Letzter Urlaubstag der Mai-Woche
Heute am ersten Sonntag im Monat herrschte ein echtes Maiwetter: erfrischend, sonnig, die Bäume und Blätter "maiengrün", die Obstbäume schneeweiß, die Rapsfelder in gelber Blüte und der Himmel knallig und klar blau.
Ein Tag, wie ich ihn liebe.
Frühling ist eh meine liebste Jahreszeit.
Erster Sonntag im Monat bedeutet auch, Gottesdienst Plus in unserer Gemeinde. Das Konzept: modern, erfrischend und das zieht sich durch: Peppige Musik, nachdenkliche und klare Predigt (Thema: Sich selbst annehmen und lieben - der Selbstverurteilung entgegen gehen; paßte für mich perfekt, weil ich mich selber immer noch blöd schimpfte wegen des Umfall-Unfalls!), und anschließend das Gemeindemittagessen!
Pete, mein Tourenkumpel, kam noch kurz vorbei und brachte mir meine Winterhandschuhe, die ich bei der letzten Tour mit ihm erfolgreich in seinem Koffer vergessen hatte. Da er zuhause ein Spargelessen plante, konnte ich ihn leider nicht überreden, sich vorher bei uns in der Gemeinde verwöhnen zu lassen.
Nun denn, Spargel hat auch seine Berechtigung :-). Er fuhr dann ab, auf seine Runde zum Elm.
Zurück zum Gemeindeessen.
So wurden wir zunächst einmal optisch verwöhnt:
Das Mittagessen bestand aus einem opulenten Hackbraten, buntem Gemüse und Kartoffeln - und als Nachtisch Himbeer- und Erdbeerparfait mit frischen Erdbeeren, Sahne und roter Kirschgrütze.
Ich habe soviel
Der Nachtisch war eine Meisterleistung, und unser Kochteam hat sich insgesamt wieder selbst übertroffen.
So gestärkt an Seele und Körper
Weiter ging es gemütlich nach Berßel östlich von Osterwiek. Der Verkehr hielt sich in Grenzen, die Leute waren alle doch relativ entspannt unterwegs. Mein Tempo von 70 km/h im Durchschnitt war den Straßen angepaßt. Hier "im Osten" erlebt man in den kleinen Dörfern immer wieder Überraschungen. Hühner auf der Straße ... ein Traktor, der in einer Kurve einfach mal so herumsteht mit laufendem Motor ... rechtwinklige Dorfstraßen mit gleich folgendem Stoppschild (und es IST ratsam, da anzuhalten - mhm ...!) ...
In Berßel hielt ich mal an, und schaute auf die Motorradkarte. Wohin nun? Ach, einfach mal links hoch Richtung Großer Fallstein. Ein Ort namens Waldrand lag wunderschön am selbigen, überall diese Kirschbaumalleen und Rapsfelder, und meine Seele schwelgte in Frühlingsfarben.
Ab und an kachelten die Gebückten an mir vorbei (Sportmaschinen-Fahrer). Auf dem Weg in den Harz.
Viele grüßten trotz rasanter Fahrt - das freute meine Tuckerseele :-).
Ich fuhr Richtung Hessen. Der Name klang so nett.
Kleine dörfliche Ortschaftschaften bis dorthin, und wie auch in anderen später folgenden Örtchen: wie ausgestorben. Mir war das recht, ich genoß diese Ruhe! So konnte ich touristisch spannern :-).
Viele kleine und freundliche Kurven durch Waldgebiet, der Geruch nach Bärlauch umwehte mich. Viele Insekten umwehten mich allerdings auch. Mein Visier bekam ständig neue Matschfarben - das lag an den Rapsfeldern, die ziehen das Brumselvolk ja magisch an!
Aus Deersheim heraus - kurz vor Hessen - lag auf einmal ein Bauwerk rechter Hand, was mich magisch anzog. Das sah aus wie in Schottland. Total verwunschen und zugewachsen. Wer da in Kurvenhatz vorbeifuhr, nahm das gar nicht wahr!
Da ich aber langsam fahre ... sah ich es, und war sofort neugierig. Wie geschaffen für eine Pause! Ich bog rechts in eine holperige Seitenstraße ein, und wollte mit Ellie an das Bauwerk heranfahren. Als ich allerdings ein Stück auf dem Grasweg gefahren war, erinnerte ich mich wieder an den Umfaller - und hielt an. Der Weg war schräg hoch gelegen, wie hätte ich da bitteschön wieder auf die Straße fahren können? Im glitschigen Gras?
Nein! Also im Schatten angehalten, Seitenständer in das Gras gekickt - Ellie stand sicher und fest. Erleichtert nahm ich den Helm ab: Einparken GESCHAFFT.
Ich schnappte mir die Cam, und stapfte durch das Gras zu dem Gebäude. Was für ein verwunschenes Gemäuer!
SO stelle ich mir alte Gemäuer in Schottland vor! Genau SO!
Hammer, oder ???
Und dann sah ich die Tür offen stehen! Oha - gefundenes Fressen für mich! Vorsichtig öffnete ich die schweren Holzflügel, und stand staunend im Innenraum. Eine Abtei? Eine Kirche? Irgend so etwas muß das einmal gewesen sein!
Durchblick in die Frühlingslandschaft - was für ein Ausblick!
Sagt selbst - ist DAS nicht eine wunderbare Entdeckung? Einfach so direkt am Weg gelegen!
Und draußen auf der Straße kacheln alle achtlos dran vorbei ...
Blick ins Land - Richtung Druiberg/bei Dardesheim
Maigrüne Wiese - Schäfchenwolken - rechts außerhalb des Bildes das alte Gemäuer ...
Ellie wartet im Schatten
Ich mußte mich selber kneifen. Staunend stand ich später noch längere Zeit neben Ellie und versenkte mich in den Anblick des alten Gebäudes. Und fühlte mich als Entdeckerin. Ein tolles Gefühl, sage ich euch :-).
Keine Ahnung, was das für ein Gemäuer ist, oder wie oft es schon besichtigt wurde. Es steht nicht auf der Ausflugskarte verzeichnet, und somit habe ICH es entdeckt! Als Erste und überhaupt einzige Person auf der Welt.
Heike Kolumbus!
Diesen Ort hier im Blog zu posten birgt allerdings auch Risiken ... daher eine inständige Bitte an euch:
Falls ihr, liebe Leser, jemals dort hinkommt - benehmt euch gefälligst anständig !!!
Innen drin ist es nicht mit Graffiti verschandelt, es liegen da keine Zigarettenkippen herum, und Taschentücher fand ich auch keine (immer der Hinweis für illegale Pippi-Touristen). Ein echtes Kleinod, welches schützenswert ist !!!
Heiliger Boden, Blogländer!
Es fiel mir wirklich nicht leicht, diesen für mich besonderen Ort zu verlassen. Ich setzte mich auf Ellie und zitterte mich mit ihr auf dem Grasweg hin und her, bis sie wieder auf der Straße stand. Uff, geschafft - nicht umgekippt ...
Weiter ging es einige Kilometer durch die schöne Landschaft. Der Ort Hessen mit seinem trutzigen Steinturm und der "ältesten Gaststätte Sachen-Anhalts", die nette Kurve am Ortsausgang - dann ging es Richtung Rohrsheim, und kurz hinter dem Ort las ich ein Hinweisschild: Wasserschloß Westerburg. Ein Wasserschloß - das klang interessant! Zwar bogen vor mir schon zwei Autos in den Zugangsweg ab, aber ich ließ mich nicht entmutigen. Vielleicht könnte ich da mal LEGAL aufs Klo?
Der Parkplatz am Wasserschloß war rappelübervoll. Urgs - ich hasse Massenansammlungen!
Überall liefen Sportler herum. Was ich vorher NICHT wußte: an dem Wochenende war dort der Schlußpunkt im Huy-Burgen-Lauf, einem jährlichen Marathon-Event! Gut, das ich trotzdem den Mut hatte, da zu stationieren - mir wäre etwas entgangen!
Da Ellie ja schlank ist, fand ich noch einen schönen seitlichen Schattenplatz, wo ich a) supergut und sicher stand und wo ich b) weit genug weg war von dem überall herrschenden Kopfsteinpflaster (irgendwie eine Pest da "im Osten" ... mhm ...).
Ich pellte mich aus dem warmen Moppedzeug, und sah an den Fahrradständern eine alte Zündapp gelehnt. Wie der Fahrer da über den Bordstein rauf auf das buckelige Podest gekommen war, ist mir ein Rätsel. Vielleicht konnte er fliegen ...
Die Jacke über den Lenker gelegt, den Helm in den Helmhalter geklipst und abgeschlossen, Cam, Handy und Schlüssel an das Schlüsselband um den Hals gehängt - und das restliche Geraffel (Wasserflasche, Handschuhe, Tüddelkram) ließ ich in der Soziustasche.
In flirrender Wärme ging ich auf das Schloß zu, und bog vor dem wuseligen Innenhof nach rechts ab - zum Rundweg!
Sagt selbst - ist DAS nicht zauberhaft ???
Im Burghof tobte der Bär, und hier merkt man davon überhaupt nichts!
Blick von einer der vielen Ruhebänke auf den Burgteich - gleich rechts am Bildrand fing der Rundwanderweg an, den ich natürlich - trotz klobiger Motorradstiefel - begutachten mußte!
Burggräben müssen moderig, schlammig und schaurig aussehen!
Hier perfekt dargestellt ;-)
Hier wird gern und oft geheiratet - im Schloß ist auch ein Standesamt; und alle pflanzen dann kleine Bäume
Rechts neben dem Eingangstor ...
Burg Innenhof
Eine freundliche Touristin (aus Gifhorn! wie klein die Welt ist) wies mir den Weg zum WC. Überall waren verschwitzte Sportler/-innen - drahtige und fröhliche Geschöpfe, und ihre Freude über die Medaillen und Urkunden war einfach total nett anzusehen. Alleine die Kinder, die da mitgelaufen waren - soviel Begeisterung, soviel Lebensfreude. Herrlich!
Macht mich neugierig ...
Sicherlich auch eine tolle Veranstaltung!
Auf dem Parkplatz beim Anplünnen hatte ich noch ein total nettes Gespräch mit einem sehr alten Ehepaar, die sich etwas besonders gönnen wollten - Kaffee und Kuchen im Schloß. Beide machten Späße miteinander, und als sie mich dann an Ellie stehen sahen, wurde es wirklich niedlich.
SIE ist sein Gedächtnis (seine Aussage), und ER ist ihr Jungbrunnen (ihre Aussage) - verheiratet waren die beiden bereits seit 61 Jahren. Und er erzählte: "Wir waren eine sehr arme Familie - mein Vater hatte eine alte DKW, und wenn wir Ausflüge machten, dann hat er zuerst mich hintendrauf mitgenommen. Ist dann einige Kilometer gefahren, hat mich da abgesetzt - und ist zurück und hat dann meine Schwester und danach meine Mutter geholt. So sind wir Stück für Stück im Umkreis herumgekommen".
Dazu dann sein verschmitztes und stolzes Lächeln - ach der alte Herr war SO süß, ich hätte ihn knuddeln können ... :-).
Ich liebe diese Situationen. So etwas wärmt mir mein Herz und meine Seele. Solche Gespräche und Begegnungen habe ich meist nur, wenn ich allein unterwegs bin. Die Leute sind zutraulicher, offener - und ich gewinne soviel von diesen Begegnungen, die für mich kein Zufall sind.
Ich fand es richtig schade, da wegzufahren. Aber die Erlebnisse nehme ich ja mit, tröstete ich mich dann.
An der Bundesstraße 244 wollte ich rechts ab, Richtung Badersleben am Huy. Da staute sich der Verkehr, weil es einen Unfall gegeben hatte.
Wow - Ostpolizei. Die hatten die Ruhe weg, ich sachet euch ... der Gegenverkehr wartete geduldig, weil die "Rangfolge" nicht klar war. Die freundliche Polizistin winkte mich energisch mit "Ja - nü - Se gönnä fohrä" an den querstehenden PKW vorbei. Ich mußte auf die Straße und Glassplitter achten, konnte mir aber das Grinsen kaum verkneifen.
Gänsefleisch ma dn Gofferaum uffmache ... Wer kennt diesen Satz nicht?
*Sagt mal einen Satz, in dem Gänsefleisch drin vorkommt ;-)*
Zum Glück war es nur Blechschaden, was den PKW Fahrern da passiert war. Sicherlich stand das am Montag im Volksboten drin. Soooviel passiert da ja nicht, hoffe ich mal ...
In Bansleben bog ich dann links ab, und rechter Hand lag er, der Huy. An den Hängen wieder schneeweiße Bäume - Weißdorn und Kirschbäume. Ein herrlicher Weitblick, angenehmer Straßenbelag zwischen Anderbeck und Dingelstedt.
Seitenweg vor Dingelstedt am Huy
Überall Kirschplantagen - wenn ich hier mal zur Erntezeit vorbei fahre, verderbe ich mir garantiert den Magen - ich LIEBE Kirschen!
In der Gegend waren nun oft Motorradtruppen unterwegs. Schienen geführte Ausfahrten zu sein. Gruppenevents, die nicht so wirklich meins sind ...
Ich bog nach Dingelstedt Richtung Halberstadt ab, und cruiste gemütlich durch das Randgebiet vom Huy Höhenzug - immerhin 300 Höhenmeter. Das Kloster Huysburg werde ich auf einer der nächsten Touren besuchen.
Die Kurven waren für mich wieder einmal eine Herausforderung. Ich werde nie ein Kurvenfetischist werden, ich bin Flachländerin und mag es nun einmal lieber, zu sehen, wo ich hinfahre.
Kaum aus dem westlichen Bereich des Huy heraus, wartete einer der häufigen grottigen Oststraßenbeläge auf mich. Einflugschneise nach Halberstadt - mehr als 50 km/h traute ich mich nicht. Diese Bodenwellen ließen mich auf- und abwippen. Ätzend.
Die HBS-ler PKW Fahrer waren leider auch nicht mehr geschmeidig - ständig fuhren sie mir dicht auf, und kachelten dann mit ihren Potenzschleudern VW Geländewagen Amarok oder BMW oder Mercedes haarscharf an mir vorbei.
Seltsam - kaum ist eine Stadt in der Nähe, nimmt die Anzahl der gehirnreduzierten PS-Idioten proportional zu.
Ich wollte runter von dieser Buckelpiste. Leider war der auf der Motorradkarte angezeigte Weg in die Sargstedter Siedlung (über Neu Runstedt) nicht mehr existent. So mußte ich also doch noch bis kurz vor Halberstadt. Zum Glück ging es dann rechts ab in eine Industriesiedlung. Dort hatte ich wieder meine Ruhe. Rechts der schnurgeraden Siedlungsstraße kleine niedliche Einheitseinzelhäuser, links neu gestylte Explattenbauten. Ein Vorort wie so viele im Ostbereich - mit Charme und Ostalgie. Pärchen im Einheitslook - Kinderwagen wird von Vati geschoben, Vati in Trainingshose und weißem Unterhemd, Muddi in Leggings, Crocks und längerem Sleepshirt (oder wie die Dinger heißen). Gemütlichkeit und sonntägliches Chillen auf Ost-Art.
Zwischendrin die Rentner in ihren Klappstühlen vor dem Häuschen, einen Campingtisch vor sich mit Kaffeekanne und Bierbuddel, in Unterhemd und die Nachbarn ratschend am Gartenzaun.
Erinnerte mich an den Film "Go Trabbi, Go" mit dem herrlichen "Udo Struutz" Darsteller Wolfgang Stumph.
Respektvoll schmunzelnd fuhr ich dann auf die B79 Richtung Heimat.
Im nächsten Dörfchen namens Aspenstedt hielt ich auf dem Dorfplatz an. Ich hatte Durst, und für das restliche Rückwegstück brauchte ich noch eine Pause. Es war knapp vor halb fünf am Nachmittag, ich war um 13 Uhr in Wolfenbüttel gestartet. Der Tag war bis jetzt unglaublich reichhaltig an Erlebnissen, obwohl ich kaum über 100 km gefahren war!
Seht ihr?
Sogar hier am Dorfplatz-Beet wurde Kopfsteinpflaster verbaut ...
das gab's wohl grad günstig im Osten ... ?
Kopfsteinpflaster-Rückenwand ...
Wie ich da so im Schatten herumstehe und aus meiner Wasserflasche trinke, kommt ein Chopperfahrer (mit Fransenlederjacke) mit lautem Geblubber angetuckert, blinkt, fährt um mich herum, guckt und fährt in eine kleine Seitengasse. Er hatte einen Bogen "geschlagen" und fuhr dann auf seinen Hof - wenn ihr das obere Foto anschaut, seht ihr rechts am Bildrand ein "Durchfahrt verboten"-Schild. Direkt dahinter fuhr er hin.
Und wenige Augenblicke später kommt ein knapp sechzig jähriger weißhaariger Mann - noch im Tour-Outfit - auf mich zu, mit der vorsichtigen Annäherungsfrage: "Na, Panne - oder Verschnaufpause?"
Schön, das es SO ETWAS noch gibt!
Ein alter Biker, vom alten Schlag - mit dem Kodex "Begegnungsfreudig" und "Hilfsbereit".
Wir quatschten gut 30 Minuten Benzin. Er hatte am Tag vorher die Huyausfahrt mitgemacht, die der dortige Motorradklub von Eilsdorf ausgerichtet hatte. MisterMister war Samstag Abend dort auf der Bikerparty gewesen - und der alte Bikergeselle auch. Die Welt ist ein Dorf :-).
Ich bekam noch einige Hinweise auf Sommerbikerpartys und fuhr dann weiter. Ein Stück die B79 längs, und dann über Danstedt, Heudeber und Mulmke nach Zilly.
Jetzt machte mir mein rechtes Bein wieder Probleme - die Tour war lang, meine Beinmuskeln verspannt, und ich mußte mich bewegen. In Zilly lockte mich ein opulentes Bauwerk, und ich bog ab.
Voilá, die Märchenburg!
Ganz gemütlich wanderte ich über das Gelände. Die Burg beherbergt eine Kindertagesstätte und wird des öfteren für städtische Events genutzt.
Da ich keine Lust hatte, auf der engen Dorfstraße zu wenden, fuhr ich einfach immer geradeaus durch den Ort, bog irgendwann auf die "Haupt"-Straße und kam völlig ungeplant auch noch an der berühmten Bike-Schmiede in Zilly vorbei.
Beim nächsten Ausflug, Jungs ...
Angefüllt und rundum zufrieden tuckerte ich wieder Richtung Osterwiek, wo ich einmal SO entspannt war, dass ich mich tierisch erschreckte, als ich im linken Außenspiegel - aus den Augenwinkeln - eine Bewegung wahrnahm.
Ich Töffel hatte meinen Jackenärmel gesehen.
Okay, also noch eine kleine Pause.
Uff - ich war so tiefenentspannt gewesen, das ich mich vor mir selber erschreckte. Auch mal lehrreich.
Kurz vor Hornburg machte ich noch eine kleine Besinnungspause ...
Die Tour:
Die Tour:
Alles in allem hatte ich 179 km auf der Uhr. Nicht viel an Strecke, aber SEHR viel an Erlebnissen und Sehenswürdigkeiten.
Nachdem ich zuhause war, Ellie geputzt hatte und die Schweinchen versorgt, ging ich noch eine kurze Runde walken. Quasi die Muskeln lockern. Beim Stöckeln ließ ich den Tag noch einmal vor meinem geistigen Auge ablaufen. Ich sortierte sozusagen die ganzen Erlebnisse noch einmal ganz gemächlich.
Fazit: die Angst ist immer noch da.
Der linke Fuß tat mir abends dann wieder mehr weh als gestern. Klar, der Schaltfuß war ja ständig in Arbeit gewesen. Die Zerrung kann so nicht wirklich in Ruhe abheilen - aber das war es mir wert.
Die vielen Pausen und das Herumlaufen waren gut gegen den inneren Streß, und gut für die Seele.
Das Alleinfahren und die Begegnungen mit den Menschen waren ebenfalls auch SEHR gut für meine Psyche.
Und noch ein Fazit - vielleicht helfen euch diese sehr privaten Gedanken auch:
Dieser Ausflug 4 Tage nach dem Umfall-Unfall war ungeplant, ohne Hektik und Druck abgelaufen. In meinem Tempo. Und war mit für mich wichtigen Begegnungen angefüllt, die mir die Freude am Motorradreisen wiedergebracht hatten.
Denn - rückblickend betrachtet - bislang fand sich immer jemand - auch in einsamster Gegend - der mir beim Aufheben von Ellie geholfen hatte ... mehrfach schon!
Also dann - auf geht's! Tapfer weitermachen! Ich kann solche Erlebnisse nicht immer verhindern. Aber ich kann verhindern, das sie mich ausbremsen, lahmlegen, niederdrücken. Ich kann noch so vorsichtig sein, manchmal passiert so ein Blödsinn eben.
Klar habe ich unheimlich Schiß davor, dass mich mal ein Auto erwischt.
Oder mir bei voller Fahrt die Kette reißt, und ich einen Abgang mache.
Oder ich ein Tier überfahre, ausrutsche und einen Überflieger hinlege.
Oder sich vor mir die Straße auftut - es soll auch in Deutschland Erdbeben und Erdrisse geben!!!
Oder ich in ein schwarzes Loch falle beziehungsweise fahre!
Mit diesen Gedanken im Gepäck fahre ich trotzdem los. Ich werde mich von ihnen aber nicht beherrschen lassen. Ich nehme sie wahr, spreche sie aus, übertreibe sie sogar ein wenig - alles erlaubt!
Ich darf das.
Ich muß nicht perfekt oder stark sein. Ich darf eine Maschine umkippen (lassen), und ich darf kopflos herumflattern und um Hilfe brüllen/beten/bitten/zetern.
ICH stecke in der Haut, die da gerade grün und blau geschlagen wurde. Und nur ICH kann einen Weg finden, wie ich damit fertig werde.
Alles, was ich erlebe, dient mir zum Besten. Auf die eine oder andere Art und Weise. Und ich danke dem Himmel und meinem Schöpfer, das Er mich bislang so wunderbar behütet hat.
Tschakka!
Denn - rückblickend betrachtet - bislang fand sich immer jemand - auch in einsamster Gegend - der mir beim Aufheben von Ellie geholfen hatte ... mehrfach schon!
Also dann - auf geht's! Tapfer weitermachen! Ich kann solche Erlebnisse nicht immer verhindern. Aber ich kann verhindern, das sie mich ausbremsen, lahmlegen, niederdrücken. Ich kann noch so vorsichtig sein, manchmal passiert so ein Blödsinn eben.
Klar habe ich unheimlich Schiß davor, dass mich mal ein Auto erwischt.
Oder mir bei voller Fahrt die Kette reißt, und ich einen Abgang mache.
Oder ich ein Tier überfahre, ausrutsche und einen Überflieger hinlege.
Oder sich vor mir die Straße auftut - es soll auch in Deutschland Erdbeben und Erdrisse geben!!!
Oder ich in ein schwarzes Loch falle beziehungsweise fahre!
Mit diesen Gedanken im Gepäck fahre ich trotzdem los. Ich werde mich von ihnen aber nicht beherrschen lassen. Ich nehme sie wahr, spreche sie aus, übertreibe sie sogar ein wenig - alles erlaubt!
Ich darf das.
Ich muß nicht perfekt oder stark sein. Ich darf eine Maschine umkippen (lassen), und ich darf kopflos herumflattern und um Hilfe brüllen/beten/bitten/zetern.
ICH stecke in der Haut, die da gerade grün und blau geschlagen wurde. Und nur ICH kann einen Weg finden, wie ich damit fertig werde.
Alles, was ich erlebe, dient mir zum Besten. Auf die eine oder andere Art und Weise. Und ich danke dem Himmel und meinem Schöpfer, das Er mich bislang so wunderbar behütet hat.
Tschakka!


Tschakka :)
AntwortenLöschenKlasse Bericht und tolle Bilder - besonders die aus „Schottland“ ;-) Meine Mittagspause musste ich ein wenig verlängern, aber jetzt weiß ich wenigstens was „Chillen auf Ost-Art“ ist (Respektvoll schmunzelnd) und wo euer „Huy“ liegt.
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