Hier war es längere Zeit ruhig.
Under construction, sozusagen.
Schuld daran war mein Haushaltsunfall. Typischer alte Leute Unfall: ein Ausrutscher in der Badewanne. Knie verdreht am 2.4. , diverse Untersuchungen - Knie bis heute nicht voll funktionsfähig. Knie-Innengelenkschädigung.
Das MRT ergab so einige Ergebnisse, und keines davon ist zufriedenstellend. Die alte Verletzung, passiert vor 5 Jahren in Dänemark - ausrutschen und verdrehen beim Spiel mit Nachbars Hund - war auf dem MRT auch zu erkennen. Zweimal die gleiche Geschichte bedeutet: beim zweiten Mal doppelt schlimm, und doppelte Zeit wird benötigt zum Ausheilen.
So erhalte ich also Krankengymnastik, lagere mein Bein öfter am Tag hoch, creme mit Heparin, trage eine Stützschiene - und nützen tat es bislang nur sehr wenig. Längere Motorrad Touren sind kein Vergnügen. Das Knie füllt sich inwändig mit Flüssigkeit, die drückt dann wiederum und eine Beugung ist schlecht möglich.
Schitte - ich werde alt, ich poste über KRANKENGESCHICHTEN ...
Nichtsdestotrotz gibt es auch gute Nachrichten.
Wir haben mal wieder TÜV.
Der Prüfer meinte: "Wo soll ich denn da die Plakette aufkleben - die glitscht mir ja weg vom Kennzeichen!" und spielte auf das gewienerte Rückwärtige an.
Das ich nicht extra für den Prüfer geputzt hatte, quasi zum "Einschleimen", hatte er gleich gemerkt. "Das sehe ich am Grundzustand!" Sprachs, und ging leise seufzend zu einem anderen Zweirad, welches deutliche Gebrauchsspuren vorwies.
Nach diversen wunderbaren Spontantouren mit dem Zettfahrer ergab sich am 21.5.2017 und 280 Tageskilometern an dem Tag folgende Zahl auf dem Tacho:
2012 kaufte ich Ellie mit 9.100 Kilometern auf der Uhr.
Es macht immer noch Spaß. Ich bin nicht mehr so unbedingt getrieben, mit dem Motorrad rauszukommen. Manchmal tut es auch der gute alte Drahtesel. Oder Agnes.
Entschleunigt unterwegs. Übersehen, überhören und überriechen kann man uns nicht ;-).
Die Qualität der Touren hat sich gesteigert, die Länge der Ausflüge ebenfalls. Jedenfalls die mit Ellie. Agnes selber ist eher etwas für Kurzstrecken.
Gerade am 21. war ich mal wieder Roadkäppchen gewesen. Freunde aus Magdeburg hatten bei Fatzebuk einen Aufruf gestartet: ein geistig behinderter Jugendlicher würde sich sehr über den Besuch von Motorradfahrern freuen, die EXTRA wegen ihm mal zuhause vorbei kommen würden. Nachdem ich dann endlich den Treffpunkt gefunden hatte (der Osten und seine Baustellen-Ausschilderungen), war ich froh darüber, hartnäckig nach Andys Wohnung gesucht zu haben.
Die Freude in seinen Augen - da hatten auch so einige der Biker einen Kloß im Hals.
Da der Zettfahrer am Sonntag leider arbeiten mußte, die Biker aber alle noch nicht wieder heim wollten, kürten sie mich kurzerhand zum Tourguide. Von Halberstadt nach Wernigerode - durch Baustellen über Land - wie gut, das ich mich dort auskannte. Aus dem Gedächtnis heraus tourten wir bei bestem Wetter, bis wir am Arbeitsplatz ankamen. Die donnernden Maschinen weckten den Ortsteil aus dem Mittagsschläfchen, und viele Fenster gingen auf.
Überraschung gelungen - der Zettfahrer freute sich riesig. Die Biker bekamen Kaffee satt, und tourten dann wieder weiter.
Auch Ellie und ich fuhren noch eine Runde. Die dann schwuppdiwupp 280 Kilometer brachte. Mein persönlicher Rekord.
Abends fuhren Zetti und ich dann noch eine ungeplante Überraschungsrunde gemeinsam. Und ließen den für mich perfekten Tag gemütlich ausklingen!
Ich habe so viele Fotos im Fundus - vom letzten Sommer bis zum heutigen Tag. Die kann ich unmöglich alle hier sortiert einbringen. Ab und an werde ich also mal Bilder ohne große Tourbeschreibung hochladen.
Quasi als Fotoalbum. Sicher auch mal ganz schön anzusehen.
Last but not least:
Auf die Frage, warum manche Menschen eigentlich ihr Seelenheil darin sehen, so viel privates über sich preiszugeben ("Bloggen"), meine persönliche Antwort:
Weil sie es können!




