Samstag, 3.8.
Zunächst traf ich mich mit dem Zettfahrer in Jerxheim bei Ritchys Schnellrestaurant. Der Wochenburger schmeckte mir prima. Endlich mal fremd speisen! Sich nicht um das Kochen kümmern. Kleiner Alltagsurlaub!
Weiter ging unsere Runde Richtung Schöningen, um den Tagebau herum. Ich zeigte dem Zettfahrer das alte verfallene Schwimmbad, wo ich vor kurzem meine Pfingsten Entdeckungstour (klickmich) gemacht hatte.
Wir fuhren durch abgeerntete Getreidefelder hindurch. Die Luft war schwülwarm, da schien sich ein Gewitter anzukündigen. Die Mähdrescher ackerten auf anderen Feldern noch emsig und bewarfen uns mehr als einmal mit Strohspelzen, wenn wir vorbei fuhren.
Am Braunkohlen-Tagebau Wulfersdorf vorbei, war der freie Blick nur nach links möglich. Rechter Hand stand viel Gestrüpp und Bäume, so daß uns auch der Lappwald See verborgen blieb. Helmstedt empfing uns mit wuseligem Verkehr, und einzelnen PS Gestörten mit drei Buchstaben auf dem Nummernschild. Die Motorarena war in der Nähe, das schien Grund genug, um seinen tiefergelegten BMW durch das Land schießen zu lassen.
Ich wollte meinem Knie nicht zuviel zumuten, und bog an der Kreuzung auf die B1 ab. Kurz danach gab es einen Besichtigungsstopp.
Hier wollte ich schon immer mal hin. Jetzt paßte das!
Eigentlich nur ein Haufen Steine auf einem Hügel. Uns gefiel das. Die Lübbensteine bei Helmstedt (klick!).
In Griechenland liegen auch überall Steine herum. Nennt sich dort auch "Kulturgut". Hier ist mal Kultur aus dem eigenen Land. Wird es deshalb vielleicht weniger geachtet, weil es vor Ort ist? Weil man nicht tausende Kilometer anreisen muß?
Hier war eine erfreuliche Abwesenheit von Doofkopf-Graffiti. Im Inneren des großen Grabes lagen hunderte Schalen von aufgeknackten Sonnenblumenkernen. Ich kenne solche Schalen-Trümmer - recht häufig vor Tee-Stuben der örtlichen Dönerfraktion zu sehen. Manch einer kennt eben keinen Respekt, auch wenn er es von den anderen einfordert.
Mein Knie verhielt sich zwar angespannt, aber es war auszuhalten. Ich hatte einen guten Tag - die Kräfte waren auch vorhanden, und so zog ich doch noch eine Extrarunde aus dem Hut.
Hier war ich mal mit dem Fahrrad gestrandet. Total dehydriert, weil ich meine Kräfte unterschätzt hatte, hockte ich unter dem Baum und genoß damals die notwendige Ruhepause.
Ein mächtiger Baum. Ein wirkliches Naturdenkmal. Mit Ellie genoß ich ebenfalls den Schatten und die Ruhe dort in dem kleinen Örtchen. Der Zettfahrer saß währenddessen auf dem Joghurtbecher. Zum Absteigen war er zu tiefenentspannt.
Einen weiteren Schlenker gönnte ich uns - die Meerschweinchen brauchten noch Maisblätter. Es waren auf dem Weg nach Hause einige Felder, aber überall brauste der Verkehr entlang. So wurde die Räuber-Tour doch etwas ausgebaut. Ich kenne da ein gut zugängliches Feld, weit weg von neugierigen Hausmeister Augen ...
Während ich mit Tasche und Schere bewaffnet im Blätterwald verschwand, nahte ein Einwohner mit Hund. Pünktlich erwischten wir uns, als ich aus dem Feld heraus stapfte. Oh, erwischt beim Maisblätter stehlen. Er winkte ab. Ihn wunderte es nur, warum ich nur die Blätter wollte. Die Pflanzen selber würden sowieso in Erkerode in der Biogas Anlage verwurstet werden. Zetti bespaßte währenddessen den Hund des Mannes. Auch von mir erhielt der Vierbeiner seine Streicheleinheiten hinter den Ohren, die er mit halb geschlossenen Augen genüßlich über sich ergehen ließ.
Der Nachmittag nahte sich dem Ende entgegen. Zetti wollte noch nach Hannover fahren, ein befreundeter Club hatte an diesem Wochenende sein zehnjähriges Bestehen. Ich überlegte hin und her. Lust hatte ich schon darauf, die 95 Kilometer mit Ellie hinzufahren. Okay, über die Autobahn. Okay, auch wieder 95 Kilometer zurück. Okaaay ... ein anderes Mal. Ich nahm das Auto. Das war auch gut so. Hin zu erwischte uns einiges an Regen. Zetti auf dem Motorrad hinter mir machte das wenig aus. Noch ...
Äußerst kreativ wurden die Früchte der großen Kastanie genutzt, unter der wir uns herumlümmelten. Insektenabwehr.
Gegen 21 Uhr fuhren Zetti und ich wieder heim. Auf dem Rückweg erwischte uns dann ein mächtiger Schauer, in Kombination mit einer Komplettsperrung der Abfahrt. Grumpf - mit deutlicher Verspätung kamen wir irgendwann gegen 22.30 Uhr bei mir zuhause an. Zetti fuhr dann weiter Richtung Wernigerode. Und hatte kurze Zeit später über 15 Kilometer den großen Bruder des Platzregens von Hannover als Begleiter. Bis auf die Haut durchnäßt kam er bei sich im Ort an. Der Arme ... ich war sehr froh, dass ich nicht mit Ellie gefahren war. Dunkelheit UND Regen UND Autobahn - das wäre zuviel gewesen.
Mal sehen, ob seine Sachen über Nacht trocken werden. Morgen ist ein weiterer Ausflug geplant.
Das waren heute ungefähr 100 Kilometer Motorrad gewesen. Ich war ein wenig muskelkaterig, und hatte zur Tourmitte hin meine Beine öfter auf die Reisefußrasten abgelegt. Das Knie verhielt sich irritiert, aber brav. Immerhin 100 Kilometer mehr als die letzten Wochen!



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