Ellie und ich

Ellie und ich

Mittwoch, 5. Dezember 2012

17. August 2012 - glasklare Erkenntnisse aus Schadensfällen




Seit 12.8. fahre ich jetzt. Angefangen mit kleinen Hausrunden von wenigen Kilometern.
Heute auch mal wieder!
Immer noch Sommerurlaub. Genial!

Erst zur Firma, noch drei Tage Urlaub nachschieben. Bei DEM Wetter - das muß ich ausnutzen! Außerdem brauche ich Fahrpraxis! hihi (wissendes Gelächter) ...

Dann noch schnell volltanken, Luft kontrollieren.
Und ab dafür - 11 Uhr los, ins Umfeld von Salzgitter bis nach Schladen raus. Straßen von "traumhaft allein - geile Alleen - lieb grüßende alte Opis und winkende, begeisterte Kinder" über "naja, der Belag könnte auch mal geglättet werden" bis "zum Kotzen LKW-lastig" (die B82 ...) - alles dabei.

Irgendwann wieder vertrautes Terrain - Börßum.

Mir tat der Hintern weh, und ich brauchte dringend eine Pause. Also wie immer, rauf auf den Berg bei Seinstedt.


Pinkelpause im kleinen Waldstück (bis man sich da wieder vernünftig eingeplünnt hat - boah ey) - von einem pflügenden Ackerbauern neugierig beäugter Rückweg über das Feld ... schnell noch einen Apfel gegessen (ohne Schnitte auf Tour - blöde Idee!!! Futter ist wichtig für ne Moppedbiene! das merk ich mir).

Und dann fix weiter - ich mußte ja zu Fritz, meinem HausUndHofWerkstättler. Den kaputten rechten Vorderblinker (Glas) ersetzen lassen.

Kaputter Blinker ??

Ähm ... dumme Sache ... am Dienstag, 14. August passiert ... doof um die Kurve, uneinig mit dem Radfahrer (fährt der nun los, oder was???) und zu langsam geworden ... Ellie und die Fahrphysik ... peng ... lag sie da... shice ... Blinkerglas gesplittert, und am Stoßbügel Lack ab, Spiegel geschrammt ... heulheulheul ... meine geprellte Hand war mir sowas von egal in dem Moment ... mein Moppedkumpel, mit dem ich an dem Tag eine längere Tour gefahren bin, hob Ellie auf und stellte fest: bis auf die Schrammen alles schicko.

Der liebe Tommy von Tommys Autoservice in WF sprühte mir anschließend schwarzen Mattlack auf, und an den Stellen sah man dann nix mehr blank blitzen ... nur die Schrammen an der Armatur konnte ich nicht mehr verstecken ... arme Ellie!

So - und heute, kurz vor Bornum, ungefähr 10 km von FritzMoto entfernt, bemerkte ich dann also, dass ich meine Hecktasche nicht geschlossen hatte.

Schlecht, weil da soviel Kram drin war, der rauszufallen drohte.

So sah das aus:



Also rechts ran, zum Tasche zuzippen. Zum Glück war da ein kleiner Teerplatz zum Anhalten.

Durch die Hitze hatte ich die Hose unten offen gelassen - dumme Idee! Denn beim Rausklappen des Seitenständers verhakte sich die Lasche des Reißverschlußes und der Seitenständer war nicht ganz raus. Ich wollte runter vom Mopped, und da kippte sie mir nach links weg (mal was neues ...).

Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah - ich fasses nicht - ich DOOOF ... schnell Notaus-Knopf, und dann versuchte ich sie hochzuwuchten ... Hält wenige Sekunden später ohne Rücksicht auf den nachfolgenden Verkehr ein Sprinter, und ein polnischer Genosse sprintet vom Beifahrersitz. "Alles okay? Darf ich helfen?" ............ DARF !!!Er fragte, darf .... !!!
Ja - bitte bitte ... Und so fix wie wir Ellie aufrichteten, waren die beiden auch wieder weg - er wünschte mir noch "Weiterfahrt bitte gut fahren!" und fuhr von dannen.

Ich brüllte noch "Sie sind ein ENGELLL" hinterher - ich hoffe, er hat es gehört.

Bis auf einen stinkenden Fleck auf der Straße und mal wieder eine Schramme am Stoßfänger mehr - nix.

Nassgeschwitzt und stinkewütend auf mich selber fuhr ich bei Fritz vor, der mir an der Nasenspitze ansah, was los war... ein Sprüher mit Schwarz-Matt, alles erledigt. Nächster Einkauf: Lack - SchwarzMatt. Und ne Riege Pinsel...
Und das verbogene Innenleben vom Blinker vorne zauberte er auch wieder hin, so dass das Blinkerglas paßte.

Tröstende Worte kamen hinzu - Service rundum sorglos. Tröstende Story "Kumpel ist sein Bike in den Asphalt eingesunken, weil die Straße so aufgeweicht war", und meine Augen wurden immer größer vor Panik.
Was für unbekannte Horrorszenarien mich da überfluteten!

Ich bekam dann eine "Unterlegung" geschenkt - so eine 8x10 cm große Platte, zum Unterlegen unter den Seitenständerfuß - für "Einsinkgelände".

Nun muß ich üben, wie ich die Unterlegung unter den Ständer bekomme, ohne das Ellie wieder umkippt. Irgendwie und irgendwann lerne ich das noch. Das klappt schon noch alles - immer mit der Ruhe!

Und wenn sich hier jetzt jemand über mich lustig machen sollte: mir wumpe egal - ich bin sicher, dass andere Fahranfänger heimlich dankbar sind für meine Storys - denn Klugschwätzbemerkungen kriegen wir "Newbies" ja schon genug - am Nettesten sind bislang die Passanten gewesen, die ich auf meinen Tripps kennenlernte. Die "eigene Riege" ist mir schon recht arrogant entgegengekommen!

Nach Fritz' Helferaktion und einem Becher des besten Kaffees in Wolfenbüttel fuhr ich dann heim - schnell was Futtern und dann weiter zu einer anderen Kaffee-Einladung.

Meine mitgenommenen Badeschlappen ließen meine dicken Füße endlich aufatmen. Diese Moppedstiefel sind sehr sinnvoll, sehr warm und sehr ätzend, wenn man irgendwo im Garten sitzt und heißen Kaffee trinkt. Ein Hoch auf meinen erweiterbaren Sozius-Sitzbankrucksack!!!

Beim leckeren Kuchen chillte ich dann - und das Resumée des Tages: knapp 170 km. Und wieder eine Menge Neues gelernt.

Mit Hektik wird das Fahren grottig. Lieber einen Gang zurückschalten. Sinnig bleiben. Nicht aus der Ruhe bringen lassen.

2 Kommentare:

  1. Hallo Heike,
    ich lese grad seit heute deine Story. Stecke grad selbst mitten im Mopped-Führerschein und habe das Handicap, bis heute (36 Jahre alt) ausser in der Ausbildung kein einziges motorisiertes Fahrzeug je selbst gesteuert zu haben.
    Dadurch habe ich es mindestens so schwer wie du seinerzeit. Ich wollte dir grad mal bestätigen, dass ich deine Berichte tatsächlich so hilfreich und mutmachend sehe, wie du das gerade weiter oben schriebst ;-)
    Viele Grüsse, Michael

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  2. @Herbert
    Moin Du - herzlichen Dank für Dein Feedback! Dann wirst Du sicherlich schon den Anfang "Wie alles angefangen hat" gelesen haben? Da wird sehr deutlich, was da anfangs noch so alles schief lief ;-).
    Ich wünsche Dir weiterhin Erfolg bei der Ausbildung und vor allem viel Hoffnung in Deine Fähigkeit zu lernen.
    Autofahren ist immer noch das häufigste Fahren bei mir - das Motorradfahren ist Genuß.
    Diese Saison bin ich nicht mehr so süchtig, und ich habe andere Herausforderungen zu meistern. Man wächst wirklich mit seinen Aufgaben :-)
    Daumen hoch und alles Gute für Dich!

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