Ellie und ich

Ellie und ich

Montag, 2. September 2019

Sommerurlaub - erster Teil - der frühe Motorradfahrer ergattert die besten Möglichkeiten

Die erste Urlaubswoche vom Sommerurlaub war ohne Motorrad, aber mit Nordsee. Und ganz viel Bernstein. Ich bin jetzt die Klondike-Heike!


Die Sammelwut hatte ihren Preis. Ich war mit einer fetten Erkältung noch im Nordsee-Urlaub und danach auch zuhause über viele Tage krank. Stundenlange Spaziergänge im kalten Wasser - barfuß und ungeübt, das rächt sich. Der Urlaub an der Nordsee war soweit ganz okay, wird aber in der Gegend nicht wiederholt. Vor zwanzig Jahren war weniger Tourismus, mehr Naturerlebnis, und wesentlich weniger Euronen (Deutschmark) zu zahlen. Klein-Sylt oder auch St. Peter-Ording ...

Es folgte ab Mitte August eine weitere Hitzewelle über Deutschland. Damit ich endlich Motorrad fahren konnte, gab es nur eine Lösung: um 6 Uhr auf dem Motorrad sitzen, und gegen 11 Uhr zuhause sein.

Das kostet Überwindung, gerade, wenn man so wie ich gern lange schläft.

Der Lohn der Mühe ist vielfältig!

Blick in das Reitlingstag, Elm - halten direkt vor der Kurve war möglich, weil kein Verkehr war
 
Allein im Elm!

Gemütlicher Landschaftsguck - allein im Elm

Abwesenheit von Touristen, die sonst durch das Bild laufen - Schöningen, Kloster

Sehr spooky hammermäßige Aufnahmen sind frühmorgens möglich, ohne neugierige Einheimische - hier fährt kein Zug, kein Bus, kein Irgendetwas mehr. Das Gebäude sieht in der Morgensonne interessant aus - bei Nebel und im Abenddunkel könnte es einen wirklich gruseln!




Straßenmäßige Herausforderungen, wenn man wie ich die schmalen dunklen Linien auf der Motorradstraßenkarte befährt. Die, die "eigentlich keine richtigen Wege sind". Für Enduros bestens geeignet. Da Ellie ja eher ein Tourer ist und auch dementsprechende Reifen hat, ist das nicht immer wirklich klug von mir.
 

Ehemalige Prachtbauten, wo die Zeit stehen geblieben ist - eine alte Fabrik

Begegnungen in den Dörfern: ein alter Mann, stark tätowiert, in Filzpantoffeln, Schlafanzug-Shorts und nacktem Oberkörper, mit einem weißen Kakadu auf der Schulter. Eine alte Dame, die mühsam aus einer Hofeinfahrt humpelte, sich auf ihren Rollator setzte und neugierig zuschaute, wie ich das Foto vom Gunsleben Gebäude machte. Hier passiert wohl nicht viel, die meisten reisen nur durch. Auf der Zubringerstraße zeigten zwei rote große Schleifspuren auf der Straße an: hier waren Wildunfälle. Einige Meter weiter lagen die Reste des Tieres auf dem Asphalt, heiß begehrt von Krähen und einem Bussard. Als ich vorbei fuhr, stoben sie nach allen Seiten davon, kreisten, und setzten sich sogleich wieder an die Kadaverteile.

Die Hitze paßte - ich kam mir wirklich vor wie in der Wüste!

Es ging nach Hause. Ein zweites Frühstück einwerfen. Im Schatten sitzen und bescheuerte Fahrmanöver mitansehen. Manche Leute sollten ihr Talent auf dem Bobbycar ausprobieren, aber nicht im PKW.



So saß ich da, genoß es, bedient zu werden, und später nicht abwaschen zu müssen. Käsefrühstück (2 Brötchen, reichlich Aufschnitt, Honig und Marmelade, mit gekochtem Ei und einem großen Becher Tee für 6,90 Euro). Unterhaltung gratis. Die wenigen Wespen nahmen sich ihre Portion Preiselbeeren, und zogen gesättigt mit viel Gebrumme und Herumgefliege davon.

Auf der Straße zogen Kolonnen vermummter Motorradfahrer vorbei. Alle mit dicken verkleideten Maschinen. Auf zum Harz. Auf in ihr Unglück - meine Meinung. Jedes Wochenende sterben ein bis mehrere Fahrer dort. Ich muß da nicht mehr hin. So schön wie der Harz ist - am Wochenende laßt besser die Füße zuhause oder fahrt in die Gegenrichtung. Selbst die frühe Fahrt birgt Gefahren - Wildwechsel ist dann fast die Normalität.

Ich war gesättigt, es wurde jetzt unerträglich heiß, und so fuhr ich schwitzend heim in die kühle Wohnung. Am Abend drehte ich noch eine kleine unspektakuläre Tour mit der Kreidler.



27.8.2019

Wenn der Wecker im Urlaub um fünf Uhr klingelt ... grumpf. Aber nur die ersten zehn Minuten sind ätzend - danach siegte dann mein Trotz "jetzt erst recht!".


Sieben Uhr oberhalb von Wolfenbüttel - freier Blick ins Land, während die Luft sich schneller erwärmt als mir lieb ist.


Früh aufstehen macht irgendwann Hunger. Ich gönnte mir ganz bewußt ein Tankstellenfrühstück á la Svendura Svenja!
 


So früh morgens ist hier noch nichts los.


Ein Rollerfahrer kam mit viel Geknatter und noch mehr Gestinke in einer blauen Dunstwolke angefahren. Wenn das die Klima-Gretel sehen würde ... Der Roller zickte offensichtlich inwändig, und sein Besitzer deckte sich mit Bier und Zigaretten für den Vormittag ein. Ihm stand die Motoruntersuchung bevor. Seine rote Nase zeigte mir, dass er Probleme regelmäßig herunter spülte.

Als die heiße Schokolade getrunken und das Frischkäse-Croissant vertilgt war, ging es kreuz und quer im Land herum. Die Luft fühlte sich schon an, als würde mir ein Fön direkt ins Gesicht gehalten.
Das Fahren lief, und mein Knie verhielt sich traumhaft unauffällig. Ich genoß den Blick nach rechts und links. So langsam kommt der Herbst ins Land!

Eine willkommene Abwechslung sind die Äpfel der Streuobst-Wiesen. Saftig, knackig, wenig interessant für die Bevölkerung drumherum. Die kaufen lieber im Supermarkt - je weiter weg geerntet, umso begehrter. Dabei hängen die Bäume in der Gegend voll, und das Fallobst verrottet auf dem Acker.

Die Fahrt ging über den Huy bei Neinstedt. Die ausgewiesene Baustelle war ohne Schwierigkeiten halblegal zu bewältigen, quer durch ging es ohne Probleme. Oben auf dem Hügel fand ich an einer Hinweistafel ein interessantes Detail angeklebt!




Es wurde heiß. Zeit, den Rückweg anzutreten!
 


Fazit der frühen Aktivitäten:
Man ist relativ ungestört. Das Licht für die Fotos ist allerbestens. Man lernt, seinen inneren Schlafschweinehund zu bändigen.

Ich habe die frühen Aufsteh-Zeiten nicht bereut!

Teil 2 - Reise in die Altmark - folgt demnächst!






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