Um die Mittagszeit machte ich Feierabend. Es war ziemlich warm, also perfekt für einen Mittagsschlaf.
Ellie stand schon fast fertig gepackt und betankt in der Garage.
Gegen 18 Uhr fuhren wir los. Der Wetterbericht war sich immer noch nicht sicher, ob nun Gewitter kommen sollte oder nicht.
Da ich aber mein Regenzeug dabei hatte, war mir das dieses Mal ziemlich wurscht.
Und weil ich grad so schön entspannt und revoluzzermäßig eingestellt war (Mittagsschläfchen - früher belächelt, jetzt eine ultimative Waffe gegen Streß), fuhr ich auf die A39 und dann weiter Richtung Harz auf der A395.
Letztes Jahr undenkbar - Heike auf der Harzautobahn.
Ohne Geschwindigkeitsschranken knallen die Vollpfosten dort Richtung Gehügel, und selbst mit dem Auto war mir das Befahren der Strecke nie ganz geheuer.
Dieses Mal hatte ich aber absolut keine Lust, ewig lange über die Landstraßen zu kutschieren. Es war Freitag abends, es war Fußball, die Autostraße relativ leer, und ich wollte ankommen! Mit gemütlichen 110 km/h fuhr ich Richtung Hügelkette, genoß den Fahrtwind und die Geschwindigkeit, und es kam so langsam etwas Urlaubsstimmung auf!
Zwischenpause auf einem Parkplatz in Blankenburg - weiter links außerhalb des Fotos eine Gruppe angeschiggerter Jugendlicher und ein Polizeibulli
Ellie blickt schon dahin, wo wir gleich hinfahren werden - Ostharz
Und so fuhr ich den gleichen Weg vom letzten Jahr August. Durch Blankenburg und Richtung Hasselfelde. Jetzt fuhr der Banditmann vor, damit ich seine Kurvenlinie nachäffen konnte. Mir fehlt da die Routine, und wo ich im letzten Jahr falsch geplant gefahren war (ich vorneweg, er hinterher), achtete ich heute auf einen entspannteren Fahrverlauf.
Und es war GUT so.
Ein kurzer Seitenblick nach Wendefurth und über die Brücke zur Bode hin. Hier hatte ich letztes Jahr drin baden müssen, weil mir ein Hitzschlag gedroht hatte. Stauwärme durch falsche Kleidung, und heftiger Streß im Körper durch fehlende Routine in Kurvenfahren.
Diesen Abend fuhr ich entspannt in den Harz hinein. Ich orientierte mich an der Ideallinie, schaltete rechtzeitig und ohne Ruckeln, Gas geben klappte auch im Einklang mit der Kurvendynamik, und ich vergaß das Gepäck hinter mir völlig.
Im letzten Jahr war ich mit einer lächerlichen Hecktasche gefahren. In diesem fuhr ich mit zwei großen Taschen, einem Minitisch und einem Klappstuhl!
Ohne größere Probleme kamen wir in Hasselfelde an - ich konnte es kaum fassen. Hasselfelde selber hat direkt im Ort einige eklige Kurven, die man wirklich nur mit 30 km/h nehmen sollte. Nicht, weil "Mann" nicht Kurven fahren kann, nein - es kommen einem häufig Touristen-PKW entgegen, die diese Bereiche extrem schneiden.
Aus Hasselfelde heraus, fuhr ich später dann DIESE Kurve, wieder einmal, zur Domäne Stiege hinauf ...
Ich schaute mir die ausgewaschenen Fahrrinnen an, fuhr im ersten Gang und mit Bedacht am Gas über den Schotter, und war ohne Probleme - und ohne großes Zittern oder Nachdenken - oben auf dem Parkplatz angekommen.
E voilá - Heike im Harz.
Wir begrüßten Petra und Stefan, und durften uns dann unseren Zeltground selber suchen. Da verging einige Zeit, denn nichts ist übler, als wenn man den FALSCHEN Platz sucht.
Hier war es dann:
Zelt nach Sonnenstand ausgerichtet - links geht sie auf, und wandert dann herum um die Zelte - nachmittags gibt es angenehme Wärme von vorne
Die Dauercamper links außerhalb des Fotos waren ein notwendiges Übel; die Party am Samstag abend von ihnen ging bis morgens um 1 Uhr
Aber irgendwas ist ja immer ...
Schatten von den Bäumen, Schutz vor Regen durch die Bäume (der kam in der Nacht, aber ich hatte herrlich geschlafen dabei!), und die Sonne ging links auf und störte auch nicht mit zu heftiger Wärme, weil die Bäume ja Schatten gaben.
Meine neueste Errungenschaft seht ihr vor meinem Zelt stehen - ein faltbarer Minitisch. Ideal für den Gaskocher, da fällt nichts um. Bierflaschen kippen auch nicht einfach ins Gras. Das Teil hat ein Packmaß, wo keiner dran glaubt, dass daraus mal etwas brauchbares entsteht. Und kostengünstig (keine 5,- Euro) war der Kamerad auch noch.
Ein nice to have, was ohne Probleme noch unter das Spanngummi paßte.
Das Sonnensegel war Regen- bzw. Sonnenschutz, die Motorradsachen konnten auslüften - und außerdem konnten wir darunter am Abend noch wunderbar lange draußen sitzen; dank "Zeckito" von Rossmann kam ich ohne Mückenattacken aus!
Als ich eingerichtet war, schnappte ich mir meinen Waschbeutel und ging erstmal abduschen. Eine
Duschmarke von 1,50 Euro lieferte mir viel zuviel Wasser. Das regelte
ich danach anders: ich füllte meine Faltschüssel mit 5 Litern Wasser,
und wusch mich dann in der Duschkabine. Dabei leistete mir mein
Allround-Thermobecher mal wieder Duschdienste.
Wasserverschwendung durch Dauerduschen mag ich nicht leiden. 5 Liter Wasser reichen mir, ich bin doch kein Fisch!
Nun
war ich gesäubert, nebelte mich mit Zeckito ein, und ging auf
Entdeckungstour. Dieses Jahr bot die Domäne eine Menge an Tieren, was
mich belustigte und begeisterte.
R.i.p. kleine Ponydame, alte und Arthrosegeplagte ...
Walter
Zur Nacht hin fuhr ich Ellie in das Partyzelt. Ich wollte sie nicht nassregnen lassen.
Völlig gelassen tuckerte ich in Freizeitkleidung über die hoppelige Rasenfläche. Genauso gelassen parkte ich sie dann.
Die Wolken zogen dunkel gefärbt am Himmel entlang, und der Brocken war allmählich kaum noch sichtbar. Der Mond war nicht mehr zu ahnen - der Harz ging schlafen, und ich machte es ihm nach.
Ich machte mich nachtfertig (umziehen in dem niedrigen Zelt ist nicht wirklich einfach *fluch*), zog mein Fleece-Inlet über die Beine, und krabbelte in den Schlafsack.
Nochmal schnell aufgestanden und ein Foto gemacht, bevor der Helm in die große Tasche hinten in der Apsis gestopft wird
Und dann muß ich wohl ganz fix eingeschlafen sein.
Fazit:
Anreise kein Problem - mein Radius hat sich dank der bekämpften Autobahnphobie erweitert. Oder kommt das durch die Fahrroutine? Auf jeden Fall ist es erleichternd zu wissen, das die Fahrzeit verkürzt ist - und die Welt ist dadurch vom Radius her größer geworden!




Hey klasse! Du machst mir Mut! Gestern bin ich das erste
AntwortenLöschenmal durch den Taunus geschwungen, als Vorbereitung und Übung für größeres.
In Hasselfelde war ich auch schon mal, das war 2001... Wirklich erinnern kann ich mich nicht mehr daran, nur dass da ein niedlicher Bahnhof war.
Ganz liebe Grüße,
Minya
So ändern sich die Zeiten :-) ... *like* ...
AntwortenLöschenMensch Heike, dass sieht ja ganz souverän aus, wie Du über das Gras hoppelst. Also ich mag ja Autobahnen immer noch nicht. Über hundertzwanzig ist der Winddruck auf meiner nackten Sporty einfach zu groß, außerdem ist es langweilig... und das ist gefährlich. Ich bin jetzt übrigens bereits für Teil 2.
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