Das Wetter sollte gut sein, allerdings drohten die Eisheiligen. Und kühl war die Luft, das stimmte!
Nun denn, trotz neuer Schraube im Kiefer (mein Zahnarzt hat die lockere, die da ständig herumkollert, jetzt festgetackert ... autsch) war ich guter Laune. Einige Tage frei haben und fahren können - mein Plan für einen guten Kurzurlaub.
Ich fuhr ein wenig ziellos in der Gegend herum ...
Inspiriert von der lieben Funny kam in Bühne das folgende Foto zustande, wobei die Dorfbevölkerung sehr verwundert zuschaute.
Anfahren, hinrangieren, über die Straße tippeln, den richtigen Blickwinkel finden und die vorbeifahrenden Feierabendautos abwarten ...
Fotopause auf der Hausrunde - dank lieben Bloggerkolleginnen sehe ich manche Dinge auf meiner Hausrunde durch ihre Blogs neu!
Die Kirche sieht in natura noch schöner aus, das Schieferdach glänzt richtig in der Sonne ... hier fahre ich sehr oft durch den Ort auf der Hausrunde, und die kleine Dorfkirche sieht jedes mal anders aus, je nach Tageszeit und Lichtverhältnis. Sie liegt genau in einer S-Kurve im kleinen Dorf Bühne.
Weiter ging die Runde. Etwas angeschlagen wegen der Zahn-OP vom Montag pustete ich mir nur den Wind um die Nase, auf Strecke-machen hatte ich heute keine Meinung.
Kurz vor der Autobahnauffahrt Vienenburg ... eine Seitenstraße und kleine Augenidylle, die Ecker
Lustige Art, auf ein Restaurant aufmerksam zu machen
Drei große Rundballen Stroh/Heu und etwas Deko
Weiter ging die kleine Tour zur Eisecke Vienenburg.
Lecker Getreidekäffchen und eine Kugel Joghurt-Holunder mit frischem Obst - wat lecker!
Ich genoss es, dort im Halbschatten zu sitzen, der Wind rauschte in den großen Tannen hinter mir, vorne auf der Straße war noch nicht soviel los wie am Wochenende und fünf schöne Tage Urlaub lagen vor mir. Allmählich fiel der Büroärger und diverse andere nervende Ereignisse von meiner Seele ab.
Entspannt ging es dann weiter. Diesmal fuhr ich nicht wie üblich zurück, sondern machte über Lochtum einen kleinen Schlenker und fuhr westlich von Abbenrode in den kleinen Ort.
Und entdeckte ein Zeit-Denkmal ...
Minya - ich hab das jetzt mal mit dem motoplaner gemacht ;-)
Genau da, wo Ellie parkte - am Grenzpfahl - war vor 25 Jahren noch die deutsch-deutsche Teilung gewesen und die Westler guckten in den Ulbricht-Zoo ... wenn ich heutzutage zerschnittenen Grenzzaun sehe, der Gärten einfasst oder Weiden begrenzt, Komposthaufen in Form hält oder als Sieb dient, dann fällt es zunehmend schwerer, die alte Teilung als ehemalige Realität zu erinnern.
Insofern sind solche Zeit-Dokumente wie dieser ehemalige Grenzübergang wichtig. Gegen das Vergessen. Damit das nicht noch einmal geschieht.
Frommer Wunsch ... es gibt genug andere Länder auf der Erde, wo Teilung heute realer als gewünscht ist ...
Ein Stück weiter war eine Brücke. Der Gehsteig war ziemlich schmal, aber Blogger kennen ja nix, wenn es um DAS Foto geht ...
Da Ellie sich nach links neigt - auf den Seitenständer - und das Geländer sehr dicht war, der Gehsteig sehr schmal, war dieses Foto ein akrobatischer Akt: ich mußte nämlich nach rechts absteigen.
Wer das mitangesehen hätte, würde sich wohl heute noch den Bauch vor Lachen halten. Aber ich habe mein Foto für den Blog, und nur das zählt ;-)
Trotz Maiwetter und Urlaubslaune fuhr ich ziemlich nachdenklich weiter. Und folgte einem kleinen Holzschild, weiter in das Dorf Abbenrode hinein. An einer alten roten Telefonzelle fand ich den Hinweis auf das Heimatmuseum und die alte Wassermühle.
Die Mühle war geschlossen, aber zum Mühlentag am Pfingstmontag kann ich hier ja noch einmal rumgucken.
Der Nachmittag war weit fortgeschritten und ich hatte auf der üblichen Hausrunde völlig neue Dinge "nebenbei" entdecken können. Da sag noch einmal jemand, das die vertrauten Wege langweilig sind ...
Fazit:
Die Hausrunde hat trotz allem immer mal wieder kleine Besonderheiten für mich in petto. Dieser ehemaligen Grenzübergang bei Abbenrode war mir bis heute unbekannt gewesen.
In Anbetracht meiner vielen Bekannten in Sachsen-Anhalt bin ich mehr als froh, heute nur noch als Blog-Tourist über die ehemals gruselige Grenze fahren zu können.
Viele Jugendliche von heute langweilt diese Zeit, und sie kennen sie nur aus den Geschichtsbüchern. Ich selber war damals mit der Schulklassse in Berlin gewesen, stieg auf einen Aussichtsturm und guckte befremdet über die Stacheldrahtanlagen nach Ost-Berlin herüber. Das ist aber alles so lange her, das ich das selber kaum noch weiß. Damals langweilte mich dieser Geschichtsausflug - was hatte ich damit zu tun, was alte Männer da veranstaltet hatten ...
Erst bei solchen Ausflügen erinnere ich mich wieder daran, das mich das auch etwas angeht.
Insofern sind solche Zeit-Dokumente wie dieser ehemalige Grenzübergang wichtig. Gegen das Vergessen. Damit das nicht noch einmal geschieht.
Frommer Wunsch ... es gibt genug andere Länder auf der Erde, wo Teilung heute realer als gewünscht ist ...
Ellie und ich, Grenzfahrer ...
Ein Stück weiter war eine Brücke. Der Gehsteig war ziemlich schmal, aber Blogger kennen ja nix, wenn es um DAS Foto geht ...
Da Ellie sich nach links neigt - auf den Seitenständer - und das Geländer sehr dicht war, der Gehsteig sehr schmal, war dieses Foto ein akrobatischer Akt: ich mußte nämlich nach rechts absteigen.
Wer das mitangesehen hätte, würde sich wohl heute noch den Bauch vor Lachen halten. Aber ich habe mein Foto für den Blog, und nur das zählt ;-)
Trotz Maiwetter und Urlaubslaune fuhr ich ziemlich nachdenklich weiter. Und folgte einem kleinen Holzschild, weiter in das Dorf Abbenrode hinein. An einer alten roten Telefonzelle fand ich den Hinweis auf das Heimatmuseum und die alte Wassermühle.
Die Mühle war geschlossen, aber zum Mühlentag am Pfingstmontag kann ich hier ja noch einmal rumgucken.
Der Nachmittag war weit fortgeschritten und ich hatte auf der üblichen Hausrunde völlig neue Dinge "nebenbei" entdecken können. Da sag noch einmal jemand, das die vertrauten Wege langweilig sind ...
Zum Abschluß noch ein Landschaftsbild, kurz vor Zuhause ...
Fazit:
Die Hausrunde hat trotz allem immer mal wieder kleine Besonderheiten für mich in petto. Dieser ehemaligen Grenzübergang bei Abbenrode war mir bis heute unbekannt gewesen.
In Anbetracht meiner vielen Bekannten in Sachsen-Anhalt bin ich mehr als froh, heute nur noch als Blog-Tourist über die ehemals gruselige Grenze fahren zu können.
Viele Jugendliche von heute langweilt diese Zeit, und sie kennen sie nur aus den Geschichtsbüchern. Ich selber war damals mit der Schulklassse in Berlin gewesen, stieg auf einen Aussichtsturm und guckte befremdet über die Stacheldrahtanlagen nach Ost-Berlin herüber. Das ist aber alles so lange her, das ich das selber kaum noch weiß. Damals langweilte mich dieser Geschichtsausflug - was hatte ich damit zu tun, was alte Männer da veranstaltet hatten ...
Erst bei solchen Ausflügen erinnere ich mich wieder daran, das mich das auch etwas angeht.





Das ist immer wieder spannend, was die näheste Umgebung doch noch für Überraschungen für einen parat hat. Diese kleinen Entdeckungsreisen - wie liebe ich sie.
AntwortenLöschenDas hast Du wieder schön geschrieben und bebildert!
Vielen Dank! Ich war ja Sonntag Roadcaptain und habe die Jungs in meine Hausrunde geführt. Da habe ich manche Straßen mit neuen Augen gesehen und festgestellt, wieviele gut zu fahrende Kurven da drin sind. Ist mir früher nie so aufgefallen.
LöschenFür unsere Generation war die Trennung noch real, für die nach der Wende Geborenen ist das so abstrakt wie ein Kassettenrecorder oder ein Wählscheibentelefon am Kabel. Gut, dass diese Mahnmale erhalten bleiben. Deinen Ausritt hast Du wirklich prima in Szene gesetzt... und welche(r) BloggerIn hat nicht schon den einen oder anderen "Stunt" für das perfekte Bild gebracht ;-)
AntwortenLöschenManchmal ist es bestimmt total witzig, zu fotografieren, wie Blogger zu ihren Fotos gelangen ;-)!
LöschenDas ist eine prima Idee!!!
LöschenHach, ein "Elli-mit-Kirche" Bild. Schööön ....
AntwortenLöschenNe, eine schöne Tour. Liest sich toll. Im Moment fotografiere ich viel zu wenig, wenn ich unterwegs bin. Dabei sind hier noch so eiige schöne Sachen zu dokumentieren.