Ziel: Thale, DDR Museum.
Dort ist am 1. Mai das so genannte Ostmobiletreffen, das Tag-der-Arbeit-Fest, und dieses Jahr noch ein Großflohmarkt am Bahnhof, und ein kleiner Mittelaltermarkt beim Museum.
Mengen von Autofahrern waren unterwegs dorthin.
Mal wieder/immer noch Baustelle um Thale herum. Der Navi führte mich zielgerecht zu einem Ort namens Timmenrode. Ich folgte den blauen Dunstwolken der MZ-Kolonnen, immer den Trabbis hinterher über eine grottige Straße - und war froh, dass ich Ellie zuhause gelassen hatte.
Es ging durch kleine Gassen, eine unglaubliche Menge an Verkehr kreuzte den Weg, und ich zweifelte das erste Mal, ob meine Idee wirklich so gut war. Hier ging es zu wie am Freitag Nachmittag, kurz bevor Fußball anfängt.
Schließlich landete ich dann doch noch passend in Thale-Mitte. Wir wurden aber umgeleitet ... die Straße war gesperrt, nur Ostmobile-Oldtimer-Fahrzeuge durften passieren.
Der Großparkplatz am Ortsrand war schon gut gefüllt. Ich suchte mir abseits am Straßenrand einen Parkplatz auf dem unbefestigten Randstreifen, und folgte den Besucherströmen Richtung Innenstadt.
Das Wetter war gut und wurde immer besser, und ich schwitzte ganz schön heftig in meiner Lederjacke vor mich hin.
Im Innenhof der Eisenbahnerfreunde gönnte ich mir eine Ost-Cola. Uff, das tat gut. Dann warf ich mich ins Getümmel, rund um das Möbelhaus mit dem DDR-Museum im 6. Stock.
Weil ich doch sehr sehr viele Fotos machte, gebe ich euch hier nur den Link zur Dropbox und ihr guckt mal selber: hier KLICKKLICK ...
Besonders niedlich waren die Kiddies im Zeltaufbau-Trabbi. Auch der Pappa, der später dazu kam, erklärte mit Engagement die Konstruktion.
Der Mittelalterbäcker bot unter anderem auch ein Rosinenbrot an. Für 1,50 Euro kaufte ich mir mein Mittagessen. Sehr lecker, ganz frisch und noch warm innen, verrenkte ich mir innerhalb kurzer Zeit meine Innereien.
Egal - es schmeckte einfach zu gut für Vernunfthandlung.
Das DDR-Museum wollte ich mir ein anderes Mal von innen ansehen. Heute lockte mich das schöne Maiwetter.
In der Fußgängerzone tummelten sich die Massen. Der Tag der Arbeit ... mein Hamburger Dialekt fiel hier richtig auf. Ansonsten hörte man überwiegend heimische Mundart. Die Leute waren alle gut gelaunt, durchweg am Essen interessiert und die allgemeine Stimmung war fröhlich und höflich anderen Fußgängern gegenüber.
An einem Lederwerksverkauf-Stand erstand ich ein kleines Täschchen - bei den Bikerpartys ist mir meine große Börse immer zu sperrig - nun habe ich eine Aufbewahrung mit Reißverschluß, die gut in meine Jacke paßt, ohne das ich gleich so aussehe, als hätte ich ein Geschwür an der Seite ...
Nach zwei Stunden wurde ich unruhig. Ich wollte doch noch mit Ellie fahren. Auf dem Rückweg zum Autoparkplatz schoß ich noch einige Fotos im Ort, kraxelte eine Brückenböschung hinunter und plantschte mit den Händen in der Bode herum. Wasser angefaßt, also war ich auch wirklich hier gewesen. Ein kleiner weißer Kiesel fand seinen Weg in meine Hosentasche ...
Gegen 15 Uhr war ich wieder zuhause, zog mich schnell um und fuhr engagiert los. Ich wollte ein Stück der Route wiederholen, die ich neulich gefahren bin.
Die so betitelte "Erlebnisstraße der deutschen Einheit" zwischen Dedeleben und Papstorf
Typische Seitenstraßen zu den Dörfern hin
Ich besuchte die Stiftskirche in Hamersleben. Hier war ich schonmal gewesen. Damals, in meiner Anfängerzeit, es war grauer Himmel gewesen und die Temperaturen nicht freundlich.
Die Kirche sieht von ferne imposant aus, strahlt aber selbst heute bei dem Maiwetter eine Düsternis aus. Kann man besuchen, muß man aber nicht ...
26.8.2012
Brrr - weiter ging es.
Ich fuhr nach Ausleben, Beckendorf Neindorf, Eggenstedt. Je dichter ich an Oschersleben heran kam, umso schlechter wurden die Straßen. Landschaftlich ein Traum, da am Hohen Holz kurz vor Seehausen ...
Nicht überall stehen Durchfahrt Verboten Schilder ... manchmal sind die umgekippt, oder flachgefahren ... wo kein Schild, da kann man zumindest mal bis zum Ende fahren und gucken, oder?
Kirschblüte mit blauem Himmel, Schäfchenwolken und gelb blühenden Rapsfeldern - der Frühling ist unübersehbar da!
Leider aber auch gewissenlose Cabriofahrer und "Friedhofsbesucher" (Danke an MotoMinya, diese Betitelung gewisser Autofahrer ist einfach das beste! Minyas Blogbericht: KLICK).
Einmal brüllte ein Mit-Siebziger an mir vorbei - einen Rati oder Maro unter sich. Neben sich ein gestyltes Etwas - ich glaube, weiblich. Sämtliche Kurven wurden in Schlangenlinien genommen. Ich war ziemlich glücklich, dass ich am Straßenrand parkte. Dem wollte ich nicht auf der Straße begegnen ...
Das Wetter war schön anzusehen, aber langsam kühlte ich ziemlich aus. Ich hatte zuwenig untergezogen. Außerdem hatte ich nur die Sommerhandschuhe an, was jetzt gegen Abend keine gute Lösung war.
Ich war noch ziemlich weit weg von zuhause. Außerdem hatte ich keine Wegzehrung mitgenommen. Ich wollte ja "nur mal eben kurz noch eine Runde cruisen", konnte aber wie üblich kein Ende finden. Und das rächte sich jetzt.
Schlecht geplant - normalerweise nehme ich immer eine Windjacke zum drunterziehen mit - aber euphorisch, wie ich losgefahren war, hielt ich das für unnötig.
Nun, was soll ich schreiben ... die Rückfahrt wurde zur Qual. Ich stellte die Heizgriffe auf 50%, verfuhr mich mehrfach, weil bei Seehausen bzw. Richtung Hackenstedt mal wieder eine Baustelle war, und ich die Geheimstrecken der Ortskundigen nicht drauf hatte (hin war ich ja durch Seehausen gefahren, direkt am See entlang, nur zurück fand ich diesen Weg leider nicht mehr wieder) - und das Aufwärmen in Völpke an der Tankstelle klappte auch nicht, weil die am Feiertag nämlich geschlossen war.
Ich machte mich ganz klein auf dem Motorrad, versuchte die Motorwärme aufzusaugen, und fuhr nach Hötensleben, zum Grenzdenkmal-Parkplatz.
Dort gibt es ja dieses Blechcontainer-WC, und dort gibt es einen Händetrockner mit warmer Luft. Ich schloß mich in dem WC ein und heizte mich fünfzehn Minuten lang mit warmer Fönluft auf. Die Verrenkungen, die ich da hinlegte, damit meine Beine und andere Körperteile endlich wieder warm wurden, wären sicherlich DER Renner bei youtube gewesen.
Einen zerkrümelten Keks schüttete ich in meinen hungrigen Mund - das hob den Blutzucker wieder ein wenig an.
Als ich dann endlich gegen 20 Uhr zuhause ankam, ließ ich im Flur alles fallen, schleppte mich noch ins Badezimmer und ließ mir erstmal ein heißes Bad ein.
Mir war klar, dass ich mich heute erkältet haben würde. Ich war unvernünftig gewesen, und sowas rächt sich bei mir immer ziemlich schnell.
Mit knurrendem Magen lag ich im heißen Badewasser und knabberte nebenbei eine Handvoll Oliven in mich hinein. Zum Abendessen machen war ich noch nicht fit bzw. aufgewärmt genug.
Fazit:
Schöner Tag, tolles Maiwetter - aber zuwenig Anzieh-Zeug dabeizuhaben, ist ein wirklich blöder Anfängerfehler. Ausziehen geht immer - aber wenn man nicht genug mit hat, ist die Energie schnell aufgeraucht. Von wegen, Motorrad fahren ist "einfach nur draufsitzen und herumtuckern".
15.30 Uhr losgefahren, 20 Uhr zuhause angekommen. Mit Schlenkern so ca. 250 Kilometer gemacht.
Memo an mich selbst:
Mittlerweile halte ich kaum noch an, gerade mal für einen Fotostopp. Ich möchte lieber fahren fahren fahren. Das muß ich mir abgewöhnen, das ist wie eine Sucht.
Pausen sind wichtig! Nach einer Stunde anhalten, einen Schluck trinken, einen Keks oder eine Handvoll Studentenfutter einwerfen. Da hält man die Strecke länger durch.
Was mir als Anfänger so wichtig war, habe ich diese Saison komplett verdrängt. Back to the roots, Heike - das stärkt die Konzentration und das Durchhaltevermögen - und letzten Endes auch das gesunde Zuhause-ankommen!


Jaja...Planung ist alles. Hoffentlich hat das Bad und die Oliven Dich wieder hergestellt. Allerdings wenn man Deine Bilder sieht, hast Du emotional viel an diesem Tag bekommen...
AntwortenLöschenGruß aus der Regenregion Deutschlands....:-(
Bei uns hat es seit Donnerstagabend (30.04.15) NUR geregnet. Ich konnte nicht einen Meter fahren. *jammer* Ich beneide dich um die schöne Strecke !!
AntwortenLöschenWas für tolle Bilder! Was für tolle Landschaften! Meine Güte! Und - was für ein tolles Wetter!
AntwortenLöschenIch hatte am Freitag und gestern nur Tauchfahrt, dafür aber am Sonnabend gutes Wetter. Wenn auch zeitweilig etwas frisch.
Ich hoffe mal, Du hast Dich nicht zu sehr verkühlt und bist bald wieder oben auf!
Viele liebe Grüße,
Minya
Danke für den Link! :)
Du warst am 1.5. in Timmenrode ? Ich packs nicht. Ich wollte an dem Abend dort, von Schleswig-Holstein kommend, im Wald pennen und den nächsten Tag Kurven fahren. Dann wieder zurück. Wir haben nämlich früher dort ein paar mal Urlaub gemacht - noch zu Ostzeiten. Retroaction sozusagen.
AntwortenLöschenDann war aber wieder der innere Schweinehund am Werk. So weit und so doof kalt nachts ...
Hätte ich gewusst, dass du auch auf der Ecke zu Gange warst, hatte aber deine email nicht zur Hand
Ich war am 3.5. sogar nochmal da, mit Motorrad. Ein Treffen hätte ich gut gefunden, zumal unser Wetter ja gut war. Etwas kühl, aber Sonne! Vielleicht tauschen wir mal unsere Handynummern aus?
AntwortenLöschenVielleicht beinhaltet dein neues Koffersystem ja auch ein Top Case, in dem du die wichtigsten Dinge einfach immer mitführst. ( Du hast ja keinen Lil' Ben, der solche Behältnisse immer wieder leer räumt ... grummel ... ) :-)
AntwortenLöschenIch habe ja zwei verschiedene Größen von Topcase. Bei mir ist eher das Problem dran zu denken, mehr einzupacken :-)!
AntwortenLöschenHeike? Was macht die Erkältung? Oder hast du sie noch abbiegen können?
AntwortenLöschenLeider nein. Hat mich heftig erwischt... Viele Grüsse von der Bazillenfront ...
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