Das Wetter war immer noch wunderbar und frühlingshaft, die Temperaturen mittlerweile auf 14° angestiegen. So hielt mich am Nachmittag nichts mehr. Obwohl ich müde und genervt von der Arbeit kam, wollte ich zumindest eine kurze Hausrunde drehen.
Diesesmal war ich so schlau, und nahm meine zweite Sonnenbrille mit. Eigentlich ist die zu dunkel getönt, und war auch nur ganz schwer unter die Sturmmaske zu friemeln. Aber als ich dann Richtung Sonne fuhr, war ich doch froh, sie aufgesetzt zu haben!
Das Fahren lief heute viel besser, obwohl ich doch müde und genervt gewesen war ... ich fuhr wieder Richtung Hornburg, weil ich einen Fotoauftrag hatte ;-) ...
Für die Uwe`s in meiner Leserschaft ;-)
Gesehen auf der Straße nach Neindorf, von Wolfenbüttel aus, L620. Das war mir schon im letzten Jahr aufgefallen, und ich wollte meinem Fahrlehrer dieses Foto nicht vorenthalten ;-).
Ich bog kurz vor Hornburg links ab und fuhr auf meinen Lieblingsplatz, der Anhöhe bei Seinstedt. Ellie gekonnt geparkt - ja, das geht mittlerweile klasse - Helm ab, kleine Mädchenpause inne Büsche ... und dann Rundumblick und Feierabendchillen.
Stille - Weite - Abendlicht ... hier in die Landschaft zu gucken, das Mopped neben sich - allerbeste Feierabendentspannung für mich!
Einfach mal zugucken, wie sich ein Windrad dreht ... runterkommen vom Alltagsgenerve ... Entschleunigung der Gedanken ...
Strahlekeks-Gesicht zum Feierabend
Heute lief auch die Rückfahrt - über Groß Biewenden zurück nach Wolfenbüttel über die Dörfer Ohrum und Halchter bis zu Fritz Moto, meinem und Ellie's Haus- und Hofschrauber - gut.
Bei Fritz war ich einfach nur angehalten, um Hallo zu sagen. Es standen einige Moppedfreunde mit ihren Partnern dort, und ich blieb dann doch noch etwas länger. Zu faul, den Helm abzunehmen, in voller Moppedmontur, quasselte ich mich fest. Ich wollte ja eigentlich nur "ganz kurz" ...
Unhöflich, das mit dem Helm - aber bis ich diese Sturmhaube wieder zurechtgezuppelt habe, das dauert ...
Beim Abfahren war ich wie immer etwas nervös - bezüglich absaufen lassen oder doofe Fehler machen vor den Augen der Kunden von Fritz - aber alles lief bestens.
Der Weg zurück war schon im Dämmerlicht, und als ich um 18.30 Uhr zuhause ankam, war es fast dunkel.
Fazit: heute war ein guter Feierabend-Tripp gewesen. Obwohl ich bei Antritt der Fahrt mit so etwas positivem nicht gerechnet hatte! Kilometermäßig nicht viel, ca. 50 km, aber wieder etwas neues gelernt, und er-fahren, im wahrsten Sinne des Wortes!
Und als ich dann im Nachhinein erfuhr, dass Ellie wieder einmal, als sie dort bei Fritz vor der Garage stand, von einem Kunden als "neu" eingestuft wurde, freute ich mich noch einmal :-).
Vielleicht würde ich anders mit einem Motorrad umgehen, welches vollverkleidet ist. Wo man nicht soviel sehen kann, außer Verkleidung.
Aber mein Herz schlägt nun einmal für die alten Schätzekens. Für die Maschinen, die nackt daher kommen. Die, wo man noch sehen kann: es sind Motorräder. Die "unmodern gewordenen" - weil sie Macken haben, weniger Komfort. An der Leistung kann es nicht liegen - es gibt ganz viele Oldtimer, die brezeln einem die Falten aus dem Gesicht, wenn man sie losbrausen läßt!
Diese "alten nackten" Maschinen faszinieren mich einfach. Und sind, wenn man sie herzeigen möchte, putzaufwendig. Pflegeintensiver.
Das ganze Drumherum ist eine eigene Philosophie - die Leidenschaft für das Motorradfahren ansich. Die Vorliebe für eine bestimmte Gruppierung von Maschinen.
Also ICH habe ein grandioses Gefühl von "happyness", wenn ich bei einer Tourenpause im Gras vor meiner Maschine sitze, und sie blinkt und blitzt da in der Sonne vor sich hin.
Eigentlich steht da nur Blech, Chrom, Farbe und Schmiermittel auf dem Parkplatz herum. Andererseits ... seitdem ich mich an das Hobby herangetraut habe, stelle ich immer wieder und immer wieder neu fest, das diese Faszination MICH gesucht hat. Nicht ich SIE.
So definiere ich den Begriff "Schicksal" ... mir geht es nicht ums Herumrasen. Oder Angeben. Oder profilieren wollen. Von wegen "mein Haus, mein Auto, mein Motorrad - schaut her, wie cool ich bin - ich krieg zwar sonst mein Leben absolut nicht auf' Reihe, aber ich fahre Motorrad ...".
Nein danke!
So nicht ...
2013 - immer schneller, immer besser, immer neuer, immer weiter ... so tickt doch die Welt momentan! Wer nicht mitkommt, hat Pech gehabt. Wird abgeschrieben.
Diesem Sog entziehe ich mich bewußt, wenn ich mich auf Ellie setze. Ich lege im Kopf einen Schalter um, wenn ich den Helm aufsetze. Wenn ich den Zündschlüssel umdrehe. Ab dem Moment hat Hektik oder Streß in meinem Handeln nichts, absolut gar nichts mehr zu suchen! Das muß ich mir vor jeder Fahrt neu und ganz deutlich klar machen.
Leider muß ich mir das klarmachen ...
Warum leider? Nun, weil auf den Straßen (zumindest in Deutschland) eben KEINE Gemütlichkeit mehr regiert. Weil am Steuer telefoniert wird. Vorfahrt mißachtet. Gedrängelt wird. Wildwest-Alüren all überall. Auch in der eigenen Riege - Motorradfahrer sind keine Heiligen, beileibe nicht.
Das alles ist der Grund, warum ich am liebsten ganz früh morgens auf Strecken unterwegs bin, die von anderen meist gemieden werden: keine Kurven, keine High-Lights, viel zuviele Geschwindigkeitsbeschränkungen etc.
Hätte ich etwas zu bestimmen, dann dieses: jeder Autofahrer wird verpflichtet, ein bis drei Fahrstunden auf dem Motorrad zu absolvieren. Damit er mal ein Gefühl dafür bekommt, was Zweiräder sind. Was die Fahrer von Motorrädern plagt.
Es gibt einen schönen Spruch bei den Native's: "Wenn du wissen willst, wie es deinem Nachbarn geht, dann wandere ein Stück des Weges in SEINEN Mokkassins".
Soll heißen: erst, wenn man selber mal in der Situation steckt, bekommt man ein Gespür.
Nun denn ... träumen darf ich ja mal, gelle? :-)
Ich kann dich nur bewundern. Seit ich aus Irland zurück bin im vergangenen Sommer, bin ich keinen Meter mehr gefahren. Doch: Einmal zur Inspektion und zurück. Grmpff...
AntwortenLöschenUnd die vergangenen Tage schneit es wie blöde draußen.
Hei liebe Svenja, dafür bist Du soviele Kilometer gereist, wie ich wohl nicht in einem ganzen Saisonjahr schaffen kann ;-).
AntwortenLöschenJa, der Winter nervt mich unglaublich. Winter gehört in den Dezember, oder Januar. Und dann ist bitteschön ein Ende damit!