Da mir der Weg aber für einen Freitagabend zu heftig war, und ich noch was anderes vorhatte am Sonntag, ließ ich Ellie dieses Mal zuhause.
Anfahrt über die B3 und die B214 - kam mir endlos vor. Offenbar war irgendwo irgendwas ausgebrochen, und die Leute flüchteten alle über diese Straßen in die Richtung, wo ich auch hinwollte.
Nach ellenlangen zwei einhalb Stunden kutschierte ich staubige Sandwege entlang, die mitten im Nichts und vor Warnhinweisen "ACHTUNG - MILITÄRISCHES SPERRGEBIET" endeten. Keine Maus in Hörweite, keiner zum fragen da.
Hammergeiles Offroad-Gelände, jede Menge Geländewagenspuren.
Ich kam mir ziemlich bescheuert vor. Auf den bei Google Maps ausgedruckten Karten war das Party-Gelände des MC's eindeutig ausgewiesen, aber in der Realität war davon nichts zu sehen.
Tankstellen sind normalerweise Orte, an denem einem geholfen wird.
Also ab zum Autohof Soltau-Süd.
Tja ...
Der Kassierer war deutlich weiter östlich seßhaft - der kannte sich gerade mal in der Tankstelle aus.
Seine Kollegin war sehr hilfsbereit, aber auch hilflos. Die Frage, welche Pferde der Klub denn züchtet, ließ mich fassungslos werden.
Das wurde später am Abend übrigens DER running gag ...
Ich wurde dann zu einem Beton-Mischwerk geschickt.
Und siehe da - unter dem Firmenschild stand der Ort, und darüber war das Logo des MC's fett und groß angebunden.
Von der Autobahn aus abgefahren gut ausgeschildert - nur kam ich aus der anderen Richtung ...
Und so holperte ich über meterlange Kopfsteinpflasterwege. Ein Glück, dass ich mit der Orange unterwegs gewesen bin!
Und irgendwann, als die Maisfelder kein Ende mehr nahmen, traf ich an dem Ort ein, der laut Tankstellenauskunft irgendwie gar nicht existiert.
Ankunft
am Freitag abend ... nachdem ich den Ort endlich gefunden hatte - schön
gelegen, aber für Ortsunkundige genau wie Bielefeld - nicht existent -
Da die Pegasus-Biker aus Bad Kissingen trotz Navi ebenfalls auf dem
Truppenübungsgelände drumrum herumgeirrt waren - der Navi kannte den Ort auch nicht - fühlte ich mich nicht mehr ganz so blond und doof mit meinen ausgedruckten Karten von Google Maps ...
Das erste Mal im Auto nächtigen - gute Wahl, da das Gelände Zeckenverseucht war!
1a Premiumschlaf bei lautstarker Dosenmucke, die die ganze Nacht nicht ausging - Endlosschleife am PC
Der
Freitag lief zäh an, wurde dann besser, und dank Tanja und Dany und
einem widerlichen Lakritzzeug, was die selber gemixt hatten, und
diversen Drinks, die typisch sind für die ländliche Region, wurde die
Stimmung schnell sehr locker.
Die Feuerschalen am Eingang beleuchteten die Fahnen des MC und zauberten eine tolle Atmosphäre.
Die Feuerschalen am Eingang beleuchteten die Fahnen des MC und zauberten eine tolle Atmosphäre.
Meine eigene Story der letzten Wochen hörte ich am Tresen genau vier Mal.
Was
ist das nur, dass die Leute dazu treibt, gerade vor dem Winter das
vormals so Gemochte vom Acker zu jagen - der Winter steht vor der Tür
und somit kommt die Zeit, wo man doch kuscheln sollte.
Wir hingen da am Tresen ab, schwiegen gemeinsam, tranken unser Bier und guckten dem Grillgut dabei zu, wie es langsam aber sicher atomisiert wurde.
Ab und an fiel mal das Wort "Tja ...", wir stießen mit dem Astra an - damit war dann alles gesagt. Ich war unter Norddeutschen - mehr Worte brauchten wir nicht.
Home sweet home ...
Das spätere Sitzen am Lagerfeuer hatte etwas Meditatives - melancholische Lieder wurden zwar lautstark mitgesungen, aber ich ließ mich nicht täuschen von dem Gegröhle. Ich kannte ja jetzt die Hintergründe ...
Nach Mitternacht war ich angenehm dun, und mußte ins Bett. Ich raffelte mein Zeug zurecht, und knipste die kleine Zeltlampe aus.
Mein Schlafplatz war gut gewählt zwischen Bäumen und Gebüsch. Dicht genug dran, aber auch weit genug weg.
Ein
Gast (Nachbar) ließ es sich nicht nehmen, von einer riesigen Landmaschine
abgeholt zu werden. Monstermäßiges Gefährt, es leuchtete, blinkte und ratterte über den schmalen Weg. Ich lag da schon im Auto und dachte, jetzt kommen
die Ausserirdischen !
Die Landbevölkerung ist schon was ganz eigenes - I love them!
1a Premiumschlaf folgte, der nur einmal unterbrochen wurde ... das viele Zeug war durchgelaufen ...
Die Matratze im Auto war eine geniale Idee gewesen. Camping auf vier Rädern, weit ab von Zecken. Die Mistviecher liefen mir am Samstag morgen nämlich beim Waldgang über die nackten Füße - uaaah.
Ich stand da am Auto, putzte mir die Zähne, wusch mich aus der Faltschüssel (eine Literflasche Waschwasser ist immer dabei bei solchen Events) und lauschte in den Wald.
Notdürftig gesäubert schnappte ich mir meinen Blechbecher und ging zum Partyplatz zurück - in der Hoffnung auf Kaffee.
Die Matratze im Auto war eine geniale Idee gewesen. Camping auf vier Rädern, weit ab von Zecken. Die Mistviecher liefen mir am Samstag morgen nämlich beim Waldgang über die nackten Füße - uaaah.
Ich stand da am Auto, putzte mir die Zähne, wusch mich aus der Faltschüssel (eine Literflasche Waschwasser ist immer dabei bei solchen Events) und lauschte in den Wald.
Notdürftig gesäubert schnappte ich mir meinen Blechbecher und ging zum Partyplatz zurück - in der Hoffnung auf Kaffee.
Übrig Gebliebener vom Freitag - rechts im Bild am Feuer ... unglaublich, in welchen Stellungen manche Leute pennen können ... alles eine Frage des Pegels ...
Frühschoppen ... der MC gab kostenlos literweise Kaffee und Brötchen an die Gäste aus - feiner Zug von euch, Leute!
Dank meiner Haarfrisur und meiner offenen Art, die am Vortag wohl gut angekommen war, hatte ich auch an diesem Samstag morgen noch einen hohen Wiedererkennungswert.
Leute, die ich am Abend zuvor gar nicht wahrgenommen hatte, waren jetzt tieftraurig, dass ich wegfahren mußte.
Hm ... fand ich ja putzig.
Gegen 15 Uhr mußte ich aber dann leider heim. Der Abendtermin stand noch aus. Kurz vor der Abfahrt lernte ich noch ein Pärchen aus Wolfenbüttel kennen, die ich auf der Party der Harzteufel wiedersehen werde.
Die Rückfahrt über die B3 und 214 war ätzend. Um Celle herum verfahre ich mich IMMER.
Die Rückfahrt über die B3 und 214 war ätzend. Um Celle herum verfahre ich mich IMMER.
Später
erfuhr ich, dass die Gäste der Party am Samstag abend fast abgesoffen
wären, weil eine Art Unwetter mit Sturzregen dort in der Nähe
runterging. Hoffentlich konnten sie die Live-Band trotzdem genießen!
Fazit:
Wird wiederholt. Nächstes Jahr bleibe ich beide Tage, versprochen!
Ganz liebe Grüße an Dany, Tanja, und an Peitsche, Bäcker und Bernd.

Mäusken, du mauserst dich ja langsam *schmunzel*.
AntwortenLöschenDa freue ich mich richtig, dich als meine "Flügelfrau" begrüssen zu dürfen :)
Ich finde es toll, dass du immer mehr Gefallen an dieser Art Events findest. Es ist eine ganz spezielle Welt, in der sich nicht Jede/r zurechtfindet - wie ich aus eigener Erfahrung schon lernen durfte (nein, i c h mag sowas; aber mein damaliger Begleiter konnte dem Ganzen nichts abgewinnen).
Wtf ist eine "Flügelfrau"?
AntwortenLöschenDiese Art von Events ... nun, Du weißt, wie ich dazu gekommen bin. Und das ich mir das aus freiem Willen angeeignet habe - und das ich IMMER etwas positives in schwierigen Situationen finde!
DU weißt das ...
Ich bleibe auch dort ich. Und ich bin stolz auf mich. Das nächste Blog wird es zeigen. hanging-off-Heike grüßt den Rest der Welt!
Ist doch schön so, unter Freunden und Gleichgesinnten. Ein wichtiges Teil norddeutscher Kommunikation darf aber nicht vergessen werden: lange Pause... Nicken... Jo! Nech. Zu beantworten mit: Jo.
AntwortenLöschenMoinmoin, Sonja
Ja, Sonja, stimmt - das hatten wir auch drauf :-) :-)!!! Moinmoin!
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