Ellie und ich

Ellie und ich

Montag, 11. Mai 2015

10.5.2015 - Wir reisen an die Elbe, entdecken die Saale, fahren Fähre und unglaubliche Straßen und reißen 323 Kilometer ab

Also laut Tageskilometerzähler waren es nur 304 Kilometer, laut Google Maps 323 - also wird es irgendwas bei 320 gewesen sein...  
Liebe Erzählerin, ich habe es mit motoplaner versucht, aber ich hatte die Geduld einfach nicht aufbringen können...
Ich bleibe dabei - das alte Google Maps war für Routendarstellungen einfach das beste. Die Produkte, die ich euch hier zeige, sind ein Konglomerat aus Dutzenden von Flüchen, dem Bildbearbeitungsprogramm Paint und Gimp.
GMaps macht fette Punkte, wo ich keine will - oder schmeißt Routen um, die ich so auch nicht wollte - und eine Gesamtdarstellung war auch nicht möglich, weil Maps nicht soviele Weg-Punkte akzeptierte ...
Perfektionistin, die ich bin, bin ich mit dem Ganzen mehr als unzufrieden. Für die Blogdarstellung muß es erstmal reichen, ich hoffe, ihr könnt damit etwas anfangen ...


Hintour: 145 km


Rücktour: 178 km
Gesamt: 323 km laut Routenplaner


Heute habe ich die Route als Erstes gezeigt. Mal was anderes ausprobieren ;-). 

Ach so, in der 'Stadt Frankfurt' waren wir auch:

Foto vom Ortsschild folgt noch :-)

Am Sonntag Morgen sah es nicht gut aus, wettermäßig. Warm zwar, aber viele Wolken. Ich wartete noch ab. Gegen 13 Uhr aber ging es los!
Ich wollte eigentlich ins Bike-Inn nach Cracau (uriger Biker-Treff in einer alten Montagehalle). In Hötensleben machte ich die erste Pause, checkte meine Whats-App Nachrichten. Alle beschäftigt, also mußte ich auch nicht unbedingt nach Cracau. Planänderung: nach Barby an die Elbe, dort Kaffeepause machen. Genug Futter hatte ich im Gepäck, und mit Blick auf den Fluß essen - das ist mein Liebstes.

Die Straßen waren voll. Muttertag, und außerdem die unseelige Baustelle auf der A2 zwischen Königslutter und Helmstedt. Etliche Autobahnflüchtende spielten ihren Trieb auf der Bundesstraße nach. Ich bog ein Stück weit in kleine Dörfer ab - Ausleben ist wirklich niedlich, und auch Hornhausen (kurz vor Oschersleben) zeigte sich verschlafen und geruhsam. Einmal rannte eine Fasanenhenne über die Straße - ich konnte sie rechtzeitig erkennen und fuhr langsamer, das Auto hinter mir zum Glück auch. Wo eine Henne ist, könnten auch Küken hinterher eilen. Aber da war nix.


In Oschersleben brummte der Verkehr. Die Straßencafés waren voll mit älteren Muddies und ihren Angehörigen. Klar, einmal im Jahr werden sie mal ausgeführt. Meine hat es da besser gemacht - sie ist mal wieder in den Norden abgedüst und entzieht sich dem Trubel. Schlaue Mama ...


Oschersleben ist gut ausgeschildert, und so verfuhr ich mich endlich einmal nicht. Weiter ging es nach Wanzleben. Die B246 zwischen Oschersleben nach Wanzleben hat ein Stück schnurgerade Strecke. Hier heißt es für die Getunten: Feuer frei ... ätzende Strecke, das mache ich nächstes Mal anders. Der Wind war außerdem ziemlich heftig an dem Tag, und hier fegte er, das ich mich stellenweise schräg legte, obwohl keine Kurve da war.

Ich fuhr die Nebenstrecke Richtung Schönebeck. Auch hier: endlich kein Verfahrer. Cool! Die Tour gefiel mir bis dahin nicht richtig gut. Zuviel Verkehr. Viel zu hektische Leute. Es war Sonntag und die verhielten sich teilweise wie an einem Freitag nachmittag. Meine Hausrunde ist da deutlich ruhiger (aber mittlerweile auch deutlich langweiliger). So hing ich da auf dem Motorrad, fuhr schneller als gemocht, und riß einfach die Kilometer runter. 

Bei Gnadau, kurz vor Schönebeck, verließ ich die Bundesstraße, und fuhr über Dorfstraßen zu einem Gehöft ...

Open from Dust Till Dawn ...  

Ich wußte vorher, dass keiner da war, aber ich wollte zumindest einmal dort mit Ellie vorbei schauen. Zur Sommerparty kann ich leider nicht dabei sein - da ist Jahrestreffen ... Dann ging es weiter, und als ich durch den kleinen niedlichen Ort Barby getuckert war, kam ich endlich ans ersehnte Ziel. Elbe!



Sonnenbrillen-Wetterchen


Wilder Schnittlauch im Bildvordergrund


Ich hockte mich da auf ein Brett, genoß die Aussicht auf die emsige Fähre, futterte mein Essen, hatte sogar frischen Schnittlauch, der da wild wuchs, für mein mitgenommenes Schinken-Rührei ... was für ein schöner Platz zum Essen und Chillen


Als ich mich gestärkt hatte, unternahm ich einen kleinen Spaziergang.


Elbe rechts vom Fähranleger






Und die andere, linke Seite vom Fähranleger ...







Was für eine Idylle, nicht wahr?




 Ein Plätzchen dicht am Wasser ...


 


Das andere Ufer ... mit Zoom herangeholt
Seht ihr das Storchennest mit Storch? Klickt auf das Foto für eine größere Ansicht! 






Und dann wurde es noch richtig kitschig ... auf die Bühne vor meine Kamera traten ... ein Gänsehirt und seine Herde:







Na sagt selbst - ist das nicht niedlich? So etwas vermutete ich nur in Polen, aber nicht hier, in Barby ... (wieder eine Reise gespart ... nä - nicht wirklich ;-) ...

Ich genoß noch einige Zeit die schöne Stimmung da am Wasser. Es war herrlich angenehm mit der Sonne, da vorne direkt am Wasser pustete der Wind aber ganz ordentlich.
Die Zeit war vorangeschritten, es ging auf 16.30 Uhr zu. Ich mußte an den Rückweg denken.

Auf der Bank vor dem Fähranleger hatte sich eine einheimische Rentnergang versammelt, und schwätzte in den Nachmittag. Einer guckte kurz, als ich da vorbei stapfte, und ich grüßte freundlich. Ein knapper Gruß kam zurück - Touristen hatten sie hier wohl zur Genüge.

Dicht neben Ellie parkte ein Familienauto. Der ganze Platz war frei, aber nein - wir parken das Motorrad zu. Nun, mittlerweile schreckt mich die Fahrt über eine Rasenfläche nicht, und gekonnt tuckerte ich zwischen zwei Begrenzungsheuhaufen hindurch zurück auf den Schotterweg.

In Barby verpaßte ich die Einfahrt, drehte, und fuhr eine holperige Seitenstraße zurück auf den Hauptweg. Jetzt wußte ich auch, warum diese Seitenstraße nicht beidseitig ausgeschildert war ...

Am Ortsausgang war eine Tankstelle, und Ellie bekam frisches Benzin. Ein Chopperfahrer stand an der Säule vor mir, und grüßte freudig zu uns herüber. Weiter ging meine Fahrt, und ich bog in Tornitz ab. Das Schild "Fähranleger" irrigierte mich etwas. Auf einer mäßig angenehmen Straße ging es nach Tornitz hinein, vorbei an Kiesteichen und utopisch aussehenden Schöpfgeräten, und sehr mäßig ging es dann weiter!

Kopfsteinpflaster ab Ortsausgang Tornitz ...




Hier nutzte ich innerhalb kürzester Zeit die Radfahr-Spur, neben dem Kopfsteinpflaster. Ich hatte absolut keine Meinung, mich weiter durchschütteln zu lassen. Es kam kein Rad entgegen, nur einmal schauten sich zwei Fußgänger erstaunt um. Ich bog kurzzeitig ab, auf die Holperpiste, und als sie vorbei waren, ging es zurück auf den schmalen Streifen. Dort war ein deutlich besseres Fahren ...

Ohne Ortskenntnisse zu haben, tuckerte ich durch ein Wäldchen und landete dann irgendwann hier:






Auf meiner Motorradkarte kaum zu erkennen: der Fährübergang nach Groß Rosenburg

Oh fein - Fähre fahren! Schnell überprüfte ich meinen Klimpergeld-Barbestand. Hinter mir wartete noch ein PKW. Aus Stade. Die wummernden Bässe nervten in die Stille. Ein Blick in den Rückspiegel zeigte mir, dass der Typ es nicht wert war, dass ich ihn verhaue. Ich ertrug die akustische Umweltverschmutzung, und wartete gespannt auf die Fährfahrt.

Die Gierseil-Fährte schwamm geruhsam an den Anleger, der von oben ziemlich steil abfallend aussah. Ich bekam das Zeichen und fuhr langsam auf die Metallrampe. Alles bestens gelungen. Hurra, Fähre fahren!
2,- Euro kostete eine Fahrt, die kaum mehr als eine Minute dauerte. Ich konnte gerade noch zwei Fotos machen ...




Viel zu schnell war die Fahrt vorbei!


Ich ließ den BMW Fahrer vorbei und beguckte mir auf der anderen Seite den Weg. Das gleiche: Kopfsteinpflaster, und links daneben ein netter Radweg.
Wie vorher nutzte ich den Radweg, und kam dann nach einigen Metern endlich auf einen normalen Asphalt.
"Groß" Rosenburg ist echt übertrieben. Niedliches Örtchen, ab und an Bauruinen bzw. verfallene Gebäude, ein schickes Feuerwehrgebäude, eine Bank, einen Gasthof und natürlich ein Auto Service Center (bei den Straßenbelegen sind neue Stoßdämpfer sicherlich DER Renner da) ... that's it.

Es ging über Patzetz Richtung Calbe. Das Schild "Achtung Straßenschäden" nahm ich schon gar nicht mehr wahr. Ich wunderte mich dafür später, als ich es NICHT sah.
Asphalt auf ehemalige Kopfsteinpflasterstraßen geklatscht, dadurch holperiges Vorankommen - in der Gegend scheint das normal zu sein.
Ellie ächzte und klapperte, die Bodenwellen machten nicht nur mir zu schaffen. Ich war froh über mein Airhawk Kissen.



In Calbe fuhr ich über eine Brücke, die die Saale überquerte. Es ging in Richtung Nienburg/Saale. Ein niedliches Städtchen mit einer Burg, die ich aber nur aus den Augenwinkeln wahrnahm: die Straße forderte volle Aufmerksamkeit ...

Über Orte mit Namen Neugattersleben und Hohenerxleben fuhr ich nach Staßfurt. Meine Karte war nicht eindeutig, und so fragte ich zwei Passanten um Rat. Über eine holperige Nebenstraße (...) tuckerte ich durch den Ort, nahm zwei schicke neue Kreisel mit - Kreisel können sie da - und fuhr nach Neundorf, in Richtung B6n. An einer Tankstelle standen zwei Motorradfahrer, und der eine winkte geradezu begeistert zu uns rüber. Bislang waren mir auf der Strecke recht wenig Zweirad-Touristen begegnet, insofern freute ich mich über diesen netten Gruß und winkte zurück.

Endlich war ich auf der B6n, genoß den Flüsterasphalt und riß meine Kilometer ab. Ohne Pause fuhr ich bis Abbenrode durch, verließ dort die Autobahn und machte an meinem üblichen Parkplatz noch eine Rast. Ich brauchte etwas zu futtern. Ein Blick auf die Uhr ließ mich erschrecken: es war bald 19 Uhr. Kein Wunder, dass ich müde war. 78 Kilometer Autobahn, vorher auch ziemlich durchgeschüttelt ... Der Fahrtwind auf der Autobahn hatte mich ziemlich zugedröhnt, ich hatte leichte Kopfschmerzen, und etwas Hunger. Die letzte kleinere Mahlzeit war an der Elbe gewesen, und die Energiezufuhr schon aufgebraucht.

Ich aß den Energieriegel, genoß noch einige Minuten die Kraft der Sonne und schwang mich dann wieder auf Ellie. Um die Uhrzeit hörte sich das an, als würde es auf den Helm regnen - tat es ja auch: Unmengen von Insekten waren in der Luft, klatschen an den Helm und an Ellie. Das würde noch viel Putzarbeit geben ... aber nicht mehr heute.

Gegen 20 Uhr kam ich zuhause vor der Garage an, schloß das Tor auf und fuhr hinein. Ich schnappte mir nur kurz meine Sachen, streichelte Juni und ging nach oben in die Wohnung. Während im Backofen die Pommes und die Fischstäbchen ihrer Reife entgegen brutzelten, versank ich im heißen Schaumbad und entspannte meine Muskeln.
Was für ein Tripp.

Fazit:
Später sagte mir Google ja, ich wäre 323 Kilometer gefahren. Nun, die Kopfsteinpflasterstraßen und die Autobahnfahrt zählen irgendwie mehr, was die Kräfteverluste angeht ...

Zur Elbe fahre ich sicherlich bald einmal wieder. Allerdings werde ich dann nicht mehr die kleinen grauen Wege benutzen, sondern lieber die Straßen mit "L ..."-Kennzeichnung wählen.
Frag ich mich doch, was mit meinem Soli passiert ... wenn die Straßen da nach immerhin mehr als 25 Jahren Einheit IMMER noch so mies sind ... Autowerkstätten scheinen dort gut überleben zu können ... neue Stoßdämpfer einbauen dürfte dort das Häufigste sein!

323 Kilometer Tagestour kann man machen - muß man aber nicht. Mein Favorit sind Touren bis 200 Kilometer. Da habe ich genug Muße, mit den Augen und der Seele zu reisen. Dieses Kilometer-Abreißen ist nicht meins! Mal ist das okay, wenn man irgendwo hin möchte - und mein näheres Umfeld ist ja nun wirklich ziemlich abgegrast, was Ziele angeht.
Aber gerne mögen tue ich dieses lange Anfahren nicht, zumal der Rückweg meist doch etwas öde wirkt.
 

Elbe und Fähre und Ellie und gutes Wetter ... soviele "Und" ... einfach ein herrlicher Mai-Tag, dieser Muttertag!


Elbe, schönes Wetter, Mopped fahren ... grinsekeksglückliches Ich

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9 Kommentare:

  1. Mei, is' das schön da, in Barby :-)

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    1. Jaaa *seufz* einfach ein Traum. Da im Garten des Kanuvereins ein Zelt aufschlagen und auf die Elbe gucken ... jeder Meter da Privatbesitz und wildes Zelten ist nicht wirklich gern gesehen ...

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  2. Oh, die Elbe!
    Auch wenn die Strassen holprig sind, aussehen tun sie jedenfalls gut. Wie früher.
    Aber - ein Gänsehirt!! Ich hatte zuerst gedacht, ich hätte mich verlesen! Das ist ja nun wirklich der Knaller!

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    1. Ja, aussehen auf den Fotos ist immer etwas anderes, als die zu fahren. Mit einer GS dürfte das kein Thema sein. Besseres Fahrwerk, neuere Technik ... als ich da so drüber holperte, gestaltete sich das Gasgeben auch ziemlich ruckartig. Bodenwelle: wouuw, Gas heulte - ich übte mich also im entspannten Angasen - trotzdem nervte das nach einigen Kilometern extrem. Aaaber man sah hier keinen getunten tiefergelegten Manta - was Wunder *lol*

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  3. schön geschrieben, man fühlt sich als wäre man dabei gewesen.
    Da hast du dir ganz schön Arbeit gemacht, danke ,

    Grüßle Hansi

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    1. Danke dir. Ich hatte beim Hochladen murks gemacht und alles war weg. Ärgerlich ... musste ich alles neu gestalten ...

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  4. Och menno...und hier hats erst am Abend aufgeklart...aber Deine Tour war ja ein toller Sommerausflug. Und mit den Holperstrecken locker bleiben. Nur alle Schrauben und gerissene Teile auf Anwesenheit kontrollieren am Abend...

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  5. Thema Schrauben, Marcus ... die sind nicht locker, eine davon sitzt jetzt schön fest reingedreht ... in meinem Oberkiefer. Zahnärzte sind schon echt krasse Typen ... der hat sich die neue Café-Racer BMW gekauft. Normalerweise fahren Zahnärzte doch Harley ...

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  6. Brillantes Wetter, knallige Farben... das ist doch gefotoshopped? Jedenfalls ein toller kleiner Tourenbericht und das Grinsen am ende eines tollen Mopped-Tages kennen wir ja wohl alle ;-)

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