Teil Eins:
DIE ANREISE 10.4.2015
Hier ein paar Zahlen:
Gesamtkilometer: 430
Autobahnfahrt Hintour, B6n "Harzautobahn": 70 Kilometer
Autobahnfahrt Rückreise, A14 und B6n: 132 Kilometer
Somit 202 Kilometer insgesamt Autobahnfahrt (das müßt ihr euch mal überlegen - Uwe, liest Du das???)
Schlafstunden am Wochenende: zuwenig
Spaßfaktor am Wochenende: unzählbar
Teilnehmer an der Ausfahrt am Samstag: an die 30 Maschinen.
Begleitpersonen: an die 40 People, also Fahrer incl. Sozia-Damen.
Gesamtteilnehmer: nicht gezählt, aber es waren viele - unter anderem "Freigelassene" ...
Hier mal die Anfahrtkarte:
Hinreise 10.4.2015
Autobahn B6n Anreise - 70 Kilometer
Autobahn B6n Anreise - 70 Kilometer
Am Tag vor der Reise wollte ich noch alles hinschmeißen. Ellie war zwar schon bepackt, aber mich verließ der Mut. So eine weite Strecke, soviel Autobahn dazwischen. Dann die Frage, wie sich das Wetter entwickelt. Und ob ich überhaupt fit genug wäre für die Rückfahrt. Und und und ...
Am 10.4. wachte ich gegen 8 Uhr auf und dachte mir: "Ich versuch es einfach". Zumal ich ab Zörbig einen Guide haben würde, der mir nicht nur um 15 Uhr einen Kaffee anbieten würde, sondern mich auch noch im Schlepp direkt zum Ort des Geschehens manövrieren wird.
Ich überlegte lange, ob ich mit Winterfutter fahren wollte. Als die Temperaturen aber immer mehr anstiegen, zuppelte ich es heraus. Zur Vorsicht nahm ich es aber in einem Extrabeutel mit. Gute Entscheidung, wie sich später herausstellen sollte.
Ebenso kamen diesmal zwei Paar Handschuhe ins Gepäck, dazu zwei Motorradschlüssel, und jede Menge Zeugs für den Tankrucksack: Schlafschwein, dicke Sturmhaube (die Seidene zog ich für die Fahrt an), Getränk, was zu mampfen, Ersatzbrille und all so Zeugs. Zunächst kam noch der Navi in das Sichtfenster, aber als ich Ellie draußen vor der Garage hatte, blendete die Sonne derart, dass ich auf der Fahrt eh nichts gesehen hätte.
Ich packte den wieder aus und griff auf die gute alte Straßenkarte zurück.
Endlich war alles gepackt, die Tiere versorgt (die Glücklichen bekamen an diesem Tag die doppelte Ration in der geringsten Zeitdichte - moppelsatt lagen sie später faul im Heu und beachteten mich nicht weiter - am nächsten Tag würde meine liebe Freundin Beate sich kümmern), und ich schwang mich gekonnt auf Ellie. Soll heißen: ich hob das rechte Bein an und schob es mit Ächzen über den Sitz. Den üblichen Überschwung bekomme ich natürlich nicht hin, wenn hinten die große Reisetasche aufgeschnallt ist!
Zunächst ging es über Schöppenstedt, dann weiter durch das Land zur B6n bei Wernigerode. Da fuhr ich dann auf die Autobahn. Vorher hatte ich die Reisefußrasten ausgeklappt und schon einige Kilometer ausprobiert: Haxen drauflegen und chillig entspannt wie Affe-auf-Schleifstein durch die Gegend cruisen.
Ich fuhr auf die Bahn, fädelte mich ein und fuhr mich in den Autobahn-Modus. Irgendwann mußte ich mal anhalten und die Gräten entfalten.
Rastplatz Regensteinblick, bei Blankenburg
Als ich von der Toilette wieder da war, lungerte ein Passant um Ellie herum. Das Schlafschwein auf dem Tankrucksack hat aber gut Wache gehalten - es fehlte nichts.
Weiter ging die Reise.
Einige Kilometer waren ja noch abzuspulen, bis ich in Bernburg von der B6n fahren würde. Und ich hatte Glück: vor mir fuhr jetzt ein Schwertransporter, der von einem blinkenen Nachführwagen abgeschottet wurde.
Heureka! Dosenfahrer hassen sowas, und weichen großräumig vorher aus. Also genug Ruhe für mich!
Ich ließ genügend Abstand und pendelte mich bei 100 km/h hinter dem Blinker ein. Die Füße nach vorne gelegt, lässige Haltung, fuhr ich im Choppermodus vor mich hin. Autobahn fahren ist für mich im Auto eine herrliche Gelegenheit, mal so richtig alles loszudenken. Der gleiche Effekt stellte sich hier auch ein - aber, hey: ICH FAHRE MIT DEM MOTORRAD CHILLIG AUF DER AUTOBAHN.
Das muß man sich mal bewußt machen.
Ich dachte an meine Anfänge zurück, und freute mich über mich selber. Da fuhr von hinten eine Reiseenduro an mich heran - Kennzeichen HZ - fährt ein Stück mit mir, dreht mir die linke Hand zu und zeigt Daumen-hoch. Als ich das verwundert registrierte, gab der Fahrer schon wieder Gas und entschwand am Horizont.
Was war jetzt dieses? Habt ihr eine Ahnung?
Irgendwann hatte ich Bernburg erreicht und fand auch die richtige Abfahrt. Und ab da war es vorbei mit der flüssigen Reise. Stau bis in den Ort hinein. LKW an LKW, die Sonne knallte fröhlich vom Himmel und ich hustete ob der ganzen Abgas-Dünste, die mich umwehten. Ein Ausscheren war unmöglich, ich hätte höchstens über den Fußweg und eine Wiese gekonnt - nur um dann an einer Art Deich zu scheitern.
Zähne zusammen, auch wenn das Wasser den Rücken herunter läuft ... irgendwann war die rettende Oase - eine TOTAL Tankstelle erreicht, denn Ellie brauchte unbedingt was zu trinken.
Ich fuhr auf die Tanke, wo noch drei BMW Fahrer zu gange waren. Auch hier wieder: freundliches Grüßen von mir, stoisches Nicht-beachten seitens der Dreibuchstabler.
In aller Ruhe machte ich den Tankrucksack ab, zog vorher den Zündschlüssel heraus (denn mit Tankrucksack auf der Armatur den Schlüssel anbrechen, das kann ich gut ...), und Ellie bekam Nahrung.
Alles wieder an Ort und Stelle gepackt, stapfte ich mit Helm in den kühlen Innenraum. Während ich an der Kasse wartete, bekam ich einen dezenten Hinweis von jemandem: "Huhu Du da - ich suche eine Mitfahrgelegenheit!"
Dem konnte ich nicht wiederstehen. Ich zahlte das Lösegeld für das neue Crew-Mitglied und das Benzin für Ellie, holte mir den WC-Schlüssel (Dusche hatten sie leider nicht ... schade...), schwätzte noch kurz mit der netten Tankstellenfrau, und fuhr ums Haus in den Schatten.
In der Nasszelle dampfte ich erstmal in Ruhe ab ...
Das Reiseteam ist auf Drei angewachsen... da ich nicht wußte, ob dem Kind unterwegs schlecht wird, bekam es erst einmal einen Platz an der frischen Luft ... mit großen Augen und totaler Begeisterung schaut es in die Gegend und freut sich, endlich aus dem dunklen Käfig befreit zu sein
Weiter ging die Reise. Ich war jetzt ein wenig müde, denn soviele Kilometer am Stück in so kurzer Zeit war ich ja nicht gewohnt.
Leider ging es weiter mit Stopp-and-Go - auf der Strecke bis nach Köthen waren außerdem zwei Auffahrunfälle und somit teilweise Vollsperrung.
Seufz ... Freitag nachmittag halt ...
Mit einigen Verfahrern erreichte ich PUNKTGENAU um 15 Uhr den vereinbarten Guide-Treffpunkt.
Der angebotene Kaffee war die Rettung vor dem Sekundenschlaf!
Wir bekommen Geleitschutz ...
Über interessante Strecken, quer durch Felderwirtschaft, ging es Stück für Stück dem Zielort entgegen.
Als wir auf den Platz tuckerten, bekam ich gleich mein Fett ab: "Mach doch mal den Motor an - ist er schon an? Wir hööören nix!"
Mein Kommentar dazu: "Hörgeräte an, ihr alten Säcke!"
Normale Begrüßung also ...
Ellie wurde abgepackt, und bekam ein trockenes Plätzchen.
Ellie ist die Schlanke da hinten ...
Noch mit ausgeklappten Fußrasten ... dem neuen Reisekind wurde es übrigens nicht schlecht; es wollte aber nicht mit in die Pension, sondern lieber darauf aufpassen, dass die Dicken der Ellie nichts tun ...
Der Abend war lang, die Stimmung war super, das Essen hervorragend, die anderen Anwesenden höflich, gut erzogen und zurückhaltend wie immer, die Pension nur für uns Vulcanier gebucht - die Wirtin selbst nicht anwesend, aber das ist hier kein Problem, Vertrauensbasis eben ... die vier ständig kläffenden deutschen Schäferhunde vom Nachbarn hätte ich am liebsten zu Burgern verarbeitet, und ich war echt froh, das ich dort auf dem Gelände nicht zelten mußte - die Kläffer hätten mich wahnsinnig gemacht!
Gegen 22 Uhr fiel ich in der Pension platt ins Bett, schlief aber wegen Kaffee, Cola, zuviel Bier und dem schnorchelnden Naturlärm gewisser Mitbewohner nicht so gut. Außerdem hatte ich arge Hüftschmerzen, und die ollen Tabletten wirkten nicht.
Anreise-Kilometer insgesamt: 215
Losgefahren 11:15 Uhr. Ankunft Zörbig: punktgenau 15 Uhr. Ankunft am Feierort: irgendwas bei 16 Uhr, genau weiß ich das nicht mehr.
Aufpasserle mit immer guter Laune ... perfekter Weggefährte bei Stau, Hitze, Sturm, Regen und was da sonst noch nicht so rund läuft ... da fehlt dann noch die Schutzkleidung ... mal sehen, ob ich in der Kindergröße etwas organisiert bekomme ...
Und wer das Aufpasserle kitschig und albern findet, sollte sich mal die Street Bunny Crew in ihren rosa Hasenkostümen ansehen, die im Sinne der guten Sache herumcruisen und Spendengelder einsammeln - jedem Tierchen sein Pläsierchen, nicht wahr? Und mal ehrlich - ein bissken bluna ist doch auch wieder ganz nett ;-)
Und wer das Aufpasserle kitschig und albern findet, sollte sich mal die Street Bunny Crew in ihren rosa Hasenkostümen ansehen, die im Sinne der guten Sache herumcruisen und Spendengelder einsammeln - jedem Tierchen sein Pläsierchen, nicht wahr? Und mal ehrlich - ein bissken bluna ist doch auch wieder ganz nett ;-)



Juni braucht vor allen Dingen einen Helm und einen Hörnchenschoner. Und eine Brille, damit ihr die hübschen Augen nicht so tränen wegen des Windes.
AntwortenLöschenFür mich ist der Umgang mit solchen Weggefährten völlig normal. Ich habe immer schon einige Stofftrabanten um mich herum, die ich auch auf keinen Fall missen möchte.
Eure Tour hört sich auf jeden Fall sehr interessant an. Aber was die BMW Fahrer immer gegen Dich haben, das kann ich mir auch nicht erklären.
Da hast Du aber eine schnittige Begleitung "gewonnen". Schönes Teil (fast so schön wie meine Sporty...).
AntwortenLöschenDein Aufpasserle braucht auf jeden Fall eine Brille... wer weiß, was da sonst in den Riesenaugen landen wird.
Du hast ja beinahe mehr Tiere mit als Gepäck. Ich bin immer wieder begeistert, wie schön Ellie strahlt, blitzt und blinkt.
AntwortenLöschenHihi du hast recht :-). Ja mit Ellies Pflege bin ich eigen. Die reife Dame braucht Aufmerksamkeit, damit der Zahn der Zeit nicht zu schnell nagt. Und wir noch viel Zeit miteinander haben.
AntwortenLöschenLiebe Elli,
AntwortenLöschenmein Name ist Alb-Q und ich bin ein Packesel aus dem BMW-Stall. Es tut mir leid, dass dein Jockey nicht von anderen BMW-Fahrern gegrüßt wird. Meine Reiter freuen sich über alle Grüße von allen entgegen kommenden Motorradfahrern. Und ich glaube, sie würden auch deine Heike grüßen, wenn wir nicht soweit im Süden wohnen würden. Ich finde es toll, dass du jetzt schon so weite Autobahnfahrten fahren kannst. Auch einen Reisebegleiter finde ich kein Problem, meine Reiter nehmen immer einen Elch mit, den sie Moose au Chokolata genannt haben. Jeder also wie er mag. Mach weiter so und bring Heike immer gut nach Hause zurück.
Grüße von Alb-Q.
PS. Ich soll noch schöne Grüße von meinen Reitern LundU an deine Heike ausrichten.
Ah - ich erinnere mich an den Elch! An die Leute weniger, aber an den Elch :-). Selektive Wahrnehmung ... btw: neulich sah ich einen Snoopy mit Sonnenbrille an einer Rennsemmel. Das Motorrad erinner ich schon gar nicht mehr - was für Gebückte halt - aber der Snoopy war witzig.
AntwortenLöschenWiedererkennungswert ... Ich finde, das ist auch wichtig!
Danke, liebe Grüße an Moose und an L und U natürlich! Ihnen auch allzeit gute Fahrt und immer gesundes Ankommen!