Die erste Tour seit zwei Jahren außerhalb meiner Hausrunden. An Fahrkilometern waren es am ersten Tag gerade mal 140. Also durchaus machbar. Aber ob mein Hirn mitmachen würde? Wenn ich es nicht ausprobiere, weiß ich es nicht, machte ich mir selber Mut. Die Lust nach "Abenteuern" war mir vor zwei Jahren vergangen.
Aber das ist lange her, und ich hatte viel dazu gelernt. Umdrehen könnte ich immer noch, wenn ich merken würde, dass es nicht geht. Ich hatte in den letzten Wochen oft ein Unwohlsein beim Fahren gehabt. Fahrangst - etwas, was ich nur aus meiner Fahrschulzeit kannte. Nun denn - jetzt mal tapfer sein und ausprobieren. Wer weiß - die Übung würde mir vielleicht sogar weiterhelfen in der sechsten Fahrsaison.
Also bepackte ich Ellie, so gut ich es vermochte. Die Gepäckbrücke war eine gute Investition gewesen. Ich brauchte bei der gelben Tasche nur zwei Gummistrapse, dann war die Ladung gesichert!
Die Hälfte davon war unnötig, aber das war mir erst hinterher klar.
In der gelben Tasche reiste dieses Mal mein eigenes Kopfkissen mit. Meine Nackenwirbel verlangen danach ... Die Anziehsachen wurden einfach darüber gepackt, die Ortlieb Tasche eingerollt und komprimiert.
Die Satteltaschen enthielten 2 Paar Schuhe (rechtsseitig), dann war zumindest die eine Tasche schon voll. Die Satteltaschen waren bewußt nicht so überdimensioniert gewählt von mir. Keine Alu-Koffer oder sonstwelches Hartschalen-Equipment.
Auf der anderen Seite reisten die Waschtasche und zwei Unterzieh-Jacken mit. Ebenso das Paar Ersatzhandschuhe. Im Tankrucksack herrschte das übliche Chaos von Landkarten, Mineralwasser-Flasche (0,5 L), Kamera, Handy, Taschentücher, Obst, ein Kompaß, Feuchttücher, Brillenputztuch für das Visier, ein Taschenmesserchen ... halt alles, was man schnell mal zur Hand haben will.
Die kleine Hecktasche enthielt all das, was noch irgendwie mit mußte, aber woanders keinen Platz mehr fand.
Das Wetter war sommerlich. Schon beim Anziehen merkte ich, dass ich eventuell zuviel an hatte - später bei den Pausen plünnte ich mich dann Stück für Stück aus, und nutzte den noch freien Platz in der Hecktasche.
So war die erste Tourrunde geplant:
Ich startete pünktlich um 10 Uhr, fuhr gemächlich durch den Speckgürtel von Braunschweig, und dann auf die B4. Hier ist immer viel Verkehr. LKW versuchten, voran zu kommen - und wurden teilweise zu echten Problemfällen. Drei hintereinander, und von vorne keine Sicht - da ließ ich das Überholen bleiben. Von hinten drängten ungeduldige Autofahrer. So mancher brachte Fahrmanöver, die ihm den Führerschein hätten kosten können. Vor den häufigen Blitzer-Säulen teilweise meterlange schwarze Gummispuren auf dem Asphalt.
Ich hielt meinen Stiefel, hielt mich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, und ließ mich nicht irritieren. Bei Sprakensehl dann eine Vollsperrung. Hm, so früh hätte ich das nicht erwartet. Ich wußte schon, dass die 191 bei Uelzen gesperrt war, aber schon in Sprakensehl leitete das Straßenbauamt den Verkehr über meine gedacht ruhige Nebenstrecke.
So fuhr ich also in einer langen Schlange mit den anderen durch Dörflein und die Ländereien drumherum.
In Bad Bodenteich wurden die B4-Umfahrer wieder auf einen Rückführer geleitet. Ich konnte aufatmen und fuhr über Soltendieck, Suhlendorf nach Rosche. Auch hier war unerwartet viel Verkehr - weitere Umleitungen. Irgendwelche Fahrbahndecken-Erneuerungen in den Dörfern drumherum.
Ich hielt irgendwo auf der Strecke an einer Seitenstraße, packte mein Mittagbrot aus und gönnte mir eine Verschnaufpause.
In mich hineinhorchend merkte ich außer erhöhter Körpertemperatur (von der Sonne) nur eine gewisse Hibbeligkeit. Keine Panik, kein Wunsch nach Aufgeben.
Tschakka - obwohl diese Umleitung nicht in meinen Plan gepaßt hatte, machte meine Psyche keinen Streß. Mich hatte der alte Ergeiz gepackt - ich wollte an der Elbe ankommen.
Nachdem ich die Waldameisen besucht hatte, ging es weiter.
Ab Rosche wurde es gemütlich. Die blühenden Bäume hoben sich gegen den blauen Himmel ab. Die Birken hatten hellgrüne Blätter, und in den Dörfern waren die Vorgärten sehr liebevoll bepflanzt. Überall Frühling. Dazu die kleinen schmalen Straßen zwischen den Orten, an denen bis auf überdimensionierte landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge wenig bis kein Verkehr herrschte. Vom Motorrad aus war das viel intensiver zu genießen. Geruch, Gefühl und ganzheitlich am Körper mit allen Sinnen das Fahren zu erleben! Okay, das mit der Gülle-Luft war jetzt nicht so lecker.
Entspannter Modus - ich packte die Füße auf die Highway-Fußrasten und genoß das Chopper-Gefühl ...
Kleine Ortschaften, hellgrüne Natur
Sanfte Kurven, kein Verkehr
An einem Waldweg hielt ich an und gönnte mir Fruchtzucker. Die mitgenommen Weintrauben löschten auch meinen Durst. In den Waldstrecken war es noch ziemlich frisch, aber wo die Bäume fehlten, brannte der Planet doch ganz schön. Außerdem wollte ich nicht einfach nur die Strecke runterreißen. Gerade die kleinen Pausen werden mir später in Erinnerung bleiben. Das war vor zwei Jahren schon so gewesen!
Ab und an fuhr ein Auto mit einheimischem Kennzeichen vorbei. Sogar einige Motorräder waren unterwegs. Irgendwo lärmte ein Trecker in einer riesigen Staubwolke auf dem Acker vor sich hin, Gülle versprühend. In den Dörfern hingen überall Schilder mit Hinweisen auf Kartoffeln, selbstgemachte Marmelade und andere Dinge. Einmal sah ich sogar eines auf Plattdeutsch. Das werde ich beim nächsten Tourenbesuch fotografieren - in der Nachbearbeitung der Fotos stellte ich nämlich fest, dass ich ausgerechnet DAS vergessen hatte. Dabei wäre das etwas wirklich außergewöhnliches gewesen. Ich muß mehr an meiner Wahrnehmung arbeiten; das kommt dann wohl von mehr Übung ... auf einer anderen Tour.
Ein Detail für die Trekies unter meinen Lesern: Wir sind die Borg - das Dorf existiert also schon auf dem Planeten Erde - wir sind assimiliert!
Ich durchfuhr den Ort Himbergen. Die alte Tankstelle mit der abblätternden Farbe unter dem Dach lebte immer noch in dem derangierten Zustand. Hier war ich vor Jahrhunderten schon einmal längs gefahren. In einem anderen Leben. Mit deutlich weniger Entspannung als jetzt.
Weiter ging es Richtung Görde, durch ein langgestrecktes Waldgebiet. "Schweinsgrund am Tannen und Lissauer Berge". Die Elbe rückte näher. Der Wald duftete, wie nur Wald in der Sonne duften kann: aromatisch harzig und fruchtig zugleich. Die Vögel krakeelten ihren Revieranspruch, dass ich das sogar unter dem Helm, mit Taschentuch-Pröppeln als Gehörschutz, wahrnehmen konnte! Die wenigen Autos, die von hinten angerauscht kamen, ließen mich in Ruhe. Sie bogen rechtzeitig an mir vorbei. Meine Grundgeschwindigkeit in Waldgebieten liegt zwischen 70 und 80 km/h. Vor allem dann, wenn überall Hinweise stehen mit dem Verweis auf Wildunfälle. Das sind diese roten Dreiecke, in dessen Mitte das Wort Wildunfall gepinnt ist. Rötliche Schleifspuren auf dem Asphalt und schwarze Bremsspuren untermauerten diese Gefahrenzone noch eindrücklich. Das war wohl erst die Nacht vorher geschehen.
An der B216, von Dahlenburg nach Hitzacker, angekommen, mußte ich links abbiegen. Eine ellenlange Schlange von PKW, LKW und Wohnmobilen zog an mir vorbei. Der Umleitungsverkehr brandete durch das Gebiet. Kurzentschlossen bog ich gleich danach rechts in einen schmalen Seitenweg ab. Auf meiner Tourenkarte war der als befahrbare Straße ausgewiesen. Mich ein Stück in diesen Blech-Lindwurm einzureihen, lockte mich nämlich kein Stück!
Ich holperte über Verkehrsbegrenzer - erhöhte Straßenteile mit Kopfsteinen bepflastert, Teufelszeug; sicher in Zusammenarbeit mit den KFZ-Werkstätten gebaut - , fuhr diese schmale Straße weiter in ein Waldgebiet. Linker Hand ein kleiner Berg, und rechts davon ein Tal mit einem mäandernden Bach. Das erinnerte mich ein wenig an unser Reitlingstal, nur wesentlich geschrumpfter.
In einer Kurve mußte ich einfach eine Pause machen. Der Platz schrie sozusagen danach. Wobei das Schreien eher ein Quaken war: Dutzende Frösche und Kröten bevölkerten das Gelände. Als ich den Teich näher in Augenschein nahm, sprangen die fetten Quaker mit einem gewaltigen Platsch zurück ins Nass. Was für ein Glück, dass sie nicht in Frankreich lebten; da wären ihre Beine in höchster Gefahr gewesen.
Die Goldfische und -Orfen im Teich ließen sich von meinem Besuch nicht stören. Irgendjemand muß hier mal ein Pärchen ausgesetzt haben, welches sich im Lauf der Jahre munter verbreiten konnte ... Zum Glück können Fischreiher nicht lesen. Das wäre für sie ein perfekter Ort zum Räubern gewesen.
Kaum war ich auf Fotopirsch am Teich entlang, gesellte sich ein Mountainbiker mit Elektroantrieb und gewaltigen Ballonreifen auf den Felgen zu mir. Ein gewichtiges Teil - 26 Kilogramm würde das wiegen. Der stolze Besitzer, ein sehniger Typ Ende fünfzig, pries mit blumigen Worten sein Gefährt. Meine skeptisch hochgezogene Augenbraue und den Einwand "Aber wie ist das, wenn der E-Antrieb ausfällt?" beantwortete er nicht so direkt. Immerhin hat er mit dem Bike die Pyrenäen überquert. Da er immer intensiver über die Vorzüge des E-Antriebs und seiner Fahrqualitäten schwärmte, ging er mir doch recht bald auf die Nerven. Ich verabschiedete mich mit dem Hinweis auf den brennenden Planeten und meine Lederklamotte. Er selbst trug diese Art enge Anzüge, die mir mehr Informationen über den Körper mir fremder Personen lieferten, als ich eigentlich sehen wollte ...
Ich schwang mich wieder auf Ellie und tuckerte meinen Stiefel weiter.
Diesen Teil des Weges, von Pommoissel aus, kannte ich bereits vom Auto aus. Den jetzt auf Ellie zu fahren, war eine ganz ganz andere Klasse. Näher dran, intensiver und neu aufregend war all das jetzt. Die kleinen Dörfer waren so hübsch zurechtgemacht! Überall frische Farbe, leuchtend in der Mittagssonne. Liebevolle Hinweisschilder "Marmelade eigene Früchte", "Eier von gluckgluck glucklichen Hühnern" und so weiter. Die glücklichen Hühner hatten ein Selbstmord-Gen in sich - sie stoben im Straßenstaub auseinander, als ich über die Dorfstraße tuckerte. Mir genau vor die Räder. Da ich so etwas schon geahnt hatte, kam es aber zu keinem Blutbad. Ich hielt mitten auf der Dorfstraße an und wartete einfach, bis das letzte mit gerafften Federn hinter dem Jägerzaun in Sicherheit war.
Dann war ich fast vor Neu Darchau angekommen. Der Etappensieg war meiner!
Ein Blick auf meinen Tacho war ebenfalls aufregend für mich. Gleich - gleich - gleich war es soweit!
Und mit dem Ortseingangsschild konnte ich dann doppelt feiern!
Ich fuhr Ellie genau 60.000 Kilometer. Sogar der Tageskilometerzähler paßte. Mit dem heutigen Tag - und dann noch an meinem erklärten Lieblingsort angekommen - fuhr ich Ellie in der sechsten Saison, besaß sie 6 Jahre.
Nachdem mein Jubel etwas abgeklungen war, fuhr ich in den Ort, direkt zum Hafen.
Und weil ich grad so gut gelaunt war, fuhr ich noch weiter. Direkt an der Warteschlange am Fähranlieger vorbei, in welcher auch ein Chopperfahrer auf seiner fetten Harley vor sich hin schwitzte, polterte ich in einer Staubwolke, über den Rasen, direkt in das Wartehäuschen. Uff, Schatten!
Etwas erschöpft, aber stolz wie Oskar - Tagesziel erreicht, Aufgabe bewältigt!
Die "Tanja" legte gerade an, und ich konnte den uninformierten Fahrkarten-Mann grüßen. Erst erkannte er mich nicht, aber als ich ihm die Hintergrundinfos noch einmal um die Ohren wedelte (Januar; hat das Café Rautenkranz geöffnet oder nicht), wußte er mich einzuordnen. Den gleichen Spruch bekam er tags drauf vom Zettfahrer, und nahm uns auch das nicht krumm.
Dann ging es zum Gästequartier. Die nette Vermieterin begrüßte ihren Stammgast wie gewohnt nordisch herzlich - also zurückhaltend. Während sie von ihrem verkühlten Andalusienurlaub berichtete, briet mir die Mittagsonne meine Füße gar. Ich mußte raus aus der Hitze! Mein Kopf war heiß und das Gesicht knallrot.
Nachdem ich den Wohnungsschlüssel hatte, verbreitete ich das gewohnte Chaos im Quartier. Schon erstaunlich, was man auch mit weniger Gepäck alles anrichten kann!
Die dann folgende Dusche war eine Wohltat! Frisch gemacht, in luftigen Sachen, mit Sandalen an den heißen Füßen, die Helmfrisur erfolgreich abgewaschen, schnappte ich mir einen Rucksack und ging zu Fuß zum Dorf-Supermarkt. Die Erdbeeren sahen verlockend aus, und ich gönnte mir ein Schälchen.
Stadtfein gemacht; am Kateminer Mühlenbach
Jetzt hieß es, die Zeit zu überbrücken, bis der Zettfahrer Feierabend hatte und anreisen würde.
Der nette Mann der Vermieterin hatte mir derweilen eine Liege auf die Terrasse gestellt. So ließ es sich aushalten! Ich notierte mir Details der Anreise. Zuviel, um alles im Kopf zu behalten; aufschreiben ist das beste Mittel gegen Vergeßlichkeit.
Dosenravioli - da hatte ich total Schmacht nach gehabt. So eine Tour macht Appetit auf Dinge, die ich sonst nicht häufig esse.
Der Nachmittag ging ins Land, und ich nach dem Essen noch einmal an die Elbe.
Die touristische Saison hatte definitiv begonnen. Auf der Höhe, wo ich gemütlich im Sand sitzen wollte, nervten zwei Jet-Ski-Fahrer aus dem Jachtclub Neu Darchau herum. Die Dinger machen einen Höllenkrach. Zwei Buchten rechts von mir krakeelten Jugendliche vom Campingplatz mit den Jet-Ski-Fahrern. Die sonst so gewohnt stille Elberuhe war vorüber.
Am Ufer gegenüber, am Fähranleger Darchau (ehemals Ostseite), versammelte sich die weiße Ware, die wie überdimensionierte Champignons in der Abendsonne glänzten. Ich vermute, die Saison von Januar bis März und ab November dürfte hier die für mich beste sein. Tourismus-Lärm ist mir stets ein Gräuel. Aber entfliehen kann man dem wohl kaum. Doch, das geht, aber das kommt erst morgen dran!
Irgendwann war dann doch Ruhe. Dafür kamen die Mücken. Und glaubt es mir, Mücken können die da, aber Hallo!
Ich stapfte über die Wiese und durch Gestrüpp zurück zum Fähranleger. Es war kurz nach 19 Uhr. Und wen sehe ich da in der Sonne glänzen?
Der Zettfahrer war gerade eifrig dabei, mit dicken Fingern auf dem Handy herumzutatschen. Die Hitze und der vorherige Arbeitstag hatten ihm zugesetzt. Sicher versuchte er, mir das Foto zu senden (dem war auch so!).
Ich flötete mit zarter Fischweib-Stimme "..................!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" in seine Richtung. Eine Ente zeterte aus dem Schilf zurück "näääknäääääääknäknäknäk". Offenbar hatte ich ihre Ruhe gestört mit meinem melodischem Organ.
Der Zettfahrer guckte erstmal erstaunt zur Fähre. Eventuell hatte mein Ruf die Stimmlage eines Typhons? <- Bitte auf das Wort klicken und die Lautsprecher auf volle Lautstärke!
Dann fuhr ich - mit Zettis Helm auf dem Kopf - rittlings auf der Zett, zurück zur Ferienwohnung. In der Sackgassenstraße gab Zetti nochmal richtig Gas, so daß auch der letzte Nachbar im Vorgarten wußte: bei Familie E. sind die Gäste jetzt komplett!
Zetti schmiß alles von sich, und wusch erstmal den Reisedreck von sich. Woran erkennt man den freundlichen Motorradfahrer? An den Fliegen zwischen den Zähnen *örks*. Das ist kein Joke - in der Realität wirkt es aber ekliger, vor allem wenn die Viecher noch halbtot herumkriechen.
"Schaaatz - das Klopapier ist alle!"
Dann wurde es gemütlich. Später auf der Terrasse - es ist angerichtet! Die vom Zettfahrer mitgebrachten Hähnchenkeulen dufteten vor sich hin; in dem Backofen konnte ich die Haut nochmal richtig knusprig machen. Stichwort knusprig bekommt ihr im Bericht vom nächsten Tag noch einmal zu lesen ;-)
Ich ließ mir mein eiskaltes Frauen-Bier schmecken, während der Zettfahrer wie gewohnt seinen Kaffee brauchte.
Nach dem Essen kam die Müdigkeit. Da es noch zu früh zum Schlafen war, gingen wir erneut zum Fähranlieger und genossen den Abend dort. Fledermäuse tanzten im Halbdunkel um uns herum, und die Gänse flogen laut rufend zu ihren Nachtquartieren. Irgendwie klingen die Rufe immer etwas kaputt, als müßten sie geölt werden. Die "Tanja" rasselte mit den Ketten, aber ab 21 Uhr war auch da Stille angesagt: Feierabend. Alle, die jetzt noch übersetzen wollten, mußten eine andere Möglichkeit suchen. Die nächste war in Bleckede, 16 Kilometer entfernt.
Wir tauschten Storys über die Anfahrten aus. Der Zettfahrer hatte auf der Fahrt zwölf Blitzer gezählt. Und war nur dreimal erwischt worden. Von vorne.
Dann war der Tag gelaufen - die Müdigkeit ließ sich nicht mehr wegdrängen. Gute Nacht um 22 Uhr.
Fazit:
Gelungener Tag. Gelungene Anfahrt. Gelungene Familienzusammenführung. Gelungen: Angstüberwindung!
Kilometer: etwas mehr wie 150.
Kilometer: etwas mehr wie 150.

















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