Ellie und ich

Ellie und ich

Montag, 1. Februar 2016

29.1.2016 - Tankrunde und Rat-Bike

29.1.2016

Auch wenn es windig war, und der Himmel bedeckt - ich hatte nach Check des Wochenend-Wetterberichtes keine Wahl: wollte ich noch fahren, mußte es heute am Freitag sein.

Der Wind frischte im Laufe des Tages auf ... brrr, das würde ein schaukeliger Ritt werden. Die Außentemperatur war bei 8 Grad. Das ging - aber durch den Wind fühlte es sich deutlich kühler an!

Also warm einpacken. Ich zähle mal auf:

Merinowoll-Langarmpullover als erste Schicht. Darüber ein zweiter dünner von Vanucci. Dann der Storm Proof Halswärmer, der wie ein Sabberlatz auf der Brust lag und wirklich keinen Wind durchläßt:


Dazu die langen Ski-Strümpfe, darüber die Thermoboy-Longjohn. Dann ächzend in die Motorradhose mit dem Winterfutter krabbeln.
Stiefel anziehen. Dabei auf das Gleichgewicht achten - wer Stretchjeans gewohnt ist, stellt bei den Motorradhosen immer wieder erstaunt fest: hier gibt nix nach.

Dann noch eine Fleecejacke als dritte Schicht, und darüber den fantastische Winter-Nierengurt, wo man im Sommer das Thermofutter herausklipsen kann:
 

Der kostet keine 30 Euro - ist genauso gut wie Held oder Vanucci und für mich eine echte Kaufempfehlung! Ich habe die Größe L genommen. Die Klettverschlüsse sind vernünftig, das Thermofutter wirklich wärmend und die Stützstäbe angenehm für den Rücken - zumindest bei meinem Rücken



Damit es am Kopf warm bleibt, kam unter den Helm noch die Thermo-Sturmhaube.

So michelinte ich mich auf Ellie drauf. Ächz.
Aber dieses Michelin-Gepelle ist für mich persönlich wichtig - ich kühle schnell aus, und kann mir eine Erkältung durch das Fahren einfach nicht mehr erlauben.

Obwohl es nur einen Monat her war, fuhr ich die ersten Kilometer ziemlich ungelenkt. War wohl auch Kopfsache. Ich sah in den Gräben noch Schneefelder liegen. Und die Straßen waren streckenweise ziemlich dick mit Rollsplit gepudert.

Als ich dann aus dem Speckgürtel der Stadt heraus war, atmete ich auf. Hier konnte ich kleine Warmfahr-Übungen erledigen. Trotzdem fehlte mir die Übung. Und durch die Januarkühle flutschte es nicht so wirklich mit dem Popometer. Also alles wie im letzten Jahr. Irgendwann wirkte die Runde dann - ich wurde ruhiger, und das Fahren lief flüssiger.

Die Gräben waren prall gefüllt mit Schmelzwasser, und ich sah unglaublich viele Raubvögel. Bis zum Heimkommen zählte ich 29 Stück.
Aufgeplustert saßen sie entweder am Wegrand auf den Feldern, oder in den Baumkronen der Alleen-Bäume. Ich wurde kurz und durchdringend gemustert, dann drehten sie ihre Köpfe wieder in den Wind. Sie wirkten irgendwie mißmutig - und hungrig. Dabei sollten sie doch etliche ersoffene Nagetiere finden können, die Felder waren mehr oder weniger Teichlandschaften geworden.

Der Wind schaukelte mich ganz heftig durch. Meine Hausrunde ist ziemlich baumlos, schoß es mir in den Kopf. Ich fuhr am Asse-Höhenzug vorbei, und bog in Richtung meiner Lieblingstankstelle ab. Am Ortseingang hatte sich eine jugendliche Truppe mit Rollern, Mofas und Mokicks versammelt. Als ich vorbei fuhr und sie grüßte, hupten und winkten sie zurück.

Ansonsten sah ich keine weiteren Zweiräder.

Ellies Tank war zu zwei Dritteln geleert, und sie sollte wieder randvoll werden. Wer weiß, wann sich wieder die Gelegenheit ergeben würde ...



Mit klammen Fingern klipste ich den kleinen Tankrucksack ab, öffnete das Tankschloß und tankte Ellie voll.
Gerade mal 8 Liter fehlten, und ich löhnte etwas mehr wie 10 Euro. Der nette Tankwart musterte mich und Ellie. "Na, ist das nicht noch etwas kalt? Trotz heizbarer Handschuhe?" Ich stutzte. Heizbare Handschuhe? Ach so, er meinte die Rollerstulpen. Stimmt ja, ich habe ja eine Griffheizung, schoß es mir in den Kopf.

Beim Wegfahren stellte ich die Griffheizung dann auf erste Stufe. Hier prügelte der Wind böig auf uns ein. Ich beschloß, es gut sein zu lassen. Eine Runde noch durch die Dörfer, und dann ab zu meinem Schrauber. Ellies Luftdruck lasse ich dann dort überprüfen.

Bei Fritz waren alle dabei, die Saisonleichen fahrbereit zu machen. Ich packte einen Kuchen aus der Satteltasche, und wärmte mich bei einem Becher Kaffee im Büro auf, während Ellies Reifen abkühlten. Dann wurde der Luftdruck gecheckt.

Der Hinterreifen hatte fast 1 bar verloren. Hm, das erschien mir etwas viel. Muß ich im Auge behalten. Äußerliche Schäden waren nicht zu entdecken gewesen. Das Fahrverhalten war mir schwammig vorgekommen, so hatte ich also Recht gehabt.

Während Fritze telefonierte, schaute ich mir einige Objekte an ...



Da schob ich Ellie schnell weg aus der Nähe dieses Bikes - nicht, dass der Dreck oder eventuelle Kleinlebewesen überspringen!

Das Fell-Motorrad hat schon Preise gewonnen bei Rat-Bike-Wettbewerben.

Ratbike (Rattenrad) nennt man ein Motorrad mit bewusst ungepflegter bis verwahrloster Optik. Zur besonderen Hervorhebung des Ratbike wird das Motorrad so verändert, dass zum Originalmotorrad kaum ein Bezug hergestellt werden kann. Die Lackierung ist meist mattschwarz, braun oder in Tarnfarbe, mit Pinsel oder Rolle aufgetragen. An Ratbikes (überwiegend) wird allerlei Nützliches, Praktisches aber auch Unsinniges angebaut. Ratbikes sind für ihre Halter ein Gebrauchsgegenstand, der mit allen Mitteln, konventionell oder unkonventionell, am Leben gehalten wird. (Wikipedia)

 

Hier müssen mir meine BMW-Leser mal helfen ... auf jeden Fall ein ziemlich möriges Teil, mit fast 170.000 Kilometern auf der Uhr - ein wirkliches Touren-Motorrad, wie mir Fritze versicherte


Es ging auf den späten Nachmittag zu, und ich packte mich wieder in die warmen Klamotten ein. Zurück nach Hause.
Nach nur 52 Kilometern kam ich gegen 17 Uhr wieder zuhause an.

Kleine Runde nur, aber immerhin - eine Runde!

Am Samstag regnete es dann wie vorausgesagt mit Macht, und der Wind hatte in der Nacht nochmal ordentlich zugelegt.
Also alles richtig gemacht. Ich stürzte mich also auf den dringend benötigten Wohnungsputz, während draußen das Wetter wetterte. Mal sehen, wann es wieder eine Fahr-Gelegenheit gibt!



Und am Sonntag - bei einem Wander-Ausflug in den Harz - schneite es sogar wieder. Allerdings nur lokal. Im Flachland war es dann "nur" Regen.

4 Kommentare:

  1. Bei uns hat sich der Schnee und alles was dazu gehört schon lange wieder verabschiedet. Was ein Glück!
    Wie schön, daß Du auch mal wieder Wetter zum Fahren hattest!

    Dieses schwarze BMW Ungetüm ist übrigens eine 1100GS.

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  2. Naja, die BMW ist entweder eine 1100/1150 oder sogar schon eine 1200er GS älteren Baujahres...
    Das letzte Bild ist Dein Hausputzergebnis oder die Schneelage?
    :-))

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  3. Da hätte ich schon keinen Bock drauf, wenn ich mich so einmummeln müsste. Neee, als Motorradfahrerin möchte ich frei sein und mich auch frei fühlen.

    Hattest du nicht unlängst so ein Reifendruck-Dingens ergattert? :-D

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  4. Entweder ist das eine 1100 GS oder eine 1150 GS, wobei ich auf letztere tippe. Mein Mann fährt auch so eine, mit > 185.000 km auf dem Zähler. Sein Möp kennt Europa von Portugal bis runter zum Peloponnes, von Schottland bis Italien. Ein extrem zuverlässiges Touren-Motorrad.

    Was deine eingemicheline angeht ... muss ich auch machen. Sonst wird es sehr schnell sehr unangenehm. Aber ich bin auch am 30-Jan bei +5° gefahren. ;)

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