Ellie und ich

Ellie und ich

Mittwoch, 12. Dezember 2012

1. September 2012 - Weisser Sand, große Steine und kein Halten



1.9.

Ellie hat eine neue Straßengarage. Nachdem ich gestern bei POLO Braunschweig zwei Stunden darauf gewartet hatte, dass das Gewitter endlich abhaut, wollte ich nicht nur mit einer Flasche Putzmittel wieder nach Hause fahren. Also kam die knallrote Haube dazu. Rote Maschine, rote Haube – logisch, oder?
Steht zwar POLO drauf, und ist Kawasaki drunter – aber ’ne Mogelpackung ist es trotzdem nicht ;-)

Heike auf der Rückfahrt von Braunschweig nach Cremlingen - A39, Sprühnebel, Wasserlaachen in den Spurrillen – pft, am meisten nervte mich nicht die Feuchtigkeit, sondern ... genau ... Spritzwasserdreck!
Aber dank Caramba Magic Wonder  (DER ultimative Zauberreiniger) war gegen 10 Uhr heute morgen wieder alles paletti. Ellie blitzte und blinkte wieder wie neu!
Einmal hielt ein großer Combi neben mir, ein älterer Herr lehnte sich aus dem Fenster und kommentierte meine gründliche Handputzarbeit lächelnd: „Das ist große wahre Liebe, wie mir scheint!“
Meine Antwort mit strahlendem Lächeln: „Aber hallo!!!“ Dann wünschte er mir noch „Allzeit gute Fahrt und schönes Wetter heute“ und fuhr wieder ab.
Das Straßenputzen hat also auch nette Seiten :-). Ansonsten empfand ich das nämlich immer als ätzend - von allen Seiten beglotzt zu werden, wie ich da unter der Maschine liege und wienere!

Um halb 11 ging es dann aber endlich los.
Ich schwitzte mir einen ab mit den langen Kniestrümpfen und dem nun eingezogenen Jackensteppfutter, aber beim Fahren war das wirklich nötig. Sonne wurde weniger, Wind pfiff, und irgendwann tütterte ich mein Schlauchhalstuch als Sturmmaske um den Kopf. Haarfrisur war am Ende der Tour eine absolute Oberkatastrophe – aber mir war wenigstens nicht mehr kalt im Genick ...

Bei Fritz Moto in Wolfenbüttel zwei Kaffee eingeschüttet – und noch interessiert zugeschaut, wie ein Enduro-Motorrad aussieht. Nachdem es im Einsatz gewesen ist!
Der Putzteufel in mir war am heulen – soviel schöner Dreck! Aber DA wäre selbst ich mit dem Hochdruckreiniger dran.

Weiter ging es dann Richtung Hornburg, und dann einen Abknicker in Richtung Helmstedt. Das Wetter wurde nordisch: viele dunkle Wolken, kalter Wind – und meine beheizten Handgriffe kamen zum Einsatz. Ich hatte meine dickeren Handschuhe erfolgreich zuhause liegen lassen, ich Töffel. Ich sah auch relativ wenig Motorräder. Vielleicht hockten die noch daheim und warteten auf besseres Wetter ...

Schöningen durch, dann weiter nach Helmstedt. Tanken brauchte ich nicht, Pippi war auch noch nicht nötig, Kaffee hatte ich ja schon gehabt – also weiter. Schräg rechts hoch Richtung Wolfsburg. Kam ich aber nicht hin. Der Verkehr auf der 244 war nämlich eklig – die WOB-ler fahren echt krass ... also abdrehen und über die Dörfer. Ich bin wirklich kein Freund von vielbefahrenen Ortsumgehungsstraßen!

 Irgendwann fuhr ich über die Autobahn (A2) rüber, und kurz vor dem Dorf Uhry sah ich rechts etwas Smaragdgrünes und Schneeweißes in der Landschaft aufblitzen. Blinker raus, und da war zu meinem Glück auch ein legaler Informationsparkplatz.

Das Gebiet nennt sich „Weisse Sande“ – als die Sonne mal rauskam, blendete dieser Quarzsand und das Wasser in der Grube leuchtete wie ein Smaragd. Wunderschön !!! Durch Zufall entdeckt – insofern dank an den Chaosverkehr da auf der 244, der mich dazu nötigte, woanders längs zu fahren :-).



 Nach einer kleinen Anstaun-Pause fuhr ich weiter Richtung Königslutter. In einem Dörflein namens Groß Steinum sah ich den Hinweis „Steinum Klippen“ und fuhr dem nach. Bei Grabungen wurden Findlinge freigelegt, und an einem Platz in Groß Steinum (daher auch der Name) deponiert.

Ein netter alter Herr, der dort auf einer Bank saß (und mich erst nicht als Frau erkannte – erst als ich den Helm abnahm, griente er ganz erstaunt „Oh, eine Amazone auf zwei Rädern“) erzählte mir noch ein wenig über die Dorfgeschichte, während ich mein Streuobst (bei Jerxheim gibt es so tolle, alte Birnenbäume an der Straße – die Früchte sind SAUlecker!) futterte.

 Ellie wartet wie immer geduldig am Straßenrand auf mich; hier: Groß Steinum

Das bewaldete Gebiet, an dem die kleinen Orte Uhry, Beienrode und Steinum liegen, nennt sich „Dorm“ (Zitat aus Wiki: Der Dorm ist ein von West-Nord-West nach Ost-Süd-Ost verlaufender Höhenzug in Niedersachsen von fünf Kilometer Länge und zwei Kilometer Breite. Er liegt nordöstlich des Elm, westlich des Lappwaldes und südlich der Autobahn 2) und ist wie eine kleine Schwester der Asse. Schön hügelig, und dort drin gibt es sogar ein Großstein-Grab. Da der Weg dahin aber lang aussah, und die Straße für Motorräder nicht erlaubt war, habe ich mir den Besuch dort für einen späteren Zeitpunkt aufgehoben.

 An Königslutter vorbei, durch den Elm durch ging meine Runde dann weiter. Am Tetzelstein (DER Moppedtreff schlechthin bei den hiesigen Motoristen; hier trifft sich alles, was sich zeigen will; manch einer macht seine Ausfahrt nur bis hierher, pausiert, und fährt dann wieder heim - äußerst öde Angelegenheit für mich!) standen sehr viele Motorräder, und kurz überlegte ich, eine weitere Pause einzulegen. Da es aber schon 16 Uhr war, und die Sonne endlich mutiger wurde, schenkte ich mir den Besuch dort. So lang ist die Saison nicht mehr, und ich wollte lieber fahren anstatt Augenkino zu halten.

So ging es dann an der Asse längs, über Dettum, Volzum und Sickte zurück nach Hause, wo ich müde, hungrig, aber glücklich und entspannt ankam. Der Tag wurde voll ausgekostet!

Alles in allem hatte ich heute knapp 200 km gefahren, war 7 ½ Stunden unterwegs gewesen. Ohne Kartenvorbereitung! Nur drei echte Pausen gemacht, ansonsten gefahren, gefahren, gefahren. Kurven gingen recht ordentlich, 80 bis 100 km/h wurden auf den Landstraßen erreicht, aber da wo es möglich war, cruiste ich lieber – und da wenig Autos unterwegs waren, hatte ich auch kaum „Fahrstreß“ mit den Blechlingen ...

Fazit: der erste September roch schon nach Herbst. Und von der kühlen Luft her IST schon Herbst. Die warme Funktionskleidung wird jetzt wohl doch nötig sein. Aber solange es nicht regnet, werde ich unterwegs sein. Ellie hat jetzt 12.300-irgendwas auf der Uhr – ich bin also in ungefähr fünf bis 6 Wochen satte 3.200 km gefahren.

Wenn ich ruhig bleibe, schaffe ich sogar eine 180° Wende auf engstem Raum (Parkplatz).
Schritttempo konnte ich in der Fahrschule ja schon immer super, was bei Staus an Ampeln ein Vorteil ist. Beim Überholen werde ich mit dem „Gas durchziehen“ auch langsam mutiger. Und kleine Stücke auf der Stadtautobahn lassen mich nicht mehr angstschwitzig werden. Ich scheine mich zu steigern, was das Straßen- und Maschinengefühl angeht.

Eine Heizerin werde ich aber nie werden, das weiß ich jetzt schon. Klar macht das Laune, wenn ich Ellie mal losjage – dieses 135 km/h Fahren mit Tina und Barbara (Tina's Mama) vor einigen Tagen war schon klasse für das Adrenalin. Und fürs „Freipusten“ von Ellie auch.

Am wohlsten fühle ich mich aber nunmal beim Cruisen, da hat mein Fahrlehrer mich schon super eingeschätzt.

Gruß an alle, die heute am Tetzelstein waren, und sich gezeigt haben ;-). Nur aus den Augenwinkeln hatte ich einige gesehen und trotzdem nicht gehalten – nicht, weil ich so schnell war, sondern weil ich lieber woanders hinschaute :-). Zwischen Ellies "Ohren" durch, auf die Straße :-).

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Danke für Deinen Kommentar. Er wird so schnell wie möglich von mir freigeschaltet, wenn er den Datenrichtlinien entspricht. Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Das war vor der neuen Datenschutzverordnung auch so, nur interessierte das sehr viele einfach nicht. Nun müssen wir Blogger euch aber davor warnen. Tue ich hiermit. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung -siehe: Impressum