Ellie und ich

Ellie und ich

Freitag, 6. Juli 2018

Juli - oder eigentlich doch August?

Der Sommer 2018 dauert ja schon gefühlte drei Jahre. Das Land ist knochentrocken, und schon der geringste Anlaß - eine Glasscherbe, ein auf Gras abgestelltes Auto oder achtlos weggeworfene Kippen - reichen, um Flächenbrände biblischen Ausmaßes zu entfachen. In Teilen des Harzgebietes ist das Betreten des Waldes untersagt - akute Waldbrand-Stufe, höchste Gefährdung. Das sollte man nicht umgehen, dieses Verbot. Ich möchte da nicht drin stecken, wenn's hochfackelt ...

Beitrag mit freundl. Genehmigung der FW Hbs - je mehr diese Warnung lesen würden, umso besser, war ihre Antwort auf meine Anfrage, ob ich das in meinem Blog erwähnen dürfe (DSGVO kompatibel)

Gestern kam in den Nachrichten eine kuriose Meldung: ein Vogel ist auf eine Oberleitung geflogen, dort verbrutzelt, und die restlichen Teile, die auf den Boden fielen, entzündeten in Windeseile ein Getreidefeld. Was es alles gibt ... armer (dummer) Vogel. Der konnte ja nun wirklich nichts dafür.

Das ein vernünftiger Mensch bei solchen Temperaturen (30 Grad und mehr, im SCHATTEN) tagsüber besser nicht in schwarzer Lederklamotte unterwegs ist, versteht sich von selbst. Aber ohne Schutzkleidung? Never!
In Badehose, Shirt und Schlappen fährt man nicht - auch nicht, wenn man "nur" einen Roller fährt. Trotzdem gibt es viele Unbelehrbare.

Nein, SO bekloppt bin ich nicht. Das ist mir "die Sache" nicht wert.

Aber die Abendstunden, die reißen es dann wieder heraus! Gestern war es soweit: um 18 Uhr wurde es kühler, es ging ein herrlicher Wind, und da Ellie jetzt eine neue Kette hat, stand uns nichts im Wege.

33.000 Kilometer hatte die alte Kette gepaßt. Die Kette davor war 38.000 Kilometer gelaufen. Gute Pflege ist alles!

Wir fuhren also über Land. Die Felder so gedörrt wie sonst nur im Spätsommer. Stellenweise war das Getreide schon eingeholt. Etliche Bäume haben jetzt gelbe Blätter - aussehen tat es wie im Herbst!
Ich sah häufig Rehe aus noch grünen Zuckerrübenfeldern gucken. Die Tiere haben Hunger. Und Durst. Ein Feldhase schoß über das Feld, rannte ein Stück mit uns mit, und querte dann mit großen Augen unseren Weg. Da ich im Chill-Modus mit 60 km/h unterwegs war, konnte ich dem pelzigen Genossen gut ausweichen. Ich sah ab und an ein Auto in der Ferne, aber die Uhrzeit war gut gewählt: kein Feierabendverkehr, ruhige Straßen, in den Ortschaften kein sichtbarer Mensch. Die Ferienzeit tat ihr übriges: derzeit ist es recht ruhig überall.

Die Fenster in den Häusern standen überall weit offen. Menschen mit Dachwohnungen dürften in dieser Zeit besonders zu leiden haben ... ich hatte oft genug in Dachwohnungen gewohnt - ich weiß da was von. Seit der Zeit wohne ich lieber im Erdgeschoß.

Wir fuhren zum Zettfahrer, einen kurzen Besuch abstatten. Willie, unser neuer Hausgenosse, sprang an mir hoch. Vor der Zett hat der kleine Mann Angst - Ellie hingegen ist wohl keine lärmende Gefahr. Willie tobte ein wenig mit uns herum, biß uns in die Schuhe, pinkelte an die Blumen, buddelte im Gemüse und knurrte Insekten an -  es war zu putzig, dem Kerlchen zuzusehen.

Gegen halb neun fuhren wir wieder. Ich tankte in Osterwiek - dort war das Benzin auf 1,42 Euro gefallen. Derzeit sind die Spritpreise mal wieder hoch. Liegt wohl an der Ferienzeit ...

Dann ging es wieder retour. Ein kurzer Stopp mußte noch sein. Foto- und anderes Futter besorgen ...




Über den Feldern tanzten im Schatten tatsächlich Mückenschwärme. Wie die diese Trockenheit überleben, ist mir ein Rätsel. Die Maisfelder sahen teilweise mehr als trostlos aus. Vertrocknete Blätter ragten in den Himmel. Mais braucht Wasser, um groß zu werden. Nur dort, wo beregnet wurde, konnten die Felder mit leuchtendem Grün aufwarten.

Die Sonne ging unter, und der Himmel färbte sich rot. Gegen 22 Uhr kam ich zuhause an. Der Zettfahrer hatte sich schon ein wenig Sorgen gemacht, weil ich mich erst so spät zurückmeldete. Aber wenn es läuft, dann läuft es ... und die Abendstimmung war so herrlich gewesen, da konnte ich nicht über die Autobahn zurück hetzen, da mußte es wieder die Hausrunde werden.

Hunderte Mückenleichen am Helm und an Ellie sind ein geringer Preis für diese schönen, knapp 110 Kilometer der Hausrundentour.

Fazit:
Es ist Juli, aber es fühlt sich nach Ende August an. Meine Wasserschalen auf dem Balkon und im Garten werden dankbar angenommen von Insekten (es kommt täglich ein gestreiftes Fluginsekt, setzt sich auf den Stein in der Schale, kriecht an den Rand und trinkt Sekundenlang!), Singvögeln und Igeln.




3 Kommentare:

  1. Hei!
    Irgendwer hat den Sommer kaputtgemacht! Sogar in Mittelnorwegen bekamen wir "fire hazard SMS" auf unsere Smartphones. Unglaublich!

    Wie du das beschreibst, da fühle ich die Stimmung der Landschaft bei solchen Temperaturen .. auch wenn das in Österreich erst ab 36, 37 °C so ist. Momentan ist bei uns mit 30°C boch alles fein.

    Liebe Grüße aus dem Süden!
    Angelika

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  2. Hei Angelika! Es waren abends gegen 22 Uhr teilweise immer noch 30 Grad. Und Tagsüber 34 - aber über dem Asphalt und mit heißem Motorradmotor am Unterschenkel gefühlt mindestens 40 ... Nee, ich bin ein Fischkopp, in Hamburg geboren. Ich kenne solche Temperaturen nur von der Sauna ;-). Oder aus dem Fernsehen. Altersbedingt mag ich solche Hitze absolut nicht. Da ist bei mir alles lahmgelegt. Und dann in einem nicht klimatisierten Büro hocken ... wobei ... MIT Klimaanlage gibt es dann Bazillen ohne Ende. Irgend etwas ist ja immer ...

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  3. Mein Umgang mit den Temperaturen: Leder-Textilmix mit Ventilationsöffnungen und ein MX Helm. Klappt gut, sehr gut sogar. Hat nur eben mal wieder erfordert Geld in die Hand zu nehmen (und es dann jemand anderem zu geben). Heute kann sich der Himmel noch nicht so recht entscheiden. Warte mal bis 17 Uhr ab was dann der Regenradar im Internet konkret so meldet. Dunkel wird es ja erst um 22:30 Uhr. ;)

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