Saisonkennzeichler müssen geweint haben an diesem Wochenende.
Temperaturen bei 13 Grad, die ersten Frühlingsboten in den Gärten, dazu ein Wetterchen mit Sonne und seidenweicher Luft ... ach ja ...
Am Samstag tourte ich nach dem Einkauf (am Wochenende, ich hasse es ...) zur Entspannung eine Runde. Erstmal zum tanken.
Dann ging es gemütlich Richtung Harz. Bei den Motorradfreunden Iberg war Winterparty. Ich griff mir einen Kaffee und eine Schale heiße Suppe ab, lauschte den trägen Gesprächen und hing meinen Gedanken nach. Nach einer halben Stunde passierte auch nicht mehr, und ich wollte mein Tageslicht nicht weiter vertrödeln. Also weiter. Die Straßen waren sauber, kaum noch Rollsplit oder Ackerboden-Schmiere. Ich sah wieder viele Raubvögel, und vereinzelt ganze Horden von Rehwild, weit ab von der Straße mitten auf den Feldern.
Ich fuhr am Harzrand entlang, über Ilsenburg, am Kloster Drübeck vorbei, durch Wernigerode, verfuhr mich dort nur ein klein wenig, und es ging weiter Richtung Benzingerode und Heimburg. Auf der alten B6. Direkt neben der neuen Harzautobahn.
Ein kleiner Kolonnenweg lockte mich. Da ich in der falschen Richtung unterwegs war, fuhr ich rechts ran, wartete den geringen Reiseverkehr ab, und fuhr zurück. Ein Weilchen tuckerte ich über die Betonstreifen. Der Graben neben der Fahrspur gurgelte und gluckste prall gefüllt vor sich hin.
Erst fuhr ich vor einem schmalen Brückenübergang nach rechts ab.
P-Pause ...
Direkt in den Feldern, kein Touri, und vor uns braust der Verkehr über die Autobahn ...
Im Hintergrund gut zu erkennen: die Harzautobahn ...
Und dann begegnete ich Obelix. Beziehungsweise seinen Relikten.
Etwas steiniges, kantiges ragte aus der Erde.
Endzeitstimmung am Hinkelstein!
Cooles Werbefoto für X-Lite ;-)
Hier mehr Informationen - entnommen aus Harzlife.de:
Die Menhire bei Benzingerode
| Von den Jahrtausenden nur wenig gebeugt steht der Menhir von Benzingerode unerschütterlich an seinem Platz. | |
Im Rahmen des Neubaus der Bundesstraße 6 wurden ganz in der Nähe zwei weitere Megalith-Steine an ihrem vorherigen Standort wieder neu errichtet. Es handelt sich um den Heimburger Menhir am Ufer des Hellbachs südlich dieser neuen Bundesstraße und um den Derenburger Menhir nördlich der Straße.
Der Heimburger Menhir galt als verschollen und konnte bei den Straßenbauarbeiten wiederentdeckt werden. Am vermuteten Originalstandort wurde dieser große Monolith nach Fertigstellung der Straße wieder aufgestellt. Er ragt etwa 2,20 Meter aus der Erde heraus.
Der Derenburger Menhir befindet sich heute nicht mehr an seinem ursprünglichen Platz. Etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts versetzten ihn die Besitzer des angrenzenden Ackerlandes um mehrere Meter, da er die Feldarbeiten behinderte. Als Folge unsachgemäßer Aufstellung begann er sich bald zu neigen und mußte mit dicken Holzstämmen abgestützt werden. Auch für diesen Menhir erwies sich der Neubau der Bundesstraße 6 als günstiger Umstand, konnte er doch bei dieser Gelegenheit wieder senkrecht aufgestellt werden. Damit er auch von der Straße aus besser gesehen werden kann, wurde der rund drei Meter hohe und etwa zwei Meter breite, aber lediglich 60 Zentimeter dicke Derenburger Menhir um 90 Grad gedreht. Ebenso wie dieser Menhir sind auch die beiden anderen von der neuen Bundesstraße 6 aus gut zu erkennen.
Die ursprüngliche Bedeutung der drei Menhire ist bis heute nicht geklärt. Von den einschlägigen Fachleuten werden - wie in solchen Fällen üblich - Verwendungen als Grabanlagen bzw. Ahnengedenkstätten oder Orte eines Fruchtbarkeitskultes vermutet. Da die Steine aber nicht zufällig an ihren Plätzen stehen und sich noch heute gewisse Beziehungen zwischen diesen eindrucksvollen "Hinkelsteinen" und anderen geografisch markanten Punkten herstellen lassen, kann wohl von einer wesentlich bedeutsameren Bestimmung ausgegangen werden. Möglicherweise waren die Menhire Teile eines Kalenders oder hatten einen anderweitigen astronomischen Bezug. Mit Sicherheit stellten die großen Monolithe aber auch sehr gute Bezugs- und Orientierungspunkte im Gelände dar.
Alle drei Menhire bestehen aus Senon-Quarzit und stammen aus einem Steinbruch in der Nähe von Heimburg. Obwohl sich unweit dieser Steine der Rastplatz "Regensteinblick" der Bundesstraße 6 befindet, müssen Sie das eingezäunte Gelände dieser Fernstraße verlassen, um zu diesen steineren Zeugen der Vorzeit zu gelangen. Die Megalithen sind nur über kleine Nebenstraßen und gut ausgebaute Feldwege zu erreichen.
Im näheren Umkreis der Nordharzer "Hinkelsteine" bei Benzingerode befinden sich außerdem mehrere Gräber mit ebenfalls vorgeschichtlichem Ursprung sowie diverse weitere archäologische Fundstätten.
Blick Richtung Heimburg mit dem Burghügel
Ich freute mich über diesen Fund, schaute noch ein wenig in die Landschaft, aber dann wollte ich weiter. Fahren fahren fahren, heute war ich pausenunlustig!
So fuhr ich weiter über schmale Betonstreifen, bis hinein nach Derenburg. Hier wütete gerade ein Karnevalsumzug. Uff, schnell weg. Mit dem TaDaaaTaDaaaTaDaaaaa habe ich es nämlich nicht.
Besoffene Indianer, skurile Gestalten in Marienkäferkostümen etc. torkelten auf dem Bürgersteig. Weg weg, bevor sie Bierflaschen werfen, schoß es mir in den Kopf. Ich holperte Richtung Schachdorf Ströbeck (eine grottige Straße, man schaukelt sich da richtig auf!), und dann über die B79 wieder Richtung Heimat. Schöne 155 Kilometer gemacht. Das Fahren ging total locker vonstatten. Ich hatte nicht drüber nachgedacht, sondern bin einfach ... gefahren. So flüssig mag ich es am liebsten! Hach, wenn man das doch immer so einstellen könnte ...
Sonntag, 7.2.2016
Ich wachte Schweinetechnisch früh auf. Tüte braucht ihre Sonderbehandlung täglich spätestens um 7 Uhr, egal, wann ich am Tag vorher im Bett war oder ob ich ausschlafen wollte ... Demzufolge matschig im Kopf suchte ich erst noch meine Reaktionsfähigkeit. Während Elena vor sich hin mampfte, schaute ich aus dem Küchenfenster auf die Straße. Knochentrocken! Temperatur? Noch nicht so toll, erst 7 Grad. Fulminanter Sonnenaufgang!
Blick auf den Regenradar. Au weia ... da kommt was großes und blaues.
Also wenn ich fahren wollte, müsste ich das bald tun. Ja, ich wollte wieder fahren. Das gestern hatte so gut getan, und endlich fühlte ich mich wieder stimmig.
Gegen 9 Uhr war es dann soweit. Beim Fahren dann wurde ich richtig wach. Um die Uhrzeit waren fast keine Menschen unterwegs. Bis auf Braunschweig. Da drohte der Karnevalsumzug. Also auf jeden Fall in die andere Richtung.
Ab über die Asse, erstmal erneut zur Tankstelle. Und dann wieder über die öde Bundesstraße 79 Richtung Halberstadt, Tempo und Strecke machen.
Mattierzoll, Hessendamm - Grenzdenkmal; lag so am Wegesrand auf der Tour
Ich wollte am Harzrand entlang bis zum Kloster Mansfeld im Mansfelder Land. Grober Plan. Ich fuhr am Haus vom Zettfahrer vorbei. Tor war zu, also waren alle noch am schlafen. Weiter ging es nach Wernigerode.
In Wernigerode merkte ich, dass ich trotz kleinem Frühstück zuwenig Energie zugeführt hatte. Ich war total durchgekühlt und leichte Kälteschauer nervten mich. Auch die Füße waren eisekalt. An eine Weiterfahrt erst einmal nicht zu denken. Hm, was tun? Zu Mäcces oder den Zettfahrer wach klingeln? Ich war noch nicht im Saisonmodus - das Fahren gestern war kräftezehrender gewesen als ich erwartet hatte.
Ich versuchte es zunächst mal per Anruf beim Zettfahrer. Und hatte Glück. Ich konnte mich aufwärmen, und schüttete schnell heißen Kaffee in mich rein.Schnellschnell warm werden! Eine Banane gab zusätzlich Kraft.
Obwohl ein leckeres Mittagessen in der Pfanne angebraten wurde, drängte die Zeit. Wollten wir noch fahren, mußten wir das nahende Schlechtwetter-Blau austrixen. Wir packten zwei weitere Bananen und ein Brötchen ein, und fuhren los. Ich wußte auch schon, wohin ... zu den Hinkelsteinen!
Dieser Ort faszinierte mich einfach.
Der Zettfahrer war hier vor Jahrzehnten schon einmal gewesen, und entdeckte den Ort somit erneut. Fotopause, und weiter ging es durch die Felder.
Dort fanden wir auch den zweiten Hinkelstein. Mitten auf dem Feld, wie in der Beschreibung angegeben. Den dritten suchen wir bei Gelegenheit noch.
Hinter uns - nichts. Rechts neben uns: die B6n
Jetzt zogen aussagekräftige Wolkenbänder um uns herum, und die Zeit war reif für die Heimfahrt.
Einige Tropfen erwischten uns kurz vor Derenburg. Weiter ging es in flottem Tempo - ich hasse es, wenn Regen droht, und kann für meine Verhältnisse ziemlich fix unterwegs sein, wenn ich trocken zuhause ankommen will.
Mit nur wenigen Tropfen auf dem Visier kamen wir am späten Nachmittag bei mir zuhause vor der Garage an. Die Regenradar-App hatte recht behalten - es zog sich bedrohlich zu.
So ganz auf einen gemütlichen Abschluß wollte ich aber auch nicht verzichten!
Also verfrachtete ich den Zettfahrer und mich ins Auto, und wir fuhren noch einmal los. Bei Cadera Kaffee trinken. Das frisch belegte Brötchen verschlang ich in Rekordtempo. Ich hatte eigentlich gehofft, das Wetter würde sich noch halten und wir hätten vormals bei Ritchie in Jerxheim eine heiße Pizza oder Spagetti Bolognese futtern können ... aber da zog so eine widerlich schwarze Wand auf, das ich keine Ruhe hatte.
Auf dem weiteren Heimweg dann hatte ich Wahnvorstellungen von heißen dampfenden Nudeln und leckerer Soße ... hrmpf.
Also verfrachtete ich den Zettfahrer und mich ins Auto, und wir fuhren noch einmal los. Bei Cadera Kaffee trinken. Das frisch belegte Brötchen verschlang ich in Rekordtempo. Ich hatte eigentlich gehofft, das Wetter würde sich noch halten und wir hätten vormals bei Ritchie in Jerxheim eine heiße Pizza oder Spagetti Bolognese futtern können ... aber da zog so eine widerlich schwarze Wand auf, das ich keine Ruhe hatte.
Auf dem weiteren Heimweg dann hatte ich Wahnvorstellungen von heißen dampfenden Nudeln und leckerer Soße ... hrmpf.
Nun also ein Schinkenbrötchen bei Cadera.
Schmeckte genauso prachtvoll.
Hunger ist der beste Koch.
Der Zettfahrer fuhr dann später trotz Wetterbericht trocken heim.
Fazit:
Knapp 250 Kilometer gemacht. Kopf wieder frei, Stimmung wieder super. Der schwarze Hund ist erstmal wieder brav in seinem Körbchen.
Alles richtig gelaufen ...
Hinkelsteine entdeckt ... das Gute und Interessante liegt so nah! Ich bin in der Gegend schon sehr oft unterwegs gewesen - und jetzt erst nach 4 Jahren finde ich diese Steine. Krass ...


Jaaa, was ein Wetterchen am Wochenende! Zumindest am Sonnabend. Bei uns waren es auch dreizehn - vierzehn Grad. In der Pfalz habe ich die ersten blühenden Bäume gesehen. Ich bin bald von Gesa gefallen.
AntwortenLöschenKlasse, daß Ihr auch so ein grandioses Wochenende hattet!
Und die schwarze Töle bleibt hoffentlich in ihrem Körbchen!