Vor der Garage ging es dann ebenfalls beeindruckend weiter:
Am Abend zuvor verladen, vertäut, verzurrt mit jeweils 4 Spanngurten, und vorne in der Halterung ebenfalls noch fixiert.
Beim Beladen ließen wir uns sehr viel Zeit. Das Hochschieben sollte niemals in Hektik geschehen - ebenso das Verzurren: lieber dreimal sichern und nachgucken - und nach 20 Kilometern die Gurte nachspannen.
Heruntergerissene Fahrräder samt Dachreling gibt es auf der A2 schon oft genug zu sehen ...
Wie sich später herausstellen sollte, war unser Verzurren der Motorräder perfekt gemacht. Die Straßen im Osten Deutschlands sind an sehr sehr vielen Stellen noch von vor der Grenzöffnung ... Kopfsteinpflaster schief und krumm, oder übergeteert und löcherig ...Höchste Ansprüche an Verladung!
Gegen Mittag ging es dann los - auf die A2, die noch relativ leer war. Ein Zwischenstopp folgte nach einer halben Stunde, um die Gurte zu kontrollieren. Einmal an der Ratsche nachziehen, dann war die Ladung wieder perfekt.
Weiter bis nach Mageburg, dann runter von der Bahn und weiter auf der B189 Richtung Stendal.
Die Bundesstraße ist relativ öde, aber der Straßenbelag ist ein Gedicht! Doch ich greife vor ...
Da uns ein leichtes Hüngerchen plagte, hielten wir dann hier an - direkt an der B189 gelegen:
Was von aussen leicht schradelig und ungepflegt wirkte, täuschte! Das Essen war prima, es gab Porzellangeschirr, und auch kein Plastikbesteck. Eine ordentliche Portion Essen für kleines Geld, und hausgemacht! Ich oute mich hiermit als Fan von Feldküchen-Küche!
Ich hatte Gulasch mit Nudeln - und war noch bis zum Abend satt davon! Portion 3,50 Euro
Diese Feldküchen sind dort im Landbereich oft auf größeren Halteplätzen mitten in der Landschaft zu entdecken. Die Kunden sind bunt gemischt: LKW-Fahrer, Familien mit Kindern, Rentner die keine Lust auf Mittagkochen haben, Motorradtouristen ...
Gestärkt ging es dann weiter, ein Stück später runter von der B189 und ins Land hinein. Über Lüderitz und viele kleine Orte mit -itz am Ende. Der Straßenbelag wurde abenteuerlicher.
Durch ein Naturschutzgebiet und Wald bis hin zum Ziel: Grieben, an der Elbe.
Hier war das Quartier: Landwirtschaftsbetrieb Griebener Hof.
Der Hofladen hatte alles zu bieten, was man braucht - und erntefrischen Spargel direkt vom Feld; 1 kg Bruchspargel für 2,50 Euro war ein super Preis
Mit dem Hänger wirkten wir in der kleinen engen Nebenstraße leicht überdimensioniert, aber es gab direkt vor dem Apartmentkomplex einen großen gut gepflasterten Parkplatz. Dort wurde in aller Ruhe ausgeladen und abgeladen!
Die Apartments waren erst letztes Jahr neu gebaut - die Gartenanlage liebevoll gestaltet - der Sandweg war eben dörflich - das hat den Charme noch unterstrichen - von Hektik war HIER nichts zu merken, ein Glück ... Hektik habe ich zuhause zum brechen genug ...
Hier hausen Biker
Ein-Raum-Zimmer, reicht aber dicke vom Platzangebot
Geniales Bett mit neuen Matratzen - ich habe hier so gut geschlafen wie noch nie in einem fremden Bett
Auch im Bad bekam man gleich gute Laune, wenn man SO begrüßt wird
Nachdem alles Gerödel ausgepackt war, wurde eine kleine Ortserkundung gefahren. Natürlich zunächst einmal an die Elbe.
Die Elbfähre Grieben-Ferchland kostet pro Fahrt für Motorrad mit Fahrer 3,- Euro. Der Fähranleger ist vom Apartment aus in 2,8 km zu erreichen. Zu Fuß etwas länger dauernd, wurde der Weg mit Ellie in wenigen Augenblicken bewältigt. Die Anfahrtstraße war wieder etwas schraddelig (noch hielt ich das für selten - ich gewöhnte mich aber im Laufe des Urlaubs daran - kein Wunder, dass dort drüben Enduro-Meisterschaften ausgetragen werden und auch sehr viele Enduros unterwegs sind - die Maschinen sind dort den Straßenverhältnissen angepaßt).
Es ging nicht über die Elbe - noch nicht. Erst einmal ging es ein Stück weiter, quasi zurück Richtung Magdeburg, durch die kleinen Dörflein an der Elbe längs.
Bis Ringfurth war die Straße schön - gemütliches Cruisen durch quietschgelbe Rapsfelder, blühende Obstbäume am Weg und leichte Kurven.
C - Sandfurth
Ein Blick-Stopp in Sandfurth
Der gefiederte Kamerad war so weit weg - dank der Telefunktion konnte ich später am PC erkennen: ein Eichelhäher
Weiter ging es über kleine Dörfer, wo liebevoll erhaltene und gepflegte Häuslein neben verfallenen Ruinen standen und somit entweder die Schönheit oder den Verfall betonten - je nachdem, wie man blickte.
Es fuhren wenig Autos, und die, die hinter mir waren, zeigten Geduld, wenn ich mit Ellie über die mir fremden Buckelstrecken holperte.
Hier war ich das erste Mal sehr dankbar über mein Airhawk-Kissen, was die Schläge in den Rücken deutlich abmilderte.
Irgendwo im Land - Flickendeckenbelag, aber hier raste sowieso kaum einer - natürliche Verkehrsberuhigung; generell waren die Menschen hier weniger hektisch, sondern eher neugierig und zurückhaltend-freundlich dem Motorradtouristen gegenüber
In den Dörfern ist mit Katzen, Hunden, Hühnern, wahlweise auch mit Radfahrern, Kindern oder Rollatoren auf den Straßen zu rechnen. Auffallend ist die Hundedichte dort. Es gibt kaum ein Haus oder einen Hof, der keinen hat. Bellt einer, bellen alle.
Ebenfalls häufig: Frauen, die auf Knien Unkraut aus den Vorgärten oder Rinnsteinen puhlen. Egal, ob wochentags oder an Feiertagen, irgendeine puhlt immer. Die Vorgärten sehen jedenfalls liebevoll gehegt aus!
Ebenfalls häufig: Frauen, die auf Knien Unkraut aus den Vorgärten oder Rinnsteinen puhlen. Egal, ob wochentags oder an Feiertagen, irgendeine puhlt immer. Die Vorgärten sehen jedenfalls liebevoll gehegt aus!
Zurück in Grieben, folgte eine kleine Dorferkundung.
Direkt hinter dem Apartmentkomplex - die schöne trutzige alte Dorfkirche; da kam gleich Heimatgefühl auf - zuhause habe ich die Kirche auch genau gegenüber; diese hier war allerdings nicht so penetrant mit dem Geläute - nur zur halben und vollen Stunde tönte die recht leise Turmglocke!
Jedes Dorf dort in der Gegend hat einen kleinen Dorfplatz mit einem Stein wie diesem, oder mit einer Bank neben einer Infotafel und einem Trafohäuschen; zentraler Treffpunkt auch, wenn die Verkaufswagen mit Wurst, Obst und Gemüse oder Backwaren allwöchentlich die Orte ohne Supermarkt ansteuern
Die restaurierte Bockwindmühle am Ortsausgang von Grieben
Das Backhaus
Buch - ein Ort, wo man ohne Probleme Rücken- und Achsbruch bekommen kann beim Durchfahren ...
Gegen Abend kam dann noch eine kleine Moppedrunde - mit Fährenfahrt - nach Tangermünde und zurück nach Grieben.
Ankunft in Ferchland - die steile Rampe wurde zunächst etwas wackelig von mir hochgefahren ...
Am anderen Ufer von Ferchland aus ging es gemächlich über recht gute Straßen. Die Zufahrt zur B188 war mal wieder gewohnt hobbeldihobbel.
Kurz vor Jerichow war ein Tankstopp notwendig. Hier gab es "Bockwurst und Brötchen" als warme Mahlzeit im Angebot.
Ist mir bei uns zuhause so nie aufgefallen. Ich hatte aber noch keinen Appetit, ausserdem wartete im Apartment noch etwas anderes (dazu später).
Die imposante Brücke über die Elbe kurz vor Tangermünde hatte etwas beeindruckendes. Ich fühlte mich recht winzig da oben in luftiger Höhe ... Ellie schaukelte gemächlich im Wind, und so allmählich merkte ich den Tag in den Knochen. Meine Gesundheit war ja noch nicht so toll, und ich noch etwas schwächlich.
Es ging nicht durch Tangermünde - das kam später - sondern dran vorbei. Das Industriegebiet war wie alle anderen auch: leicht verfallene Gebäude neben herausgeputzten ehemaligen Industriebutzen - in einem war nun eine "Kulturscheune" untergebracht, vor dem Eingang ein Haufen gut gekleideter Leute mit dem Aussehen von Poeten.
Nur das Glas Sekt in der Hand störte etwas den Allgemeineindruck.
Weiter ging es über eine kleinere Baustellenumleitung (irgendwo ist IMMER eine Baustelle, wenn ich in Ostdeutschland unterwegs bin).
40,4 Kilometer sagt Google Maps zu der gefahrenen Strecke - wobei ich die werten Leser vor dem Ort BUCH warne. Die Ortsdurchfahrt ist hammerhart! Die Bezeichnung Chausseestraße trifft es nicht - es könnte auch "hier schmeiße ich mal lustig kindskopf große Steine irgendwo in den Weg und haue auch mal mit dem Hammer drauf, wo es mir gefällt" heißen ... auf Google Maps war in der Satelitenaufnahme nichts dergleichen zu erkennen gewesen ... da konnte ich nur eine Sandpiste sehen. Überraschungseffekt sozusagen!
Kurz vor Jerichow war ein Tankstopp notwendig. Hier gab es "Bockwurst und Brötchen" als warme Mahlzeit im Angebot.
Ist mir bei uns zuhause so nie aufgefallen. Ich hatte aber noch keinen Appetit, ausserdem wartete im Apartment noch etwas anderes (dazu später).
Die imposante Brücke über die Elbe kurz vor Tangermünde hatte etwas beeindruckendes. Ich fühlte mich recht winzig da oben in luftiger Höhe ... Ellie schaukelte gemächlich im Wind, und so allmählich merkte ich den Tag in den Knochen. Meine Gesundheit war ja noch nicht so toll, und ich noch etwas schwächlich.
Es ging nicht durch Tangermünde - das kam später - sondern dran vorbei. Das Industriegebiet war wie alle anderen auch: leicht verfallene Gebäude neben herausgeputzten ehemaligen Industriebutzen - in einem war nun eine "Kulturscheune" untergebracht, vor dem Eingang ein Haufen gut gekleideter Leute mit dem Aussehen von Poeten.
Nur das Glas Sekt in der Hand störte etwas den Allgemeineindruck.
Weiter ging es über eine kleinere Baustellenumleitung (irgendwo ist IMMER eine Baustelle, wenn ich in Ostdeutschland unterwegs bin).
40,4 Kilometer sagt Google Maps zu der gefahrenen Strecke - wobei ich die werten Leser vor dem Ort BUCH warne. Die Ortsdurchfahrt ist hammerhart! Die Bezeichnung Chausseestraße trifft es nicht - es könnte auch "hier schmeiße ich mal lustig kindskopf große Steine irgendwo in den Weg und haue auch mal mit dem Hammer drauf, wo es mir gefällt" heißen ... auf Google Maps war in der Satelitenaufnahme nichts dergleichen zu erkennen gewesen ... da konnte ich nur eine Sandpiste sehen. Überraschungseffekt sozusagen!
Ich fuhr noch mit Winterfutter in Moppedjacke und -Hose, die Temperaturen hatten knapp 13°, wobei die Feuchtigkeit dort im Elbegebiet mein Temperaturempfinden um 5° runterdrückte.
Gegen 19 Uhr war Ellie wohlbehalten, aber böse durchgeklappert wieder vor dem Apartment angekommen. Putzen tat ich nicht mehr, ich brauchte eine heiße Dusche zum Glieder entspannen!
Im Hofladen hatte ich mich bei der Anmeldung mit einem Glas Hochzeitssuppe eingedeckt - das ließ ich mir zum Abschluß des Tages schmecken. Genial! Wie bei Muddi.
Und weil für den Karfreitag mieses Wetter angesagt war, wurde Ellie abends hier geparkt - direkt vor dem Apartment:
Und als ich dann abends noch einmal aus dem Apartment schaute, sah das so aus:
Beruhigt, Ellie wohlbehalten untergestellt zu wissen, kuschelte ich mich in das fantastische Bett und war glaube ich innerhalb von Sekunden eingeschlafen .... gute Nacht bis morgen früh!
Alles eine Frage der Übung und der Gewöhnung - genau wie das Fahren auf den teilweise echt abenteuerlichen Straßenbelegen ... aber dazu später noch Berichte. Es geht ja noch drei Tage weiter!



Das war eine gute Idee, einen Teil der Strecke mit dem Hänger zu machen ... und die Unterkunft war auch eine gute Idee. Sieht sehr schön aus.
AntwortenLöschenJa, die Unterkunft war einfach herrlich. Sauber, ruhig, günstig, nette Vermieter, und die anderen Gäste ebenfalls äußerst angenehm. Remmidemmi gab es nicht, was mir ebenfalls sehr recht war. Ich mußte mich ja im Urlaub auch mal erholen, und das kann ich nun mal am besten, wenn ich gut esse, viel schlafe und gemächlich unterwegs bin. Für meine Gesundheit war das auch gut - ich huste nicht mehr!
LöschenErstmal schön, dass es Dir wieder besser geht. Ich habe gar keine Hänger-Erfahrung, aber mich würde das Geschubber hinter dem Wagen bestimmt nervös machen. Da braucht es bestimmt einen erfahrenen Fahrer.
AntwortenLöschenDeine Bilder machen Lust auf mehr. Richtig schön, so im Blümchenpflückertempo unterwegs zu sein. Hach, die Elbe erweckt Sehnsucht in mir (wie immer, wenn ich Wasser sehe...)
Wie heißt denn eigentlich Ellies Kumpel?
Hei Sonja! Die Erfahrung kommt ja wie bei allem mit dem Tun. Mit jedem Mal wird man schlauer. Zum Glück gibt es im Internet genug Infos und auch der ADAC hat prima Tipps auf Lager, wie man verzurrt bzw. wie man es NICHT tun sollte. Auf keinen Fall auf dem Hauptständer verzurren. Das sagt einem schon die Logik (oder die Physik), warum nicht. Tun trotzdem welche. Die lernen dann aus Schaden ... hoffentlich.
LöschenAber das Geschubber ist wirklich gewöhnungsbedürftig. Anfangs dachte ich immer "Heinerich, der Wagen bricht!"
Ich werde auch immer sehnsüchtig, wenn ich Wasser sehe ;-). Witzig, dass es Dir auch so geht!
Ellies Kumpel hat so keinen Namen - ich nenne ihn allerdings heimlich elBandito. Suzuki Bandit, da paßt das auch irgendwie ...
Liebe Grüße!