpen ...

Naja ... schick ist was anderes ...

Sind eigentlich Roller-Stulpen ... wobei ich mich frage, wieso Rollerfahrer sowas brauchen ... die fahren doch nie so schnell!


Chrissi spielt Fotomodel, und Scully, die Berner Sennenhündin, mogelte sich auch noch ins Bild


Ich fahre mit Leuchtweste, und nun habe ich auch noch Lenkerstulpen. Wenn schon skuril, dann aber richtig!
Ich klärte mit Fritz noch fällige Werkstattgeschichten ab. Ellie hat bald die 24.000 Kilometer auf dem Tacho, und die große Inspektion ist fällig. Ölwechsel ist auch wieder dran, aber das kann alles im Dezember/Januar gemacht werden.

Wahnsinn ... gekauft hatte ich Ellie im letzten Jahr Juni mit 9.100 Kilometern! 

Fritz mußte dann wieder was tun - und ich wollte noch eine Runde touren. So fuhr ich gemächlich vom Hof. Die Ausfahrt ist etwas tricky, weil sie direkt an der Ampel liegt. Ich mußte erst alle PKW durchlassen, um dann quer über die Kreuzung nach links abbiegen zu können. Ich hasse solche Kreuzungen, weil ich nie weiß, ob die von vorne kommenden PKW auch wirklich bei Rot anhalten, oder doch noch bei dunkelorange rüberkacheln ... und mich vielleicht auf die Hörner nehmen ...

Mit dementsprechendem Adrenalin im Blut fuhr ich dann aber bei der nächst folgenden Kreuzung links ab, und raus aus der Stadt. Mein Wunsch war, über die Dörfer nach Hornburg, und dann weiter Richtung Vienenburg/Harz zu fahren. Je nachdem, wie fit ich war und wie warm ich blieb. Ausgiebige Testfahrt wegen der Stulpen ...

Aber alles ging super. Die Stulpen hielten mich warm (ich fuhr mit Sommerhandschuhen!), und am Körper war ich ebenfalls warm genug eingepackt.
Die Sonne strahlte, und die Luft war sehr sauber und frisch. Trotz Sturmhaube zog es mir unter das Visier - der Wind frischte nämlich auf.
Letzte Saison hatte mich der Wind immer noch verunsichert, jetzt ritt ich sozusagen mit ihm mit. Wenn ein LKW von vorne kam, drosch der Fahrtwindstrudel auf mich ein. Aber nicht einmal das schmälerte den Fahrspaß!

Und dann war ich kurz vor Vienenburg - eine kleine Pause wurde eingeschoben. Die Glieder strecken, und Fotos machen ...

Der Himmel zeigte ein schönes Phänomen!


Der Blick auf den Harz - dramatische Wetterverhältnisse. Wie gut, dass ich da nicht längs fuhr ...
Da unter der großen schwarzen Wolke hatte sich der Brocken versteckt ...


Ich stand da, bestaunte den Himmel, stapfte hin und her um meine Beine zu strecken und die Durchblutung anzuregen. Den Helm ließ ich auf dem Kopf. Zu aufwändig war mir das spätere Wiedereinplünnen ...

Dann fuhr ich weiter, Richtung Vienenburg, bog aber kurz vorher in eine Seitenstraße ab. Der Kaffee drückte ...
Es ist ein Kunststück, die Jacke anzubehalten, den Helm auf dem Kopf zu lassen, und sich nur untenrum auszuplünnen - dann wieder alles Zeug anzuziehen, den Nierengurt ohne Sichtkontakt so zuzukletten, dass er ohne Falten sitzt und die Moppedhose wieder drüberzustreifen. Da beneide ich die Jungs sehr - die haben es wirklich viel einfacher ...

Die Büsche verlieren jetzt immer mehr Blätter, und meine Leuchtweste konnte man sicherlich meilenweit erkennen. Am Horizont kreiste ein Hubschrauber. Mal sehen, ob demnächst Fotos bei Facebook auftauchen - unbekannter Motorradfahrer beim Wildpinkeln ertappt ... 

Die dramatischen schwarzen Wolken im Blick, fuhr ich jetzt doch wieder zurück. Meinen ursprünglichen Plan, durch Vienenburg durch und am Harzrand entlang zurück zu fahren, verwarf ich. Es war 14 Uhr durch, und ab 18 Uhr hatte der Landwetterbericht Regen angesagt. So ging es zurück auf die Landstraße - in einer Parkbucht sah ich einen Motocrossfahrer um seine Maschine rumgehen. Ich fuhr langsam ran, und brüllte durch die Sturmhaube, ob alles okay wäre bei ihm. Er reckte den Daumen hoch, also gab ich wieder Gas und fuhr weiter.

Der war mir auf der Hinfahrt schon begegnet, hatte wohl auch mal eine PPause gemacht ... denn diesen kleinen Seitenweg befahren sonst wenige Nichteinheimische.
Ich finde es normal, kurz anzuhalten und nachzufragen. Kann ja immer mal sein, dass jemand Hilfe benötigt. 
Ich denke in solchen Fällen daran, wie es bei mir war, als ich im Mai den Umfall-Unfall hatte ... wie glücklich ich da über den heranfahrenden Radfahrer gewesen war ...

Mich plagte nun doch ein kleines Hüngerchen. Zum Mittag hatte ich nur einige Löffel Couscous in einer Gemüsebrühe gehabt - nicht wirklich genug Kalorien für eine Tour. Erfolgreich vergessen hatte ich, dass ich neuerdings immer ein Schächtelchen Studentenfutter bei mir mitführe - für die Energiezufuhr (Nüsse und Rosinen - unschlagbar für kurzzeitigen Kick).
Memo an mich selbst: öfter mal die Hecktasche durchsehen ...

Das gute Wetter war mit uns - um uns herum drohende Wolkenberge, aber wir fuhren in hellem Sonnenlicht.
Ich wollte mein Wetterglück und meine Kondition aber nicht strapazieren, und so ging es an den Rückweg, über Hornburg in einem Ausschwenker nach Seinstedt, meinem Lieblingsplatz.

Dort oben auf dem Hügel machte ich noch eine kleine Pause. Ich merkte jetzt, wie meine Füße kalt wurden (Energieabfall ...). So lief ich also um mein Mopped herum, und schaute zwischendurch wechselweise den Himmel und die Landschaft an.


Blick auf die Asse

Blick Richtung Harz und Brocken (ganz rechts im Bild, kurz vor dem Strommast)


Die Sonne war weiterhin mit uns - es war jetzt kurz nach 15 Uhr.
Und wie ich da stand, und mir die Landschaft ansah, da überkam es mich plötzlich wieder - dieses unbestimmte aber überwältigende Glücksgefühl.

Alles stimmte - das ich die Gelegenheit ergriffen hatte, den Nachmittag noch einmal auszukosten; das Wetter, was mit fantastischen Wolkenbildern aufwartete und die Sonne, die mich auch noch so schön wärmte; der Fahrspaß durch die Lenkerstulpen; den kurzen Augenblick, wo ich kurz vor Rimbeck bei Hornburg in einem Straßengraben den Graureiher stehen sah, ganz unbeweglich und hochkonzentriert auf der Lauer; die knallroten Früchte der Eberesche, die in der Nachmittagssonne leuchteten, als würde der Baum brennen; die beiden Motorradfahrer, die nahezu enthusiastisch mit der linken Hand wedelten im Gruß; die zwei Kinder, die in einem kleinen Ostdorf ihr Fußballspiel auf der Straße abhielten und, als ich angetuckert kam und mein Tempo stark verringerte, mir zuwinkten und DANKE brüllten ...


It's wonderful - it's marvellous - it's the best thing ever ...  
wer das Bild anklickt, sieht unten am Visierrand meine kondensierte Atemluft ... so ist es eben, wenn man im Herbst fährt!


Das Wolkengebiet zog sich zusammen, und die Sonne wurde jetzt mehr und mehr von Wolkenschleiern überdeckt. Ruckzuck wurde es kalt. Ich machte die Griffheizung auf niedrigste Stufe, und fuhr weiter. Über Remlingen und an der Asse vorbei. Noch einmal den Blick: rechts auf den Harz - dunkle Wolken und ein Regengebiet. Links der Elm, noch in der Sonne. Grandiose Fernsicht! Glasklare Luft, und die Dörfer sahen aus wie im Miniaturwunderland.

Die Griffheizung konnte sich jetzt voll austoben, da der Fahrtwind ja blockiert wurde durch die Handpuschen. Auf 50% wurde es richtig mollig in den Handflächen!
Die Füße kühlten dafür leider immer mehr aus. Mein schmerzender rechter Unterschenkel mahnte mich, nicht so verkrampft zu fahren. Aber die Luft/Kondition war nun raus. Ich war knapp 120 Kilometer unterwegs, bei Temperaturen zwischen 12 und 8°. Lufttemperatur weit darunter, als die Sonne weg war. Nur eine Pause im Warmen, bei Fritz.

Es wurde Zeit, zuhause anzukommen ... Auf der Landstraße gab ich nochmal richtig Gas. Die Stulpen saßen auch bei 110 km/h immer noch super, die Hände waren warm. Nur die Nase lief mir in die Sturmhaube ...

Um 16.15 Uhr kam ich zuhause an. Ellie wurde kurz übergeputzt, und die Kette nachgefettet. Ein Nachbar meinte zu mir, als er sein Auto in die Garage neben mir fuhr: "Na Heike, jetzt machst Du sie wohl endlich winterfertig?"
Belustigt antwortete ich: "Nö - ich mache sie fit für weitere Touren - solange es nicht schneit oder die Straßen voller Salz sind, solange fahre ich!"
Was ihn dann doch etwas entsetzte ...

Ich habe Lenkerstulpen - mir frieren jetzt nur noch die Nasenhaare ein oder die Zehen. Also warum sollte ich nicht auch noch im Dezember fahren?
Ich habe ja kein Saisonkennzeichen ;-)!

Anschließend walkte ich noch eine kurze Runde von 4 Kilometern, um meine steifen Beine wieder in Bewegung zu bekommen. Noch in Sportklamotten ging es dann zum Einkaufen, und als ich wieder zuhause ankam und unter der heißen Dusche stand, war mein Adrenalin immer noch so hoch und meine Laune ebenfalls.

Fazit:
Glücklich!

Der Landwetterbericht hatte recht - nach 18 Uhr kam das Geschiss ... und der Sturm ... und heute ist mieses Wetter. Nasskalt, windig und mit einer Stunde Verspätung kam auch Sonne heraus ... das geht noch bis heute 15 Uhr so weiter ... danach dann Wiederholung vom Morgenwetter ...

Wer auch mal ziemlich genaue Voraussagen haben will:
hier: proplanta.de/Agrar-Wetter/Deutschland/ klick: -> http://www.proplanta.de/Agrar-Wetter/Deutschland/

Trefferquote von einem zum anderen Tag immer noch am besten im Vergleich zu Wetteronline oder Wetter.de


Montag, 4. November 2013

November-Biken

Der Wetterbericht verhieß für den Samstag gute Bedingungen. Da ich schon zwei Wochen nicht auf Ellie gefahren bin, war mein Jieper nach Motorradaction dementsprechend riesengroß.

Aber als ich meine Augen Samstag morgens endlich offen hatte und nach draußen schaute, regnete es wie blöde ... Grund genug, die Augen wieder zuzumachen und den Samstag zu verdrömeln. So'n Schiet, ey ...

Tags zuvor gab es ein Spanferkelessen bei einem MC. Leckeres Schwein, doch den Krustennachschlag hätte ich mir ersparen sollen - bzw. meiner nicht mehr vorhandenen Gallenblase ... da reagiere ich seit dem Entfernen der selbigen doch empfindlich ...

Insofern drömelte ich den Samstag mit Frust weil nicht fahren können, Magendarmproblemen und Müdigkeit hinfort.

Sonntag dann miesepeterig aufgewacht, rausgeguckt - hm, ein Stück blauer Himmel. Soll ich es wagen?

Blöde Frage, ey ...

Gegen 12 Uhr hielt mich dann nichts mehr.

Klamotten an, Sturmhaube auf, Ellie raus aus der Garage - und zunächst mal zur Tanke. Ohoh, Luft verloren.
Vorne nur noch 1,6 und hinten 2,1. Das letzte Mal hatte ich vor zwei Monaten Luft kontrolliert, insofern lag der Verlust im tolerierbaren Bereich.

Aufgefüllt auf 2,4 und 2,7 - und dann schrubbte ich regelrecht durch die Gegend. Zunächst die Reifen vorsichtig warm gefahren, aber dann auf geraden Strecken am Hahn gezogen. Jui - der Wind sauste mir kalt um den Helm, und mein Grinsen wurde immer breiter.

Erst ging es über Hordorf und Schandelah Richtung Elm, dann aber doch lieber nur dran längs. Im Waldbereich fahren war mir zu gefährlich. Die Straßen waren nämlich trotz Sonne und Wind noch reichlich feucht in Schattenbereichen, und glitschige Blätterhaufen nebst Rübenernte-Lehmbrocken lauerten. Kaum Motorräder (wie erwähnt: insgesamt Stücker 7!). An den Ampeln und an der Tanke schauten mich Beifahrer manchmal recht intensiv an.
Jaja, wer im Herbst/Winter fährt, gilt schon als Sonderling.
Tschakka - allein das ist Grund genug, zu fahren ;-).

Eine weite Runde bog ich dann über das Land, an die Asse heran ... Ellie schnurrte unter mir, die Sturmhaube schützte meinen Kopf sehr gut, die Sonne schien hell und machte mir gleich doppelt gute Laune, die Fahrt lief flüssig und gemütlich vor sich hin ...

Vereinzelte Vollpfosten überholten mich wie geisteskrank, und mehr als einmal war der Mindestabstand unter einem Meter ...
Hm ... also ich fuhr auf der Landstraße schnell genug, aber offensichtlich gibt es Geländewagen mit Beisitzern und extrem kleinen Extremitäten, die durch ihre Fahrweise ihr Minimum an Potenz und Gehirn (welches Gehirn ...) wettmachen wollen ...

Seufzend zuckte ich gedanklich die Achseln - die lernen es nimmer mehr. Und ließ mir die Tour trotzdem nicht vermiesen.
Auch ein Motorradfahrer hat im Herbst-Winter die Berechtigung, auf der Straße unterwegs zu sein. Selbst wenn diese Minderbemittelten einem das absprechen wollen ... Neid kann solchen Leuten schon arg zusetzen ;-).



Links im Bild - der Elm-Höhenzug - (links, also da, wo das weiß-rote Schild hinzeigt)
Rüben lauern in Bergen am Feldrand im Vorland (hier rechts im Bild, liebe Ursula) bereit, von den Rübenlastern abtransportiert zu werden - Garant für schmierige und glitschige Straßen bei Nässe



Sonne - Wolken - herbstlich kahles Land - aber kein anderes Fahrzeug auf weiter Flur - so mag ich das ...



Auch bei uns gibt es Kurven!



Da vorne geht's fein rechtwinkling nach links rum!
Also am Rübenberg vorbei, liebe Ursula :-) - der Baum am Horizont neigt sich schon passend in die richtige Richtung - links ist da wo die Kupplung sitzt ;-) 


Mir begegneten auf der kleinen, knapp 100 Kilometer langen Runde gerade mal 7 Motorradfahrer. Alle bis auf einen grüßten. Sogar die Chopper.

Die Luft war kühl - 12° plus Außentemperatur heißt gefühlt etwa 8° Grad für mich. Dank Sturmhaube und Griffheizung überstand ich es gemütlich. Die Hände und Füße wurden erst knapp 20 Kilometer vor Zuhause kalt ... am Körper trug ich das Funktionsshirt, darüber das Thermoboy-Shirt, was so schön lang den Rücken-Pobereich runter wärmt, darüber die Windbreakerjacke von Reusch, darüber meine Moppedjacke mit Winterfutter. Der Bereich blieb warm und kuschelig, wenn auch etwas michelinartig vom Gefühl her. Die langen Kniestrümpfe von Falke mit Wollanteil hielten meine Beine und Füße länger warm als die Teile von Vanucci. Darüber war die Funktionsunterhose, die ich im Winter dann gegen eine Wollhose eintauschen werde. Wolle wärmt einfach am besten!

Ich fuhr relativ relaxt durch das Land. Sonne wechselte sich mit Wolkenbergen ab. Die Luft klar und die Fernsicht einmalig schön. Der Blick auf den Harz war durch drohende Wolkentürme versperrt - na, da wollte ich ja eh nicht längs!

Ich verlängerte meine Hausrunde, fuhr an Seinstedt und meinem Lieblingspausenplatz vorbei und bog dann wieder Richtung Wolfenbüttel, Kissenbrück und Neindorf ab.
Auf den bekannten Strecken kam ich nach zwei wöchiger Fahrabstinenz trotzdem gekonnt und souverän auf lockere 100 km/h hoch. Ellie fühlte sich gut an unter mir. 

Trotzdem bekam mein rechter Unterschenkel nach der Hälfte der Strecke wieder Probleme mit dem Kniewinkel und unterbewußter Verkrampfungshaltung meinerseits. Da ich ohne Pause einfach durch die Gegend fuhr, mich nirgendswo aufwärmte, und auch nur eine Tasse Kaffee im Magen hatte, moserte mein Körper und forderte Schonung.

Nach knapp zwei Stunden war ich wieder zuhause. Ich hätte sicherlich noch 30 Minuten länger touren können. Das Wetter war grandios geblieben, die Sonne fast am Dauerscheinen - und trotzdem war es besser, dass ich es nicht übertrieb.

Im Herbst fahren, das bedeutet für mich, kürzere Strecken fahren. Mehr Aufwärmpausen einlegen.
Wenn das nicht gemacht wird, verkürzen sich die Strecken oder ich muß mit Einschränkungen rechnen.

Egal - es war herrlich, für die Seele wunderbar, und ich grinste zuhause mit knallrotem Kopf (Fahrtwind) im Kreis.
Was kann es Schöneres geben? Was für ein wunderbares Hobby!


Fazit:
Ich bin sehr froh, dass ich kein Saisonkennzeichen mehr habe :-)! Heute (Montag) ist mieses Regenwetter - wie gut, dass ich die Gelegenheit gestern wahrnahm.
In der Woche wird Fahren bei Tageslicht nicht mehr möglich sein. Und an den Wochenenden wird es jetzt immer schwieriger, vernünftige Bedingungen zu erwischen. Aber selbst wenn ich so selten Gelegenheit haben werde in den nächsten Wochen, nur eine Tour wie die gestrige, und das ganze Warten auf die nächste Saison (mit vielen Fahrstunden) lohnt sich wieder :-).


Freitag, 1. November 2013

Ein Gruß ... zum Saisonende der Anderen

Ein Gruß ... an alle, die so wie ich ganzjährig unterwegs sein dürfen/können/müssen ...


Ab heute sind wir so ziemlich allein auf den Straßen unterwegs!

Trotzdem - Augen auf. Mehr noch wie im letzten Monat!

Die Autofahrer rechnen nicht mehr mit uns - noch weniger als in den letzten Monaten!

Die Kälte macht nicht nur uns, sondern auch den Reifen zu schaffen. Der Grib wird deutlich schlechter.
Blätter, Nässe und glitschige Bitumenschlangen auf den Straßen lauern überall.
Mit Schmackes in die Kurven legen sollten wir jetzt besser bleiben lassen.

Das unvermeidliche Salz, was demnächst wieder auf die Straßen geworfen wird, frißt an unseren Maschinen.

Aber wer bei schönstem Sonnenschein mal eine Stunde raus kann "mit dem Bock", der wird eine ganz andere Faszination feststellen: so ziemlich jeder andere Motorradfahrer, der uns eingemummelt und verfroren begegnet, grüßt jetzt.

Ich habe meine "normale" Saison bis Oktober mit nahezu 7.500 Kilometern abgeschlossen. Ich wäre gerne noch mehr gefahren, aber mein Beruf, Krankheiten und andere private Aktivitäten ließen mich dieses Jahr nicht so, wie ich wollte.
Macht nix. Der nächste sonnige Tag mit Temperaturen über Null Grad - und wir sind wieder unterwegs - Ellie und ich.





Unterwegs im Herbst/Winter - nicht mehr auf großer und stundenlanger Tour - aber auf Tour.

Die Eisdielen haben jetzt geschlossen, und ein wärmendes Getränk führe ich somit im Gepäck mit mir. Meine neue Alu-Thermoskanne hat sich bewährt - Tee bleibt so heiß, dass ich mir regelmäßig den Mund verbrenne.
Die Finger wärmen sich daran natürlich auch ;-).

Die winddichte Sturmhaube ist unerläßlich geworden. Nach diversen Ohrproblemen und Nebenhöhlenerkältungen habe ich mich mit dem eingezwängten Kopfgefühl unter dem Helm arrangiert.

Meine Campingausrüstung ist komplettiert, und ich kann es kaum abwarten, das Weserbergland zu überfallen! Vielleicht werden meine Nachbarn an meiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln, wenn ich "zur Probe und zum Testen" meiner Ausrüstung mal im Dezember im Garten zelten werde.
Aber was soll's - die sind bestimmt nur neidisch, weil ich mir meine Portion Verrücktheit bewahrt habe ;-).

In diesem Sinne - euch allen eine schöne Saisonpause (die, die ihr nicht mehr fahren dürft) - und die, die fahren - wir sehen uns !
MICH erkennt ihr sicherlich ;-).
Zumindest die hier aus dem Landkreis.



Fazit der Saison 2013:

Die schönste Tour war die ins Weserbergland. Polle, Weserfähre - allein gewuppt, mit Tempo gefahren, und den Traum für die Saison 2014 gefunden: Camping und Motorrad reisen.

2013 - viele schöne Erlebnisse. Neue Fahrpraxis gewonnen. Viel zuwenig große Touren gemacht. Zwischendurch mal die Leidenschaft für's Moppedfahren verloren, aber wiedergefunden. Erstaunlich (für mich): ich putze jetzt nicht mehr so häufig :-). Mag sein, dass sich das im Winter ändert - zum Material erhalten unerläßlich!
Aber wenn ich nächste Saison tatsächlich mehrere Tage unterwegs bin, werde ich zwischendurch wohl nur den Scheinwerfer polieren, damit wieder Licht durchscheint. Jahaa, ich werde langsam zur Tourenmaus! Klar werde ich mein Mopped immer noch so super pflegen, dass es auffällt - ich will ja nun nicht ins andere Extrem abfallen!
Doch ein klein wenig schluderig werden, das gönne ich mir dann mal ;-).

Mein Traum für die nächste Saison - Weserbergland. Elbsandsteingebirge. Schwarzwald.

Mal schauen, was ich schaffe. Das wird sich zeigen. Augen und Herz auf, den Zündschlüssel umdrehen, und vom Hof tuckern - alles andere findet mich!

In diesem Sinne - die Linke zum Gruß, ihr Lieben!

 

Dienstag, 22. Oktober 2013

Kleine Weserberglandtour

Samstag war das Wetter so gut, und ich fuhr Richtung Hildesheim zu meiner Freundin auf den Bauernhof. 
Eine Stammtisch-Freundin begleitete mich, sie konnte sich kurzfristig einklinken.

Später fuhr sie dann mit einem Bekannten weiter, Kurven hatzen, Richtung Ith und Köterberg.

Da das Wetter immer noch so gut war, beschloß ich, es ihr gleichzutun.





Eigentlich wollte ich einen Schleichweg an der Weser längs, aber da ich keine Karte dabei habe - die Weserberglandkarte ist seit der letzten Tour dahin irgendwie verschwunden, ärgerlich - fuhr ich aus dem Gedächtnis. Einige langweilige Straßen waren dabei - vor allem die nach Holzminden - aber das schaffte ich ohne Probleme. Ich kam auf Tempo, die Kurven über den Ith gingen prima, das Wetter war herrlich und der ganze Nachmittag ein perfekter für Tourenfahren! Im Wald muß man aufpassen - die Blätter liegen dekorativ aber feucht und glitschig in den Kurven herum.
Der Herbst ist eine so unsaubere Jahreszeit - tztz.

Mir begegneten viele andere Motorradfahrer. Die allgemeine Stimmung war hervorragend, man grüßte sich, alle hatten Zeit, kein schwachsinniger Papageienkreischer unterwegs. Das war wirklich angenehm, so ganz anders wie im Harz!

Bei Holzminden war ich mir noch ein wenig unsicher, was den Weg anging, aber dank das hässlichen Getreidegebäudes konnte ich mich dann doch orientieren: hier muß ich runter von der Bundesstraße ;-).





Heike fuhr Bundesstraße, ja, ihr habt richtig gelesen. Und langsam war ich auch nicht, das noch obendrauf!

Und nach einigen kleinen Orten direkt an der Weser entlang kam ich dann an mein Ziel.







Die Weserfähre hatte viel zu tun - etliche Motorradausflügler waren unterwegs. Wer kann es ihnen verdenken - die meisten haben Saisonkennzeichen und die Saison ist fast zuende.

Für mich nicht - ein Glück ;-).

Ich saß an der Weser, genoß den Nachmittag, und später ging es gemütlich zurück an der Weser entlang über Hameln (öde öde öde diese Stadt und überall Baustellen) und gegen 17 Uhr kam ich dann wieder bei meiner Freundin auf den Hof gefahren.

Eine schöne Tour und das Weserbergland ist ein Stück weit auf zwei Rädern erobert!

Freitag, 18. Oktober 2013

Neulich, beim Training ...

Autobahn fahren war nie mein Favorit. Mit dem Auto fahre ich das nur, um schnell von A nach B zu kommen.

Mit dem Motorrad hatte ich mich davor immer gedrückt. Okay, es gab da mal die eine Tour auf der A39, an einem Freitag abend ... wo ich wie ein verschrecktes Beutetier auf der Maschine hockte und Schiss vor jedem Meter hatte ... weil diese Fahrt ja nicht so wirklich freiwillig gelaufen war ...


Aber dann ....

Nun, neulich fuhr ich einfach mal rauf - auf die große Bahn. Die in Richtung Polen und Russland geht.
Die A2.

Nur zwei Abfahrten war die Strecke. Das reichte mir für den Anfang.

Ich taste mich langsam ran. Überholen war noch nicht drin, ich war froh über den holländischen LKW, der vor mir fuhr.

Der Sog, wenn ich da rausfahre aus dem Windschatten, ist nämlich nicht ohne. Ich wollte es nicht übertreiben.

Und auf dem Motorrad bin ich eben hautnah dabei - das ist nicht wie im Auto sitzen, bei Heizungswärme an den Füßen und am Hintern ...

Nun denn - ich kam auf 130 km/h und hielt das Tempo auch ganz gut. Und weil ich mir die Ohren zugestopft hatte, kam auch kein Tinitus hinterher.

Nur Muskelkater im Nacken - und wegen Ellies Drosselung tat mir die Gashand ein wenig weh (ständig auf Vollgas halten).


Fazit:

Training Stück für Stück. Und demnächst geht es weiter - eine längere Strecke am Stück, ohne großes Gegendgucken - einfach Strecke abreißen.
Das Regenzeug im Gepäck, falls ich auskühle. Heißen Tee für das innere Wärmen.

Mal gucken, wie weit ich komme. Geplant sind 240 Kilometer eine Tour hin - 240 Kilometer wieder zurück am nächsten Tag. Einen Schlafplatz habe ich schon zugesichert bekommen.

Ich werde berichten.

Wachsen an den Aufgaben - mal schauen, mal schauen ...

Momentan noch ohne Fotos - weil noch keine Cam ...

Medicine

Motocycle is my medicine in that crazy world.

Dienstag, 15. Oktober 2013

13.10.2013 - Herbstfahrt

13.10.

Da das Wetter ab Montag schlecht werden sollte, wollte ich diesen Sonntag noch nutzen und endlich wieder fahren. 
Warm angezogen und mit neuer Lederweste unter der neuen Leuchtweste (Leuchtweste nun eine Nummer größer - jetzt M anstatt S, wegen "zuviel drunter"), Windstoppersturmhaube und Winterhandschuhen wuchtete ich mich gegen halb zehn auf Ellie.

Ich war seit zwei Wochen nicht mehr gefahren und doch gespannt, wie das werden würde. Nun ja, mit den ganzen Klamotten an hatte ich eher das Michelingefühl als ein Gefühl von "Freiheit", aber die Temperaturen waren noch nicht so nett - gerade mal 10°. Die Straßen waren teilweise noch feucht, viele Blätter lagen herum, und ich sah auf meiner Frührunde nicht einen Motorradfahrer. Trotzdem war es einfach grandios. Dieses Licht, die Welt wie frisch gestrichen, so klar und sauber. Der Harz zum greifen nah - aber da zog es mich nicht hin - auf dem Brocken war Schnee gefallen ... brrrrrrrr.

Ich fuhr die grobe Richtung Wolfenbüttel und machte Station bei meiner Gemeinde. Voll vermummt stampfte ich da in den Gemeinderaum und plünnte mich erstmal aus. Immer wieder ein Erstaunen wert, wieviel diese Klamotten wiegen ...

Das anschließende Kaffeetrinken und die heißen Waffeln mit Kirschen waren mein Frühstück. Neue Lebensenergie kehrte zurück - lecker lecker!

Gegen 12 Uhr ging es weiter. Die Sonne kam jetzt doch raus, und ich war kribbelig auf das Fahren.
Klar waren die Straßen stellenweise noch feucht, und Blätter lagen herum - der Herbst ist eine so unsaubere Jahreszeit, nicht wahr?

Aber - Leute, es ist Herbst, und da fahre ich sowieso vorsichtig.



Kleine Pause zwischen Neindorf und Kissenbrück - die Sonne strahlt und die Seele strahlte mit nach den vielen Regentagen der letzten Zeit!


Ich fuhr meine Hausrunde und dann Richtung Osterwiek, ein Stück weit ins Land hinein, über Hessen und dann ging es nach Deersheim ... ab und an sah ich jetzt andere Motorradfahrer, die meisten recht betagt und sogar die Harley-Opas grüßten mich. Vielleicht ist im-Herbst-fahren doch etwas taffer als in der übrigen Jahreszeit unterwegs zu sein?



  Nächster Stopp an der alten Krypta


Ohne großen Plan fuhr ich jetzt Richtung Elm, bog dann aber wieder nach links ab und fuhr eine verkürzte Hausrunde zurück. Ich war nach 2 Stunden Fahrtzeit und knapp 100 Kilometern wieder zuhause.
 
Die Pausen zwischendurch waren zum Aufwärmen und Beine vertreten. Durch die kühleren Temperaturen fuhr ich ab und an doch etwas verkrampft. Das rächte sich in Durchblutungsproblemen vom rechten Unterschenkel.
 
Trotzdem hatte sich die Fahrt gelohnt. Ich fuhr locker, ohne Hemmungen und vorsichtig, wo es nötig war. Auf der Landstraße war 100 km/h keine Not mehr für mich, außer, dass ich da schneller auskühlte. Ich fühlte mich wohl auf Ellie!
 
Eine lange Unterhose wäre besser gewesen - ich war "nur" mit langen Kniestrümpfen und Thermofutter gefahren. Das reichte schon hin, aber mit langer Büx drunter hätte ich noch 30 Minuten länger gekonnt ;-).
 
 
Fazit:

Schön war es, und die Seele ist wieder erfreut und gestärkt durch die Sonne und das Adrenalin :-). Mopped fahren ist herrlich!

Samstag, 12. Oktober 2013

Ein MS - vier Beine - und ein Beispiel

(Leider doch nicht) Neue Cam. Canon Powershot SX240 HS in der Testphase


 Modell Tini Gespensterchen; mit reduziertem Blitz freihändig, ISO 1600 ...


Outdoor auszuprobieren ist momentan nicht möglich - aber das Wetter wird bestimmt bald besser :-).

Fazit - die ersten Fotos sind ganz ordentlich und die Videofunktion läßt mich auch zufrieden hinschauen.

Die Cam ist selbsterklärend, weil ich wenig Veränderungen im Menü zulasse - alles wie bei der alten Cam eingestellt.

Nun muß das Wetter nur noch besser werden, dann gibts wieder Fotos mit Mopped :-).

Montag, 7. Oktober 2013

Mein Elektrofluch ?

Leider hat mich meine liebe und gute Digicam Canon PowerShot A470 nach sechs Jahren verlassen. Technikbruch, auch genannt Hardware-Erschöpfung :-( ...


Das war das letzte Bild, was sie mir schenkte:






Danach kam dann nur noch sowas ...





Sie ist wohl wegen Dauerbelastung in die ewigen Gründe eingegangen ...


Nachdem kurz darauf meine Brille zu Bruch ging, mein Fön in Flammen aufging und auch der Ersatzfön nach zwei Minuten Betrieb in den "Abkühlmodus" schaltete, kam ich zur Vermutung, dass ich momentan besser keinen Schritt vor die Tür setze geschweige denn Motorrad fahren sollte.

Wer weiß, was sich da noch so alles an Gefahren auf mich stürzen würde ;-).

Insofern - momentan ruht der Blog. Ich muß mich erstmal nach einer neuen Cam umgucken, die Brille reparieren lassen, einen Fön aussuchen und mich bemühen, dabei Kernkraftwerken fernzubleiben.

Man weiß ja nie ...