Wieder hatte ich hervorragend geschlafen! Voller Tatendrang und Plänen saß ich am Frühstückstisch.
Die Sonne strahlte, und die Außentemperaturen waren um 9 Uhr schon frühsommerlich. Wir packten unsere Moppeds, und fuhren zum Fähranleger.
Wir setzten wieder einmal über ... die steile Rampe auf die Fähre/herunter von der Fähre jagte mir nach den diversen Übungen keine Angst mehr ein. Ich fuhr respektvoll und achtete darauf, nicht unkontrolliert in die Vorderbremse reinzugreifen.
Da die Blechrampe nicht nass war von Regen o.ä., rollte Ellie zuverlässig und ohne Probleme auf die Fähre und auch wieder herunter - wobei ich da doch mal Gas geben mußte, sonst wäre ich nicht hochgekommen.
Handschuhe tüddeln ...
Die Fahrt ging nach Havelberg!
Wir fuhren erst ein Stück in die Altstadt auf der Stadtinsel, doch das Kopfsteinpflastergehubbel sagte mir nicht zu. Also ging es wieder raus da, und zu einem großen Parkplatz an der Spülinsel. Ich wollte etwas trinken, und so fuhr ich den Weg noch ein Stück weit hoch - zum Campingplatz auf der Spülinsel. Leider hatte der Kiosk geschlossen.
Ich schaute mich kurz um und genoß den Blick, den Svenja in ihrem Blog beschrieben hatte - dann ging es zurück zur Stadt.
Es fand sich doch noch ein Platz im Schatten an der Uferstraße, direkt an der Havel gelegen. Von dort aus ging es dann zu Fuß in den Innenstadtbereich.
Beim Ratskeller wurde pausiert - ich brauchte einen Cappucino. Die Wärme machte meinem Kopf Probleme.
Der Kellner kümmerte sich wirklich rührend um uns. Mit 2,- Euro war der Cappucino auch nicht unangemessen teuer, wie ich es bei so einer Location erwartet hätte ...
Im Inneren waren schöne Wandmalereien zu sehen, die erst frisch angebracht waren: der Ratskeller hatte gerade den zweiten Tag in der Saison geöffnet. Das junge Team dort hat meine Bewunderung - und ich wünsche ihnen viele viele zahlungskräftige Touristen!
Gestärkt ging es durch die Gassen zur Havel. Wir befanden uns auf der so genannten Stadtinsel! Die Geschäfte hatten alle schon geschlossen, es war nach 14 Uhr und hier regierte noch die Wochenend-Ruhe.
Dom von Havelberg - lag zu weit oben, es war zu warm zum Bergsteigen
Prälatenweg
Ich wollte zum äußersten Zipfel der Grünfläche ... Wasser gucken!
Voilá - voller Blick auf die Havel
Hier wehte es schön, und ich konnte weit gucken. Ich verstoffwechselte Havelberg auf meine Art ...
Zurück am Mopped, hatte ich ein flaues Gefühl im Magen. Bevor mein Vesperbrot in der Wärme zu sprechen anfing, vertilgte ich es bis auf den letzten Krümel. Der Navi vom Mann wurde programmiert - es ging zum Storchendorf nach Rühstädt. Ein Ausflugstipp aus einer Motorradzeitschrift.
Brandenburger Land
Die Anfahrt durch kleine Dörflein, durch Alleen hindurch - die Alleenstraßen waren hubbelig und die Begrenzung auf 70 km/h berechtigt. In den schönen Kurven sind meist quer unter dem Asphalt Buckel - von den Baumwurzeln.
Wieder einmal war ich dankbar für mein Breitarsch-Airhawkkissen. Ich hatte jetzt die richtige Luftfüllung und "schwamm" sozusagen auf dem Sitz, ohne dass mir die Schläge des Straßenbelages direkt auf die Wirbelsäule trommelten. Mein rechter Unterschenkel machte sich trotzdem so langsam bemerkbar. Ich war wieder einmal zu verkrampft gefahren ...
Kurz vor Rühstädt gab es noch einen Halt, direkt auf einem Parkstreifen am Deich. Beine vertreten, Rücken gerade strecken ... und ...
Halt, weil ...? Richtig - Heike will Wasser gucken!
Gleich kommt Heidi um die Ecke - Idylle am Deich - da bekam ich Kindheitsgefühle!
Mein Bauchgefühl hat mich perfekt geführt - hier ist der Zusammenfluß von Havel und Elbe!
Gnevsdorf
Perfekter Rasen - perfekte Location - hier mal zelten, das wäre es!
Suchbild - Marienkäfer
Dann fuhren wir weiter, nur 2 Kilometer, und erreichten das Storchendorf. In der Motorradzeitschrift wurde ein bestimmtes Café genannt, hier machten auch wir Station!
Hier klapperte es wirklich an allen Ecken und Enden, während der Mann und ich im Biergarten verwöhnt wurden (Geflügelleber mit Bratkartoffeln und Salatbeilage, 7,90 Euro, für mich - wie bei Muddi)! Die Bratkartoffeln waren superlecker, und die Geflügelleber wie sie sein soll. Vernünftige Hausmannskost, anständige Portionen und preislich angebracht!
Ein Einheimischer, der uns viel von der Geschichte des Dorfes vermitteln wollte
Skurile Beigabe - Touristen aus -habichnichtaufgeschrieben-
Der Trabbi mit dem Schlitten auf dem Dach hatte es mir angetan - ich liebe solche skurilen Begebenheiten!
Der Wandanstrich in der rustikalen Damentoilette war auch so etwas - quietschpink. Das tat richtig in den Augen weh ;-). Wer mal da ist (ihr Damen, ihr!), sollte die Örtlichkeiten unbedingt ansehen. Die Farbe schreit einen an, und ich glaube, Herr Edding hat hier seine Textmarkerfarben abgekupfert!
Gegen Abend ging es zurück über die Alleen-Nebenstraße nach Havelberg, und weiter über die B107 zur Fähre Ferchland-Grieben. Ich riß die Bundesstraße stellenweise nur noch ab - die ganzen Bilder des Tages füllten meinen Kopf. Aber es war positiver Streß!
Das Fahren ging soweit gut - ich war mit mir zufrieden!
Das Fahren ging soweit gut - ich war mit mir zufrieden!
Unser Vermieter hatte uns auf das Osterfeuer im Nachbardorf Bittkau aufmerksam gemacht. Nur 2,9 Kilometer Fußmarsch. Zu Fuß - weil ... klar: Osterfeuer und ein wenig feiern ...
Zivile Preise - halber Liter Bier für 1,- Euro, lange Bratwurst und eine ganze Scheibe Brot 1,50 Euro.
Familienevent vom Gemütlichsten - alles sitzt, lacht, singt vor sich hin ... und in der Gruppe Jugendlicher, die da ständig über den Platz gackerte, war nur eine einzige Person mit Smartphone in den Händen. Die REDETEN miteinander, stellt euch das vor ...
Ich saß da, trank meinen Rotkäppchensekt, lauschte den Unterhaltungen (niedlicher Dialekt, den die da haben - ein bisschen Berlinerisch und ganz viel breite Dorfmundart), und ließ den Tourentag an mir vorbei klingen.
Im Dunkeln und bei klarem Sternenhimmel gingen der Mann und ich leicht angeschiggert zurück zum Appartment. Ab und an erzählten wir uns etwas, zeitweise unterbrochen von entgegenkommenden jugendlichen Radfahrern - die uns jedesmal mit "Guten Abend" grüßten.
Vor dem Apartment gab es noch eine Sternenbeobachtung - irgendwie waren die hier deutlicher zu sehen als bei mir zuhause ...
Ein wirklich schöner und erlebnisreicher Tourentag ging zuende.
Ostersamstag, schönes Wetter, gutes Essen, viele viele Fotos und zum Abschluß noch das traditionelle Osterfeuer - das hatte ich seit Jahrzehnten nicht mehr gehabt!
Tourstrecke einfach:
Grieben - Havelberg - Rühstädt KLICK KLICK 75 Kilometer. Zwei markante Haltepunkte, Havelberg und Rühstädt. Jeweils knapp 1 Stunde Aufenthalt.
Am Deich kurz vor Rühstädt - noch einmal 20 Minuten Pause.
Insgesamt ca. 155 km Tagesstrecke ...
Der werte Leser wird darauf aufmerksam gemacht, dass das mein erster längerer Motorradurlaub in fremder Umgebung ist.
Strecken, die ich nie zuvor gefahren bin - ständig neue Eindrücke - das ist für einen Menschen wie mich Streß pur! So ist meine Natur, so bin ich gebaut. Ich erlebe und genieße 100%, habe damit aber auch viel zu verarbeiten. Mehr als 75% der breiten Bevölkerung das brauchen.
Das ich in den Nächten so gut geschlafen hatte, ist beileibe eine Seltenheit. Normalerweise komme ich nicht zur Ruhe, weil die ganzen Bilder im Kopf mich nicht ruhen lassen!
Der werte Leser wird darauf aufmerksam gemacht, dass das mein erster längerer Motorradurlaub in fremder Umgebung ist.
Strecken, die ich nie zuvor gefahren bin - ständig neue Eindrücke - das ist für einen Menschen wie mich Streß pur! So ist meine Natur, so bin ich gebaut. Ich erlebe und genieße 100%, habe damit aber auch viel zu verarbeiten. Mehr als 75% der breiten Bevölkerung das brauchen.
Das ich in den Nächten so gut geschlafen hatte, ist beileibe eine Seltenheit. Normalerweise komme ich nicht zur Ruhe, weil die ganzen Bilder im Kopf mich nicht ruhen lassen!









Hallo Heike,
AntwortenLöschendas war ein sehr schöner Bericht. Deine erste Reise und der erste Reisebericht :-)
Ich kann das 100% verstehen, dass das Neue dich stresst. Ich schau mir immer auf Google Streetview die Stadtdurchfahrten an, damit ich mich durch-finde und nicht durch-drehe.
Deine Bilder haben irgendwie etwas. Kann es noch gar nicht beschreiben, aber für mich ist es der Mittendrin-Effekt.
Weitere Berichte werden sehnsüchtg erwartet ;-)
Am Karfreitag bin ich nach Flensburg gefahren (Nieselwetter, Mopped dreckig), Sonnabend nach Römö und Sonntag schon wieder zurück (beide Tage Superwetter)
Es war schön, die Insel ist sehr weitläufig, zu Fuss fast zu gross...
Ende Mai will ich in den Harz (Campingplatz in Schierke) ... ob das ne gute Idee ist, am Männertag ? :-))
Dir alles Gute und viele weitere Schöne Touren bei gutem Wetter, wpnscht
Michael
Hei Micha - ich kann Dir in Stiege einen guten Platz empfehlen - Du bist auch mittendrin im Harz, aber dort ist es nicht so wuselig!
AntwortenLöschenhttp://www.domaene-stiege.de/
Ich war da auch schon - es hat mir sehr gut gefallen. Es gibt dort auch sogenannte Radlerhütten: zwei Betten, ein Dach, fertig. Für 10,- Euro (letztes Jahr). Das Essen geht auf Bestellung (am Wochenende). Zivile Preise und ... "Bikers welcome" !
Die Wirtin Steffi ist eine ganz liebe.
Um Himmelfahrt herum könnte es im Harz eng werden ...
Ende Mai bin ich auf Kurztour - mit Zelten. Nicht am 29.5., aber vom 30.5.-31.5. Ein Motorradclub-Treffen mal mitmachen!
Wenn Du Zeit hast am 29.5., können wir uns gerne in der Eis-Ecke in Vienenburg auf einen Kaffee treffen und kennenlernen!
Liebe Grüße, Heike