Bei dem Wind fühlte ich mich richtig aufgekratzt und lebendig. Wie einen das herumwarf! Ich finde Wind nicht mehr schlimm. Locker saß ich diesmal auch - es schien ein guter Fahrtag zu werden. Ich war fast ein wenig übermütig. Kurven wurden mit mehr Schmackes genommen, auch war das Fahrtempo nicht so strich-wie-gewohnt.
Es folgte das Treffen mit dem Zettfahrer, der sein neues Schätzchen (Z1000) gleich mal ausführen konnte. Das Problem mit der Technik war behoben, und er brannte darauf, die Grüne mal zu bewegen.
Meine Kondition war gut, die Stimmung blieb aufgekratzt - so warf ich mich mutig in die Bresche: Käffchen oben in Torfhaus!
Wir fuhren über Stapelburg nach Bad Harzburg, und dann ging es über die B4 hoch in den Harz.
Kurz hinter Bad Harzburg meinte ein Cuore-Fahrer (Daihatsu Cuore, eigentlich kein Auto im eigentlichen Sinne, mehr so ein Auto-im-Rollermodus-Krampf auf vier Reifen), mit Schneckengeschwindigkeit aus einer illegalen Parkbucht auf die Straße zu kriechen. Ich war so schön im Fluß mit meinen 80 km/h. Mein Bauchgefühl hatte allerdings kurz vorher alamiert aufgeleuchtet - wäre ich auch nur 10 km/h schneller gewesen, hätte ich den Obervollpfosten frontal erwischt. Ausweichen war nicht möglich, da links neben mir die Rennfraktion gen Höhen brüllte ... So blieb mir nur die Vollbremsung und der Adrenalin-Schub.
Der Zettfahrer holte den Kandidaten ein, und zeigte ihm Gestenreich, was er von seinem Fahrmanöver hielt: Nix!
Gleich danach schaffte der Typ es, mit Schneckentempo über alle Fahrspuren nach links abzubiegen. Voll in den Gegenverkehr. Aber das sah ich zum Glück nur aus dem Rückspiegel.
Wir kamen irgendwann oben am Torfhaus an, lenkten durch die Poller und stellten die tickenden Motorräder ab. Mal wieder hier oben ...
Beliebter Motorrad-Treff. Poser-Meeting-Point. Meist ziemlich überlaufen. Viel hautenges Papageien-Leder, viel gehübschte Sozia-Schnecken. Kaum alte echte Haudegen. Ein Treff für sehen-und-gesehen-werden. 1x Pippi = 50 cent
Ich suchte uns ein ruhiges Plätzchen, was tatsächlich gelang.
Bei Kakao, Kaffee und einem Stückchen Tiramisu genossen wir den Ausblick. Gestern abend waren wir auch hier gewesen, auf dem Rückweg von einem Treffen in Bad Lauterberg ...
Tags zuvor:
Meinereiner im vollen Sonnenlicht an der Harz-Mountain-Ranch - aber immer noch besser als der Wolkenbruch am Vormittag!
Meinereiner im vollen Sonnenlicht an der Harz-Mountain-Ranch - aber immer noch besser als der Wolkenbruch am Vormittag!
Ebenfalls gestern: Der Zettfahrer parkte Hanshermann auf dem großen Gebührenplatz beim Torfhaus, Schlag 23 Uhr. Es war trotzdem noch ein wenig Licht, aber auf den Brocken zu keine Sicht ;-). Ruhe war da auch nicht gewesen, die Futter-Hütte "Bavaria-Alm" wartete mit Volksmusik und Gegröle der Outdoor-Schlucker auf. Um 23 Uhr ... Manche Leute müssen sich wohl andauernd nach vorne präsentieren.
So auch an diesem Sonntag nachmittag.
Wir hatten alsbald genug, schwangen uns wieder auf die Motorräder und fuhren über Altenau, die Okertalsperre und Oker nach Vienenburg zur Eisdiele. Hier war auch ein Treffpunkt, aber nicht so posermäßig. Der Zettfahrer wurde gleich auf sein Gefährt angesprochen. Ellie wurde nicht beachtet, wie so oft, wenn wir unterwegs sind.
Ellie hat jetzt übrigens fast 70.000 Kilometer auf dem Tacho. Und sieht immer noch so aus wie am Tag, als ich sie holte. Okay, kleinere Macken sind da - drei Umfaller (von mir) und einige Blessuren, die in der Werkstatt angerichtet wurden *grummel*.
Danach ging es noch durchs Land über kleinere Strecken - eine erweiterte Hausrunde von mir: Wöltingerode, Gielde, Altenrode und weiter nach Schladen.
Das Kiesteich-Gelände lockte. Ein Sprung ins kühle Nass tat uns beiden gut. Nachdem ich allerdings einen Blutegel zwischen den Steinen sah, ging ich nicht noch einmal hinein.
Ich hab's nicht so mit diesen Viechern ... Spinnen machen mir nix, aber bei Blutegeln hört mein Verständnis für die Natur auf!
Gegen 21 Uhr kamen wir bei mir zuhause an. Die Tour hat Spaß gemacht. Bald habe ich längeren Urlaub, da werde ich in der Woche sicher mal wieder den Harz bereisen. Am Wochenende macht das nicht wirklich Laune.
Überlaufenes Touristengebiet. Dazwischen die Radrenn-Terroristen, von denen die meisten denken, sie wären unsterblich. Wanderer, die mit Rollator vier bergabführende Fahrspuren überqueren. Wer denkt, dass man im Feierabendverkehr in Städten wie Berlin, Frankfurt oder Hamburg aufpassen muß, der sollte mal am Sonntag nachmittag bei Kaiserwetter in den Harz - hier könnt ihr für den Ernstfall trainieren, wenn ihr mögt ;-)
Ich fahre wieder. Nicht mehr so oft wie vor der Krankheit, und dem Unfall mit dem Knie. Aber ich fahre wieder. Und ich fahre längere Strecken. Ohne Pausen. Es sei denn, die Wassertabletten verbünden sich mit der Bikerblase und ich muß alle zwanzig Minuten anhalten. Das ist zum Glück aber nicht sooo häufig ;-).
Einige Tage vorher - ehemaliger Grenzübergang Stapelburg, Eckertal, mit Freunden. Mal wieder Roadcaptain gewesen. Eine kleine Gruppe von fünf Personen, das war genau meins!





Schön, dass Du wieder auf Ellie unterwegs sein kannst. Bei mir wird's wohl noch ein bisschen dauern, aber was soll's, da muss man (Frau) durch. Weiterhin gute Besserung!
AntwortenLöschenAm Wochenende kann man hier im Schwarzwald derzeit auch nicht sicher unterwegs sein. Busse, Pseudo-Sportradler, Dosenfahrer und Gaskranke der zwei-, drei und vierrädrigen Fraktionen machen ein entspanntes Fahren eher unmöglich. Ich geh' lieber in den Wald laufen und träume von einer geruhsamen Herbstsaison...
Hei Sonja. Ich habe lange nicht mitgelesen und nicht mitverfolgt, warum es bei Dir noch etwas dauern wird. Ich hoffe, nichts schlimmes? Gerade las ich, das Alonso verkauft wurde. Oh ... der kleine Orangene hat aber wohl ein gutes neues Zuhause, so liest sich das!
LöschenZu den Gaskranken fand ich den Satz "Wir sind unsterblich!!!" bezeichnend. Bezeichnend für ihr Verhalten, und für die Ereignisse allemal.
Leider wachsen die immer wieder nach.
Das sind so Tage, wo ich lieber mit Agathe unterwegs bin über Stock und Stein.. Weil das sicherer ist für mich ...
Das war eine schöne Tour, danke fürs Mitnehmen. Der Harz ist mir noch so fremd, obwohl ich da auch schon einmal - aber eben nur einmal - durchgedüst bin. Silbertanne und Bratkartoffelsuppe sind mir noch in bester Erinnerung.
AntwortenLöschenInzwischen plane ich meine Touren auch schon so, dass ich nicht an Wochenenden auf den schönsten Strecken unterwegs bin. Auf manchen Strecken macht es dann keinen Spaß mehr, aber immer kriege ich das Timing nicht hin.
Ellie mit ihren 70 TKM. Klasse! Die Kawamotoren halten lange. Daumen hoch.
Hei Svenja! Die Suppenbeschreibung erinnere ich, muß aber gestehen, sie noch nie probiert zu haben. In Altenau gibt es eine kleine Bretterbutze, der man gar nicht zutraut, dass das Essen dort wirklich handgemacht lecker ist. Dort aß ich vor zwei Jahren die besten Fischstäbchen, die ich je gemampft hatte. Ja, ich als Erwachsene bekam die, obwohl sie als Kinderteller angeboten wurden.
LöschenEs ist doch wirklich schade, dass die schönen Touren gerade an den Wochenenden so abgebretzelt werden, oder? Siehe Schwarzwald-Hochstraße, Harz-Hochstraße, Kyffhäuserstrecke und wie sie alle heißen. In meiner Motorradkarte sind diese Strecken rot markiert und ich danke immer im Stillen: danke, das ich weiß, wo ich garantiert NICHT fahren werde. Ebenso die "beliebten Biker-Treffs". Überlaufenes überteuertes Rudel-Abchecken.
Bis auf das Bike-Inn in Magdeburg-Cracau - das ist so urig (eine alte Fabrikhalle und -Gelände), da verläuft es sich. Und man kann direkt an den Trog fahren, wenn man denn "muß" ;-)
Herzliche Grüße an Dich und Pieps. Ich freue mich immer, wenn ich Deinen Blog aufklicke. Und ich lese häufig ;-)
Ja, die Kawas können das mit den Kilometern. Ich fiebere mit meiner Tengai der Nullung entgegen. 97 tsd sind schon drauf...
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