Ellie und ich

Ellie und ich

Montag, 12. Mai 2014

27.4.2014 - Ein Ausflug nach Magdeburg per gefürchteter A2 - Strandbar, und auch noch Bikertreff Prester

27.4.2014

Das Wetter war morgens gut und wurde immer besser. Es war in der Nacht heruntergekühlt auf unter 10°, aber nun gegen 11 Uhr schien die Sonne, die Bäume waren quietschegrün belaubt, und die Schäfchenwolken am blauen Himmel machten mich kribbelig.

Und heute war ich auch mutig. Ich wollte einen Sonntagsritt nach Magdeburg wagen, wieder einmal Elbe gucken - und ein längeres Stück weit über die Autobahn A2 anfahren.

Ellie stand startklar in der Garage, und ich ließ das Winterfutter noch in der Jacke drin. Ausziehen geht immer noch!

Ich fuhr zunächst einmal bis Königslutter, sammelte den Mann ein und dann fuhren wir im Minikorso rauf auf die Bahn.

Ich hielt es 40 Kilometer weit durch. Es war trotz Sonntag doch recht viel Verkehr. Vereinzelte LKW's störten den Verkehrsfluß. Ich blinkte rechtzeitig, der Mann zog hinter mir schonmal auf die Mittelspur, und ich folgte dann vor ihm nach.
Durch den Fahrtwind drückte sich der rechte Außenspiegel immer ein kleines Stückchen nach hinten, so dass ich meinen Rückenblocker ständig aus den Augen verlor.
Bei 120 km/h mit der linken Hand dem rechten Außenspiegel einen Stups zu geben, gehört nicht zu meinen Lieblingsaufgaben während der Fahrt!

Irgendwann reichte mir mein Mut, und ich fuhr kurz vor Magdeburg runter. Auf der A2 bemühte ich mich darum, möglichst locker zu sitzen, damit meine Nackenmuskulatur nicht zu heftig gequält wird. Das ging auch gut, aber wie gesagt - nach 40 Kilometern reichte mir das zum Anfang.

Es war meine erste längere Fahrt auf der von mir "gefürchteten" A2!

Es ging ein Stück weit über die B1 und ruhige Dörfer in der Magdeburger Börde. Hier war sehr wenig los, allerdings waren in den verwinkelten Ortschaften auch wieder einmal unerwartete Hindernisse: Rentner, die mit seniler Gemütsruhe erst 40, dann 30 km/h fuhren, und dann unerwartet mitten über die Straße irgendwo rein abbogen. Natürlich ohne zu blinken.
Da hat die Autobahn Vorteile: die Idioten sind alle in der gleichen Richtung unterwegs!

Einige Male sah ich Störche am Himmel kreisen. Das erinnerte mich sofort an unseren Grieben-Urlaub in den Ostertagen.

Auf der B1 ging es dann in die Stadt. Anmerkung: wer von Braunschweig aus über die B1 anreist, findet nur auf der linken Straßenseite Tankstellen vor. Rechts sind Häuser, und Straßenbahnschienen!

Durch die Autobahnfahrt hatte Ellie ganz schönen Benzindurst gehabt, und die Tanknadel näherte sich ungewohnt schnell dem roten Bereich.
Ich hasse es, mit sowenig Sprit im Tank irgendwo unterwegs zu sein. Andererseits war ich noch nicht in Tanklaune. Wir wollten erst einmal am Zielort ankommen. Angepeilt war das Elbeufer, und hier das so genannte Schleinufer.
Der Navi führte den Mann, allerdings ließen Gleisarbeiten uns nicht so herankommen wie geplant.

Irgendwann hielten wir mal am Straßenrand, und ich mußte mich absprechen. Ich übernahm nach einer kleinen Diskussion die Führung, und nach kurzer Wegstrecke entdeckte ich den Parkplatz, den mir mein Googleplan (ausgedruckt, auf dem Tankrucksack platziert) versprochen hatte.

Hier sollte es einen Imbiß geben. Hier konnte ich auch endlich mein warmes Zeugs loswerden. Und der Imbiß lag äußerst schön gelegen - unbeabsichtigt waren wir an der Petriförder Strandbar angekommen!












Das tat gut! Kühler Sand an meinen heißen Füßen ... Moppedstiefel sind nicht unbedingt die besten Sommerschlappen ...





Unten an der Elbe wehte ein frischer Wind, und die Aussicht auf das andere Elbufer war auch für die Urlaubsstimmung gut!




Ich hockte auf einer Holzbank unter einem Sonnenschirm, der weiße Sand kühlte mir die armen Füße, und dann gab es einen leckeren Latte Macciato und eine gut gebratene Wurst vom Imbiß dazu.
Die Strandbar hat WC-Container, die zwar etwas schwankig sind, aber trotzdem sauber! Benutzung kostenlos (was auch nicht selbstverständlich ist).

Hier ließ es sich aushalten. Der Mann in seiner Lederkombi tat mir von Herzen leid - das mußte doch irre heiß sein!

Ich wollte meinen Füßen noch etwas gutes tun, und hielt sie in die Elbe. Anmerkung: das Wasser war vorher auch schon so trübe!





Entsprechend gestärkt, erholt und mit frischen Kräften sollte es nun auf der anderen Elbseite zurück nach Hause gehen.
Allerdings war noch ein zünftiger Zwischenstopp eingeplant!

Der Mann programmierte den Navi, und es ging los. 




Die Anfahrt ging über Buckelpflaster und gefühlten vierhundert Straßenbahnschienen-Knotenpunkten.

Von Brückfeld nach Prester: stellt euch auf Herausforderungen ein!


Eigentlich hätte mich das wenig gestört - war ich doch vom Osterurlaub viel viel schlimmere Straßenverhältnisse gewohnt!
Aber offensichtlich hatte mich die Autobahnfahrt mehr Aufmerksamkeit und Kraft gekostet, als ich erwartet hatte. Ich fuhr ziemlich unsicher und verkrampft.

Der Zielort: Bike-Inn in Prester! DER Bikertreff der Region. 
Sehr leckerer Pflaumenkuchen, gute Portion Kaffee dazu, ein raubeiniger und herzlicher Thekenwirt - ich war fasziniert von dem Ort!



Hier kann man sogar - wenn man möchte - mit dem Mopped bis zum Tresen vorfahren; Tarnnetz unter der Decke und überall Exponate von Motorrädern - standesgemäße Deko







Hier war ein ständiges Kommen und Wiederabfahren. Auf dem Gelände einer alten Fabrik hockten sich die Wettergesichter, Sozias und Heike in den Schatten, quatschten ein wenig Benzin oder hingen einfach den Gedanken nach.

An unserem Tisch saß ein solches altes Wettergesicht - LKW Fahrer an die 60 Jahre jung, und Chopperbesitzer, der uns wertvolle Tipps für die Heimreise (Tankstelle, Baustellen, Abkürzungen durch das Industriegebiet Schönebeck) gab.


Mittlerweile war es weit nach 17 Uhr, und wir mußten an die Heimreise denken. Gemütlich ging es wieder vom Gelände. Die Auffahrt auf die Landstraße gestaltete sich schwierig - ständig rauschten Fahrzeuge an uns vorbei.




Die K1227 ist DIE Kurvenstrecke da in der Region!

Ich fuhr so zügig wie ich mir zutraute. Aus den Augenwinkeln nahm ich die schönen Elbauen wahr - aber richtig Zeit zum gucken blieb mir nicht.
Von vorne, von hinten, an mir vorbei - jaulten die Gebückten und die Kurvenräuber aus dem Landkreis.
Mir wurde angst und bange. Dann lieber Autobahn, war mein tiefster Gedanke!

In Plötzky war ich schweißgebadet. Auf der B246a ging es nach Schönebeck/Elbe, dann weiter durch das Industriegebiet.
Die Wegbeschreibung vom netten Chopper-Lkw-Fahrer war perfekt - wir fanden die Tankstelle auf Anhieb.

Ellie wurde versorgt, und ich konnte mein nassgeschwitztes Shirt ein wenig abkühlen.

Puh - meine Kondition war aufgeraucht.

Nun stand uns aber noch eine längere Rückfahrt bevor. Ich informierte den Mann über meinen Zustand, der das aber schon längst gesehen hatte (von hinten sahen meine Kurvenlinien wohl ziemlich besoffen eierig aus).

Der Himmel hatte sich bezogen, und es sah nach Regen aus. Ich hatte ja noch ein zusätzliches Shirt eingepackt, und in Wansleben an einer Tankstelle plünnte ich es über. Mir wurde jetzt doch etwas frisch.




Es ging nach Oschersleben und von dort aus Richtung Helmstedt, wo wir der Einfachheit halber die B1 bis Königslutter fuhren. Die Strecke war mir schon aus früheren Touren gut bekannt. Die Stecke von Oschersleben bis Kölu wurde durch kleine Pausen zeitmäßig verlängert, aber anders bekam ich es nicht mehr gebacken.

Ein kurzer Verschnaufer und dann fuhr ich nach Hause. Kein Tropfen Regen kam an Ellie heran; der kam erst in der Nacht runter!
Als ich mit Ellie in der Garage stand, freute ich mich auf die heiße Badewanne!

Meine erste längere Autobahnfahrt zeigte mir auch meine Grenze an. Ich werde jetzt öfter einmal Autobahnfahren üben. Und mir DANACH nicht viel Weg vornehmen, denn offensichtlich zehrt mich das mehr, als ich ahnte!

Heutige Tour: 240 Kilometer.
"Mal eben einen Ausflug" machen - gegen 13 Uhr los und um 20 Uhr wieder zuhause. Viel gefahren, und wieder etwas mehr gelernt.

8 Kommentare:

  1. 240km! Hut ab, das ist 'ne Menge Strecke, dafür das es ja auch noch Programm gab. Diese Strandbar ist aber klasse. Ich seh' schon, ich muss wirklich mal in Eurer Ecke vorbei schauen. Die Liste wird dank Deiner Tourenberichte immer größer. Wenn nur die Entfernung von 600km nicht zu überbrücken wäre, wäre, wäre ich schon längst da!

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  2. Hey Heike,
    Da hast du dich fast übernommen aber ist ja alles gut gegangen !
    Es ist schön und inspirierend, wie du dich verbessern möchtest ;-)
    Weisste, du brauchst mal einen Anfänger, hinter dem DU cool herfahren kannst ...

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    1. Huhu Wechselnamling ;-)
      Siehe unten mein Kommentar an Sonja ... Btw: einem Anhänger hinterherfahren, das geht nur mit genügend Abstand, sonst wirft einen die Verwirbelung hin und her!
      Auf der Fahrt am 10.5. hatte ich so einen rasenden Hänger vor mir - der sah gewaltig aus, fuhr locker 120 km/h und ich hängte mich einfach mit genügend Abstand hinter ihn. Habe sogar 5-7 mal einen LKW überholt, weil mir der Hängerfahrer "eine Bresche" gemacht hatte (die Nachfolger zogen alle auf die linke Spur, und ich hatte somit in der Mitte meine Ruhe).
      Mein Liebstes wird Autobahnfahren nie werden, dazu zehrt mich das viel zu sehr aus.
      Aber im Notfall fahre ich, und es ist gut, das ich mir das jetzt zutraue :-)!
      Die nächste lange Reise ist in Planung ... im August jeg vil köre til denmark ;-)

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  3. Liebe Sonja, wenn es euch möglich ist, leiht euch einen Anhänger, packt die Mopped/Vespabande drauf und fahrt an. Das ist entspannter und schont Reifen und Rücken.
    Hier warten soviele schöne Ziele auf euch :-)

    Ich übte mich am 10.5. erneut mit der Autobahn - diesmal ein echt krasses Stück von Lehrte/Hannover bis Braunschweig-Watenbüttel. Wieder ca. 40 Kilometer, allerdings auf der Rücktour. Der kürzeste Weg, um vor einem Regengebiet zu flüchten.
    Alles ging gut!
    Ich fuhr locker und ohne große Bedenken die Viertelstunde auf dem unfallträchtigsten Stück "unserer" A2.
    Zuhause gab es ein heißes Vollbad - und um 21 Uhr kippte ich einfach um in den Komaschlafmodus. Innerhalb weniger Minuten sagte mir mein Körper, was ich zu tun hatte!
    Also, im NOTFALL fahre ich schonmal Autobahn. Muß mich aber darauf einstellen, dass danach die Luft raus ist!
    Gut zu wissen!

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  4. Autobahn mit dem Mopped ist öde.
    Seit 2001 habe ich über 350.000 Autobahn-Kilometer mit dem Mopped "runtergerissen". Es macht mir immer noch keinen Spaß.

    Es sind dort einfach zu viele rasende Vollpfosten unterwegs. :-(

    Eben mal schnell von A nach B kommen, dafür ist die Autobahn mit dem Mopped MAL okay.

    Für längere Autobahnetappen mit 2 oder 3 Moppeds ist der Tansport auf dem Anhänger immer die angenehmere Lösung.

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  5. Haha, Heike ... ich meinte doch einen Motorrad-Anfänger.
    Ok. Der Gedankengang war etwas quer und ohne Zwischenschritte.
    Damit meine ich, wenn du hinter einem Anfänger hercruist, wirst du gleich ein Stück sicherer, besonders, wenn DU dann der "Blocker" bist.
    Im Juni muss ich ja durch ganz Dänemark bis Hirtshals auf die Fähre. Natürlich auf der Autobahn.
    Das kann ja was werden :-)

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  6. Eine schöne Tour, Heike. Und wie wenig Vergnügen das Fahren auf einer gut besuchten Autobahn macht, das empfinde ich auch so. Zumal mein Motorrad ja wesentlich langsamer ist als deines.
    In der Gegend war ich doch auch unterwegs? Haldensleben ist mir noch in Erinnerung, aber so ein schönes Elbufer hab ich nicht zu sehen bekommen, dafür war ich an der Saale und die war auch sehr schön.

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    1. Hei Svenja - wenn ich genau nach Karte fahre, dann erlebe ich wenig. Wenn ich davon abweiche - mal einfach rumgucke, dann sehe ich soviel interessantes und schönes.
      Und erlebe andauernd Kleinigkeiten, die im Nachhinein betrachtet "das schönste an der Tour" waren. Auch das Verfahren kann so zu einem Abenteuer werden.
      Den Kopf frei lassen für Spontanität. Ich denke, das macht den Reiz des Motorradwanderns aus!

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