19.11.2012
Winter-Tagebuch
Sagenhafte
neunzehn Tage ohne Motorradfahren liegen hinter mir. Ich bin noch erstaunlich
gut drauf, weil bislang auch irgendwie jeden Tag etwas war!
Das
Wetter war seit 1.11. nur wenige Tage so schön, dass ich kaum in der Gefahr
war, neidisch zu werden auf die herumfahrenden Dauermotorräder.
Und dann hielt das erträgliche Wetter nur wenige Stunden an. Es ist durch die Bank weg um die 5-7°, und die Straßen sind jetzt stellenweise auch klebrig vom Streusalz. Ja, es hatte letzte Woche heftig gefroren – Minus 3° Mitte November. Bah!
Insofern bereue ich das Saisonkennzeichen nur ganz, ganz wenig.
Und dann hielt das erträgliche Wetter nur wenige Stunden an. Es ist durch die Bank weg um die 5-7°, und die Straßen sind jetzt stellenweise auch klebrig vom Streusalz. Ja, es hatte letzte Woche heftig gefroren – Minus 3° Mitte November. Bah!
Insofern bereue ich das Saisonkennzeichen nur ganz, ganz wenig.
Gestern
sind meine Nachbarn auf Tour gegangen. Lächerliche Stunde waren sie unterwegs. Es
war 9°, Sonne schien. Pah! Albern. Ich wäre mit Sicherheit erst nach 2 – 3
Stunden wieder da gewesen! Außerdem sehe ich mit Moppedklamotten tausendmal
besser aus!
*Arroganz- und Neidmodus off*
Ellie steht seit 16.11. konserviert in der Garage. Ihr Herz (Batterie) ist ausgebaut und im Arbeitszimmer deponiert; wird regelmäßig an‘s ProChargerLadegerät angestöpselt.
Ellie steht seit 16.11. konserviert in der Garage. Ihr Herz (Batterie) ist ausgebaut und im Arbeitszimmer deponiert; wird regelmäßig an‘s ProChargerLadegerät angestöpselt.
Noch lädt es - Batterie war auf 75% - gekauft wurde sie vom Vorbesitzer 03/2012
Das Foto vermittelt dem
Betrachter den Eindruck, als wüßte ich genau, was ich da getan habe, gelle? ;-)
Nach dem Lesen der Bedienungsanleitung des ProChargers war auch alles klar,
Plusklemme an Pluspol, Minusklemme an Minuspol. Ich hatte es dreimal
kontrolliert!
Ellie sieht
saudreckig aus, klebrig. Das ist dieses Konservatorspray.
In ihrem
Auspuff steckt ein Lappen drin. Damit sich über Winter nicht irgendwelches Viechzeug häuslich in dem Rohr einnistet! Und aus dem Vergaser ist das Benzin abgelassen.
Der
Vorderreifen war ohne Befund – Fritz hatte ihn ausgebaut und fünfzehn Minuten
im Wasserfaß ersäuft. Aber es kamen keine Luftblasen hoch! Was in dem Fall gut
ist – nicht zur Nachahmung mit einer lebenden Person empfohlen! ;-)
Nun ist
der Reifen auf 3,5 bar aufgepustet. Und Ende Februar, wenn Fritz Ellie wieder
abholt, waschen fährt und alles wieder startklar macht, wird auch der Reifen
erneut begutachtet.
Das
Waschen ist mir immer noch nicht geheuer. Ich habe Schiß, mit dem
Hochdruckstrahler irgendwas kaputt zu pusten. Deshalb habe ich Fritz
beauftragt.
Er wird
schon wissen, was er tut. Schließlich düst er seine Enduros ja auch andauernd
sauber, hat also Übung mit sowas!
Besonders
hatte ich mich über die Einladung von Fritz zur kleinen Weihnachtsfeier an
Heiligabend, 10 Uhr in der Werkstatt – Bratwurst und Glühwein – gefreut. So wirkt Ellie also auch noch dann, wenn sie stumm und
bewegungsunfähig in der Garage ihren Winterschlaf macht. Irgendwie toll!
Ellies
Kette werde ich selber sauber machen und neu fetten. Ich bin schon ganz
gespannt, wie ich das hinkriege. Alte Lappen habe ich genug – meine weißen American-T-Shirts
eignen sich prima dafür. Da bin ich sowieso seit Jahren rausgewachsen – da
würde ich heute nämlich zweimal reinpassen! Foto folgt später – Kettenreiniger
und weißes T-Shirt – sieht bestimmt krass aus :-D.
Der neue
Stammtisch in Weddel, einmal im Monat, immer den dritten Donnerstag, scheint
ganz nett zu sein. Das Dorfgemeinschaftshaus ist günstig, hell und die
Bedienung freundlich und natürlich. Die Preise sind SEHR anständig – 1,20 Euro
für einen Becher Tee. Das ist klasse!
Lustig
übrigens, dass meine Fahrschule einigen der Stammtischlern auch ein Begriff
ist.
Was die
Leute so erzählen, von ihren Touren, ist auch spaßig – vor allem, wenn es in
dem Bereich ist, den ich hier auch andauernd fahre :-D.
Mit den
anderen Zielen (Österreich, Alpen, Ausland) kann ich nicht mithalten – und
möchte es auch nicht. Aber in Dänemark möchte ich auch mal fahren.
Der
Wolfenbüttel-Stammtisch in Wittmar gefällt mir immer besser. In der nächsten Saison findet sich bestimmt was im Punkt "Ausfahren".
Mein
Neueinstieg bei Netbiker.de ist gemacht. Es läuft ganz okay. Auch hier: mal schauen, was sich entwickelt.
Mit
Krampf geht sowieso gar nichts – das Fahren nicht, und das Leben erst recht
nicht! Mit Hektik kippt man um, fährt nicht sicher.
Genauso
im Leben – droht Hektik, schalte ich neuerdings einen Gang zurück, und
betrachte mir das erstmal. Niemand zwingt mich dazu, alles jetzt gleich und
sofort zu machen.
Schwierige
Lektion für eine HSP-Type wie mich. Aber nicht unmöglich. Hey, ich habe in
meinem Alter den Motorradführerschein gemacht. Raus aus der Komfortzone, raus
aus den alteingefahrenen Spuren.
Midlife-Crisis?
Nein. Das war ein schleichender Prozeß – ich war schon seit zwei Jahren
unzufrieden mit meinem Schicksal dort in Dänemark. Immer nur alleine campen –
kaum noch einer in meinem Alter da. Der weite Anfahrtsweg.
Ich
wollte etwas verändern, wußte aber nicht, was und wie. Gott hat da einen viel
klügeren und nachhaltigeren Weg für mich gehabt. Ich hätte nie an so etwas
gedacht, nie, nie, nie.
Der
Ablöseprozeß war schwierig, ja. Und schmerzhaft. Ich vermisse den kleinen
Wohnwagen immer noch sehr. Den Platz, das Strandspazieren, die Gräber der
Meeris. Ich darf das vermissen – es hatte 31 Jahre zu meinem Leben gehört. Mehr
Zeit, als ich jetzt alt bin!
Meine
abendliche Freizeit verbringe ich jetzt in der Winterruhe nun mit oftmals recht
exzessiven Walkingrunden – warm eingepackt, und mit Stirnlampe, wegen der
Dunkelheit!
Anschließend
ein heißes Bad und Gemütlichkeit in meiner Wohnung.
Kerzen,
leise Musik, gedämpfte Beleuchtung, ein gutes Buch …
Außerdem
folgen nun streßfreie Einkäufe - bei den Motorradausstattern. Gerade stocke ich
auch meine Campingausrüstung – Motorradgeeignet – auf.
Zum Ende
der Saison gibt es sagenhaft günstige Angebote. Beinahe jede Woche kommt
irgendwo ein hoher Rabatt.
Hier ...
oder hier ...
... mhm ... fast wie Ellie und ich!
Meine neue
Moto-Detail-Soziustasche von Louis ist klasse – da paßt soviel rein, dass ich
mit Sicherheit eine komfortable Übernachtung hinkriege (mit ausreichend
Klamotten zum Wechseln, sogar ein Paar Schuhe passen da locker dazu).
Total wichtiges Geraffel - "extra für's Foto" - ja, nee, is' klar
Wenn ich
meine Fotos, auf denen ich mit Ellie abgebildet bin, so ansehe, dann muß ich
lächeln und fühle mich total glücklich und froh. Sooo lange ist die Winterpause
ja nicht. Dank der Stammtische und freundlichen Einladungen wird die Zeit wie
im Fluge vergehen.
Auch für
meine Freunde habe ich jetzt mehr Zeit. Und ich selber komme innerlich ebenfalls zur Ruhe,
genieße meine Wohnung (mal mehr, mal weniger – je nachdem, wie die Nachbarn
nerven), lese, höre leise Musik, verzichte ganz oft auf die Flimmerkiste - und
führe wieder Tagebuch.
Der gemütliche Sitzplatz,
Essplatz, Leseplatz, Schreibplatz …
Ich
trage sehr viele Gedanken in mir, Ahnungen von Strukturen, wie sich alles
bislang gefügt hat. Ich erlebe auch ohne Ellie trotzdem andauernd kleine
Wunder. Beim Einkaufen, oder halt auf der Arbeit. Erlebnisse, die normal
aussehen, sich dann aber im Nachhinein als etwas Besonderes herausstellen. Und
immer wieder den Bezug haben … zum Motorradfahren. Krass, wie sich das alles
zusammen tut!
Auch
meine gefühlte Nähe zu Gott ist wiedergekommen. Er hat sich ja nie entfernt,
nur ich war ständig so unter Strom … Alles hat seine Zeit, und ganz vergessen
hatte ich Ihn ja sowieso nie.
Momentan
geht es mir innerlich die meiste Zeit wirklich richtig gut.
Und die
Termine für nächstes Jahr häufen sich auch allmählich – krass :-D – ein
Beispiel: guckst du ;-) …
Ja, man kann nie früh genug wissen, wann gefeiert wird, hihihi

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