Ellie und ich

Ellie und ich

Montag, 20. April 2015

19.4.2015 - Rehe, ein Fuchs, ein Streetfighter, ein MotoCross-Schönling, viele nette Dörflein, alte Gemäuer, Flugzeuge und ein großer See

Ich stand früh auf - 8 Uhr - und wälzte die Karte. Wohin nur, wohin. Ich hatte in meinem normalen Umkreis so ziemlich alles abgegrast. Blieb also nur, die Backen zusammenkneifen und den Radius massiv vergrößern.

Ich hatte eine grobe Richtung - ich wollte zum Concordia-See. Da war ich am 19.10.2012 schon einmal gewesen. Damals hatte mich die lange Reise heillos überfordert. Nun wollte ich es nochmal wissen.

255 Kilometer. Um 10 Uhr los, 19 Uhr zuhause. Okay, das rechte Bein zickte zeitweise, und ich fror eigentlich die ganze Tour lang, aber ich war nahezu putzmunter, als ich zuhause ankam.
Kein Vergleich zu damals!!!

Zur Tour ...

Man merke sich: frische rote Schleifspuren bedeuten, dass da ein Wildunfall gewesen war. Mir begegneten gleich zwei solcher roten Flecken - Durchmesser ca. 1 Meter. Einmal in Remlingen und einmal unterwegs bei Hessen.
Die Spuren waren noch richtig rot, nicht rostrot oder bräunlich. Soll heißen: der Forstwagen, der da in Remlingen so dämlich in der Kurve parkte, tat das nicht um mich zu ärgern. Er sammelte die Reste ein!
Örks ...

Ja, Wild ist unberechenbar. Gut, das mich diese roten Striemen auf dem Asphalt daran erinnerten!
Auch Füchse kennen keine Hemmungen - sie laufen ohne rechts und links zu gucken über die Straße. So erlebt  bei Kroppenstedt, auf freier Strecke. Dazu später mehr.

Hier die gesamte Route, plus einige Verfahrer durch merkwürdige Umleitungen und Fehlern auf meiner Straßenkarte, die stellenweise die B6n noch nicht ausgebaut darstellt:






Los ging es um 10 Uhr. Bei Volzum hielt ich am Feldrand und zog mir mein Windbreakershirt über. So ohne Winterfutter war es mir einfach zu kühl. Ein Glück, das ich wenigstens die Seidensturmhaube angezogen hatte.
Die Sonne schien wunderbar (aber wärmte nur bedingt), das frische Grün der Bäume und das klare harte Licht waren wie ein Glas Sekt - ich fühlte mich wach, fit, verfroren und lebendig. Später schaltete ich dann die Heizgriffe dazu, weil der Fahrtwind durch meine Sommerhandschuhe pfiff. An Ersatzhandschuhe hatte ich nicht gedacht ...

Auf der B79 fuhr ich elend lange hinter einem Trecker, der Rundballen geladen hatte. Damit ich nicht zu doll eingenebelt würde von den Strohspelzen, ließ ich genug Abstand, hielt auch mal an der Seite an und überließ den harzreisenden Dosenfahrern den Platz am Dreck.

Bei Hessen, schon in Sachsen-Anhalt, verließ ich die öde Bundesstraße, und fuhr nach Rohrsheim. Ich war so durchgefroren - ich Weichei - das ich eine Aufwärmpause brauchte.

Ortsausgang Rohrsheim, ein Wildgehege.


Niedlich, gut gesichert hinter dem Zaun - wenn du wüsstest, dass deine wilden Artgenossen später nur einen ein-Meter-großen rotbraunen Fleck auf dem Asphalt hinterlassen ...





Il Patron ... natürlich im Schatten, der coole Kerl ...


Hallo Niedlich!


Einigermaßen aufgewärmt fuhr ich weiter.

 Pabstorf; der Hofhund gab sich alle phonetische Mühe, mich zu verbellen


Zwischen Dedeleben und Pabstorf gibt es die so genannte "Erlebnisstraße der deutschen Einheit". Dahinter verbirgt sich eine schnurgerade und kreuzlangweilige Asphaltpiste, auf der die Dosenfahrer mal so richtig die Sau rauslassen.


Erlebnisstraße der deutschen Einheit ... gähn ...

Impressionen aus den kleinen Dörfern - ich kann die Fotos beim besten Willen nicht mehr zuordnen und muß mir unbedingt mein kleines Notizbuch wieder einstecken.  Ich werde die Route teilweise noch einmal fahren, um die Fotos zuordnen zu können.







Text: Zur fortdauernden Erinnerung an den glorreichen Feldzug der Deutschen gegen Frankreich von 1870 bis 1871 und die damit verbundene Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches ...
Der Adler leuchtete richtig strahlend in der Frühlingssonne. Er schien frisch lakiert zu sein.
Gestern das alte Turmgemäuer - ein Stück deutsche Geschichte. Heute der glänzende Adler auf der Säule. Als ich die Inschrift gelesen hatte, fröstelte mich. Ich bekomme die Worte "glorreicher Feldzug" nicht mit Glanz und Stolz zusammen. Ich sehe da nur rostrote Schleifspuren.




Ellie blickt nach vorne - also fuhren wir weiter.

Zwischen Neudamm und Schwanebeck begleiteten wir ein Stück weit einen Rollerfahrer, und dann lief besagter Meister Reinicke ohne Hektik über das Feld, durch den Straßengraben, über die B245 bis ins nächste Gebüsch. Am hellerlichten Tag. Soviel dazu, dass Wild meist in den Abendstunden zur Dämmerung unterwegs ist.

 

Großalsleben






Der wechselnde Belag hätte mir vor zwei Jahren noch Schweißperlen über die Stirn geschickt - jetzt nahm ich den gekonnt mit rasantem Tempo


Charme längst vergangener Hoch-Zeiten ...


Die jetzt geschlossene und leicht zerfallene Gaststätte "Deutsches Haus" hat sicher auch schon bessere Tage gesehen, aber mir gefiel diese Natürlichkeit gerade deshalb, und ich bin ja auch kein kritischer Stadtplaner, der auf der Suche nach "störenden Objekten" unterwegs ist ...


Überall in den Dörfern findet man alte und verfallene Häuser neben nagelneuen Sichtschutzzäunen, hinter denen sich frisch verputzte Gemäuer, teilweise in leuchtenden Farben gestrichen, oder gerade im Renovierungszustand befindliche Häuser verbargen. 

Diese Dörfer haben ihren eigenen Charme. Hier ist nichts für die Touristen herausgeputzt. Hier stehen Ruinen neben nagelneuen Kleinfamilienhäusern.
Große Kasernengebäude, die für Autobasteleien oder als Wertstoff-Lagerplätze gebraucht werden.
Hier findet man auch noch die echten Datschas in den Gärten am Dorfrand. Rohbau-Butzen, umgeben von kleinen quadratisch angelegten Beeten, in denen sich Omis in Kittelschürzen und Gummistiefeln auf der Erdscholle abmühen. Der Gartenzaun ist nicht selten aus ehemaligen Grenzgittern angelegt ...
Der kleine Garten ist auch heute noch für viele ein "Muss" - egal, ob jung oder alt.

Auch häufig zu sehen: junge Mädchen und ihre Gefährten, die auf dem Rasen vor dem Plattenbau in funktionellen Liegestühlen herumlümmeln und Kindern beim Spielen auf dem Rasen zuschauen, während auf der Straße weitere junge Männer ihre Automusikanlagen demonstrieren. Was mir immer wieder auffällt, sind die spielenden Kinder auf den Hofeinfahrten. Sie spielen Fangen, oder Hüpfspiele. Oder toben auf den Denkmälern herum, bewacht von einer Oma, die bei jedem Fahrzeug von ihrem Strickzeug aufschaut.

Einmal hatte ich mich total verfahren und fragte ein junges Pärchen, welches gerade mit Klappstuhl und Holzkohlebeutel bewaffnet über die Straße zur Grillparty (im Garten?) ging. Beide waren supernett, befragten ihr Handy und später den Nachbarn, und dann konnten sie mir den Weg zurück erklären.
Ja, hier nehmen sich die Menschen Zeit, herumirrende Irre bzw. Touristen auf den richtigen Weg zu führen.

Das Touristenwort "Ostalgie" mag ich eigentlich nicht. Hier paßt es aber. Da ist der olle Trabbi als Spielobjekt für Kinder umfunktioniert. Da findet man noch die alten, grauen Hohlsteine, die einen Schulhof umgrenzen. Da gibt es noch bildgewaltige Mosaike an öffentlichen Gebäuden, die an den ehemalig glorreichen Sozialismus erinnern. Wo Straßen den Namen "Bruderschaftsgasse" tragen. Oder "Straße der Freiheit" heißen.

Was am wichtigsten ist - diese Dörfer leben immer noch.

Es war 13 Uhr durch. Ich wollte Mittag essen. Auf dem Weg nach Kroppenstedt, an der so genannten "Straße der Romanik" - auch hier ein schnurgerader Asphaltweg, der durch riesige Felderwirtschaft führte - gingen zeitweise rechts oder links zweispurige Fuhrten in die Weite. So einen suchte ich mir, fuhr ein Stück weit hoch, drehte und parkte uns in den Schatten einer Windschutzhecke. Meterweit in alle Richtungen nichts. Staubgraue Felder, schnurgerade Straßen, und am Himmel die Kondensstreifen der Flugzeuge.
Und Stille. Hier war kein Streß mehr. Genau der richtige Platz zum Abschalten.



Mittagspause mit Buletten, Äpfeln, Müsliriegel und Traubensaft
 

Gut gesättigt fuhr ich gegen 14 Uhr wieder zur Hauptstraße und wollte nach rechts abbiegen, Richtung Kroppenstedt. Just in dem Moment kam von links eine quietschegrüne Maschine angefahren und parkte neben uns. Ich wartete, ob der Fahrer drehen wollte, aber es tat sich nix. Also quatschte ich den Typen einfach an. Schöne Maschine, so kurz, so besonders, Eigenbau oder wie etc.
Er stellte den Motor aus und dann kam ein wirklich nettes Benzingespräch zustande. Er hatte eine Proberunde gedreht, um die neuen Innereien seiner Maschine zu testen. Er hatte die Kawa Z1000 seit 2003, hat sie komplett umgebaut als Streetfighter, einfach weil er das schon immer mal machen wollte.
Hat vieles selber gefertigt, das Teil hat einhundertschießmichtot PS, er ist aber kein Raser mehr - "Man wird ja auch älter" lächelte er mit bezirktypischem Akzent unter seinem Jet-Helm hervor. Alle Teile eingetragen und leider ein normaler Auspuff dran. Mit dem anderen, lauteren, der auch eine ABE-Nummer hätte, wäre er immer herausgewunken worden. Obwohl er stadtbekannt ist im Bezirk, würden ihn besonders eifrige Rennleiter anderswo immer als Erstes herausziehen. Maschine so grün, so verbaut, so anders, so laut - das muß doch illegal sein ... isses aber nich', doch was hilft es?
Das man mit so einem schnittigen Teil auch gemütlich fahren kann, betonte er energisch.
Dann kamen wir auf schöne Cruiserstrecken zu sprechen, und waren uns am Ende einig: den Harz am Wochenende? Never ever. Er als Einheimischer meidet mit seinen Kumpels diesen Bereich seit Jahren. Da fahren seiner wütenden Meinung nach nur noch Verrückte aus dem Flachland herum, die wie die Geistesgestörten in den Kurven überholen, andere über den Haufen semmeln und die ganze Branche in Verruf bringen. Wenn er mit seiner Fighter da seine Runden ziehen will, gäbe es immer einen dieser Möchtegerne-Rennraser, die ihn aufs Korn nahmen und ihm unbedingt ein Rennen aufzwingen wollten.
Und diese Massenaufläufe an der Rappbode Talsperre, oder auf Torfhaus oder in Pullmann-City ... er fand das furchtbar.

Der Typ war jetzt nicht asbach uralt. Unter dem Helm schwer zu schätzen. Vielleicht Ende Vierzig? Mir hat er gut gefallen. Das, was er erzählte, hatte Hand und Fuß. Kein Schwätzer, kein "Hose runter, Schwanzvergleich"-Protzer. Auch, als er wieder zurück fuhr, riß er den Hahn nicht unnötig auf. 

An der Ampel in Kroppenstedt mußte ich elend lange auf Grün warten. Neben mir hielt ein Motocross-Fahrer. Auf den ersten Blick dachte ich: wow, langes Elend, das Mädel. Gezupfte Augenbrauen, überall gepierct. Die Gegenfahrbahnen bekamen Grün, Rot, Grün, Rot ... und ich stand mir die Beine in den Bauch. Der Motocross-Fahrer drehte seinen Kopf zu mir und fragte, wie lange ich da schon rumstehen würde. "Keine Ahnung - gefühlt 5 Minuten!" war meine missmutige Antwort. Vielleicht hatte die Kontaktschleife nicht gegriffen. Obwohl hinter mir schon etliche Dosenfahrer aufgereiht herumstanden.
Der Crosser guckte nach links, nach rechts und rauschte dann voll Karacho bei Rot über die Kreuzung. Wenige Augenblicke danach überlegte sich die Ampel das und schaltete auf Grün. Grinsend gab ich Gas.
Ich war nur zu feig gewesen, ich hätte es dem Heißsporn zu gern nachgemacht vorhin ...

Ich fuhr über die Paulshöhe und durch Heteborn hindurch, bis zum Markberg oberhalb von Hedersleben. Hier gab es eine Applauskurve, und einen Parkplatz. Da fand ich auch den Motocross-Fahrer wieder und konnte erkennen: eindeutig Männlich, weil Bartträger ...





Landschafts-Guck auf Schotterparkplatz - ich blieb also auf dem Asphalt, zumal links außerhalb vom Bild zwei Cabrio-Fahrzeuge herumstanden. An einem stand Camaro dran - keine Ahnung, ob das was besonderes war ... schwarzes Auto ohne Dach halt


Weiter ging die Reise, über Hausneindorf. Und hier machte ich ein Foto, was ich mir 2012 nicht zugetraut hatte.


Kopfsteinpflaster, Anhöhe und Fahrspuren - 2015 ist das mit Vorsicht am Gashahn kein Hexenwerk mehr für uns


Bis zu meinem Ziel war es nicht mehr weit. Ich fuhr der Ausschilderung hinterher, und parkte beim Ausflugscafé, direkt am Concordia-See.
Zwei Cruiser standen auch schon dort am Wegesrand.




Selbstgebackener Rhabarberkuchen und ein Pott Kaffee - 3,90 Euro - Blick zum immer noch umzäunten See umsonst; angeblich 2016 soll sich da der Zaun öffnen ...


Ein Gespräch mit den Bikern vom Nebentisch, die Currypommes und Eis futterten, war zäh. Da waren die Rentner, die mit mir zusammen auf die Futterausgabe am Tresen warteten, schon gesprächiger. Ach wie schön, eine Frau und so eine schöne rote Maschine - ja ich bin ja früher auch mit meinem Mann gefahren, zu DDR Zeiten, so auf die Felder und so weiter - aber heute gehts nicht mehr, die Knie und die Hüfte, aber Kuchen futtern schmeckt noch, hihihi ... die alte Dame war ZU niedlich, wirklich ...

Beim letzten Besuch war hier Totentanz gewesen, alles zu und kaum ein Besucher - heute trampelten hier die Radler entlang, liefen die Hunde und Kinder kreuz und quer, und es machte fast den Eindruck, als würde der Concordia-See einen normalen Betrieb haben. Mal schauen, was in drei Jahren hier los ist. Ob der Badebetrieb dann wieder angeht.

Gut gestärkt, aufgewärmt und mit der Idee einer Rückfahr-Route schwang ich mich auf Ellie. Der BMW-Tourer und die Choppermaus - neue Gäste, die im Schatten saßen - würdigten mich keines Blickes. Irgendwie scheint meine Tarnkappe speziell bei BMW zu funktionieren.

Ich fuhr nach Frose, durch grüne Alleen hindurch. Kröten wanderten zwar noch nicht, dafür fuhren Radler in Schlangenlinien auf dem Asphalt herum.

Frose selber ist ein total niedlicher Ort, der mich sehr stark an Friedrichstadt, oben bei Tönning, an der Nordsee, erinnert!


Kleine Seitengasse in Frose


Wegen des Fotos fuhr ich am Ortsausgang noch einmal zurück - ich hatte den Turm vorher nur im Augenwinkel wahrgenommen



Ich wählte den Weg nach Reinstedt, und fuhr tatsächlich noch einmal am Harzring vorbei. Diesmal aber mit Motorrad. Auf dem Parkplatz wurden gerade Crosser eingeladen, die wohl dort vorher gespielt hatten.

Eigentlich wollte ich jetzt nach Radisleben, aber der Weg existierte nur auf meiner Karte. Nach einer Dorfumrundung in Reinstedt, wo ich mal wieder den übelsten Kopfsteinbruch zu fassen bekam (jede Tour im Osten finde ich mindestens einen solchen Weg) fuhr ich dann seufzend nach Hoym. Das Schloß dort sehe ich mir ein anderes Mal an. Es war schon 16 Uhr und so allmählich mußte ich an den Rückweg denken. Ich fuhr von der B6 ab in Richtung Badeborn, und wollte nach Ballenstedt. Und fuhr direkt auf eine fette Propellermaschine zu. Tschakka, wieder ein Ausflugsziel mehr auf der Liste, für spätere Touren!


Verkehrslandeplatz Ballenstedt/Quedlinburg; Gaststätte "Zum Fliegerhorst"


Asmusstedt, das anhängende Dörflein, bestand im Groben aus grauen Plattenbauten mit etwas unseriös aussehenden Bewohnern, die in schmutzigen Unterhemden vor den Hauseingängen herumlungerten, vor denen sich kaputte Möbelstücke und - in den Innenhöfen - ausrangierte Autoleichen stapelten.

Brrr, das war unschön gewesen ... soziales Randgebiet?

In Ballenstedt ging es Richtung Quedlinburg. Ich fuhr auf der Landstraße und kurz hinter dem Ortsende ging eine kleine Straße rechts ab - Hinweistafel "Gegensteine". Ich brauchte eine Pause, und fuhr dort hoch. Eine Streuobstwiese und ein grandioser Fernblick erwarteten uns. Ich lenkte Ellie auf ein Rasenstück, wendete und parkte sie für die Fotos.











Die Gegensteine

Ein herrlicher Ruheplatz. Die Vögel zwitscherten sich ihr Revierverhalten aus der Kehle, nur kurz unterbrochen von dem Geblubber zweier Trecker, die mit harten Taktgeräuschen auf den steilen Wegen unterwegs waren.

Ein Motorradfahrer fuhr ebenfalls vorbei und in der Ferne hörte ich deutliche Crossgeräusche. Da geht noch was, dachte ich mir. Ich plünnte mich wieder an und fuhr den Weg weiter hinunter. Ein Parkplatz folgte, dann ein Hinweisschild "Motocross Ralley" und ich folgte dem Weg den Berg hoch.

Dort oben gibt es sogar eine kleine Pension "An den Gegensteinen". Vor einem Gittertor war allerdings Ende, und so kam ich nur noch zu Zaunkiekerbildern.







Im Netz erfuhr ich, dass die Pension "An den Gegensteinen" eine ehemalige Bikerpension gewesen ist, die geschlossen wurde und nun nach Gernrode umgezogen ist.


Infos KLICKKLICK

Eine Bikerpension ist es jetzt auch in Gernrode, wobei ich 50 Euro für ein Einzelzimmer echt ziemlich unverschämt finde. Wer sich nicht alles "Bikerpension" auf die Fahne schreibt ...

So allmählich war ich angefüllt mit Eindrücken. Ich wollte auf kurzem Wege heim, fuhr also ein Stück langweilige Landstraße, in Richtung Thale. Mal wieder waren irgendwo wichtige Durchfahrten gesperrt, so dass sich der sonntägliche Rückfahrverkehr auf meiner Route entlang quälte.
Als ich in Thale ankam, tankte ich noch kurz, und fuhr dann dort auf die B6n - bei Stapelburg verließ ich die Bahn und fuhr über Abbenrode, Stötterlingen, Hornburg, Seinstedt, die Asse und die kleinen Dörfer zurück nach Hause.

Schlag 19 Uhr kam ich vor der Garage an.

Alles in allem an die 255 Kilometer gefahren und wirklich unheimlich viele Eindrücke mitgenommen. Das Stück von Ballenstedt bis Blankenburg war ätzend, zuviel Rückreiseverkehr. Der große Teil dieses heutigen Tages war aber ein echtes Abenteuer gewesen, was ich mit Sicherheit in einigen Abschnitten wiederholen werde!


Fazit:

3 Jahre sind seit der letzten Tour zum Concordia-See vergangen. Sehr viel ist in der Zwischenzeit dazugelernt worden. Wenn ich meinen Bericht von damals durchlese, fällt mir der Unterschied selber auf.
Memo an mich selbst: Foto-Orte notieren - zu schnell vergißt man durch die vielen Eindrücke die Namen. Und das wäre im August fatal, denn DORT werde ich so schnell sicher nicht wieder hinkommen. 

7 Kommentare:

  1. Nee, wat sin dat für schöne Landschaftsbilder.
    Wenn ich am 1.Mai vormittag mit dem Kurventraining fertig bin und das Wetter gut ist ...

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  2. Wenn du hier in der Gegend bist, melde dich bitte, wenn du magst ... wäre mir eine Ehre, dir meine Geheimplätze mit BESONDERER Aussicht zu zeigen!

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  3. Schöne Tour....wenn ich mal irgendwann wieder fahren kann eine gute Idee für einen Wochenendtrip....wir lieben sie ja, die kleinen Orte und Dorfstraßen....;-)

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  4. Das war eine wirklich lange Tour. Und auch für mich sind ziemliche Unterschiede "lesbar" im Gegensatz zu damels. Vielleicht bin ich ja auch in 3 Jahren mal so fit ;)

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  5. Du bist jetzt schon gut. Die Übung macht es. Stück für Stück, wie es für Dich gut ist. Nicht, wie andere es wollen. Das ist das wichtigste.

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  6. Schöne Entwicklung, Heike. Nun wirst Du Deine Kreise immer weiter und weiter ziehen (müssen), weil die Hausrunde nicht mehr spannend genug ist ;-)
    Ich nehme auf Tour immer ein wasserfestes Notizbuch und meinen Pocketkuli mit, damit ich Orte und Eindrücke festhalten kann. Ich könnte zwar auch die GPS Funktion an meinem Fotoapparat benutzen, aber das zieht zuviel Batterie.

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  7. Was ist das nur für eine wunderschöne Gegend, in der Du da wohnst! Meine Güte!
    Auf den längeren Touren habe ich auch immer ein Notizbuch dabei, in dem ich dann schreiben kann, was ich erlebt habe. Die Bilder habe ich bislang immer noch zuordnen können, mal sehen, wie es bei der Tour vom letzten Wochenende aussieht...
    Ein Reh ist auch schon mal am hellichten Tage vor mir über die Strasse gelaufen. Das war aber zum Glück für alle noch weit genug weg. Etwa 25 Meter. Aber da habe ich auch ziemlich tief Luft geholt.
    Camaro? Kann wirklich nichts dolles sein, mein Hauswirt hat einen Trecker von denen.

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