Karfreitag, immer noch ...
Rathenow
Von Tangermünde aus ging es recht beschaulich weiter in den Ort Rathenow.
Von Sachsen-Anhalt nach Brandenburg; die Bundesstraße war nicht überfüllt, bot aber wenig aufregendes ...
Der Blick über das weite Land, und die Wolkentürme - das hatte schon etwas. Auf dem Foto nicht wiederzugeben, genoß ich es im Herzen. Ich mag das, wenn man weit schauen kann! Ich mag Berge auch, aber noch wohler fühle ich mich im platten Land. Das macht den Kopf frei, wenn ich nicht immer auf Hindernisse glotzen muß ;-).
Sonne und Wolken und Regen - immer im Wechsel ...
Ein Parkplatz war auch recht bald gefunden - immer Richtung Havel hin. Parken am Mühlenwehr.
Die Havel bei Rathenow, am Mühlen-Wehr
Der kleine Hobbit - Auenland?
Rathenow liegt an der Havel. Und hier kam auch schon etwas "Spreewaldfeeling" auf, wenn man in die Seitenstraßen abbog.
Wasser überall!
Gemütliche Plätze am Wasserweg - Ruderclub Wiking
Nettes Plätzchen für ein Wochenendhaus, oder?
Das Wehr lag am Ende einer wirklich sehr heftigen Kopfsteinpflasterstraße...
Rathenow - fast wie ein Klein-Venedig ... der dunkle Hintergrund war das abziehende Gewitter!
Von Rathenow aus ging es dann noch ein Stück weiter, zu einem Ort namens Wassersuppe. Fragt nicht, wie ich auf den Ort kam - gibt keinen wichtigen Grund außer dem, dass ich den Namen so witzig fand und schauen wollte, was dahinter war! Nichts spektakuläres, aber immerhin ein Ziel.
Der See war groß - natürlich mal wieder Wasser angucken (irgendwie begleitete mich das Thema in diesem Urlaub - Wasser von oben, Wasser auf dem Boden ...).
Mieses Wetter im Anmarsch!
Nun ging es aber wirklich wieder Richtung Ferienheimat. Ein Zwischenstop wurde im Ort Jerichow eingelegt. Der große Backsteindom auf dem Klostergelände ist ein imposantes Wahrzeichen. Das Klostergelände ist nur mit Eintritt zu betreten, und das bis 18 Uhr - es war schon lange nach 18 Uhr - also Bilder von außen.
Ziegelofen
Während ich mich auf dem Kirchplatz herumtrieb und durch den Bauzaun fotografierte, der den Klosterhof abgrenzte ...
... kam eine Gruppe Kirchentouristen aus der Domkirche und ich hatte doch noch die Gelegenheit, das Bauwerk von innen zu sehen.
So einen dezent klaren und irgendwie gemütlich wirkenden Innenbereich hatte ich selten gesehen. Das rote Mauerwerk schien Wärme auszustrahlen und die Ziegel waren wirklich schön gestaltet!
Tschakka - und alles ohne Eintritt!
Nun war ich geschafft von den Besichtigungen, den Bildern im Kopf und dem Erlebten. Eine heiße Suppe wäre jetzt nicht verkehrt gewesen, aber das Kloster-Café war mir zu teuer. Außerdem so schickimicki gestaltet - ich bin nicht so der "an einem Bett von irgendwas"-Typ. Meistens ist da wenig auf dem Teller und das ganze romantische Brimborium drumherum kann ich zuhause viel besser!
Also mußte ich warten.
Es ging dann den kurzen Weg zurück über die Fähre (5,- Euro PKW inkl. Personen). Und dann zauberte ich in Rekordzeit das Abendmittagessen.
Auch mit einem "an einem Bett von" ... aber eine richtige Mädchenportion!
Beispielfoto von der ersten Portion - die zweite kam gleich anschließend hinterher ;-)
Nach dem opulenten Mahl schrieb ich noch schnell den Tag in mein Notizbuch. Das ist wichtig geworden, denn bei den ganzen Touren der letzten Wochen komme ich sonst ins Schleudern, wann ich WO gewesen bin.
Aber kaum wurde es dunkel, als mir schon fast die Augen zufielen.
Für morgen wurde besseres Wetter angesagt, und so stand die Route mit den Motorrädern schon fest.
Es sollte nach Havelberg und zum Storchendorf Rühstädt gehen! Ich war schon sehr gespannt.
Warum gerade Rathenow? Oder Wassersuppe? Nun, vielleicht kennt ihr das auch: ihr fahrt mit einer Truppe von anderen Motorradfahrern (Einheimischen) in der Gegend herum, oder fahrt selber mal ein Treffen an - ihr seht etwas nettes, habt aber das Ziel im Sinn und schon ... ups - schon vorbei.
"Da bin ich schon mal durchgefahren" - als geflügelter Hinweis.
Nun wurde nicht durchgefahren, sondern angehalten und geschaut. Ich gebe hier sicherlich keine spektakulären Touren wieder, aber es muß nicht immer Afrika sein! Der Osten Deutschlands hat außer grauenhaften Buckelpisten noch eine Menge mehr zu bieten - die kleinen Orte, die wir anfuhren, haben ihre Chance bekommen - und verdient! Das ist ein Reisen, was ICH persönlich mag: mein Heimatland ist wunderschön, und ich habe jahrelang "nur" Dänemark - und auch dort nur einen kleinen Fleck - geschaut. Nun holte ich eine Menge nach, und da ich zuhause keinen Goldesel habe, muß ich so urlauben, wie es meine Kasse erlaubt.
Lieber viele viele Kleinurlaube, als einen großen. Von den vielen kleinen Auszeiten kann ich wesentlich mehr zehren.
Nach Afrika kann ich immer noch, wenn ich in Rente bin ;-)!!!


Oh, ich dachte im ersten Moment: "Ui, der Parkplatz ist ja ganz schön überschwemmt." :)
AntwortenLöschenEi weh, Funny, Du hast wahr ... falsche Überschrift ;-) !!!
AntwortenLöschenDanke!
Liebe Heike, mach' nur weiter mit Deinen kleinen Urlauben "vor der Haustür". Du hast mir jedenfalls richtig Lust auf eine Gegend gemacht, von Der ich bisher gar nicht wusste, dass sie existiert. Ich entdecke gerade Deutschland für mich und denke manchmal: Warum in die Ferne schweifen... doch manchmal höre ich auch noch den Ruf der Wildnis (in meinem Fall Kanada, nicht Afrika...)
AntwortenLöschenHei Sonja! Ich höre auch den Ruf der Ferne, SO ist das ja nicht ;-) (Svenja ist "schuld"). Aber ich kenne meine Grenzen. Letztes Wochenende habe ich mal 40 Kilometer A2 trainiert. Resultat: ging, aber hinterher war ich groggy, und bin mies zurück gefahren auf der Landstraße. Also ist eine weite Anfahrt nur mit dem Motorrad zunächst mal nicht wirklich etwas für mich ...
LöschenIch träume von Schweden. Probiere es aber im August zunächst einmal mit Dänemark, das ist dichter dran, und außerdem kann ich die Sprache ;-).
Und ein großer weiterer Traum ist Teneriffa. Hinfliegen (ich und meine Flugübelkeit ...), und dort drei Tage in der grandiosen Landschaft cruisen.
Ich sage mir "Es kommt, wie es soll" - und werde einfach schauen, wo es mich hinweht!
Das neue Blogheader-Foto sagt so einiges aus. Dort bei der Gedenkfahrt (Blogbericht folgt) saß ich innerlich stimmig im Gras und schaute mit den Augen und dem Herzen auf die Masse der anderen Biker. MITgefahren bin ich dann nicht - warum nicht, schreibe ich dann noch. Aber dort im Gras sitzend fühlte ich mich "angekommen" bei mir selber. Schwer zu beschreiben, Worte sind manchmal zuwenig für solche Momente ...
Liebe Grüße an Dich - Deine Fotos mit Deiner Harley sind grandios und ich schaue sie mir zu und zu gerne an!