Ellie und ich

Ellie und ich

Donnerstag, 3. Dezember 2015

3.12.2015 - Ellie und nette Weihnachtserfahrungen

3.12.2015

Das Wetter heute war ein Traum. Eine Unpässlichkeit, die mich seit längerem im Griff hatte, mußte jetzt ausheilen - so mein Beschluß. Und was bringt bessere Gesundung als eine Tour?

Ich packte mich gegen 13 Uhr auf Ellie, warm eingemummelt. Die Sturmhaube wurde bis an die Nasenwurzel heran gezogen. Hauptsache, der Kopf ist gut gegen Zugluft geschützt!

Die Sonne wärmte mich wie im Herbst. Kein Wunder, bei Außentemperaturen von 11° im Schatten und bestimmt 22° in der Sonne!

Ich fuhr mit der Sonne im Gesicht. Meine Sonnenbrille war aber zu dunkel für das funzelige Dezemberlicht. Nun denn, Kopf senken, Helm runterziehen - dann ging es. Die Hausrunde über die Dörfer, die Asse, Richtung Osterwieck. Meine Nebenhöhlen dankten es mir. Ich mußte öfter anhalten und die Laufnase trocken legen.
Aber das störte mich nicht, denn so kam ich auch zu vielen Fotogelegenheiten. Das tat so gut, den Blick in die Ferne auf den Harz gerichtet. Die Umgebung mal wieder hautnah zu erleben.




In den kleinen Ost-Dörfern hinter Hornburg sah ich einige Male schön geschmückte Bäume auf freien Plätzen. Richtig mit Geschenkkartons behängt. Hier ein Beispiel:

Im Hintergrund der dorfeigene Weihnachtsbaum


Ich tourte gemütlich und ohne viel Nachzudenken in der Gegend herum.
 

Naseputz- und Fotopause
 
Bitte nicht füttern stand auf dem Gehegeschild. Die Ziegen fanden das doof und meckerten und schmatzten mich an. Sorry, ihr Süßen - Wunsch eures Besitzers geht vor.


Die Nase lief, der Kopf wurde frei. Endlich keine Kopfschmerzen mehr. Die frische Luft tat supergut. So spurte ich Kilometer für Kilometer. Angehalten wurde nur zum Naseputzen.

Der Harz leuchtete blau am Horizont, und dieses Lied "Von den blauen Bergen kommen wir" kam mir in den Sinn. Dieser Ohrwurm verließ mich erst auf der Arbeitsstätte vom Zettfahrer.

In Stötterlingen war Baustelle. Ich fuhr heran, bis die Zufahrt tatsächlich nicht einmal mehr über Bürgersteige zu befahren war. Ein Anwohner zeigte mir dann einen Schleichweg zur Landstraße. So lernte ich den kleinen Ort mal von der ursprünglichen Seite kennen. Kopfsteinpflaster, kleine restaurierte Häuser und ein wenig verfallener Plattenbau waren zu erleben. Das sollte ich viel öfter tun. Weg von den aalglatten Wegen, rein in den Dorfkern.

Auf einer Anhöhe kurz vor Vienenburg tickerte ich den arbeitenden Zettfahrer an. Er beschrieb mir den Weg zu seiner Arbeitsstätte. Wir waren erst einmal gemeinsam dort gewesen, allerdings per Auto. Und er war gefahren. So ganz wußte ich also nicht, wohin ich wirklich mußte.

So fuhr ich ein Stück über die B6n, und bog Wernigerode-Nord von der Bahn ab. Ich verfuhr mich gleich zweimal. Aber immer, wenn ich am Straßenrand anhielt und die Handschuhe auszog, um Google Maps auf dem Smartfone zu aktivieren, kamen Fußgänger auf mich zu und boten mir ihre Hilfe an. Dank der freundlichen Weghelfer traf ich mit nur geringer Verspätung am Arbeitsort ein. Ich hatte nur eine Simson gesehen, ansonsten war ich, bis ich zuhause wieder ankam, ganz allein als Zweirad auf der Bahn.

Ich durfte mich aufwärmen, Ellie wurde bewundert, ich neugierig beäugt und dann durfte ich mich sogar beim Bufett bedienen. Sehr leckeres Essen wird den Klienten tagtäglich geboten!

Beispielfoto: Hühnerfrikassee, Salat und Möhrengemüse - die genauso schmeckten wie meine Mama sie immer macht.
Der Zettfahrer versteht sein Handwerk *schleck*
Ich langte gleich zweimal zu. Bedauerlicherweise war ich dann wirklich satt bis zum Anschlag. Ich hätte auch noch eine dritte Portion genommen, aber da ging einfach nichts mehr rein.

Ich schwatzte mit einigen Kids aus dem Internat und durfte mir sogar einige Zimmer ansehen. Wow. Da wäre ich auch gerne untergebracht.
Das ganze Haus war nett weihnachtlicht geschmückt. Nur die Musik im Hintergrund war so gar nichts. Das fanden die Kids auch.
Immerhin war ich den "Blaue Berge"-Ohrwurm los geworden und summte noch lange Zeit später "Stihiiiihillä Naaacht" in den Helm.  



Gegen halb vier mußte ich dann wieder an die Rückfahrt denken. Die Dunkelheit kommt schnell im Dezember ...
Ich fuhr im Feierabendverkehr aus Wernigerode heraus. Kreisel können die da im Osten! Die Strecke, die mir vor zwei Jahren noch Schauer über den Rücken jagte, wurde jetzt ohne Nachzudenken einfach so abgespult.

Ein Stück ging es über die Schnellstraße, dann durch Wasserleben, Berßel, Hessen und die Verbindung Richtung Schöppenstedt.
Da war es schon richtig schummerig. Die Weihnachtsbeleuchtung und der Einkaufswahnsinn vor dem Geschäfteviertel in Schöppenstedt war nicht wirklich meins. Einige dunkelhäutige Flüchtlingsmänner waren auf Fahrrädern ohne Beleuchtung unterwegs und verschmolzen mit der Umgebung. Leute Leute ...

Ich gab Gas, ließ das Gewusel hinter mir, und fuhr bei fast völliger Dunkelheit über die B1 Richtung Heimat.

Nachts kann ich nicht besonders gut gucken, und auf dem Motorrad neige ich dann dazu, mich extrem zu verkrampfen. Ich ermahnte mich im Stillen ständig selbst  "Bleib locker!" und summte dann zum Entspannen die blauen heiligen Berge aus dem Wald vor mich hin. Dieses bewußte Verdrehen des Textes lenkte mich von der Unsicherheit ab, und ich fuhr wieder so locker wie wenn es hell wäre.

Gegen 17 Uhr kam ich zuhause vor der Garage an. Wieder 150 Kilometer mehr auf dem Tacho.

Ich bin die heutige Strecke schon so oft gefahren, aber in letzter Zeit leider wetterbedingt zu oft mit dem Auto. Das war heute eine angenehme Abwechslung gewesen!

Fazit:
Samstag soll gutes Wetter sein. Die Straßen sind sauber und trocken. Also auf, noch einmal die weihnachtsdekorierten Dörflein besuchen und Fotos haschen!
Zum Ende der Tour kam noch ein Rollerfahrer auf die Straße. Aber Motorräder außer mir? Fehlanzeige.

Dabei war es ein so schöner Tag, eine so gute Gelegenheit gewesen ;-)

4 Kommentare:

  1. Gestern war ich auch unterwegs. Aber so nett geschmückte Dörfer habe ich leider nicht passiert.

    Weiterhin gute Besserung.

    AntwortenLöschen
  2. Das ist doch eine schöne Tour gewesen! Und ein gutes Beispiel, daß man/frau auch nach dem 30. November noch Spaß haben kann. :)
    Diese Radfahrer ohne Licht sind ein weit verbreitetes Phänomen. Wenn ich für jeden unbeleuchteten Radfahrer, den ich sehe, 5 Euro bekäme, wär ich reich.
    Gestern abend bin ich auch in der Dunkelheit mit Gesa zurückgekommen und ich hatte die ganze Zeit so ein mieses Gefühl, was ist, wenn hier noch so ein Schnarcher ohne Licht rummacht? Egal ob auf zwei oder vier Rädern.

    AntwortenLöschen
  3. Schön ! Dieses tolle Revier, wenn ich nur auch da wohnen würde ....
    ..hättich bestimmt auch schon 220.000 km runter, so wie du (!)
    :-)

    AntwortenLöschen

Danke für Deinen Kommentar. Er wird so schnell wie möglich von mir freigeschaltet, wenn er den Datenrichtlinien entspricht. Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Das war vor der neuen Datenschutzverordnung auch so, nur interessierte das sehr viele einfach nicht. Nun müssen wir Blogger euch aber davor warnen. Tue ich hiermit. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung -siehe: Impressum