Ellie und ich

Ellie und ich

Freitag, 7. Dezember 2012

18. August 2012 - Meinersen mit Backofentemperaturen



18.8.

Der Wecker piepte um 7 Uhr – uah – warum? Urlaub?!

Ach so, ja klar, neue Tour und draußen sollte es heiß werden, sagte der Wetterbericht. Wie recht die hatten ...

Frohen Mutes durch die Wohnung gehudelt, dann saß ich dann um 8:10 Uhr auf Ellie und düste los.

Zunächst mal durch die Stadt, auf altbekannten Pfaden: die bin ich auch immer mit der Fahrschule getuckert.
Hatte ich jemals Schiß gehabt, beim Stoppschild?
Oder vor der Ampel? Von wegen, Motor abwürgen oder nicht gut wegkommen?
Heute ging mir das so locker von der Gashand. Macht wohl doch die Übung. Hatte mein Fahrlehrer also mal wieder recht gehabt!

Diesen Tag sollte es nach Müden/Aller gehen. Sollte!

Die Hauptstraße in Groß Schwülper ist eine Prüfung für lose Zähne, lose Schrauben und den Beckenboden. Weia, wie grottig kann man eine Straße flicken!
Ich war froh, als ich da raus war.

Später fiel mir einmal auf - als ich die gleiche Strecke mit dem Auto abfuhr - : mit Autoreifen waren diese Flicken kaum zu merken. So unterschiedlich ist das Fahrgefühl im Vergleich zwischen Auto und Mopped!

Kleinere darauf folgende Dörflein wurden gemütlich durchfahren, um die Uhrzeit waren höchstens die Traktoren in Gange oder Muddi mit Kiddelschürze und dem fetten Dackel im Schlepptau. Es war wieder mal herrlich, mit Ellie da durch die Lande zu tuckern. Die Sonne wärmte schon ordentlich, die Luft war aber noch sehr angenehm frisch und voller Energie. Ich sah Ortschaften, die kannte ich bis dahin nicht. Und alles nur 30 bis 40 Kilometer von mir zuhause entfernt!

In Meinersen kam ich an einem Wehr vorbei, und wollte erst einmal gemütlich frühstücken.
Also Blinker raus, und rechts rein über den kleinen Parkplatz am Wehr geblubbert. Mist – alles Schotter, nix gut für Seitenständer. Also noch 'ne Runde, und dann 1a am gut gepflasterten Rand geparkt. Ich war SO stolz auf mich!

Erstmal raus aus der warmen Moppedjacke, Helm in das seitliche Helmschloß gehängt, Schloßbügel einschnappen lassen, Jacke über den Lenker gehängt. Wird schon keiner klauen!




Ich suchte ein wenig im Gebüsch herum (ja, super Pipiplatz da hinter den Mülltonnen! erst später kam ich zu der Erkenntnis, dass es im Café auch so etwas gab). Ein toller, kühler Rastplatz wurde dann direkt unten am Okerwehr gefunden. Ich setzte mich auf die Betonbrüstung am Wasser, Stulle und Obst wurden aus der Bordverpflegung ausgepackt, und ich guckte freudig in das Wasser und mampfte dabei mit gutem Appetit. Kleine Fische waren da auch, und sie bekamen einige Brotkrümel ab. Hui, wie die sich darum gekloppt hatten!

Das Leben war herrlich!

 


 Ich sitze, ich schaue, ich esse und ich genieße (Foto mit Selbstauslöser; es war eine Leistung, in 10 Sekunden wieder auf meinen Platz zu sprinten, dabei eine Furt zu überqueren, nicht auf den Hintern  zu glitschen, UND anschließend totaaal locker und entspannt glücklich auszusehen - mein roter Kopf kommt also nicht allein nur von der Sonne)


 Gegenüber mühten sich einige Figuren mit einem Boot ab. Sie versuchten, mit sechs Leuten das Ding auf dem Trailer den Abhang hoch zu schieben. Sah anstrengend aus. Hah! Auch andere Leute und andere Fahrzeuge haben Mühe mit Steigungen !!!

Ausgleichende Gerechtigkeit!



Ich war dann gestärkt, und wollte mich noch kurz ein wenig bewegen. Gegenüber vom Wehr war ein Antiquitätenkaffee, welches diesen Tag sein 25-jähriges Jubiläum hatte. Trotzdem durfte ich mich innen umschauen. Sehr schöne Einrichtung, und alles käuflich. Hurige Angelegenheiten also!

Die Leute waren schwer beschäftigt, trotzdem sehr nett, sehr freundlich und ich bekam noch einen Visitenkarte und eine Einladung: hätte ich noch eine Stunde gewartet, hätte ich auch Schnittchen bekommen und Sekt und und und ...

Aber die angedrohte Jazz-Band hielt mich dann doch davon ab, da zu verweilen. Bei Jazz krieg ich Flöhe im Gehirn, diese Musik macht mich hibbelig.

Also lieber Flucht – schade um die Schnittchen, aber ich wollte ja auch weiter!

Ich beäugte mir noch schnell die im Garten ausgestellten Oldtimer-PKW (echt tolle Teile dabei ... was für Chrom, was für Monsterkühlergrill-Vorbauten ...). Und dann wollte ich weiter. Es wurde langsam echt eklig heiß in der Sonne.

Da traf ich auf dem Parkplatz, wo Ellie stand, zwei Leute aus der Truppe, die vorhin da mit dem Boot geastet hatten.

Es stellte sich heraus, dass es Mitarbeiter vom AOLG waren, Aller-Oker-Lachs-Gemeinschaft. Da ich Lachs mag, fand ich die Idee auch klasse. Gegen Lachse in der Oker ist nun wirklich nix einzuwenden, oder?
Ich glaube aber, die meinten das mit dem Schutz gaaanz anders - so hörte sich das nämlich an ;-)
 
Da wir uns gegenseitig sehr sympathisch waren (wie gut, dass sie meine Gedanken an Lachs in Senfsoße nicht hörten), wurde aus der kurzen Begegnung dann doch noch eine dreissig minütige Unterhaltung.

Ich bekam noch eine Gratisführung in das Lehr-Haus der AOLG (direkt hinter dem Café), bekam den „Taufstein“ gezeigt, wo vor kurzem ein evangelischer Pastor bis zum Oberschenkel mit Talar im Bach stand, und fünf Kinder taufte (toll – kenne ich sonst nur von den Freikirchlern!), an einem Seitenarm der Oker konnten wir Prachtlibellen bewundern (jungejunge, die haben grün geschillert, wirklich eine PRACHT) ... alles in allem echt idyllisch dort – leider wurde es immer heißer, und ich konnte dann nicht mehr. Die Hitze machte mir echt 'nen dicken Schädel.
Den Besuch in Müden schenkte ich mir dann, denn bei den Temperaturen einen Stadtbummel machen, das war keine gute Idee mehr.
So mußte ich mich leider von den netten Leuten verabschieden.

 Hier seht ihr den Taufbach mit dem Taufstein


Vorab bekam ich aber noch einen echten Insidertipp über eine kleine Landstraße, die kaum einer kennt, und auf der bin ich dann bis Schwülper zurück gefahren. Legal, auch für Motorräder erlaubt – und kein anderer Fahrer unterwegs. Ja, sowas gibt es noch in Deutschland!
Wo das ist?
Sag ich nicht !
Werd ich höchstens mal zeigen!

Zuhause angekommen, war ich klatschnass. Kurz umgezogen, neue Wäsche an, und weiter – schließlich war ja Sommerfest bei Fritz, meinem Haus-Mechaniker in Wolfenbüttel (F.R.I.T.Z Moto).

Mittlerweile war es High-Noon, und mir war irgendwie schmummerig in der Mittagshitze. Aber mein Unwohlsein schob ich weg - nix da, keine Schwäche zeigen! Mopped fahren !

Lustig war es dann bei Fritz, gute Stimmung, gute Mucke (aaaaaaaaaaah – Metal!), lecker kaltes Alkfrei, lecker Bratwurst – und lecker heiß ... ich saß unter einem Gartenpavillion-Dach, meine Moppedklamotten klebten mir am Körper, aber das eiskalte Alkfrei-Bier schmeckte herrlich. Die Füße kochten, und meine Finger hatten was von Bockwürsten, während AC/DC auf mich eindröhnte.

Gegen halb drei (also halb fuffzehn Uhr) fuhr ich heim – und dann ging ich nur noch gegen Abend wieder raus, um Ellie die Fliegen abzuputzen. Die Luft war bratpfannenartig - sie haute einen um.

Morgen soll es ja genauso heiß werden – und ich wollte vor dem Gottesdienst doch noch 'ne kleine Runde drehen. Also wieder früh raus !!!

Und das im Urlaub – ich hab 'ne Macke.
Klaro – Moppedfahren-Macke.

Süchtig – aber bis über beide Ohren! Wer hätte das gedacht ...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Danke für Deinen Kommentar. Er wird so schnell wie möglich von mir freigeschaltet, wenn er den Datenrichtlinien entspricht. Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Das war vor der neuen Datenschutzverordnung auch so, nur interessierte das sehr viele einfach nicht. Nun müssen wir Blogger euch aber davor warnen. Tue ich hiermit. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung -siehe: Impressum