Ellie und ich

Ellie und ich

Freitag, 2. Oktober 2015

Eine Themenreihe: Camping - Heute: Gedöns, und Typ-Enthüllung

Gedöns

Für die Nicht-Norddeutschen unter euch:

Gedöns = Krimskrams, Krempelkram

Kleine Nützlichkeiten

  • Meine unverzichtbare Geheimwaffe für (fast) alles: Feuchttücher



Ich bevorzuge die von dm - 80 Stück feuchte Tücher, die nicht nur für den Babydubs gut sind, sondern für tausend andere Möglichkeiten eingesetzt werden können.
Zum Beispiel für kettenfettverschmierte Finger - mit dem Feuchttuch rubbeln, geht der Dreck ohne Schmerzen ab. Wer hat schon auf Reisen seine Handwaschpaste dabei.

Die Einsatzfähigkeit dieser Tücher ist genial.
Schuhe putzen, Fliegendreck vom Motorrad oder dem Helm abmachen, als Waschlappen mehrfach nutzen (einfach unter dem Wasserhahn wieder nass machen, das Gewebe ist zwar nicht komplett reißfest, aber es hält durchaus mehrere Waschungen aus), als kühlendes Tuch bei Insektenstichen, als kühlender Verband bei Schnittwunden, zum Abschminken so man denn mit Schminke unter dem Helm fährt, als Abwaschtuch von Geschirr und so weiter ...

Ich packe immer zwei oder drei Tücher in kleine Näpfe (z.B. die gelben Behälter aus den Ü-Eiern) und habe davon in jedem Rucksack oder auch in den Satteltaschen/Tankrucksäcken überall ein Sauber-Ei liegen ...

  • OHROPAX
Wahlweise von EAR Classic (gelbe Schaumstoffkegel) oder andere Marken. Die Wachs-Watte-Teile empfehle ich nicht. Ich mag dieses kleisterige Gefühl im Ohr einfach nicht. Außerdem kommen trotzdem zuviele Geräusche durch.

Für mich sind gute Ohrstöpsel ein weiteres unverzichtbares Utensil. Guter erholsamer Schlaf muß einfach sein, wenn ich am nächsten Tag fit auf Tour starten will.

Als Beispiel sei einmal der "Biolärm" erwachender Vögel erwähnt - gerade im Spätfrühling, wenn sich das Zelten schon wieder gut anfühlt, weil der Bodenfrost gewichen ist, werdet ihr es genießen, nicht um halb vier morgens geweckt zu werden! Vor allem nicht, wenn der Abend vorher feuchtfröhlich geendet hatte und der Sprit im Kopf geruhsam abgebaut werden möchte ... (0,1 Promille in 1 Stunde, falls ihr das vergessen haben solltet - Fahrschulfrage ...).



  • Mückenspray
Hier: Anti Brumm

Bei Svenja das erste Mal gelesen, selber ausprobiert, und für Empfehlenswert befunden.

 
  • Kommen wir zum Bereich Badezimmer.
Ich habe eine Waschtasche in DIN A5 Größe, mit der ich auch für mehrere Tage gut ausgerüstet bin. Ich nehme kleine Probierflaschen meines Duschgels und Shampoos mit, Probetütchen Gesichtscreme, die Zahnbürste und die -Seide nebst Probepackung -Pasta kommen in die Seitentasche vom Waschbeutel (Netzfach - sprich: Belüftung ist ausreichend, dass die Zahnbürste nicht das Müffeln anfängt ...), die Haarbürste ist ebenfalls eher für Kinder geeignet, erfüllt aber trotzdem die Funktion ... Kurzum: alles in Kleinformat.
Spart Platz, spart Gewicht. Und die Fläschchen können mit den gewohnten Lotionen befüllt werden. Achtet auf schraubbare Verschlüsse, oder welche, die man gut aufhebeln kann. Man kann natürlich auch die Medizinfläschchen von Nalgene kaufen.

Nalgene Dosen-Set für 10,- Euro (im Angebot bei campz)


Hier muß jeder selber schauen, was ihm genehm ist. Zu kaufen gibt es in der Sparte jedenfalls reichlich ...


Medikamente - je nach Bedarf. Ansonsten habe ich ja meine ...



Einige Sätze zum Thema Handtuch:
Hier gehe ich nicht mit den anderen Outdoorreisenden konform. Ich mag die Funktionshandtücher und das Gefühl nicht, welches sie auf der Haut hinterlassen. 
Ich habe ein einfaches altes Frotteehandtuch in normaler Größe, welches ich ganz klein zusammenrollen kann. Es trocknet schnell im Wind, ist als gewohnt komfortables All-Over-Duschtuch zwar zu klein - aber für die Reise langt es, und die Haut fühlt sich hinterher TROCKEN an.

Auch wichtig: Tempotaschentücher - als Tischdecke, Schneuztuch etc. für vieles gut zu gebrauchen.

  • Elektronikkrempel: Ladekabel, Ersatzakkus, Digitalkamera, Smartfone/Handy, Straßenkarten

Ansonsten gibt es viele Nice-to-have's. Jeder wie er oder sie es mag. 
Lesestoff - muß ich nicht haben. Radau in Form von MP3 Player nebst Musik - habe ich gar nicht. Fernsehprogramm auf dem Handy? Also ehrlich, so bekloppt ist doch wohl keiner ...

Ein Brillenetui aus festem stoßfesten Material ist für mich als Brillenträgerin z.B. sehr wichtig. Und eine Ersatzbrille.

Und mein perfektes Belustigungsutensil ... mein ... Handfeger.
Jo - der mußte jetzt mal erwähnt werden ;-).
Nachdem ich mal in Polle an der Weser zeltete, und die Dauercamper weiter oben auf der Wiese ein Lagerfeuer mit dem Wind anfachten, und ich später auf dem Zelt und auf dem Motorrad und allen sonstigen draußen gelagerten Teilen klebrige WEISSE ASCHETEILCHEN fand ... seitdem habe ich ihn. Meinen Feger.
Klein, leicht, und er sorgt immer für Schmunzeln bei den Zuschauern.

Thema Klamotten
  • Einen dicken Fleecepulli nebst Wollsocken
  • Ersatzsocken aus Baumwolle
  • Leggins
  • eventuell noch eine Ausgeh-Jeans
  • Funktionsunterwäsche (Langarmshirt und -Hose) und normale Unterwäsche
  • Ersatz-T-Shirt kurz- und Langarm
  • Schlafshirt
  • Radlerhose
  • Badeschlappen und flexible Laufschuhe
  • ein Handtuch, ein kleiner Waschlappen, ein Schmutztuch für Zelt-auswischen.
Im Hochsommer noch 
  • einen Badeanzug und 
  • einen kurzen Rock.
Fertig.

Den Rest trage ich ja am Leib:
Motorradjacke, -Hose, -Stiefel, -Unterwäsche, -Überziehpulli, -Helm, -Sturmhaube, -Handschuhe.

Das ist jetzt weniger Zeug als bei der durchschnittlich Reisenden.

Und trotzdem sieht Ellie dann SO aus:

In der gelben Tasche: die Plünnen und Kopfkissen. 
Oben drauf: das Zelt. 
Dahinter: der Schlafsack und die LuMa.
In den Satteltaschen: die Bordküche, Regenzeug, Schuhe, Bodenmatte. 
Im Tankrucksack: der restliche Krempel - Essen für einen Tag, ein bis zwei Getränkeflaschen (PET), Kamera, Handy, Taschenlampe, Taschenmesser etc.
Unter der Sitzbank: Bordwerkzeug und Erste-Hilfe-Tasche

Papiere und Geld habe ich meist an der Frau - ist mir einfach sicherer, wenn ich mal in die Büsche muß oder kurz ein Brötchen kaufe oder oder oder. Sprich: wenn ich die Teilzeit-Hausrat-Bastion namens Ellie kurz verlassen muß.


Und nun noch einige Worte zum Reisetyp:

Ich bin nicht so der spartanische Freiluftzelter (nur ein Tarp und ein Biwak-Lager). Zuviel Ungeziefer drumherum. Tierisches sowieso - und als Frau so allein irgendwo im Wald schutzlos herumliegen muß ich jetzt nicht haben.

Ich bin auch nicht der rastlose Zugvogel, der gerade mal wenige Stunden an einem Ort ist, und dann meist am nächsten frühen Morgen fast schon fluchtartig das flach gelegene Rasengrün verläßt.

Hüttenhopperdasein - also von Hotel zu Hotel - ist mir zu teuer.

Ich suche mir gerne einen Stationspunkt, baue mein Lager dort auf, und erkunde dann über zwei, drei Tage das Gelände drum herum. Ich bin ein Radius-Soft-Camper
Motorradfahren und -Reisen ist eh schon aufregend genug für mich - jeden Tag neue Erlebnisse in Form vom Abreißen hunderter Kilometer in wildfremder Umgebung, jeden Tag das Lager neu auf- und abbauen, so etwas überfordert mich persönlich einfach. Also mache ich gerne die berühmten zwei, drei Tage Station, umkreise mein Gebiet, untersuche und besuche, habe gern etwas Komfort in Form eines Waschhauses in der Nähe - und ziehe dann erst weiter.
Interessanterweise erlebe ich trotzdem noch viel Neues, auch wenn ich länger oder erneut wieder an Orten campe, wo ich zuvor schon mehrfach war! Das hat etwas Geheimnisvolles - das eigentlich schon Erlebte neu zu sehen. 
Am Meer geht das doch auch! Das Meer ist zwar irgendwie grundlegend gleich - Wasser, Wellen, Wind - und doch wirkt es jeden Tag anders!

Die Reise nach Tschechien wäre jetzt eine Ausnahme gewesen, aber durch die Tiere zuhause kann ich so eine Reiseplanung nicht in Zement gießen!



Viel war das jetzt nicht, in der Themenreihe Campingreisen.
Na mal schauen, ob und wie ich das noch erweitere ...


... Wenn wir dann wieder auf kleiner Tour sind. Das treue Roß und ich!
 

8 Kommentare:

  1. Vom Typ her halte ich es eher mit Erich Mühsam und "Weiter, weiter, - unermüdlich! Westlich, östlich; nördlich, südlich. Suche, Seele, suche!"
    Wobei ich aber auch gut an einem Ort für ein paar Tage bleiben kann. Es kommt halt immer darauf an.

    Meine Klamotten verstaue ich in zwei solcher Ortlieb Kompressionspacksäcke. Die haben den Vorteil noch mal Wasserdicht zu sein und man kann sie ganz prima zu kleinen festen Packetchen zusammendrücken. So nimmt die Kledage nicht so viel Raum ein. Vieles davon ist Luft, die man spazierenfährt.

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    1. Diese Säcke mag ich nicht, weil immer DIE Sachen ganz hinten sind, die man dann doch braucht und das Rauszetren sehr beschwerlich ist, wie ich finde. .. daher die Tasche! Kann ich auch rollen, komme aber besser dran, wenn ich sie öffne.

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  2. Der Tip mit den Ü-Eier-Dingern und den Feuchttüchern ist ja mal richtig geil! Und ansonsten habe ich auf meinem Schmartfon auch Hörbücher. Da kann es auch vorkommen, dass ich ein Hörbuch recht leise anmache und dabei auch einschlafe- sozusagen als Ohropax- Ersatz. Und ansonsten ist es spannend, man muss aber kein Licht haben :-)

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    1. Das "man muss kein Licht haben" ist natürlich ein echtes Argument ;-)! In den Schlaf gemurmelt werden klingt auch nett. Schade, dass so etwas bei mir weniger klappt. Ich habe einfach zuviele Antennen, die gerade im Dunkeln aktiv werden ...

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  3. Die Ü-Ei Nummer ist wirklich ein "gefällt mir" wert. Werde ich dann demnächst auch mal anfertigen. (Man muß ja erst mal ein Ü-Ei fangen und erlegen ;D)

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    1. Ü-Eier haben also mehrfachen Nutzen. Gesund (Schokolade ist Gemüse), spannend durch das Spielzeug und nützlich (durch den gelben Innenbehälter).
      Übrigens traf ich mal einen Typen aus den USA, der ganz verrückt nach Ü-Eiern war. Er meinte damals, bei ihm zuhause gäbe es so etwas nicht und er kaufte die Palettenweise weg!

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  4. Das mit dem Sauber- Ei hat mich auch spontan begeistert!
    Habe schon ein Exemplar angefertigt und der "X" ins Staufach gelegt. Die Gefährten werden bei der nächsten Tour staunen :-)

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    1. Gerade beim Reinigen von Schmierfettfingern sind die einfach das beste. Ich hatte mir beim Basteln mal den Finger böse aufgeratscht und es war in der Wunde noch olles Kettenfett drin. Das mußte aber raus, damit ich mir ansehen konnte, ob noch Metallsplitter im Fleisch waren. Das Tuch säuberte schonender als alles, was ich vorher ausprobiert hatte.
      Übrigens hielt es dann später sogar noch ein Kabel an der Stelle fest. Drumgetüddelt, zugeknotet und bis zuhause hielt das Provisorium. Kabelbinder hatte ich sonst immer dabei, nur in diesem Falle nicht.
      Tausendsassa Feuchttücher ;-)

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