Ellie und ich

Ellie und ich

Samstag, 21. Januar 2017

Häppi Nju Jiär

Nun ist das neue Jahr schon 21 Tage jung.
Das Gute: seit 21 Tagen durchweg positive Stimmung bei mir. Heureka. Und es geht weiter bergauf.

Angefangen hatte 2017 bzw. das Ende von 2016 so:


Eigentlich wollte ich Silvester gemütlich zuhause bleiben. Meine Nachbarn im Haus bekamen aber viele viele Gäste, so dass viel viel Krawall, Gepolter und Geknalle zu erwarten war. Also packte ich kurzentschlossen diverses warmes Zeug in mein Auto, klaute noch einige Stücken überflüssigen Holzes aus den Ecken des Gemeinschaftskellers, legte ein altes und nicht mehr aktuelles Tagebuch (junge, was ich mal für einen verwirrten Scheiß zusammen gekritzelt hatte, weia ...) als Anzünder in die Tüte, und stellte meine schönste Blumen-Tonschale auf den schmutzigen Haufen ins Auto.
Bratz, Heckklappe zu. Und dann fuhr ich zur besten Fernsehzeit (da, wo Dinner for one lief) raus an einen schönen und einsamen Ort.

Ich hatte zuhause TV und Licht angelassen, damit die Meerschweinchen nicht zu arg unter den Feierbrüdern leiden mußten (okay, dafür bekamen sie dann N3 Ohnsorg-Theater rauf und runter geboten). Mitnehmen wollte ich die Bande aber nicht - bei Nachttemperaturen von weit unter Null Grad waren sie zuhause besser untergebracht.

Mit Stirnleuchte richtete ich mein Auto gemütlich ein, pustete die Luftmatratze auf, schüttelte zwei Schlafsäcke zurecht - fertig war mein Lager. Dann opferte ich meine Tonschale dem Feuer. Mein erstes selbst Gezündetes knisterte bald fröhlich und gierig vor sich hin. Ich parkte das Auto kurzfristig um, damit der Wind den Qualm (und die Asche vom Tagebuch - bye bye Anfänger-Ergüsse) nicht immer direkt in meine Augen trieb. 

Überall um mich herum in weiter Ferne wurden Raketen gezündet, Böller, wasauchimmer - und ich saß da, warm eingemummelt in meinem Campingstuhl, und genoß die Nacht. Die Sterne waren hier so dicht zu sehen. Und es waren so viele!
Waren die vorher auch schon da gewesen? Und waren es immer so viele?



Die (leider ausverkaufte) Lampe - war ein Tipp von Minya; sie hat die gute Leuchtkraft und die vielseitigen Verwendemöglichkeiten in einem ihrer Blogberichte erwähnt!

In der Nacht auf unter -4 Grad ... ja, eisgekühlt war der Pikolo, im wahrsten Sinne des Wortes ...

 

Gegen 23 Uhr kam der Zettfahrer von der Arbeit und brachte noch eine ganze Kiste mit gut abgelagerten Holzscheiten. Meine Tonschale riß mit einem lauten ZING! kaputt, aber das ließ sich nicht verhindern. Im Gras ohne Sicherung ein Feuer anheizen, hätte ich nicht gut gefunden. Und der Bauer sicherlich auch nicht, auf dessen Wiese wir semi-legal unterwegs waren ...

Um Mitternacht durften wir das Feuerwerk von den umliegenden Ortschaften - einschließlich Wernigerode - bewundern. Junge, was da an Geld in die Luft gepulvert wurde ...

Gegen 2 Uhr fuhr der Zettfahrer heim. Sein gemütliches Bett rief schon seit einer Stunde. Ich selber kroch angenehm betrunken in meine zwei Schlafsäcke, stinkend wie ein Räucheraal. Diesmal behielt ich meine Mütze auf. Dank Svenja weiß ich nun, wie prima eine Bettmütze wärmen kann.
Anders hätte ich die -5 (oder mehr) Grad in der Nacht nicht gut ausgehalten. Innerhalb kürzester Zeit war ich tief und fest eingeschlafen. Nur meine Nasenspitze bekam etwas von der eisigen Kälte mit.

Neujahr erwachte ich schlagartig, als es draußen heller wurde.
Verschlafen schälte ich meine Arme aus dem Paket Schlafsack-Daunenschlafsack-Wolldecke-Fleece-Fußsack und staunte die Morgendämmerung an.

 

In die Wolldecke gewickelt ging ich über das steifgefrorene Gras aus der Senke heraus, in der das Auto gut versteckt geparkt war. Leider war es auch aus mit dem Windschutz. Ich kauerte mich in den dürftigen Windschatten eines Baumes und genoß den Tagesanbruch.


Die Sonne ließ auf sich warten. Mir wurde kalt, ich ging durch das gefrorene Gras zurück zum Auto, und kroch noch einmal in die warme Hülle zurück, ließ aber die Autotür offen. Der Tee in der Thermoskanne war noch heiß, und so wärmte ich mich auch von innen auf. Und wartete. Und dann ging es ganz schnell!

Endlich war sie da.
Neujahrssonne.
Willkommen, erster Tag in 2017!

 
Autoscheiben noch zugefroren ... von außen und von innen ...


Die kläglichen Reste vom Feuer ... ein Haufen Asche und eine gesprungene Tonschale ...

So schön wartete der Neujahrs-Tag auf mich ...

Noch ein wenig die wärmende Sonne genießen
Zum Frühstück Buletten mit Gemüse-Inlet, dazu heißen Tee und einen Schokoriegel
Sogar das Waschwasser in der zweiten Thermoskanne war noch heiß gewesen ... zumindest fürs Zähneputzen und den Schlaf aus dem Gesicht spülen reichte es!

Gegen Mittag kam der Zettfahrer mit Hanshermann angefahren, lud den Holzrest ein und half mir noch beim Aufräumen. Dann fuhr er zur Arbeit, und ich nach Hause. Die Schweinchen vom Fernsehen "erlösen". Eine heiße Dusche genießen und couchen.

Die Tiere guckten gelangweilt, und nahmen dann gnädig das schlechte-Gewissen-Futter entgegen. Anhand des Knallerdrecks vor dem Haus sah ich, dass ich gut daran getan hatte, in der Natur in der Ruhe zu schlafen. Minustemperaturen hin oder her. Mit zwei Schlafsäcken ineinander, Wollsocken und -Hose, einer Schlafmütze und genügend Sekt intus war ich nicht den Kältetod gestorben. Nicht mal einen Schnupfen bekam ich (das kam Tage später, nach dem Sport ... grumpf).

Wenige Tage später sah es dort am Übernachtungsplatz so aus:





Wir unternahmen einige Tage danach Ausflüge "für die Glücksstimmung". Im Tiefschnee mit neuen Skisachen. Da, wo vorher keiner längs gegangen war ...







Jepp - das HAT Spaß gemacht! Ich bin sonst nicht so für das weiße Zeug. Aber das dort, das Herumstapfen, neu entdecken, Weg erkämpfen, Schneeschlachten liefern und die Stille des Waldes genießen war ein Traum.

Und nun sitze ich hier am Laptop, mein Blick geht vom Bildschirm hoch und schaut ... das hier an - ebenfalls etwas Neues in meinem Jahr 2017:



Sechzig Liter Aquarium, mit drei verschiedenen Arten von Salmlern (Kardinälen, Kupfer- und Trauermantelsalmlern - wer sich damit auskennt), drei kleinen Panzerwelsen (Kingkong - der Kleinste, und Cheech und Chong, die beiden Größeren) und zwei Harnischwelsen. Ich hatte vor vierzig Jahren mal drei Aquarien gehabt. Seitdem hat sich viel getan in der Technik und dem Zubehör. Die Regale mit Fischfutter sind so voll wie die Kosmetiktiegel-Angebote bei Douglas. Unglaublich, was für ein unnützes Zeug man in die armen Wassertierchen reinfüttern kann. Meine 29 Kameraden werden alle zwei Tage gefüttert. Mit stinknormalem TetraMin. Das gibt es immer noch. Und es stinkt noch genauso wie damals vor 40 Jahren.
Die Restebrocken berühren nicht einmal die Mitte des Aqurariums, da ist schon alles weggeschnabelt. Hungrige Fische = gesunde Fische ...

Während es draußen also kalt, schneebedeckt und nicht motorradmäßig ist, hocke ich froh gelaunt im Warmen, Ellies Batterie klemmt am Pro Charger und wird gewartet - und ich warte auch. Auf Fahrwetter. Und bis dahin lese ich Berichte über Motorradfahrer in Patagonien, arbeite mich durch Fachbücher "meinen Zustand betreffend" und freue mich darüber, dass ich a) wieder schreiben kann, b) mich wieder konzentrieren kann, und c) das es aufwärts geht.

Jo ... und was das neue Jahr noch so an Überraschungen auf Lager hat, werde ich im nächsten Bericht mitteilen. Da ging es nämlich auf die Motorradmesse nach Magdeburg. Und ich verliebte mich vom Fleck weg in etwas Quietschgrünes. Und dann traf ich ... aber das erfahrt ihr später!

Happy New Year an euch alle, ihr Lieben!

 

7 Kommentare:

  1. Na dann noch mal en gueds Neiss Joar! Ein Kleinbecken für die Seele...nett. Aber wie Du sicher weißt, je kleiner das Becken, umso schwieriger die Wasserqualität. Aber Du hast auf jeden Fall Fische, die hart im Nehmen sind. Viel Spaß mit dem Becken. Sieht gut eingerichtet aus...

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  2. Das ist mal ein Jahreswechsel von gutem Geschmack. Es muss ja nicht immer eine Feier mit Fondue Knallte und Abküsserei sein. Ich hab mir das Feuerwerk aus dem Fenster meines Krankenhauszimmers angeschaut. naja Feuerwerk ist vielleicht übertrieben, ein paar Raketen halt. War auch in Ordnung aber nicht das was ich mir vorgestellt habe. Da wäre mir Deine einsame Silvesterfeier lieber gewesen 😁

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    1. Ach Harry ... das du auch so krass "feiern" musstest ... komm bald wieder ganz auf die Füße, versprochen? Gute Besserung, du Krieger!

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  3. Oh das war eine schöne Silvesternacht ! Hätte ich mal auch machen sollen, meins war viel langweiliger.
    Du hingegen bist eine richtige Outdoorelse - Zelt oder Auto, bei -5 ist es nicht leicht, und dann der wunderschöne nächste Morgen. Traumhaft :)
    Ich wünsche dir später dann einen herrlichen Frühling im Harzvorland, beneide dich so sehr da drum dort zu wohnen. In der Natur wirst du dich erholen.

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    1. Du hast ja so recht, Micha. Die Natur ist mein Heilmittel. Wie verrückt das doch im Büroalltag ist, tagtäglich nur Daten zu produzieren, und nichts greifbares. Vielleicht sollte ich mich als Outdoor Testerin zur Verfügung stellen. Das würde mich sehr begeistern. Gewissenhafte Berichte würde ich selbstverständlich anfertigen. Also wenn das hier ein Ausrüster liest, würde ich mich über einen Auftrag freuen. :-)

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    2. Was du eigentlich mal probieren könntest, dich an einem schönen warmen Sommertag mit einer Hängematte mitten in den Harzwald oder in irgendeinen Obstbaumhain (z.B. wie in der Gegend von Timmernrode) zu hängen. Du schaukelst hin und her (wenn du willst, sonst hängt man still) und schaust in die Baumkronen. Es ist unglaublich schön und entspannend. Bei Interesse gerne mehr Infos, in FRA und ESP habe ich 70% der Nächte so verbracht ;-)

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  4. Was für eine seltsame und gleichzeitig faszinierende Art, das neue Jahr zu begehen. In diesem Sinne: Möge 2017 für Dich so gut werden, wie es angefangen hat!

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