War irgendwie keiner auf die Idee gekommen, meine Pflanzen zu gießen. Okay, das nächste Mal werde ich für deren Gemüse auch nicht mehr bereit stehen. Basta.
Berge von Emails und Papierkram waren erst nach 3 Tagen halbwegs abgearbeitet. Das alles nervte mich dermaßen, dass ich dringend Ablenkung brauchte. Sonst hätte ich mir Hacke, Schaufel und Müllsäcke geholt und gewisse Kollegen ... *achlassenwirdas* ...
Also zeitig Feierabend gemacht, beim Gemüsehändler erfolgreich und beim Optiker nicht erfolgreich das Geschäft besucht, nach Hause gehetzt, Tüte und den Rest der vierpfotigen Bande versorgt, und mich nebenbei in die Motorradsachen geschmissen.
Erst gegen 17 Uhr kam ich in die Freiheit. Der bevorstehende Frühling ist den Mitmenschen in den Kopf gefahren - bis ich aus dem Speckgürtel heraus war, hagelte es gefährliche Fahrsituationen für mich, und ich mußte schneller unterwegs sein, als es gesund war. Diese Base-Cap-schräg-Träger aus WOB mit ihren Werkswagen ... oder die bärtigen Guggsdu's in den alten schraddeligen und tiefergelegten BMW aus dem Kreis SZ ... ein Auge auf die Straße, und das andere auf dem Handy. Das ist derzeit eine echte Seuche, und leider ist niemals dann Polizei anwesend, wenn es nötig wäre: jeder fünfte Fahrer, den ich sah, fummelte am Handy, telefonierte ohne Freispreche oder tüddelte sonstwie. Nur mit richtigem Fahren waren die wenigsten beschäftigt.
Da hieß es vierfach aufpassen. "Denk immer dran, Heike, dass die dich alle töten wollen" - dieser spaßig gemeinte Satz meines Fahrlehrers war mir mal wieder sehr zugegen.
So gab ich noch mehr Acht auf das gesamte Umfeld, und atmete erleichtert auf, als ich endlich aus dem groben Feierabendverkehr heraus war.
Die Sonne wurde teilweise von dicken Wolkenfeldern verdeckt, wärmte auch nicht mehr ganz so, und einmal gab es einige Wasserstippels auf das Visier. Ansonsten blieb es aber trocken.
Ich ließ mich dann später über Land auf der Hausrunde gemütlich treiben. Eigentlich war nur eine kleine Runde geplant, aber mein Kopf war noch nicht frei, und so fuhr ich doch Richtung Harzvorland. Es wurde merklich kühler, der Harz war in dicke weiße Wolken gehüllt, und so bog ich bei Seinstedt ab Richtung Heimat.
Abendstunde im Vorharz
Halteplatz bei Börßum - hier hupte mich beim Selfie-machen ein weißer Lieferwagen beim Vorbeifahren an - ich schätze, das war mein Schrauber auf der Heimtour!
Kalt wird es langsam, aber mir geht es wieder besser!
Hach ... :-)
Es wurde Zeit für den Rückweg. Nach 18 Uhr geht die Temperatur unglaublich schnell herunter, stellte ich beim Zurückfahren fest. Ich drückte mich so eng wie möglich an das Blech, stellte die Heizgriffe eine Stufe höher und versuchte, meine Eisfüße zu ignorieren. Teilweise waren Jauche- und Ölstreifen auf den Fahrwegen. Die Bauern sind in Frühjahrsaktion. Da reißt gerne mal ein Hydraulikschlauch, und kilometerweit ist erkennbar, wo der Saftsack längs getuckert ist. Wenn man Glück hat, steht sogar ein Warnschild "Achtung Ölspur" am Straßenrand.
Raubvögel hockten wie schon häufig gesehen in den Baumwipfeln, ich scheuchte beim Vorbeifahren ganze Horden von Staren auf, die Saatkrähen begleiteten uns ab und an ein Stück. Einmal begegnete mir ein anderer Motorradfahrer auf einer Triumpf. Er holperte durch Vahlbergs Kopfsteinpflastergasse.
Gegen 19 Uhr kam ich zuhause an, fuhr Ellie in die Garage und ging anschließend sofort in die Badewanne.
Im heißen Vollbad taute ich langsam auf, und ließ die Tour in Gedanken noch einmal Revue passieren. Donnerstag soll es noch einmal herrlich schön werden, da werde ich mittags Feierabend machen, und dann mit ausreichend Zeitpolster touren.
Dann ist die Woche ja auch fast rum, das Wochenende steht an und die dringenden Aufräumarbeiten in der Wohnung können angegangen werden.
In der Saison sieht es in den Unterkünften der süchtigen Fahrer immer ein wenig so aus, als wäre da gerade eine wüste Party zuende gegangen; jeder Messie wäre neidisch ... und nein, davon gibt es keine Fotos!
Fazit:
Es darf gern noch etwas wärmer werden, damit die Feierabendrunde ohne Gefrierbrand absolviert wird!
Der Rewe in Cremlingen-Mitte ist einfach klasse, hat immer gutes und frisches Grünzeug (und rohe Rote Beete!), und die Mitarbeiterinnen an der Kasse sind total nett. Danke für die beiden Gratis-Anhänger mit den Einkaufchips :-).
Und bei Optikpress darf das Mädel gern genauer zuhören, wenn man eine Bestellung "einmal die Endstücke vom Bügel" angibt.



Diese Ölspuren sind wirklich eine Pest. Mir ist aufgefallen, daß man sie bei uns total häufig sieht, im Osten ist mir aber nur eine oder zwei begegnet. Da die bei uns auch aus der Stadt heraus zu finden sind, muss das Öl sein, das woanders herkommt und keinen Landwirtschaftlichen Ursprung hat. Und diese Händiglotzerei während der Fahrt... Ohne Worte.
AntwortenLöschenAber schön, daß Du wieder eine schöne Runde hast drehen können! Jetzt wird es auch bald wärmer. Bestimmt.
Ich habe auch noch keine Ölspuren gesehen, die mit Treckern in Zusammenhang stehen. Aber manchmal ärgere ich mich über die Acker-Erweiterungen auf den Straßen :-)
LöschenGanz ehrlich, mir würde Motorradfahren wahrlich keinen Spaß machen, wenn ich mich immer so einmummeln müsste und trotzdem frieren würde.
AntwortenLöschenDu hast Heizgriffe trotz der Lenker-Muffs?
Ja, die Heizgriffe waren zuerst da ;-). Mit den Lenkerstulpen zusammen bleibt die Wärme da, wo sie hinsoll. Ohne die Stulpen werden nur die Handflächen warm, mit den selben ist eine wohlige Wärme auch für die Oberfläche und Handgelenke. Wenn die Luft sehr frisch ist, ist das eine Wohltat.
LöschenAb 10 Grad brauche ich die Griffe nicht mehr, da reichen die Lenkerstulpen allein.
Ich friere sehr schnell, das ist leider nicht zu steuern. Mir wäre ein Lederkostüm einfach nicht das wahre, da friere ich ja noch schneller. Mal schauen, wie sich die neue Chopperjacke im Sommer zu meinen Bedürfnissen verhält...
Bei uns musst vor allem in der Nähe von Tankstellen aufpassen. Irgendwelche Leute sind zu doof zum tanken und füllen randvoll und mehr. Das läuft dann schön im ersten Kreisverkehr oder Kurve in den Überlauf und auf die Straße. Da stellt dann keiner ein Schild auf. ...
AntwortenLöschenBei uns ist immer Vorsicht geboten in der Nähe von Tankstellen. Irgendwelche Leute sind zu doof zum tanken. Die machen randvoll und noch nen Haufen drauf. Das läuft dann im ersten Kreisverkehr oder Kurve in den Überlauf und dann auf die Straße. Da stellt dann keiner ein Schild auf. ..
AntwortenLöschenDa hatten wir mal in der Firma einen VW LT 45 - frag nicht. Wenn man normal voll getankt hatte, dann lörte es immer in der ersten Linkskurve alles raus. Super Plus Bleifrei. Da hat uns in Walthershausen mal ein Moped Fahrer angehalten "Bei Euch läuft Sprit aus!" - Wir konnten es aber nicht ändern. Das Ding hat auch Öl verbrannt wie nichts gutes und nur noch zwei wirklich funktionierende Zylinder gehabt. Auch bei den Gängen lief nicht mehr alles wie es sollte. Ein Katastrophenteil! Die haben den aber später sogar noch verkauft bekommen. Sollte man nicht denken.
LöschenAu weia :-(...
LöschenBei uns sind es dann doch mehr die undichten Güllewagen, die einem das Fahren verleiden. Oder der schwere Dreck, der aus den Trecker-Reifen auf die Strasse fällt. An der Tanke, oder in der Nähe davon, habe ich noch keine Spritflecken bemerkt. Aber danke für den Hinweis.
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